Massiver Einsatz teurer Raketen gegen den Iran gefährdet die US-Kampfkraft auf Jahre hinaus

17. März 2026von 3,2 Minuten Lesezeit

Es zeigt sich immer deutlicher: Die Luftabwehr des Iran verwehrt USA und Israel das Einfliegen in den eigenen Luftraum. Der Verbrauch sowohl an Angriffs- als auch an Abwehrraketen ist enorm. Für weitere Kriege fehlen den USA demnächst die Waffen.

Seit die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar groß angelegte Angriffe auf den Iran gestartet haben, haben die US-Streitkräfte in einem völlig beispiellosen Ausmaß hochpreisige Munition verbraucht. Laut militärischen Fachmagazinen wirft das nun ernsthafte Fragen hinsichtlich der Auswirkungen auf die künftigen Kampffähigkeiten der USA – und damit auch Israels – auf. Die nach wie vor funktionierende Luftabwehr des Iran hat die Möglichkeiten feindlicher Flugzeuge eingeschränkt, in sein Territorium vorzudringen. Dies hat US-amerikanische und israelische Flugzeuge daran gehindert, sich bei Angriffen auf Ziele in erster Linie auf kostengünstige Freifallbomben zu verlassen, was bedeutet, dass man stärker auf teure Raketen angewiesen ist, die aus der Luft, vom Land und vom Meer aus abgefeuert werden, um Ziele aus sicherer Entfernung zu treffen.

Einen hohe Abschussquote von ebenfalls sehr teuren US-amerikanischen und israelischen Drohnen wie die MQ-9 Reaper bzw. Heron bei risikoreichen Einsätzen tief im iranischen Hoheitsgebiet hat zu schweren Verlusten geführt und die Wirksamkeit der iranischen Luftabwehr entgegen früherer Behauptungen bewiesen.

Analysten schätzen, dass die USA in den ersten 10 Tagen der Angriffe mehr als 6.000 iranische Ziele angegriffen haben, fast ausschließlich unter Einsatz kostspieliger Waffen mit Reichweiten jenseits der Sichtweite, während gleichzeitig schätzungsweise mehr als 2.000 Anti-Ballistik-Raketen abgefeuert wurden, um iranische Gegenangriffe abzufangen.

Tom Karako, Direktor des Raketenabwehrprogramms am Center for Strategic and International Studies (CSIS), gehört zu denjenigen, die davor warnen, dass zwar das Pentagon behauptet, seine Bestände seien für die aktuellen Operationen ausreichend, der anhaltend hohe Verbrauch jedoch Druck auf den Bestand an Langstreckenwaffen der US-Streitkräfte ausübt.

Karako warnte, dass die bestehenden Bestände an Präzisionsmunition der US-Streitkräfte ursprünglich zur Vorbereitung auf potenzielle Konflikte im pazifischen Raum, namentlich gegen China und Nordkorea, aufgebaut worden seien. Sollte ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten diese Bestände erschöpfen, könnte dies die Präsenz der US-Streitkräfte im strategisch kritischen westlichen Pazifik ernsthaft untergraben. Er merkte an, dass die Vermeidung von Munitionsengpässen rasches Handeln seitens des Kongresses und des Pentagons erfordere, um das Budget für die Munitionsauffüllung aufzustocken.

Der Krieg zeigt zudem eine erhebliche Kostenasymmetrie: Der umfangreiche Einsatz relativ kostengünstiger Drohnen und Raketen durch den Iran zwingt die USA und ihre strategischen Partner dazu, äußerst teure Boden-Luft-Raketen zur Abwehr einzusetzen. Diese Asymmetrie ist auch taktischer Natur, da die Bestände des Iran an kostengünstigen Offensivwaffen die Bestände der Gegner an Abfangraketen um ein Vielfaches übersteigen.

Die Erschöpfung der US-Bestände an Abfangraketen der Systeme AEGIS, THAAD und Patriot sowie an Präzisionswaffen wie Tomahawk und ATACMS erfolgt zu einer Zeit, in der das Pentagon unter enormem Budgetdruck steht, da Ausrüstung aus der Zeit des Kalten Krieges wie E-3-AWACS, KC-135-Tankflugzeuge und F-15C/D-Kampfflugzeuge dringend ersetzt werden muss.

Die rasant voranschreitende Leistungsfähigkeit der konventionellen Streitkräfte Chinas hat einen wachsenden technologischen Rückstand offenbart. Die aktuellen Ausgaben in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar für Munition könnten das Pentagon jedoch dazu zwingen, sich zwischen der Auffüllung der Lagerbestände und der Aufrechterhaltung der Finanzierung für Modernisierungs- und neue Waffenprogramme zu entscheiden


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3 Kommentare

  1. therMOnukular 17. März 2026 um 11:14 Uhr - Antworten

    Funfact: das superteure Milliarden-Langstreckenradar der USA wurde von Shahed-Drohnen zerstört, den ältesten und billigsten Werkzeugen des Iran.

    Laut Analysten haben die USA bereits eine 5-Jahresproduktion von Tomahawks verballert. Da die der Ukraine bislang nicht geliefert wurden, sind hier die Bestände aber etwas größer als bei anderen Systemen.

    Klar gefährdet das die indopazifischen Operationen der USA, der „Ring um China“ ist nur mehr ein Zwirnsfaden. Klar freut das China und noch klarer hilft China dem Iran, wo es (noch diskret) kann.

    „Meine“ Analysten sagen bereits vermehrt, sie dachten die Ukraine wäre der Sargnagel, aber es scheint dann doch der Iran zu sein, der hier tabula rasa macht. Dieselben Analysten, die immer gewarnt haben den Iran nicht zu unterschätzen – und jetzt die einzigen, die zugeben können, dass auch sie den Iran noch unterschätzt haben….

    Ein Golf ohne die USA und Nazionisten würde der Region gut tun. Und was würde dann wohl mit den ganzen US-Konstrukten a la eISIeS geschehen? Die Kurden haben bereits NEIN gesagt, wer wird folgen?

  2. Kybernetic2 17. März 2026 um 11:00 Uhr - Antworten

    Und im Hintergrund bleibt Russland und China nicht untätig.

    Man merkt deutlich, dass seit mehr als einem Monat die Offensive der Russen in der Ukraine stockt. Man beschäftigt sich mit 2 Dingen:

    eigene Lagerbestände auf eine vermutlich noch nicht dagewesene Stärke aufzubauen
    Hintergrundunterstützung von Iran. Aber mit China gemeinsam.

    Trifft 2 nur bedingt zu, dann kann man in der Ukraine eine Sommeroffensive erwarten, dessen Ausmaß noch nicht dagewesen war.

  3. Kybernetic2 17. März 2026 um 11:00 Uhr - Antworten

    Und im Hintergrund bleibt Russland und China nicht untätig.

    Man merkt deutlich, dass seit mehr als einem Monat die Offensive der Russen in der Ukraine stockt. Man beschäftigt sich mit 2 Dingen:

    eigene Lagerbestände auf eine vermutlich noch nicht dagewesene Stärke aufzubauen
    Hintergrundunterstützung von Iran. Aber mit China gemeinsam.

    Trifft 2 nur bedingt zu, dann kann man in der Ukraine eine Sommeroffensive erwarten, dessen Ausmaß noch nicht dagewesen war.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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