Kritik an US Plänen für den Krieg gegen den Iran in der New York Times

21. Februar 2026von 2,7 Minuten Lesezeit

Thomas L. Friedman, der langjährige Star-Kolumnist der New York Times und notorische Israel-Versteher, hat jetzt endlich einmal genug von Ausflüchten. In einem Beitrag, der selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich scharf ausfällt, wirft er Benjamin Netanyahu vor, Donald Trump und weite Teile der amerikanischen Juden schlichtweg für dumm zu verkaufen – und das nicht zum ersten Mal.

„Bibi spielt Präsident Donald Trump und die amerikanischen Juden für Idioten. Und wenn die USA ihn damit durchkommen lassen, sind wir die Idioten“, schreibt Friedman wörtlich in einem Artikel der New York Times. Und weiter, noch deutlicher: Netanyahu spucke Amerika ins Gesicht und erzähle danach, es regne. „Aber es regnet nicht.“ Der Kern der Anklage ist so einfach wie brisant: Netanyahu lenkt die Aufmerksamkeit Washingtons gezielt auf den Iran – samt Kriegsrhetorik und massivem US-Militäraufmarsch in der Region –, um von dem abzulenken, was sein rechtsradikales Kabinett gerade in Gaza, im Westjordanland und im eigenen Land treibt. Während indirekte Gespräche zwischen Teheran und Washington überraschend positiv verlaufen, reist Bibi eilig nach Washington, um – so Friedman – einen „Schraubenschlüssel“ ins Getriebe der Diplomatie zu werfen.

Die Strategie dahinter ist durchschaubar: Solange Trump und die AIPAC-nahen Kreise der US-Juden auf „Iran-Bösewicht“ fixiert sind, guckt kaum jemand hin, wie Smotrich und Konsorten de facto die Annektierung großer Teile des Westjordanlands vorantreiben, Siedlergewalt toleriert wird und Gaza dauerhaft ohne politische Rechte für die Palästinenser unter Kontrolle gehalten werden soll. Friedman zitiert dazu sogar den ehemaligen israelischen Premier Ehud Olmert, der in Haaretz von einer „gewalttätigen und kriminellen Anstrengung“ sprach, Palästinenser aus ihren Dörfern zu vertreiben.

Was besonders ins Auge sticht: Friedman argumentiert nicht aus linker oder anti-israelischer Ecke. Der Mann hat Jahrzehnte lang die „besonderen Beziehungen“ zwischen USA und Israel verteidigt und jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer für den „Friedensprozess“ hochgejubelt. Wenn genau dieser Friedman jetzt sagt, Netanyahus Politik gefährde langfristig nicht nur die US-Interessen im Nahen Osten, sondern auch die Sicherheit von Juden weltweit, dann ist das ein ziemlich lautes Warnsignal.

Der israelische Ministerpräsident nutzt Trumps impulsives Wesen und die fast schon reflexartige Loyalität großer Teile der organisierten US-Juden, um sich freie Hand für eine maximalistische Siedlungs- und Annexionspolitik zu verschaffen und dabei gleichzeitig einen potenziell verheerenden Krieg mit Iran als willkommene Nebelkerze zu instrumentalisieren.

Ob Trump das irgendwann merkt oder ob er weiter brav die Rolle des nützlichen Idioten spielt, bleibt abzuwarten. Friedman jedenfalls nimmt sich kein Blatt mehr vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen: Es regnet nicht. Es wird nur gespuckt.

Und wer am Ende nass wird, sind nicht nur die Palästinenser, sondern die gesamte Region, aber auch der politische Westen und nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit derer, die immer noch so tun, als wäre Netanyahus Kurs irgendwie mit „jüdischer Sicherheit“ oder „westlichen Werten“ vereinbar.


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14 Kommentare

  1. therMOnukular 21. Februar 2026 um 15:07 Uhr - Antworten

    „Westliche Werte“

    Dazu gibt es ein hübsches ORF-Interview mit Peter Handke aus dem Jahr 2016. Darin bezeichnet er jene als „Arschlöcher“ (Zitat), die „europäische Werte vorbringen“. Diejenigen, die diese „Werte“ gegen Andere richten, nennt er im selben Atemzug „das neue Gesindel“ (Zitat).

    Ich bin ganz seiner Meinung.
    Die Mechanismen, wie sich einst so etwas wie das Natsi-Regime etablieren konnte, liegen heute wieder offen vor uns. Das „Herrenmenschentum“ hat wieder Saison. Diesmal allerdings in 4K weltweit ausgestrahlt.

    Funfact: das TV wurde ausgerechnet während der Natsis erfunden. Zu den ersten TV-Übertragungen der Welt zählen also auch zahlreiche Reden A.H.s. Die Radiowellen dieser Übertragungen reisen seither ins All. Wenn Aliens sie heute empfangen sind sie also quasi aktuell informiert…..

    • 1150 21. Februar 2026 um 17:02 Uhr - Antworten

      @,
      warum werden die nationalen – sozialisten immer als nationale – zionisten bezeichnet?
      es heisst ja auch national – sozialistische – deutsche – arbeiter – partei,
      dabei wird ja mit keinem wort der zionismus erwähnt.
      dabei bedienen sich die guten und besseren menschen heutzutage genau der gleichen sprache und methoden wie ihre heute ach so verpönten genossen von einst.
      nur ihre mäzene sind damals wie heute dieselben.

  2. Der alte Marxist 21. Februar 2026 um 14:00 Uhr - Antworten

    Es ist nicht neu, dass die zionistischen Faschisten die US-Imperialisten für ihre Ziele einspannen. Relativ neu ist aber, dass sich die jetztige israelische Regierung nun offen und schamlos zur größenwahnsinnigen Expansionspolitik zur Errichtung „Großisraels“ bekennt. Dieses taucht in der Bibel erstmalig im 1. Buch Mose (Genesis, 15, Gottes Bund mit Abraham) auf, in dem der Herr den Israeliten das „gelobte Land“ versprach. Es reichte vom Euphrat bis zur Grenze des damaligen Ägyptens. Somit geht es um Gebiete des Libanon, Ägyptens (insbesondere Sinai), Syriens, Jordaniens, Saudi-Arabiens und des Irak (oder sogar südliche Gebiete der Türkei). Es sollte beachtet werden, dass die biblische Eroberung dieser Gebiete mit Massenvernichtung der dort lebenden Völker verbunden war, der von Gott gestützt oder sogar gefordert wurde. Großisrael ist die gemeinsame Schnittmenge von zionistischen und (ultra)orthodoxen Juden.

    Daher ist die Vernichtung bzw. Vertreibung der Bevölkerung Gazas nur der Beginn. Es wird wahrscheinlich die Okkupation des Westjordanlandes der nächste Schritt einer weitergehenden Expansionspolitik folgen. Das damit verbundene Konfliktpotential liegt auf der Hand. Aber noch ist es nicht so weit. Es könnte durchaus der Schuss nach hinten losgehen – ein Großangriff des Iran auf Israel könnte dieses bereits jetzt in Schutt und Asche legen. Sonst wird es eben zu einem späteren Zeitpunkt Opfer seiner rücksichtslosen Vernichtungspolitik.

  3. Der Zivilist 21. Februar 2026 um 13:15 Uhr - Antworten

    Also doch Bibi gleich hinter Smotrich und Konsorten die größten Antisemiten.

    Naja, so wie halt die Amis am antiamerikanischsten sind, gegen den ganzen Doppelkontinent

  4. Daisy 21. Februar 2026 um 10:43 Uhr - Antworten

    Naja, frei von Verbitterung und Hass lässt sich objektiv sagen, dass die Hisbollah und die Houthis als Terrorgruppen eingestuft werden. Was all die anderen Terrorgruppen betrifft, die immer als „Rebellen“ und „Freiheitskämpfer“ gesehen werden, so ist das natürlich auch Mist. Und großteils sind sie CIA-Geschöpfe. Warum aber Islamisten so dazu neigen, ist wieder eine andere Sache. Wer zwingt die Taliban, wer die Alkaida und IS, solche Gräueltaten zu begehen? Es ist halt alles nicht so einfach. Immer nur die USA, und hier besonders Trump die Schuld zu geben, ist sehr einseitig…
    Sympathisieren Sie prinzipiell mit sowas? Ich jedenfalls nicht. Der Iran sollte darum aufhören, sie zu unterstützen. Nein, es ist ist kein Argument, zu sagen, die anderen dürfen auch gemein sein. Warum wir nicht auch? Das hat Sandkisterlniveau. Niemand darf das. Sonst wird es eben nie Frieden geben und die Sanktionen werden fortgesetzt. Klar soweit?

    • Daisy 21. Februar 2026 um 10:44 Uhr - Antworten

      Das ist hiervleider falsch gelandet…

    • Varus 21. Februar 2026 um 13:14 Uhr - Antworten

      lässt sich objektiv sagen, dass die Hisbollah und die Houthis als Terrorgruppen eingestuft werden

      Von wem, vom Gegner?
      Hier im Thread nach unten scrollen – mittlerweile sagt der US-Botschafter beim Jahwetischen Staat (JS) offen, dieser Religionsstaat möge ganz Nahost erobern. Wer ist hier eine Terr@rgruppe? Und Seine Trumpigkeit macht alles, was diese gewisse Gruppe befehligt.

      • Daisy 21. Februar 2026 um 17:04 Uhr

        Weiß ich eh alles und habe das lange vor Ihnen heute schon gesagt. Tucker habe ich auch heute Früh schon gesehen. Bitte nicht immer gleich geifern. Sie tun mir permanent unrecht.

        Sehen Sie – im anderen Forum schrieb ich das alles – das ist der Kontext:

        Jedenfalls hat der Druck auf Iran absolut nichts mit der MAGA-Bewegung zu tun. Für wen arbeitet der amerikan. Präsident in diesem Fall? Das ist für jedermann klar ersichtlich. Er dient Isr., wie jeder Ami-Präsident vor ihm.

        Man merkt jedoch, dass Trump bemüht ist, eine diplomatische Lösung zu erzielen. Der Truppenaufmarsch dient der Erhöhung des Druckes. Er hat ein Ultimatum gestellt.

        Die Forderungen an den Iran sind zu streng. Das dient wohl nur der Verhandlung und Gesichtswahrung, damit auch der Iran ein Erfolgserlebnis verbuchen könnte. Wer gibt nach? Eine Nullanreicherung ist zB nicht zu akzeptieren. Jedes Land der Welt kann die Atomkraft friedlich nutzen, mMn. Die Forderung, die nukleare Infrastruktur abzubauen, ist ebenso unrealistisch. Auch die Beschränkungen des iranischen Raketenprogramms kann Iran nur ablehnen, denn das dient der Selbstverteidigung. Dass er die Unterstützung für die Terrorgruppen einstellt, wäre hingegen schon gut und machbar.

        Hätte ich was zu sagen, würde ich die Anreicherung für friedliche Zwecke zulassen, aber wieder unter Beobachtung der Internationalen Atomaufsichtsbehôrde. So bliebe auch die Infrastruktur, soweit sie friedlichen Zwecken dient. Der Iran soll das transparent machen, dann können auch die Sanktionen aufgehoben werden. Dass man verlangt, die Reichweite der Raketen zu reduzieren, ist eine Frechheit, in Anbetracht dessen, dass Isr. nach Lust und Laune seine Nachbarstaaten bombardiert…

        Vorläufig wird nichts passieren. Sie werden weiterverhandeln und hoffentlich ein vernünftiges Ergebnis erzielen. Die Frage wird sein, ob der eigentliche Chef Amerikas dann damit zufrieden ist…
        Worauf ich angeflogen wurde, dass die div. Terrorgruppen eigentlich Freiheitskämpfer seien. Ja, es sind aber Terroristen wie alle andern auch. Das kann man nicht diskutieren. Wenn sie sich solcher Mitteln bedienen, sind sie es per definitionem. Da dazu auch Schiffspiraterie zählt, kann man durchaus auch sagen, dass nicht nur die Houthis Terroristen sind, sondern auch die Amis…wenngleich das etwas anderes ist – die Amis machen das ja offiziell als Polizeiaktion. Ein Staat kann daher auch Terror ausüben – wir kennen das zB aus der C-Zeit.
        https://www.mtrlegal.com/wiki/terrorismus/
        Die Hisbollah ist eine islamistisch-schiitische Partei und terroristische Organisation im Libanon, ebenso gilt das auch für die Huthis und auch die Hamas wird als Terrororganisation eingestuft, die übrigens den Palis mehr schadet als sie ihnen nützt. Weswegen ich meine, sie sind unterlaufen.

        Ich meine auch, mit „America first“ hat das gar nichts zu tun.
        Ich wurde aber kritisiert, weil ich meine, der Iran, wird bzgl. der Unterstützung von Terrorgruppen in den Verhandlungen nachgeben müssen, wenn er möchte, dass die Sanktionen eingestellt werden. Das ist alles. Aus Sicht der Amis bedeutet das nämlich, dass Iran Krieg gegen Isr. führt.

        @Tucker: Das ist wirklich spannend, dass man einen religiösen Grund anführt, um Großisr. errichten zu können. Gott habe es ihnen also geschenkt. Tja, aber wen, der Ethnie oder der Glaubensgemeinschaft? So ist ja bekannt, dass die heutigen J. großteils Khasaren sind und keine Semiten. Semiten sind nur die Palis. Weswegen ich hier schon einmal erklärt habe, dass Bibis Leute Antis sind…das war eine gute Sendung. Tucker hat den „Huckleberry“ sehr in die Mangel genommen. Er hat genau die richtigen Fragen gestellt, immer wieder.

        Tucker vertritt die MAGA-Bewegung und so wie er haben die meisten anderen – auch ich – kein Verständnis dafür, dass Trump nach Bibis Pfeife tanzt. Amerika hat da unten nichts verloren. Wenn es nun aber nun mal so ist, sollte man verhandeln. Vielleicht packeln sie sich ja wieder einen Scheinangriff aus wie bei letzten Mal, damit der Irre Ruhe gibt?

        Es ist jedenfalls kein Spaß. Diese Sache könnte zu einem Weltkrieg der Superlative eskalieren. Ich denke, euch Fanatikeren hier würde das zwar Spaß machen. Ich finds aber ausnahmsweise nicht so lustig. Bin auch für jeden Spaß zu haben, aber sowas nicht. Klar?

      • Daisy 21. Februar 2026 um 17:46 Uhr

        So, jetzt bin ich wieder auf meinem Tablet….
        Das ist der Artikel, zu dem ich diese Meinung ursprünglich gepostet haben. https://tkp.at/2026/02/20/warten-auf-trumps-angriff/
        Ich schrieb hier ja, dass mein Beitrag hier nicht hergehört.

        Das haben Sie sicher mitgekriegt, aber wenns darum geht, etwas aus dem Kontext zu reißen und sich dann daran aufzuhängen, sind Sie ja auch spitze. Nur ist die Sache dann eben falsch. Sie sagen praktisch, Sie haben einen Tippfehler gefunden, weswegen der ganze Artike falsch ist. Das ist kein Stil, zumind. kein ehrenwerter… Wenn Sie nicht mehr als einen Gedanken fassen können, befinden Sie sich übrigens in guter Gesellschaft mit der Kelly Bundy, die von Al immer „Dumpfbacke“ genannt wird…;-)

  5. VerarmterAdel 21. Februar 2026 um 10:16 Uhr - Antworten

    „Die Glaubwürdigkeit derer, die immer noch so tun, als wäre Netanyahus Kurs irgendwie mit „jüdischer Sicherheit“ oder „westlichen Werten“ vereinbar“?

    Kabarett? Satire?

  6. Hausmann_Alexander 21. Februar 2026 um 9:21 Uhr - Antworten

    un cut news.ch
    News– kurz & knapp

    „21. Feb. 08:08
    US IL Video Kategorie
    Der US-Botschafter in Israel,
    Mike Huckabee, sagt, es wäre in Ordnung, wenn Israel den gesamten Nahen Osten übernehmen würde, weil Gott ihnen das Land gegeben habe.“

    • Varus 21. Februar 2026 um 9:39 Uhr - Antworten

      Mal sehen, ob ein Telegramm-Link dazu geht: https://t.me/bricsnews/11138

      „… JUST IN: 🇺🇸🇮🇱 US Ambassador to Israel Mike Huckabee says it would be fine for Israel to take over the entire Middle East because god gave them the land. … „It would be fine if they took it all.“ …“

      Es fiel im Interview des Botschafters mit Tucker Carlson.

      • Hausmann_Alexander 21. Februar 2026 um 10:16 Uhr

        Das Heftige an den Kurznachrichten ist, dass die negative Nachrichten immer kürzere Intervalle haben und nicht abreißen …

  7. Varus 21. Februar 2026 um 9:18 Uhr - Antworten

    Im Newsticker der Ungeschnittenen: „… 21. Feb. 08:08 … Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es wäre in Ordnung, wenn Israel den gesamten Nahen Osten übernehmen würde, weil Gott ihnen das Land gegeben habe. …“ – Wurde diese Schenkung zufällig irgendwie notariell beglaubigt oder sowas? So könnte auch ich sagen, dass Herr:Frau:GottendePerson JHW mir das Trumpistan geschenkt hat.

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