Kuba vor Fidel war der Sudelplatz für US-Reiche

23. Februar 2026von 5,2 Minuten Lesezeit

Immer wieder wird behauptet, der böse Kommunismus habe die gute Gesellschaft in Kuba beseitigt. Die Tatsachen sehen anders aus. Kuba war ein von Reichen mit Monokulturen ausgebeutetes Land, indem andere Reiche Triebe ausleben konnten, zulasten der indigenen Bevölkerung. Schauen wir genauer hin.

Vor Fidel Castro war Kuba kein ausgewogenes, vielfältiges Agrarparadies nach dem Vorbild des „freien Marktes“. Es war eine US-amerikanische Zuckerrohrmonokultur, deren Land in Großgrundbesitz konzentriert war und nur einem Abnehmer, in einer Währung und für einen einzigen Zweck diente. Zucker für das Imperium zu niedrigsten Preisen zu produzieren. Bis 1959 war Zucker der dominante Export (über 80 % der Ausfuhren), hauptsächlich in die USA, wo Kuba eine Quote zu festen, oft niedrigeren Preisen als andere Lieferanten hatte.

Der zweite Fokus der Aktivitäten lag auf einem Tourismus für das Imperium, in dem Mafia, Casionos und Bordelle die Hauptrolle spielten. Der Tourismus war von Mafia-Interessen dominiert, mit Casinos und Prostitution als Schlüsselbranchen. Havana galt als „Tummelplatz“ für US-Amerikaner und Mafia-Figuren wie Meyer Lansky.

Was die Revolution erbte

Dies führte zu einer Abhängigkeit von Importen, da fruchtbares Land für Exportkulturen reserviert war, was die lokale Ernährung benachteiligte. Kuba importierte bis zu 50 % seiner Lebensmittel, trotz landwirtschaftlichem Potenzial. Das waren die „wirtschaftlichen Grundlagen“. Die indigene Bevölkerung und arme Schichten profitierten wenig, während eine kleine Elite und US-Unternehmen dominierten. Diese Struktur wird in historischen Analysen auch gerne als „Klientelstaat“ beschrieben.

Wenn man ein Land in eine Plantage verwandelt, importiert es einen Großteil seiner Lebensmittel. Denn das beste Land ist für Exportkulturen reserviert, die ausländischem Profit und nicht der lokalen Ernährung dienen. Und die Revolution erbte diese Struktur. Kuba begann nicht mit einer „normalen Wirtschaft“ und zerstörte sie dann mit dem Marxismus.

Die Revolution verwandelte einen Klientelstaat der Gangster, in dem Washington und eine winzige lokale Elite den Boden besaßen.

Was tat Fidel Castro? Er zerschlug die Plantagen. Er verteilte das Land neu. Er entsandte Alphabetisierungsbrigaden aufs Land. Er verwandelte eine halbfeudale Insel in eine Gesellschaft, in der Bauern Ärzte, Ingenieure und Lehrer werden konnten. Fidel Castro initiierte 1959 die Erste Agrarische Reform, die Latifundios (Großgrundbesitze) zerschlug und Land an über 100.000 Bauernfamilien verteilte. Dies reduzierte ausländischen (v. a. US-) Besitz und schuf Kooperativen sowie staatliche Farmen.

Die Antwort der Vereinigten Staaten auf diese Dreistigkeit waren die Invasion in der Schweinebucht 1961, Wirtschaftskrieg, also ein Embargo ab 1960, dann total ab 1962, Terrorkampagnen und unzählige Mordanschläge. Es gab über 600 Attentatsversuche auf Castro und CIA-gestützte Terroroperationen (z. B. Operation Mongoose). Außerdem ständige Versuche, die Insel zu isolieren und auszuhungern.

Die USA behaupten, die sowjetische Unterstützung Kubas sei ein Beweis für Fidels Inkompetenz gewesen. Tatsächlich war sie die einzige Großmacht, die bereit war, mit einem Land Handel zu treiben, das Washington zu erwürgen versuchte. Die Sowjetunion war die einzige Großmacht, die Handel anbot, da die USA Druck auf andere Länder ausübten. Dies ist belegt; das Embargo kostete Kuba schätzungsweise 130 Mrd. USD seit 1960.

Kuba lieferte Zucker, Zitrusfrüchte, Nickel und Arbeitskräfte. Die UdSSR lieferte Öl, Maschinen, Getreide und – ja – Lebensmittel. Das war Handel und Spezialisierung, Lieferkettenservice. Japan, die Golfmonarchien, Singapur, Südkorea und viele europäische Staaten importieren auch große Teile ihrer Lebensmittel. Niemand spricht dort von einem Versagen der „wirtschaftlichen Grundlagen“. Man nennt es komparativen Vorteil.

Nach der Auflösung der Sowjetunion (1991) litt Kuba unter der „Sonderperiode“ mit massiven Importrückgängen (von 8 Mrd. USD 1989 auf 2 Mrd. USD 1992). Die Macht der USA verhinderte, dass andere Abnehmer für die Sowjetunion eintraten. Für Kuba wird es zum „Beweis für Inkompetenz“ erklärt, weil ein sozialistisches Land unter Belagerung agiert. Sie sagen: „Am Ende hat dieser Volksheld nichts erreicht.“

Tatsächlich verwandelte Fidel Castro Kuba, einst ein Spielplatz der Casinos und der Kinderprostitution, in ein Land mit allgemeiner Alphabetisierung, mit einer Lebenserwartung, die vergleichbar ist mit der reicher Länder und zeitweise über der der Vereinigten Staaten lag, und in ein Land mit einer niedrigeren Säuglingssterblichkeit als viele Städte in den USA aufweisen.

Kuba hat eine Alphabetisierungsrate von 99%, eine der höchsten weltweit. 95 Ärzte kommen auf 10.000 Einwohner (2021), die höchste Arztdichte weltweit; Kuba exportiert Ärzte (z. B. Brigaden nach Afrika, Lateinamerika, sogar in den Westen).  Kuba ist ein Land, das Ärztebrigaden, nach Afrika, Lateinamerika und sogar in westliche Länder entsandte., obwohl es selbst unter Embargo stöhnte. Ja, es exportierte sogar Ärzte, die sich auf Grund ihrer Erfahrung durch die Auslandseinsätze selbständig machten und in anderen Ländern ansiedelten.

Dennoch wagt niemand sich gegen die Macht der USA zu erheben, und das Land in seine Lieferketten aufzunehmen, leidet es unter ständiger Sabotage. Nur 145 Kilometer von einem Staat entfernt, der mehr für sein Militär ausgibt als die meisten anderen Länder der Welt zusammen. Nochmal: Kuba wurde von einem „Spielplatz der Casinos und Kinderprostitution“ (vor 1959) zu einem Land mit starkem Sozialsystem. Und das soll nun wieder geändert werden.

Kuba ist eine kleine Insel, die sich weigerte, eine Plantage und billiges Vergnügungsviertel für reiche Amerikaner zu sein. Ein Staat, den man erpresst durch einen Wirtschaftskrieg mit Blockade und dem man sagt: „Ergebt euch, und wir werden euch ausreichend ernähren.“

Kuba leidet unter „Sabotage“ durch das Embargo, das wirtschaftliche Entwicklung behindert (z. B. Ölblockade 2026 führte zu Stromausfällen, Müllbergen und Knappheit). Die Nähe zu den USA verstärkt den Druck, da das US-Militärbudget enorm ist.

Kubas wahres „Verbrechen“ war nicht schlechte Wirtschaft. Es war auch nicht der Handel und die Kooperation mit Ländern, die sich nicht der US-Erpressung unterwerfen wollten.

Sein Verbrechen war der Beweis, dass eine kleine, von Schwarzen und People of Color bewohnte Insel die Vereinigten Staaten vertreiben und sich dennoch weigern konnte, um Vergebung zu betteln.

Bild: Schweinebuchtinvasion – Wikipedia

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3 Kommentare

  1. Pusteblume 23. Februar 2026 um 7:18 Uhr - Antworten

    Sehr gern erinnere ich mich an die Kubanerin und die zwei Kubaner, allesamt Studenten, die in Berlin (DDR) an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Humboldt-Universität Berlin studiert hatten. Alles drei feine Menschen, die sich zu benehmen wussten. Ich wüsste gern, was aus den Dreien geworden ist.

  2. Jakob 23. Februar 2026 um 7:08 Uhr - Antworten

    Danke für diese profunde Zusammenfassung.
    Aber eingefleischte Kuba-Gegner und Trump-Propagandisten wie Daisy wird auch dies nicht zur Vernunft bringen.

  3. OMS 23. Februar 2026 um 6:55 Uhr - Antworten

    Das ist US-Politik. Tue was wir dir sagen, dann darfst du vielleicht leben! Eine freie Entscheidung mit der Waffe an der Brust gibt es dann nicht mehr! Die Liste der geknechteten und zerstörten Länder der Welt durch die USA-Politik ist endlos!

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