Projekt in Indien: Digitales zweckgebundenes Geld wird Realität

6. Februar 2026von 4,1 Minuten Lesezeit

Indien verteilt im Rahmen eines Pilotprojekts zur digitalen Zentralbankwährung zweckgebundenes, programmiertes „Geld“, das nur für bestimmte Ausgaben verwendet werden darf. „Digitale Essensmarken“ bestätigen die CBDC-Kritiker eindrucksvoll.

Digitales Zentralbankgeld kommt mit Ablaufdatum und Zweckbindung. Vor dieser Gefahr hatten die Kritiker gewarnt. Während die EU-Politik und ihre Faktenchecker weiterhin beteuern, dass die Sorgen und Warnungen vor digitalem Zentralbankgeld „Verschwörungstheorien“ und unbegründet seien, wird auf anderen Kontinenten bereits umgesetzt.

Seit 2026 testet die indische Regierung digitale Essensmarken auf Basis der e-Rupee, der CBDC der Reserve Bank of India (RBI). Das Programm, oft als „Digital Food Currency“ oder „digitale Lebensmittelwährung“ bezeichnet, startete im Februar 2026 als Pilot in ausgewählten Regionen. Eine erste Soft-Launch-Phase gab es bereits Anfang Januar in Ahmedabad mit einer kleinen Gruppe von 25 Begünstigten und rund 2.000 erfolgreichen Transaktionen.

Begünstigte – vor allem arme Haushalte unter Programmen wie Pradhan Mantri Garib Kalyan Anna Yojana (PMGKAY) und National Food Security Act (NFSA) – erhalten monatlich digitale Rupees direkt in eine RBI-fähige Wallet-App auf ihrem Mobiltelefon. Aber diese Rupees sind programmiert und zweckgebunden: Sie können ausschließlich für den Bezug von subventionierten Lebensmitteln (vor allem Getreide) bei autorisierten Fair Price Shops (ration shops) eingelöst werden. Die Einlösung erfolgt per QR-Code-Scan beim Händler – die Transaktion wird sofort abgebucht und in Echtzeit erfasst. Neben der Zweckbindung verfällt das Geld auch nach einer bestimmten Frist. Damit will die Regierung „Hortung“ verhindern.

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In Regionen wie Chandigarh und Puducherry, wo bereits seit 2015 Direct Benefit Transfer (DBT) läuft, ersetzt das System Bargeld- oder physische Getreideausgabe vollständig. Bürger bekommen kein Geld mehr, sondern einen zweckgebundenen „digitalen Coupon“, der zudem vollständig nachverfolgbar ist.

Die Zentralbank spricht von mehr Transparenz, weniger Korruption und weniger Schwund. Die e-Rupee wird als sicher, sofort verfügbar und kostengünstig gelobt – und passt perfekt in Indiens digitales Ökosystem mit der digitalen ID (Aadhaar).

Digitalisierungskritiker sehen in diesem Pilotprojekt nicht nur einen gefährlichen Präzedenzfall, sondern die Zukunft des Geldes selbst. Programmierbares Geld erlaubt es der Zentralbank, genaue Regeln durchzusetzen: Was darf wofür ausgegeben werden? Wann verfällt es? Wo ist es einlösbar?

Frühere Aussagen wie die von Ex-BIZ-Chef Augustin Carstens – Zentralbanken hätten mit CBDC „absolute Kontrolle“ über die Nutzung – gewinnen hier konkrete Gestalt – EZB-Chefin Christine Lagarde sagte das auch in einem „geheimen“ Telefonat ganz offen. In Indien dient das Projekt als Blaupause für weitere Anwendungen, etwa bei anderen Subventionen oder sogar Löhnen. Und Indien kann als Blaupause für weitere Länder dienen.

BlackRock-CEO Larry Fink nannte Indien Vorreiter bei Tokenisierung und Digitalisierung – neben Brasilien, das vom aktuellen WEF-Boss ebenfalls erwähnt wurde. Die Zentralbank plant den e-Rupee so, dass er grenzüberschreitend genutzt werden kann.

Indien demonstriert damit eindrucksvoll, wohin der Weg des digitalen Zentralbankgeldes führen kann: zweckgebundenes, vollüberwachtes Geld.

Abschließend die indische Presse und wie sie über das Projekt berichtet (Times of India):

Die Regierung plant, im nächsten Monat ein Pilotprojekt für die digitale Zentralbankwährung (CBDC) oder „digitale Lebensmittelwährung” im Rahmen des kostenlosen Rationsprogramms für eine begrenzte Anzahl von Begünstigten in Chandigarh, Puducherry und drei Distrikten von Gujarat zu starten. Im Rahmen dieses Programms erhalten die Begünstigten monatlich digitale Lebensmittelgutscheine direkt in eine von der Reserve Bank of India (RBI) aktivierte digitale Geldbörse auf ihrem Mobiltelefon und können die ihnen zustehenden kostenlosen Getreideprodukte in Rationierungsläden einlösen, indem sie einfach den QR-Code des Ladenbesitzers scannen, um die Gutscheine einzulösen.

Diese Initiative zielt darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen, Lücken im weltweit größten kostenlosen Ernährungssicherungsprogramm zu schließen und die Inhaber von Rationierungskarten von der mühsamen biometrischen Authentifizierung zu befreien. Personen, die über den Plan informiert sind, sagten, dass dies als Proof of Concept (POC) für die „digitale Lebensmittelwährung” in drei Regionen durchgeführt wird und in kleinem Maßstab erfolgen soll, um die Machbarkeit, Funktionalität und das praktische Potenzial der Initiative zu demonstrieren.

Die Regierung wird auch einen Zeitrahmen für die Verwendung des digitalen Gutscheins festlegen, um eine Anhäufung zu vermeiden. Anfang dieses Monats fand in Ahmedabad ein Soft Launch mit 25 Begünstigten statt. Ein Vertreter der Landesregierung erklärte, dass seitdem rund 2.000 Transaktionen erfolgreich abgeschlossen wurden. Das Pilotprojekt, das nächsten Monat gestartet werden soll, wird Anand, Sabarmati und Dahod umfassen.

Im Falle von Chandigarh und Puducherry hatte die Zentralregierung 2015 ein System zur direkten Überweisung von Sozialleistungen (Direct Benefit Transfer, DBT) für Getreide eingeführt, das die physische Verteilung von Getreide durch direkte Geldüberweisungen auf die Bankkonten der Begünstigten ersetzte. Beamte sagten, die digitale Lebensmittelwährung werde sicherstellen, dass die Begünstigten die Subventionen nur für den Kauf von Getreide und für keinen anderen Zweck verwenden.


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Ein Kommentar

  1. BAG CORNELEAN ZEPHRODATEV 6. Februar 2026 um 12:42 Uhr - Antworten

    GRANTED 👍 | NOT GRANTED 👎

    Yep! Das ist es, wohin die Reise geht. Keine Frage. Afrika, Indien & teilweise auch Südamerika sind die Testgelände. Sobald die „Kinderkrankheiten“ dieser Errungenschaft erst einmal ausgemerzt sind, kommt die zweckgebundene, mit Verfallsdatum versehene und vermutlich auch nach oben hin mit einem Limit gedeckelte, glückselig 😇 machende CBDC auch in unsere Gefilde … In Kombination mit einer „alternativlosen“ eID – natürlich …

    BRAVE NEW WORLD 🎆❗

    PS: Es sei denn, dieser Prozess wird durch ein (künstlich herbeigeführtes?) Katalysator-Ereignis beschleunigt. Irgendein Trigger dürfte sich schon finden …😉

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