Spanische Legalisierungswelle: Mehr als 1,3 Millionen betroffen

18. Februar 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Die geplante Massenamnestie für illegal eingereiste Migranten in Spanien könnte deutlich größer ausfallen als von der Regierung angekündigt. Eine interne Analyse der Nationalpolizei rechnet mit bis zu 1,35 Millionen Betroffenen. Diese Personen erhalten dann auch eine Aufenthaltserlaubnis, die Reisen innerhalb des Schengen-Raums ermöglicht.

Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez will per königlichem Dekret den Aufenthalt von Migranten legalisieren, die unrechtmäßig eingereist sind und mindestens fünf Monate illegal im Land gelebt haben – eine Art Massenamnestie. Die EU-Kommission äußert sich kritisch zu dem Vorhaben. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen ist jedoch weitaus höher als bisher angenommen.

Die Regierung sprach zunächst von bis zu 500.000 Menschen. Die Voraussetzungen sind bewusst niedrig gehalten: Nachweis der Anwesenheit in Spanien vor dem 31. Dezember 2025 (mindestens fünf Monate) sowie kein schwerwiegendes Vorstrafenregister. Anträge sollen ab April möglich sein; bei Einreichung werden Abschiebungen vorerst ausgesetzt. Erfolgreiche Antragsteller erhalten zunächst eine einjährige Aufenthaltserlaubnis, die verlängerbar ist.

Während Teile der Zuwanderungsbranche den Schritt begrüßen, wird Kritik oft als „rechtsextrem“ abgetan. Nun liegt eine Risikoanalyse des Nationalen Zentrums für Immigration und Grenzen (CNIF) der Policía Nacional vor – zitiert von El Confidencial –, die ein dramatisches Bild zeichnet.

Demnach erwarten die Experten 750.000 bis 1 Million Anträge von bereits im Land lebenden irregulären Migranten, von denen die meisten die Kriterien erfüllen dürften. Hinzu kommen 250.000 bis 350.000 Asylbewerber, die ebenfalls profitieren könnten. Insgesamt ergibt sich eine Spanne von 1 bis 1,35 Millionen potenziell Legalisierten – fast das Dreifache der Regierungsangabe.

Aktuell leben Schätzungen zufolge fast eine Million Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis in Spanien. Andere Quellen, etwa die Stiftung Funcas, nennen etwa 840.000 Undokumentierte, was die offizielle Prognose bereits als zu niedrig erscheinen lässt.

Die Polizei warnt zudem vor einem Pull-Effekt: Die Ankündigung wird in Lateinamerika und anderen Herkunftsländern intensiv diskutiert und schafft den Eindruck, Spanien sei besonders migrationsfreundlich – ein Versuch, illegal einzureisen, könnte sich schnell lohnen. Bereits jetzt sind in den Exklaven Ceuta und Melilla sowie auf den Kanarischen Inseln verstärkte Ankünfte zu beobachten. Mittelfristig könnten 200.000 bis 250.000 Migranten pro Jahr aus anderen Schengen-Staaten nach Spanien weiterwandern. Personen, die derzeit etwa in Deutschland oder Frankreich im Untergrund leben, könnten nach Spanien ziehen und dort nach einigen Monaten legalen Status beantragen.

Vox-Chef Santiago Abascal sprach von einem Versuch Sánchez’, die spanische Bevölkerung zu „ersetzen“, und forderte stattdessen Abschiebungen. Polizeigewerkschaften befürchten eine Überlastung der Behörden sowie neue Chancen für Schlepper-Netzwerke.

Das Innenministerium widerspricht: Dank fester Fristen und begrenzter Antragszeiträume entstehe kein dauerhafter Anreiz. Der Schritt hole viele Menschen in den regulären Arbeitsmarkt. Per EU-Regeln hat Spanien hier freie Hand.

Bild „DSC_0488-35“ by jmax.gerlach is licensed under CC BY-SA 2.0.

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11 Kommentare

  1. BAG CORNELEAN ZEPHRODATEV 18. Februar 2026 um 15:33 Uhr - Antworten

    REFUGEES WELCOME 🙋‍♂️

    Ich sehe darin überhaupt gar kein Problem. In Deutschland gibt es noch mehr als genug Platz für alle und jeden. Die staatlichen Kassen sind (ohne Übertreibung) bis zum Bersten (mit Gold- & Silbermünzen) gefüllt. Wir schwelgen WAHRHAFTIG im Überfluss. Die BRD stand – in der Tat – noch NIE besser da als in diesem glorreichen Moment ihrer Geschichte. Außerdem braucht dieses Land (404) DRINGEND die hochqualifizierten Goldstücke „aus den fernen Gestaden“. Kampferfahrene, motivierte RAKETEN-WISSENSCHAFTLER sind hier, im Angesicht des (unausweichlichen) Krieges mit Russland oder irgendeinem anderen Land (es wird sich schon etwas finden) mehr als nur gern gesehene neue Mitbürger. Ganz abgesehen davon ist Deutschland noch viel zu homogen aufgestellt und da die Indigenen hierzulande äußerst gesellige Leutchen sind, wäre WESENTLICH mehr Multikulti, im Sinne aller, daher absolut wünschenswert. Also hier, in der BRD, stehen die Tore jedenfalls FÜR ALLE sperrangelweit offen. Wer kommen möchte (auch die weniger Qualifizierten), der möge BITTE auch kommen.
    👉 Wir schaffen das❗❗❗

    Made in Germany 🇩🇪

    😉

    • rudifluegl 19. Februar 2026 um 3:49 Uhr - Antworten

      Na geht doch!
      Wenn die mit den Leiterwagerl wie einst die Ostvolksteutonen wenn auch in Gegenrichtung, ihre Plastiklandschaftsdrappierungen gleich mit karren, kann endlich im ewigen Flachland, die grüne Gurke im Essig dümpeln und der auch mal rote Kohl in der Schärfe des Krauthachlers so richtig Urständ feiern!
      Wer will schon bis zum abwinken die rot lackierten Tomaten unter der folienzersetzenden spanischen Sonne fressen wenn die Plastikplachen in Germanien gar so unendlich gedeihen wie drunter die Kartoffelfäule.
      Wie einst der Opel mit Holzvergasung düst derbald der Daimler mit Grombirazersetzung!
      Nun auch wieder mit Duftnoten der alten Heimat. Und wieder kann der Schwabe vom Preussen nicht nur durch seine Lautmaler bis Grunzerei unterschieden werden. Es geht dann auch wieder in Windrichtung mittels Odor!
      Die hiesigen, die schon den Geruch durch die Begrifflichkeiten Blinddarm und Wurmfortsatz in den Gehirnen erzeugen vergesse ich naturalgasemente auch nicht!
      Einen schönen fortgesetzten Stierwaschermittwoch! Torero Ole und Ola!

  2. Jan 18. Februar 2026 um 14:13 Uhr - Antworten

    Die illegalen Migranten in Spanien kommen hauptsächlich aus dem katholisch geprägten Südamerika. Offenbar erhofft man sich weniger Integrationsprobleme als mit muslimischen Ex-Soldaten, die Europa noch immer als Feind betrachten.

  3. Der alte Marxist 18. Februar 2026 um 13:29 Uhr - Antworten

    Als die erste große Migrationswelle 2015 über Europa hereinbrach, und Merkel grünes Licht für die illegale Einreise gab, las ich ein Interview mit dem damaligen Chef des Bundes der Deutschen Industrie Ulrich Grilo. Der war beglückt und interpretierte den Massenansturm als Geschenk des Himmels! Endlich kommen die lange ersehnten (billigen) Arbeitskräfte, die man gur ausbeuten kann. Es ging von Anfang an um Fluten der Arbeitsmärkte, was dann pseudo-humanitär unterlegt wurde. Alle damit verbundenen Probleme (wie Gewalttätigkeit, Islamisierung) wurden völlig ausgeblendet. Abgesehen davon, dass ein erheblicher Teil ohnehin nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar war (oder werden wollte), hat der Herr auch übersehen, dass die Industriearbeitsplätze aufgrund verschiedener Umstände ohnehin schwinden. Und außerdem gibt es ja noch eine weitere industrielle Revolution (KI), der Millionen Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden. Diese Migrationspolitik wurde von Wagenknecht korrekter Weise einmal als Neo-Kolonialismus bezeichnet. Hier ist eine 180°-Wende angebracht. Ich hab gar nichts gegen eine Politik der „Remigration“!

    • 1150 18. Februar 2026 um 13:36 Uhr - Antworten

      @,
      eher einer reconquista, europa braucht schnellstens einen neuen ferdinand und eine isabella

      • Der alte Marxist 18. Februar 2026 um 15:07 Uhr

        Aber die Reconquista hat mehr als 700 Jahre gedauert…nicht unbedingt ein Vorbild :-)

    • Andreas_Sch. 18. Februar 2026 um 14:32 Uhr - Antworten

      Es ging nie um „Arbeitskräfte“ – es ging darum, ein Heer von „Druckpotenzial“ auf die Arbeitsmärkte aufzubauen und Zahlen potentieller Steuersklaven zu manipulieren, um „Kreditwürdigkeit“ vorzutäuschen.
      Ich erwähnte bereits, dass ich den Westen für eine billige „Wildwest-Show“ halte? Vom Weiten strahlend und bunt – aus der Nähe betrachtet billige Imitation und unglaublich geschmackloser Kitsch.

  4. Charles M. Schulz 18. Februar 2026 um 12:57 Uhr - Antworten

    „Der Schritt hole viele Menschen in den regulären Arbeitsmarkt.“
    Si, si, po supuesto!
    Wie lange wollen diese Europazerstörer dieses Märchen noch erzählen?

    • 1150 18. Februar 2026 um 13:16 Uhr - Antworten

      …… solange es noch unendlich viele idioten gibt, die diesen märchen glauben schenken.
      abgesehen davon, es mangelt in osteuropa noch deutlich an architekten, pharmareferenten und zahnärzten. wenn man in april orban mit allen erdenklichen demokratischen mitteln aus dem amt entfernt hat, gilt es, dieses vakuum an fachkräften raschest zu füllen ……….

      • 1150 18. Februar 2026 um 13:32 Uhr

        ja, ja, der reguläre arbeitsmarkt.
        wie hiess es doch es 2015, sie werden die demographischen lücken füllen und für die renten der rassistischen, alten weissen männer und den oma’s gegen rechts freudig buckeln gehen.
        aber nun stellt es sich heraus, dass die rentenalter angehoben, die versicherungsleistungen gekürzt werden, da die erhofften leistungsbringer sich eher als leistungsunwillig entpuppt haben
        und die alten mit einem neuen fitnessprogramm, bewegung an frischer luft, vulgo flaschensammeln
        jetzt dafür belohnt werden.
        aber wie heisst es schon seit der antike, jedem das seine

  5. Gabriele 18. Februar 2026 um 11:45 Uhr - Antworten

    Die wollen das, also lassen wir sie. Dann kann man wenigstens an einem prominenten Beispiel sehen, wie „gut“ das funktioniert oder eben nicht.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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