11. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 10:00 Uhr)

10. März 2026von 8,5 Minuten Lesezeit

Seit dem 9. März 2026 um 20 Uhr hat sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter zugespitzt, wobei der Krieg nun in seinen zehnten Tag geht. Der Iran hat Mojtaba Khamenei, den Sohn des getöteten Obersten Führers Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer ernannt, was, wie vorausgesagt, eine Konsolidierung der Hardliner im Iran signalisiert. Hinter denen sich die Bevölkerung des Irans angesichts der Angriffe versammelt.

Präsident Donald Trump hat diese Ernennung als „unannehmbar“ bezeichnet und betont, dass der Krieg gemeinsam mit Israel entschieden werde, wann er ende. Israelische Streitkräfte haben in der Nacht zum 10. März IRGC-Kommandos, Raketenanlagen und Öl-Depots in Teheran angegriffen, was zu massiven Bränden und Umweltwarnungen führte. Der Iran hat darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien reagiert, wobei Vergeltung gegen Ziele wie Entsalzungsanlagen und Ölfelder durchgeführt, was zu Todesopfern und Verletzten führte. Offensichtlich reagiert der Iran spiegelgleich gegenüber den Angriffen der Koalition gegen US-Interessen am Golf.

In Israel kam es zu einem Raketeneinschlag in der Zentralregion, bei dem ein Zivilist getötet und mehrere verletzt wurden. Was zeigt, dass die Luftabwehr des Landes inzwischen stark geschwächt ist. Die Angriffe haben die Ölpreise, ebenfalls wie vorausgesagt, auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben, den höchsten Stand seit vier Jahren, was globale Märkte erschüttert. Und das Niveau dürfte auf Grund der Zerstörungen über viele Monate beibehalten bleiben, selbst wenn der Krieg schnell endet. Besonders für energieabhängige Staaten dürfte dies verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft dieser Länder haben. Wobei die Profiteure der Situation die USA und Russland sind. Der IRGC hat vor einer „Energiekrieg“ gewarnt und angekündigt, dass der Iran das Ende des Krieges bestimmen werde, nicht die USA. Wenn man es dem Iran unmöglich macht, Energie zu exportieren, wird dies alle Ölförderung in der Region betreffen. Bisher haben sich die Warnungen des Irans als begründet erwiesen.

Trotz der Eskalation hat Trump erklärt, der Konflikt könne bald enden, betont jedoch, dass weitere Angriffe Iran „zwanzigmal härter“ treffen würden. In der Region wächst die Besorgnis, da der Konflikt auf Libanon und den Golf ausgreift, mit zunehmenden Angriffen von Hisbollah und mit dem Iran verbündeten Kräften im Iran. Es sei nicht vergessen, dass der Iran dem Irak entscheidend dabei half zu verhindern, dass die Terroristen des IS / ISIS die Hauptstadt des Landes eroberten. Dies und viele humanitäre Lieferungen aus dem Iran, das selbst unter Sanktionen leidet, an den Irak haben aus einstigen Todfeinden unter Saddam Hussein (unter Einfluss der USA) und dem Iran nun Verbündete gemacht. Nur ständige Sanktionsdrohungen der USA hindern eine weitere Annäherung.

Der Iran setzt auf Ausdauer und Störung der Energieversorgung, um die USA und Israel zum Nachgeben zu zwingen.

o7 Uhr 30:

Das Pentagon wird voraussichtlich diese Woche den Kongress um zusätzliche Verteidigungsmittel in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar bitten, um den Krieg gegen den Iran fortzusetzen. Dies geschieht, nachdem bereits in den ersten beiden Kriegstagen Munition im Wert von 5,6 Milliarden Dollar verbraucht wurde. Die USA ziehen THAAD-Systeme aus Südkorea ab und reduzieren die Zahl der Patriot-Abfangraketen im indopazifischen Raum.

Die Washington Post berichtet, dass israelische Beamte hinter verschlossenen Türen die Frage stellen, die ihre Befürworter in der Öffentlichkeit nicht zu stellen wagen: Wo endet dieser Krieg eigentlich?
Ein hochrangiger israelischer Beamter äußerte sich gegenüber der Post mit einer für eine Regierung, die seit Jahrzehnten jegliche Rechenschaftspflicht vermeidet, ungewöhnlichen Offenheit:

„In Israel haben Beamte begonnen, die Frage zu stellen: Wo endet dieser Krieg? Denn der Iran kapituliert nicht und es gibt keine Anzeichen für seinen Zusammenbruch. Wir sehen niemanden, der das Regierungssystem im Iran ersetzen könnte, und wir bezweifeln, dass die Bewaffnung der Kurden oder anderer Minderheiten eine gute Strategie wäre. Die Kosten des Krieges steigen ständig, und wir befürchten einen endlosen Krieg. Wir erwägen die Möglichkeit, den Krieg zu beenden und das Ziel des Sturzes des iranischen Systems aufzugeben.“

Sie haben mit einem Hammer in ein Wespennest gestochen und stehen nun blutend da und fragen sich, warum die Wespen nicht wie geplant sterben.

Zehn Tage sind vergangen. Der Oberste Führer ist tot, und der Iran hat gerade seinen Sohn Mojtaba Khamenei ernannt, die IRGC hat ihm noch vor dem Abkühlen der Leiche die Treue geschworen, die Straße von Hormuz ist gesperrt, acht amerikanische Soldaten liegen in Leichensäcken (wahrscheinlich sind es viel mehr), iranische Raketen entmilitarisieren amerikanische und israelische Vermögenswerte von Tel Aviv bis zu den Golfmonarchen, und Teheran hat gerade erklärt, dass es auf einen langen Krieg vorbereitet ist. Es gibt für Israel oder Trump keine Möglichkeit, sich aus dieser Situation zurückzuziehen, ohne ihre Schwäche zu offenbaren, was in einer Demütigung enden würde.

o8 Uh 00:

Das System der „Nachfolger“ im Iran

Die iranische Führung zeigte sich in hohem Maße bereit für das Szenario der „Kopfjagd“. Der Tod des Obersten Führers Ali Khamenei, der sich bewusst weigerte, seine Residenz zu verlassen, führte nicht zu einer Lähmung der Regierungsgeschäfte.

Das System der „Nachfolger“, bei dem für jede Schlüsselposition mehrere Nachfolger vordefiniert sind, deren Namen geheim gehalten werden, machte die Enthauptung des Regimes technisch unmöglich.

Die Macht regeneriert sich augenblicklich, und der Tod von Khamenei wurde zu einem Faktor der spirituellen Mobilisierung der Bevölkerung.

Die vollständige Abschaltung des Internets in den ersten Stunden des Angriffs machte die Bemühungen des Westens zunichte, Proteste über soziale Netzwerke zu koordinieren.

Anstelle der erwarteten „Jubelvideos” sah die Welt Millionen von Trauerprozessionen. Die barbarische Bombardierung einer Schule in Minab, bei der 171 Mädchen ums Leben kamen, begrub endgültig alle Hoffnungen auf Unterstützung der USA innerhalb des Landes.

Aus vierzig Tagen Trauer wurden vierzig Tage Hass auf den Aggressor, was den neuen Führern des Landes ein Mandat für den Widerstand erteilte.

Lehren aus Syrien

Washington findet sich in seiner eigenen Propaganda gefangen.

Trump und Rubio glauben weiterhin an inszenierte Videos über die „Freude der Iraner” und ignorieren dabei die tatsächliche Lage. Ohne eine Bodeninvasion ist ein Regimewechsel unmöglich, und den USA fehlen die Ressourcen für eine vollwertige Bodenoperation.

Darüber hinaus weigern sich regionale Akteure – von der Türkei über den Irak bis hin zu den postsowjetischen Republiken – kategorisch, ihr Territorium für die Stationierung von Truppen zur Verfügung zu stellen, da sie sich der zerstörerischen Folgen eines solchen Schrittes bewusst sind.

Der Versuch, den Erfolg des Machtwechsels in Syrien zu kopieren, wo al-Shaarah schnell Assads Platz einnehmen konnte, scheiterte aufgrund grundlegender Unterschiede.

Die Türkei ist ein lokaler Akteur, der die Spielregeln kennt, während die USA versuchen, der Region eine ausländische Kriegstheologie aufzuzwingen.

Die iranische Armee und die IRGC, die über das ganze Land verteilt sind, halten ihre Kampfbereitschaft aufrecht und kontrollieren die internen Prozesse.

o8 Uhr 30:

Israelische Progrome in der Westbank

Die israelische Zeitung Haaretz berichtet:

In diesem palästinensischen Dorf gibt es keinen Ort, an dem man sich vor iranischen Raketen oder Pogromen der Siedler verstecken kann

Die palästinensischen Bewohner von Susya hören deutlich die Luftschutzsirenen aus der nahe gelegenen israelischen Siedlung und das Donnern der Raketen am Himmel. Aber sie haben keinen Schutzraum. Sie leben in einem Zelt, das letzte Woche in Brand gesteckt wurde, als Dutzende von Siedlern das Dorf im Westjordanland überfielen. Haaretz

Libanon:

Das libanesische Notfallzentrum für öffentliche Gesundheit berichtete, dass die jüngsten israelischen Angriffe auf Städte im Südlibanon mehrere Opfer gefordert haben.

Bei einem israelischen Luftangriff auf die Stadt Choukine im Bezirk Nabatieh wurde ein Bürger getötet und acht weitere verletzt.

In Qlayaa im Bezirk Marj’youn führte israelischer Artilleriebeschuss zum Tod des Pfarrers und zur Verletzung von sechs Bürgern.

Unterdessen wurden bei einem Luftangriff auf al-Nmairiyeh im Südlibanon sieben Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

09 Uhr 00:

Berichte  über die iranischen Angriffe auf Israel letzte Nacht: Es fanden massive iranische Luftschläge gegen Israel statt. Tel Aviv hatte teilweise keinen Strom, Videos zeigten unzählige Raketeneinschläge in Israel, es fand kein Alarm statt, die israelische Luftabwehr funktionierte nicht. Videos, die auf X kurz verfügbar waren, wurden gelöscht. In Israel herrscht absolute Nachrichtensperre. Gestern sagte eine Journalistin, dass sie kein einziges zerstörtes militärisches Gebäude in Israel zeigen dürfe, auch nicht die Zerstörung von zivilen Gebäuden, außer die IDF lädt sie ein zu filmen. Dann werden aber nur zivile Gebäude gezeigt, die beschädigt wurden.

In unseren Medien kein Wort über die gestrigen Angriffe, Videos verschwinden auf X, Timeline komplett zensiert. Israelis in TG-Gruppen nannten den gestrigen Angriff die schwerste Nacht bisher.

10 Uhr 00:

Trump auf Kindergarten Niveau – Menschen sterben deshalb:


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6 Kommentare

  1. Patient Null 10. März 2026 um 10:27 Uhr - Antworten

    Ich weiß: Die westlichen Medien zeigen euch diese Bilder nie.

    Man bekommt nicht das ganze Bild. Propaganda durch weglassen, kleinreden und in Zweifel ziehen (Mädchenschule). Am Ende glaubt die Politik noch dran und trifft die falschen Entscheidungen. Trump scheint ja auch mit der Info gefüttert worden zu sein, man müsste nur den Führer wegpusten dann bricht das Land zusammen. Meiner Meinung erklärt sich daraus warum er überhaupt angegriffen hat, am eigentlich Rad drehen andere Leute als Trump.

  2. Jan 10. März 2026 um 10:00 Uhr - Antworten

    Die iranische Mosaikverteidigungsdoktrin von General Jafari, die auf eine dezentrale Struktur mit 31 Provinzkommandos setzt, bleibt trotz neuer Regierung in Kraft. Diese Doktrin wurde explizit entwickelt, um die Widerstandsfähigkeit des Landes gegen Führungsenthauptung zu erhöhen, indem lokale Kommandanten weitgehend autonom agieren können.

    Sie hat zur Folge, dass keine Zentralgewalt mehr besteht, die der Schiffahrt in der Straße von Hormus freies Geleit zusichern könnte. Daher haben die Rückversicherer allen Schiffsversicherungen für die Region die Deckung gekündigt. Das Risiko ist versicherungsmathematisch nicht mehr kalkulierbar und liegt irgendwo über dem Warenwert. Das ist die technische Ursache für den Lieferstopp. Es wird damit gerechnet, dass diese Situation ab Friedensschluss 18 Monate braucht, um gelöst zu werden. Das bedeutet, die Welt darf sich darauf einstellen, dass 30% der Ölproduktion über ein, zwei Jahre ausfallen wird.

    Wenn Trump jetzt unter Druck gerät, wird ein Nachfolger das Problem kaum lösen können. Das Gebiet mit Bodentruppen zu befrieden, wird kaum funktionieren, da eben nicht nur die Zentealgewalt, sondern 31 autonome Kommandos besiegt werden müssen.

    Solange diese Struktur besteht, weigern sich die Rückversicherer. Die USA importieren kaum aus Nahost, eine US-Staatshaftung müsste für die weltweiten Lieferungen eingegangen werden, China bekommt dss aktuell füe eigene Lieferungen nicht hin, ohne Feind des Regimes zu sein.

    Da Öl 33% des globalen Energiemixes ausmacht, könnte man über einen Rückgang von 10% spekulieren. Historisch führt das zu einer Rezession von 2-5%. Man könnte hier auch im zweistelligen Bereich argumentieren, da nicht nur der Preis steigt, sondern die Ware fehlt und Öl eine Schlüsselrolle zukommt.

    In Bezug auf Lebensmittel dürften besondern betroffen sein: Somalia, Südsudan, Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Jemen, Libanon, Ägypten, Syrien, Bangladesch, Nepal, Teile Indiens, Haiti, Guatemala.

    Es sind starke Auswirkungen auf die Finanzmärkte zu erwarten, ausfallende Kredite und Staatshaftungen, steigende Inflation. Aufrüstung und Energiewende werden zurückgestellt werden müssen, der Euro könnte erneut unter Druck kommen. In Europa könnte das den Druck auf die traditionellen Parteien erhöhen.

    Bangladesh, Indien, Japan, Südkorea, Vietnam, Kambodscha, Indonesien dürften ökonomisch besonders leiden.

    In den Golfstaaten selbst ist aufgrund der einbrechenden Einnahmen mit sozialen Spannungen zu rechnen. Eine unsichere politische Lage in Verbindung mit Einnahmeausfällen und Rückgang des Staatsvermögens könnte den Aufbau von zerstörter Infrastruktur verzögern und die Ölkrise deutlich verlängern.

    Der höhere Preis, der nichtversicherbare Ausfälle, also Kriegskosten, reflektiert, könnte auf der anderen Seite Frackingöl, Ölsande wie in Venezuela oder Förderung im Eismeer rentabler machen.

    Es könnte zu einer Segmentierung des Weltmarktes mit politisch motivierten Preisdifferenzen kommen, die neue politsche Ordnungen zur Folge haben.

  3. Andreas N. 10. März 2026 um 8:54 Uhr - Antworten

    Die „echten“ Demokratien USA und Israel geben ein glorreiches Beispiel dafür ab was unter diesem Schein alles möglich ist. Wie ist das eigentlich möglich? Sollten sich die Bevölkerungen nicht mal Gedanken machen ob der eigene Fortschrittsglaube zum Eigentor wird, wenn der menschliche Verstand ausgeschaltet wird und lediglich die Finanz- und Religionseliten Volltreffer landen? Dieser künstlich erzeugte Unfrieden in immer größeren Regionen ist lediglich Nährboden für Spekulationen und Kapitalkonzentration. Der psychotrick ist billig, alt und funktioniert leider immer noch.

  4. OMS 10. März 2026 um 8:01 Uhr - Antworten

    Gibt es schon internationale Haftbefehle für die Kriegsverantwortlichen Trump und Netanjahu sowie deren verantwortlichen Minister? An Stelle des Iran hätte ich schon ein Kopfgeld auf diese Terroristen ausgelobt, so wie es die USA so gerne machen. Gleiches Recht für alle, oder? War im Wilden Western so üblich und wer sich wie ein Gesetzloser benimmt und wie ein Revolverheld herumballert hat es wohl auch verdient!

    • Glass Steagall Act 10. März 2026 um 11:08 Uhr - Antworten

      Gute Idee!

  5. Satya 10. März 2026 um 7:26 Uhr - Antworten

    Im Grunde hat der Iran (Arian) den Westen wirtschaftlich in der Hand und letztlich besiegbar scheint er auch nicht zu sein. Erneut haben sich die USA vergriffen und Trump erzählt gerne Märchen vom Pferd.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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