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Politik

Israel ist weltweit das unbeliebteste Land – Umfragen zeigen klare Mehrheit gegen den Staat

3 Kommentare 20. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Globale Umfragen zeichnen ein eindeutiges Bild: Israel ist derzeit das am stärksten abgelehnte Land der Welt. Nach den Geschehnissen in Gaza, die von einer UN-Kommission als Völkermord eingestuft wurden, lehnen zwei Drittel der Befragten in zahlreichen Ländern den Staat ab. Selbst in den USA, dem wichtigsten Unterstützer, hat sich die Stimmung gegen Israel gekehrt.

Die Organisation Alliance of Democracies veröffentlicht jährlich den Democracy Perception Index. Für die Erhebung 2026 wurden Zehntausende Menschen in 85 Ländern zu ihrer Meinung über 132 Staaten und internationale Organisationen befragt. Das Ergebnis: Israel liegt bei der Ablehnung noch hinter Nordkorea und Afghanistan. Die USA, Israels engster Verbündeter, belegen den fünften Platz unter den am meisten abgelehnten Ländern.

Dieselbe Umfrage fragte in 98 Ländern, ob man eher mit Palästina oder Israel sympathisiere. Die Mehrheit sprach sich für Palästina aus. Nur 17 Prozent unterstützten Israel. Besonders ausgeprägt ist die Zustimmung zu Palästina im Globalen Süden, der den Großteil der Weltbevölkerung stellt.

Die Alliance of Democracies wird unter anderem von der EU, US-finanzierten Organisationen, der Ukraine, Taiwan sowie Konzernen wie Microsoft und Palantir unterstützt – also von Akteuren, die Israel traditionell nahestehen. Trotzdem kommen die Zahlen so klar aus.

Pew-Umfrage: 67 Prozent negative Sicht auf Israel

Das US-amerikanische Pew Research Center kommt zu einem ähnlichen Befund. In einer im Frühjahr 2026 in 36 Ländern durchgeführten Umfrage hatten im Median 67 Prozent der Befragten eine negative Meinung von Israel, nur 25 Prozent eine positive. Details finden sich in der Pew-Auswertung.

Israel ist in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien weitgehend unbeliebt. Indien ist die einzige größere asiatische Ausnahme mit einer knappen relativen Mehrheit an Befürwortern (32 Prozent gegenüber 28 Prozent Ablehnung). In Teilen Afrikas gibt es noch nennenswerte Zustimmung – oft im Zusammenhang mit evangelikalen Strömungen, die von US-Missionaren gefördert werden.

Die Ablehnung folgt klar den politischen Lagern: Links orientierte Befragte lehnen Israel überwältigend ab, die verbliebene Unterstützung kommt vor allem von rechts. Auch dort wächst jedoch die Kritik.

USA: Mehrheit lehnt Israel inzwischen ab

Besonders auffällig ist der Umschwung in den Vereinigten Staaten. Laut einer Pew-Umfrage vom Mai 2026 haben 62 Prozent der Nordamerikaner eine negative Sicht auf Israel – gegenüber 43 Prozent im Jahr 2022.

Unter Demokraten und Linksorientierten sind es nur noch 16 Prozent mit positiver Einstellung. Bei Republikanern liegt die Zustimmung bei 51 Prozent. Noch deutlicher ist der Generationenunterschied: Nur 18 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sehen Israel positiv. Bei jungen Demokraten sind es 12 Prozent, bei jungen Republikanern 28 Prozent. Die letzte belastbare Bastion bleibt bei älteren Republikanern über 50.

Diese Zahlen stehen im Kontext der von der UN-Untersuchungskommission festgestellten Völkermordhandlungen in Gaza und des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Premierminister Benjamin Netanjahu wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Viele der Vorgänge waren über soziale Medien in Echtzeit sichtbar.

Die Umfragen dokumentieren einen tiefgreifenden Imageverlust. Während westliche Regierungen weiterhin eng mit Israel zusammenarbeiten, hat sich die öffentliche Meinung in großen Teilen der Welt und selbst in den USA klar abgewendet.

Unglaublich auch, dass sich Österreichs Möchtegern-Kanzler Herbert Kickl kürzlich voll hinter Israel und dessen Politik von Völkermord und Vertreibung der Palästinenser gestellt hat.

Trump für Netanyahu

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu veröffentlichte am Montag ein Video eines Telefonats mit Präsident Trump, in dem der US-Präsident dem israelischen Regierungschef sagte: „Du bist der Mann, den ich an meiner Seite haben will.“

Das Telefonat fand statt, nachdem Trump Netanjahu in einem langen Beitrag auf Truth Social für die bevorstehenden israelischen Wahlen am 27. Oktober unterstützt hatte. Darin deutete er an, dass die USA die „Aufgabe“ gegenüber dem Iran möglicherweise ohne die Hilfe Israels „zu Ende bringen“ müssten, sollte Netanjahu nicht Premierminister bleiben. In dem Telefonat spielten die beiden Staatschefs auf den Krieg gegen den Iran an, wobei Netanjahu dieselbe Wortwahl wie Trump in seinem Beitrag verwendete.

Kein Wunder, dass die USA ein fast ebenso schlechtes Image hat wie Israel, sie landet immerhin aauf dem viertetzten Platz, nur geringfügig besser als Israel.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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3 Kommentare

  1. Jan
    Antworten

    Österreich und Deutschland werden wie Marrokko, Kanada und China in fünf Stufen dem „Positiven“ zugeordnet, nicht aber dem sehr Positiven wie die Skandinavier, Indien und die Schweiz.

  2. Varus
    Antworten

    @“Das Ergebnis: Israel liegt bei der Ablehnung noch hinter Nordkorea und Afghanistan.“

    Dennoch reicht es nicht, die Entität an den Eroberungskriegen zu hindern. Immer wieder dient sich wer dem T@deskult an, wie die Saudis etwa oder Seine Trumpigkeit.

    1. peru3232
      Antworten

      aber wo liegt die Überraschung? Hinter allem steckt doch die zionistische transatlantische Eppstein Clique des Großkapitals – alle hängen da zusammen und profitieren. Wer das nicht sieht und versteht muss blind sein! Und natürlich hängen da die Saudis mit drin, wie auch die anderen Golf“monarchien“ – und klar hat auch Donaldo nicht eben viel Handlungsspielraum, obwohl er den vielleicht sogar wirklich gerne hätte… wer weiß, wir werden es wohl niemals erfahren, wie so vieles andere auch nicht. „Sie machen unsre Welt, wiedi wiedi wie sie ihnen gefällt…“

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