Ruhe um Iran trügerisch, kommt die nächste Ölkrise doch?

9. Februar 2026von 10,9 Minuten Lesezeit

Während der Krieg in der Ukraine bereits seit 2022 voll entbrannt ist, scheint der Nahe Osten noch zögerlich damit, auch zum Schauplatz der üblichen Stellvertreterkriege zu werden. Aber das könnte sich ändern, mit drastischen Folgen für die Weltwirtschaft. Schickt Deutschland die Milliarden Euro freiwillig in die Ukraine, könnte eine Ölkrise unfreiwillige Opfer abverlangen.

Analysten erklären, weil die Öl-Spekulanten keine Risikoaufschläge im Ölgeschäft kalkulieren, könne man davon ausgehen, dass kein unmittelbarer Krieg um den Iran drohe. Warum das eine trügerische Ruhe sein könnte, begründet eine Mittelung in X. Da ein Krieg im Nahen Osten zu einer Energiekrise in Europa führt, sollte man genauer hinschauen.

Sind es Warner oder „Alarmisten“?

Ein Teilnehmer an der Diskussion mit dem Namen Intelsky (Wir berichten über militärische und politische Strategien in den arabischen und nahöstlichen Ländern und verfolgen Nachrichten, Sicherheitslage und militärische Bewegungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft.) mit 63.000 Followern auf X und der Webseite intelsky.org, berichtet, dass es möglicherweise nur aus logistischen Gründen noch keinen Krieg gab.

Der Abzug der Raptor Kampfjets und B-1B-Bomber vervollständige das Bild „eines durch ‚Logistik‘ verzögerten Krieges“ (Talal Nahle). Der Bericht schreibt, dass während die Medien in den Details von „Verhandlungen“ versinken, die nicht stattfinden werden, sich militärische Daten von drei Kontinenten (Nordamerika, Europa und dem Golf) abzeichnen, die ein völlig anderes Bild ergeben würden. „Wir erleben die größte strategische Neuausrichtung seit dem Golfkrieg. Ziel ist nicht bloß, ‚Irans Verhalten zu ändern‘, sondern vielmehr die vollständige Zerstörung seiner Fähigkeiten„. Dann folgt eine Analyse der Lage auf Basis der neuesten logistischen und politischen Daten:

„1. ‚Das Bild vervollständigt sich‘: Abzug der F-22 vom Super Bowl

Das Ereignis: Die Absage der Teilnahme der F-22 Raptor-Luftüberlegenheitsjäger am Überflug des ‚Super Bowl‘ am Sonntag aufgrund ‚operativer Aufgaben‘.

Strategische Analyse:

Die F-22 ist der primäre Kampfjet, der in hochfeindlichen Umgebungen (Anti-Access/Area Denial, AAD), wie beispielsweise im Iran, operieren kann. Ihr abrupter Abzug von einer Großveranstaltung deutet darauf hin, dass sie in einem realen Einsatzgebiet benötigt wird. Die Ankunft der B-1B Lancer-Bomber auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid fügt sich in dieses Bild ein. Die F-22 ebnet den Weg, die B-1B sichert das Gelände.

  1. Die Luftbrücke (118 Flüge): Aufbau der ‚Verteidigungsmauer‘

Die Zahlen: Die Ankunft von 118 C-17-Transportflugzeugen und Dutzenden weiterer Flüge bestätigt, dass die USA eine Art ‚regionales Raketenabwehrsystem‘ errichten.

Das Ziel: Stationierung der THAAD- und Patriot-Systeme auf 19 Stützpunkten und strategischen Standorten (Katar, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Saudi-Arabien und Irak).

Begründete Verzögerung: Die Integration und Vernetzung dieser Systeme benötigt Zeit. Trump zögert nicht politisch, sondern gewinnt militärisch Zeit. Er wird den roten Knopf erst drücken, wenn er sicher ist, dass seine Truppen in der Region vor iranischen ballistischen Raketen geschützt sind.

  1. Der Besuch auf der ‚Lincoln‘: Der General gibt den letzten Schliff

Das Ereignis: CENTCOM-Kommandeur General Kurilla besucht zusammen mit Gesandtem Witkoff und Kushner den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Die Botschaft: Die Anwesenheit dieses ‚Trios‘ (Militär + Politik + Familie) an Bord sendet ein Signal entschlossener Einigkeit. Der Militärplan (den sie geprüft haben) ist nun der vom Weißen Haus genehmigte Plan.

  1. Netanjahu und Trump (nächsten Mittwoch): Der Kriegsgipfel

Die Nachricht: Netanjahus Treffen mit Trump wurde auf seinen Wunsch hin auf nächsten Mittwoch vorverlegt.

Die Analyse: Netanjahu reist nicht nach Washington, um über ‚Verhandlungen‘ (die faktisch beendet sind) zu sprechen, sondern um über die ‚Stunde Null‘ zu verhandeln. Der Zeitpunkt des Besuchs (Mittwoch) könnte den Stichtag für den Abschluss des US-Aufmarsches markieren (der noch einige Tage in Anspruch nimmt). Was nach Mittwoch geschieht, wird sich deutlich von dem unterscheiden, was vorher geschah.

  1. Die Rolle Großbritanniens und Israels: ‚Offensive Verteidigung‘

Stationierung: F-35 (Zypern) und F-15 (Jordanien). Ihre Hauptaufgabe ist der Schutz Israels vor Drohnen und Marschflugkörpern, wodurch die israelische Luftverteidigung für die Abwehr ballistischer Raketen entlastet wird.

Fazit und Bewertung:

Wir befinden uns in der Phase der ‚Lückenschließung‘.

Logistisch: Die Luftbrücke trägt weiterhin zur Vervollständigung der Verteidigungsanlagen auf 19 Stützpunkten bei.

Operativ: Die F-22 und B-1B werden in das Einsatzgebiet verlegt.

Politisch: Der Gipfel zwischen Trump und Netanjahu am Mittwoch wird als Bestätigung des Kriegsplans dienen.

Das Ergebnis:

In den kommenden Tagen (Sonntag, Montag und Dienstag) werden wir weitere trügerische Ruhe und Erklärungen zu ‚Verhandlungen‚ erleben, während die letzte Patriot-Batterie geladen und die letzte Bombe in die B-1B verladen wird. Der Krieg steht bevor, doch er wartet, bis der ‚Schutzschild‘ vollständig errichtet ist, bevor das ‚Schwert‘ gezogen wird.

Dies sind meine Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt, auch wenn Trump uns bis dahin noch täuschen könnte – die Erfahrungen aus vergangenen Kriegen dienen uns als bestes Beispiel.“

Auch andere Analysten werten „Gespräche“ als Ablenkungsmanöver der USA

„Doch es ist offensichtlich geworden, dass der jüngste Schachzug des ‚Orangenen Königs‘ nicht darauf abzielt, die Bedrohung durch Irans Atomwaffen zu beseitigen, sondern vielmehr – auf geheimes Geheiß Israels – dessen konventionelles Angriffspotenzial [genauer gesagt ZWEITSCHLAGPOTENTIAL] vollständig zu neutralisieren. Die Hauptforderung der USA ist offenbar, dass Iran seine Langstreckenraketenkapazitäten vollständig aufgibt. Dies würde Israel absurderweise die totale Kontrolle über seinen Erzfeind verschaffen: Im Grunde fordert die USA Irans bedingungslose Kapitulation vor Israel, da diese Fähigkeit Irans einzige wirksame asymmetrische Abschreckung gegen die terroristische Aggressor-Kolonie darstellt.“

Der Artikel in Substack geht weit über die Beschreibung der Iran-Situation hinaus. Der Artikel schließt mit der Bemerkung, dass Israel sich auf das zurückzieht (nachdem ihm in Gaza immer mehr Grenzen auferlegt wurden), was das Land am besten könne, „mehr Chaos und Zerstörung durch die liebst Marionette zu verbreiten„.

Das Ziel, den Iran 30 Jahre zurückzubomben

Das Ziel ist nicht die Besetzung des Irans. Auch nicht ein „Regime-Change„, weil die Analysten im Weißen Haus wohl begriffen haben, dass ein solcher höchstens die radikaleren Kräfte an die Macht bringen wird. Gerade heute wurde bekannt, dass Azar Mansouri und zwei weitere Mitglieder der Partei „Reform Front“ von den Revolutionsgarden verhaftet wurden, weil sie sich gegen die Verfassung ausgesprochen hatten, und US „Falschinformationen“ verbreitet hätten, außerdem Teil eines subversiven Netzwerkes seien. Pikantes Detail: Der derzeitige Regierungschef gehört ebenfalls dieser Partei an.

Das Ziel des Krieges ist vielmehr die Zerstörung des Landes, ähnlich wie die Bombardierung Libyens, um in dem Vakuum unterschiedliche Kräfte die Möglichkeit zu geben, das Chaos auszunutzen, um das Land zu zersplittern, evt. Nachbarländern zu erlauben, aus „Sicherheitsgründen“ Teile des Irans zu besetzen, wobei sicher insbesondere an Aserbaidschan und die Türkei gedacht wird. Aber das ist natürlich reine Spekulation, begründet auf Kriegen der Vergangenheit, wie z.B. gegen Libyen.

Das ultimative Ziel ist, durch die totale Zerstörung des Landes, die Entwicklung um 30 oder 40 Jahre zurück zu werfen, ähnlich wie es seinerzeit mit dem Anfachen des Krieges von Saddam Hussein gegen den, durch die gerade stattgefundene Revolution geschwächten, Iran der Fall war. Nach diesem Krieg war zunächst für die USA der Iran kein Ziel der „Eindämmung“ gewesen. Das ist die unbewiesene These.

Die Implikationen eines solchen Krieges

Für die westlichen Kolonialmächte ist dieser Krieg die vermutlich letzte Chance, die Niederlage in der Ukraine auszugleichen, und ihren Einfluss im Nahen Osten zu bewahren. Für China und Russland ist es eine Chance, das Imperium zu demütigen. Indem, ähnlich wie die NATO in der Ukraine, nicht mit eigenen Kräften offen in den Krieg eingegriffen wird, aber alle technologischen, geheimdienstlichen, planerischen und industriellen Fähigkeiten der iranischen Regierung zur Verfügung gestellt werden.

Die offizielle westliche Analyse behauptet, die US-Politik im Nahen Osten ziele auf Nuklearverhinderung und Druck auf Iran ab, nicht auf Ausgleich von Verlusten in Europa. Ein tatsächlicher Krieg, so heißt es, würde laut Experten zu einer regionalen Eskalation führen, was die USA vermeiden wollten. So alle westlichen Medien.

Russland und China können nur gewinnen. Wird der Iran zerstört, haben sie die Möglichkeit, es wieder aufzubauen und langfristig durch die entstehenden Schulden zu binden. Kann der Iran erheblichen Widerstand leisten und bleiben die Zerstörungen und Opferzahlen unter den vom Westen erwarteten Grenzen, wurden die kolonialen Ambitionen des Westens erneut gestutzt. Insbesondere wird die militärische „Unbesiegbarkeit“ endgültig der Vergangenheit angehören, und mehr Schwellenländer werden Schutz durch Annäherung bei den großen BRICS-Länder suchen.

Im Westen wird behauptet, dass es gar keine massiven Waffenlieferungen an den Iran gebe. Deshalb sei ein umgekehrtes Ukraine-Szenario nicht gegeben. Aber zu Beginn des Ukraine-Krieges, wer erinnert sich nicht, war in Deutschland auch zunächst nur von „Helmen“ die Rede gewesen, die Aufrüstung lief weitgehend unter dem Radar. Außerdem heißt es in westlichen Hauptstädten, China und Russland zögerten, tiefer in Iran zu investieren, da Iran wirtschaftlich schwach sei und keine gegenseitigen Verteidigungsklauseln existierten. Dabei wird übersehen, dass es die in der Ukraine auch nicht gab, und dass der Iran von sich aus solche bisher aus Gründen der Betonung der Souveränität nicht gewünscht hatte.

Kuba

Im Westen wird Kuba als Beispiel gewertet, dass Russland und China nicht in einen Krieg zwischen USA/Israel und dem Iran eingreifen werden. Wobei übersehen wird, dass es um unterschiedliche Einflussphären geht.

Richtig ist, dass gleichzeitig die Krise in Kuba wächst. Durch den Ausfall von Öllieferungen aus Venezuela auf Grund der Blockade durch die USA droht dort eine humanitäre Katastrophe. Nach der US-Intervention in Venezuela (Angriff der USA mit Tötung einiger hundert Menschen und Entführung Maduros im Januar 2026) sind Lieferungen eingestellt worden, was zu Stromausfällen, Benzinrationierung und einer humanitären Krise führt. Die UN warnt vor einem „Kollaps“, und die USA drohen allen Ländern mit Zöllen, die Öl an Kuba liefern (z. B. Mexiko, Russland).

Wenn die BRICS-Länder nun Projekt „Responsability to Protect“ (R2P) starten würden, um das Land vor der drohenden Katastrophe mit Öllieferungen zur Hilfe zu eilen, wäre das gleichzeitig eine Herausforderung für die USA vor der eigenen Haustür, während sich die Streitmacht im Nahen Osten versammelt. Aber die Medien im Westen winken ab. Kuba sei zwar seit 2025 BRICS-Assoziiertes Mitglied, aber BRICS-Aktionen beschränken sich auf diplomatische und wirtschaftliche Kooperation (z. B. mit Brasilien in Wohnungsbauprojekten). Es gebe keine Berichte über BRICS-Ölhilfe als „Herausforderung“ an die USA, stattdessen Passivität von Russland und China. Was die Euphorie um BRICS reduzieren dürfte.

Zusammenfassung

Die westlichen Kolonialmächte verlieren zwar jeden Tag an Image und Glaubwürdigkeit in der Welt. Aber gleichzeitig scheinen die großen BRICS-Länder eher abzuwarten, dass dem imperialen und kolonialen Wahn von alleine die Luft ausgeht, statt aktiv Ländern wie Venezuela und Kuba zur Hilfe zu eilen. Vermutlich hoffen sie, dadurch die große Eskalation zu verhindern.

Der Westen hat sich nun aber rund um den Iran durch seine Aggressivität, die offensichtlich aus Schwäche entstand, in eine Situation verfahren, aus der er sich möglicherweise glaubt, nur noch durch einen Krieg befreien zu können. Noch einmal zeigen, wer „Herr im Haus“ ist. Erinnerungen an die Entstehung des 1. Weltkriegs, der ja auch die Ursachen für den 2. Weltkrieg gelegt hat, drängen sich auf. Einerseits gibt es keine starren Verteidigungspakte, welche zu einer „Schlafwandler-Dynamik“ wie im 1. Weltkrieg führten. Andererseits gibt es Parallelen.

Experten argumentieren, dass Fehlkalkulationen – ähnlich wie 1914, wo Großmächte die Reaktionen der Gegner unterschätzten – in der Iran-Krise zu einer ungewollten Eskalation führen könnten. Zum Beispiel könnte ein israelischer Präventivschlag auf iranische Atomanlagen (ähnlich dem Funken von Sarajevo) Allianzen aktivieren, mit Russland und China als Unterstützer Irans und den USA als Garantiemacht Israels, was eine breitere Konfrontation birgt. Allerdings heißt es auch, dass heute angeblich die Diplomatie effektiver sei, als vor 100 Jahren.

Fazit

Was wir sehen ist keine Kuba-Krise, in der sich zwei Atommächte gegenseitig mit Atomraketen bedrohen, und es im Prinzip unter sich ausmachen. Was wir derzeit erleben ist das Aufbäumen eines alten kolonialen und imperialen Systems gegen das Entstehen einer neuen Weltordnung, in der ehemalige Kolonien aus der Erfahrung der Unterdrückung heraus versuchen, ein System der Multipolarität auf Basis von gegenseitigem Respekt und allseitigem Nutzen, statt Ausnutzen von Dominanz aufzubauen. Während die alten Großmächte und kolonialen Konstrukte, wie ja auch die USA eines ist, noch einmal versuchen den Grundsatz „The winner takes it all“, also der Sieger bekommt alles, durchzusetzen.

Interessanterweise haben dabei weder die Wähler in den so genannten Demokratien, noch die Massen in den „Diktaturen“ ein Wörtchen mitzureden. Es ist eben so, wie es immer schon war.

Bild: Screenshot einer Illustration in einem Artikel in Farsi, farblich verändert.

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7 Kommentare

  1. Patient Null 10. Februar 2026 um 10:32 Uhr - Antworten

    Was wir sehen ist keine Kuba-Krise

    Aber evtl eine Vietnam Krise. Iran ist kein Mini Land und etliche Leute stehen da durchaus dahinter im Gegensatz zum Irak zb. Trump hat zurecht Angst das ein Angriff im Fail endet. Deshalb wird grad verhandelt. Sollten die aber abbrechen kanns durchaus noch heiß werden, die USA können ja ihr Gesicht nicht verlieren. Problematisch auch sollte der Iran sich Abwehrraketen zulegen gegen B1 Bomber wäre auch das keine Option mehr, entweder Selbstbau oder von den Russen.

  2. therMOnukular 9. Februar 2026 um 15:08 Uhr - Antworten

    „Er wird den roten Knopf erst drücken, wenn er sicher ist, dass seine Truppen in der Region vor iranischen ballistischen Raketen geschützt sind.“

    MEn kann er da lange warten.

    MAn müssen ZSA und Fiesrael den Iran vernichten – der Iran ist der einzige Opponent in der Region, der stark genug ist, die nazionistische Abschreckung zu ignorieren bzw zu „beantworten“. Ist der Iran wehrlos, kann der Westen dort wie er will.

    Meiner festen Überzeugung nach wird der Iran kalkulieren, wie viele Menschen durch westliche „Sanktionen“ sta/erben und wie viele durch eine militärische Intervention.

    Meine große Hoffnung ist, dass die ZSA, Nazionisten und der gesamte Westen dort ihr Waterloo erleben, weil der Iran wie bisher genau wusste, wie weit er gehen kann. Weder theoretisch noch praktisch sind seine Zweitschlagkapazitäten zu bezwingen – eine 3stellige Zahl an in die Berge gebohrte Raketenbasen sind unzerstörbar, die 4stellige Zahl an sichtbaren und geheimen Zugängen können unmöglich alle neutralisiert werden, die Basen sind teils untereinander verbunden (ganze LKW-Kolonnen können da bis zu 500m unter Berggestein herumkurven) etc.
    Die bisherigen Demonstrationen und Kriegsverläufe haben deutlich gezeigt, dass der Iran mittlerweile treffen kann, was er will – der Westen jedoch nicht. Wenn der Westen sein ganzes Arsenal zusammenzieht und alle Luftabwehr der Welt, dann wäre einfach nur der gesamte Vorrat schnell aufgezehrt und der Westen vollständig nackt – während China und Russland dafür sorgen werden, dass dem Iran die Raketen nicht ausgehen. An dem Tag wird die Welt entweder einen Atomkrieg erleben (von Fiesrael ausgelöst), oder endlich friedlicher werden.

    • hermine 10. Februar 2026 um 21:18 Uhr - Antworten

      diese aufstellung klingt gut wie es schüler machen würden. ich meine wir warten besser ab,
      was die generale der usa können. allerdings kann es in europa kalt werden.
      ich glaube nicht, dass die russen während des krieges raketen nachliefern wird.
      die sind doch nicht die nato.

  3. Jochen Mitschka 9. Februar 2026 um 9:14 Uhr - Antworten

    Kommentar von Tim Anderson: https://x.com/timand2037/status/2020602744906891743

    Trump steht am Rande einer Katastrophe.
    Die Vereinigten Staaten und die Erzeugung unnötiger Spannungen: Ein Weckruf für die arabischen Staaten.
    Der jüngste Bericht der Washington Post, demzufolge der Iran mehrere arabische Golfstaaten, darunter Katar, gewarnt hat, dass künftige Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Militärbasen nicht länger symbolischen Charakter haben werden, markiert einen gefährlichen Wendepunkt für die Region. Laut dem Bericht hat Teheran deutlich gemacht, dass jede Fehlkalkulation der USA zum Tod von US-Soldaten führen könnte. Diese Botschaft ist keine bloße Rhetorik, sondern eine strategische Warnung, deren Tragweite weit über Washington hinausreicht und arabische Länder, die amerikanische Streitkräfte beherbergen, unmittelbar betrifft.
    Jahrelang haben viele arabische Staaten versucht, sich von größeren regionalen Konflikten fernzuhalten und dabei innere Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Deeskalation in den Vordergrund gestellt. Doch die umfassende US-Militärpräsenz am Golf hat diese Länder faktisch mitten in die Konfrontation zwischen Washington und Teheran hineingezogen. Entscheidungen über Krieg und Frieden werden nicht in Doha, Manama oder Kuwait-Stadt getroffen, sondern in Washington – oft unter dem Einfluss israelischer strategischer Überlegungen –, während die arabischen Hauptstädte die Folgen tragen müssen.
    Die Äußerungen von John Mearsheimer, einem der profiliertesten Experten für internationale Beziehungen, unterstreichen diesen Widerspruch. Seine Behauptung, Donald Trump wolle keinen langwierigen Abnutzungskrieg mit dem Iran, spiegelt das in Washington herrschende Verständnis wider, dass ein solcher Konflikt kostspielig, unkontrollierbar und strategisch kontraproduktiv wäre. Dieses Bewusstsein steht jedoch in krassem Gegensatz zum tatsächlichen Verhalten der USA. Indem sie ihre militärische Präsenz verstärken und immer schärfere Drohungen aussprechen, verschärfen die Vereinigten Staaten aktiv die Spannungen und treiben die Region an den Rand des Abgrunds, selbst ohne eine klare Kriegsentscheidung.
    Ebenso bedeutsam ist die Rolle Israels bei dieser Eskalation. Mehrere Berichte deuten auf anhaltenden israelischen Druck auf Washington hin, militärisch gegen den Iran vorzugehen. Israel, das keine US-Militärbasen beherbergt und daher nicht die unmittelbaren Folgen iranischer Vergeltungsmaßnahmen zu tragen hätte, fördert faktisch eine Konfrontation, deren Auswirkungen vor allem arabische Staaten treffen würden. Die wiederholten Warnungen des Irans, dass jeder Angriff „von jedem beliebigen Ort aus“ eine umfassende Antwort nach sich ziehen würde, sollten von Regierungen, die amerikanische Militärinfrastruktur beherbergen, ernst genommen werden.
    Gleichzeitig hat Al Jazeera darauf hingewiesen, dass die Verbreitung verzerrter Opferzahlen und selektiver Darstellungen – die sowohl dazu dienen, den Boden für einen Angriff auf den Iran zu bereiten als auch israelische Aktionen im Gazastreifen zu beschönigen – ein umfassenderes Bestreben zur Normalisierung der Eskalation signalisiert. Eine solche mediale und politische Rahmung trägt nicht zur Sicherheit bei; sie destabilisiert die Region und macht arabische Staaten zu Kollateralschäden von Konflikten, die ihren nationalen Interessen nicht dienen.
    Die zentrale Gefahr für die Region ist daher heute kein unvermeidlicher Krieg, sondern ein Muster US-amerikanischer Politik, das unnötige Spannungen erzeugt, durch israelischen Druck verstärkt wird und die Sicherheits- und politischen Kosten für die arabischen Länder kaum berücksichtigt. Setzt sich diese Entwicklung fort, gerät die fragile Stabilität des Golfs zunehmend in Gefahr. Die arabischen Hauptstädte könnten am Ende den höchsten Preis für strategische Entscheidungen zahlen müssen, die sie nicht getroffen haben, in einer Konfrontation, die sie weder initiiert noch kontrolliert haben.

    • hermine 10. Februar 2026 um 21:12 Uhr - Antworten

      ich bedanke mich für diesen artikel und der bereitgestellten info.

      die aufstellung großer mengen abwehr/auffangraketen in den arabischen
      ländern ist nur für empfindliche leute ein horror. die bedienungsmann-
      schaften kennen ihre jobdescription. die gastländer hätten es gerne anders.
      für die usa ist das egal. israel muss geschützt werden, zerstörte länder haben
      auch vorteile, man kann contracte für den aufbau erhalten und u.a.neue waffen
      liefern.

  4. Jan 9. Februar 2026 um 8:56 Uhr - Antworten

    Der Iran produziert aktuell vermutlich um die 4,6 Mio bpd Öl. Vor den Sanktionen bestanden Ausbaupläne bis auf 7 Mio bpd, die nur wegen fehlender Investitionen nicht zustande kamen.

    Das ist das 3-fache der norwegischen Produktion. Alle küchenpsychologischen Argumente stinken dagegen ab. Im Iran gehts ums Öl, nicht um Sicherheitsinteressen, es sei denn Versorgungssicherheit.

    Ein Barrel sind 159 Liter. 1 Mio bpd sind 159.000.000 Liter pro Tag oder 159.000m3 Öl mit einem Gewicht von 134.000 Tonnen pro Tag. Das muss transportiert werden.

    1 Mio bpd hat einen Energiegehalt von 6,45 PJ Energie. Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht dies der Leistung von etwa 60 Kernkraftwerken oder rund 93.000 Windkraftanlagen (einzelne Anlagen mit Rotor à 3 MW). Davon könnte der Iran das siebenfache produzieren, also die Leistung von 420 AKWs oder 651.000 Windmühlen.

    Das ist ziemlich genau die Menge Rohöl, die die EU derzeit importiert (wenn man Norwegen als Teil des EU-Energiemarktes wertet).

    Daher kann es beim Iran langfristig nur um eine Versorgung für Europa gehen und zwar vorzugsweise über Pipelines durchs Schwarze Meer.

    Die Transportkosten einschließlich die der militärischen Sicherung führen zu der offensichtlichen Überlegung, dass China sein Öl langfristig aus Sibirien beziehen muss und die USA aus Venezuela oder Kanada oder Grönland.

    Wir haben uns an eine Politik der „verwöhnten Weiber“ gewöhnt, die quietschen: ICH WILL ABER EINEN DIAMANTEN!!! So funktioniert die Welt nicht. Wir können nicht Öl für China aus dem Baltikum ums Kap der Guten Hoffnung nach China transportieren, nur weil es in die Ideologie von Hysterikern passt oder wegen des Selbstbestimmungsrechts von 55.000 Inuits. Die „Normativität des Faktischen“ zwingt zu Entscheidungen, die vorhersehbar sind, ohne dass man geheime Gespräche auf Epsteins Couch kennen müsste.

    In Europa stehen aktuell ca 100 AKWs, davon die Hälfte in Frankreich. Auf die Ölimporte zu verzichten, würde bedeuten man müsste 400 AKWs bauen und davon 100 AKWs in Deutschland aufstellen und 10 AKWs in Österreich. Das ist absurd!

    Das sind aber nur sie Ölimporte, Europa fördert selbst Öl, raffinierte Produkte, Erdgas, Kohle und der Energiegehalt von Importwaren kommen dazu.

    Wollte man diese Energie komplett durch AKWs oder Windmühlen ersetzen, müsste man die Zahlen mindestens verdreifachen!

    Wo will man denn 2 Mio 3MW-Windkraft-Anlagen aufstellen?

    Schaut man sich diese Zahlen an, kann man nur zum Schluss kommen, dass wir von Irren regiert werden und die Bevölkerung, die diese Irren wählt, geistig umnachtet ist.

    Im Umkehrschluss bedeutet es, dass „die Normativität des Faktischen“ zu Entscheidungen zwingt, die gar nicht mehr öffentlich verhandelt werden. Denn wenn wir die Machbarkeit von Leyens „Green Deal“ in Frage stellen, so wertet die Justiz dies als gleichbedeutend mit dem Zünden einer Bombe, also Terrorismus.

  5. Wonderwoman 9. Februar 2026 um 7:58 Uhr - Antworten

    Oje, der Iran-Krieg lässt immer noch auf sich warten…manche sind schon sooo ungeduldig und es kommt schon zu Vorverurteilungen, präventiv sozusagen.
    Wenn es ein Stellvertreterkrieg wird, dann einer Chinas/Russlands gegen USA, analog Venezuela.

    Wer tatsächsich seit vier Jahren Krieg führt, ist Russland – kolonial und imperial… Es lässt sich dabei so viel Zeit, damit die Opferzahlen ins Millionenfache steigen. Putin mag einfach nicht aufhören damit. Und es ist so peinlich, Russland schafft es nicht und nicht, den Donbass zu erobern. Aber der pöhse koloniale Trump kommt nicht auf die Idee, dass Russland leicht einzunehmen wäre, sondern dealt gerade mit Putin. Letzterer hat ihm einen 12.000 Mrd $ Deal angeboten. Und Trump hat ein neues Ultimatum gestellt: Bis Juni 2026 soll der Ukraine-Krieg enden..

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