
Goldrausch: Der große „Regime Change“ geht weiter
Erstmals in der Geschichte der Menschheit kostet eine Unze Gold mehr als 5.000 US-Dollar. Wie Gold kennt auch Silber kein Ende der Preisrallye und steigt immer steiler, immer weiter nach oben. Die Entwicklung überrascht selbst eingefleischte Goldfans und lässt zunehmend auch Sorgenfalten entstehen.
Gold durchbrach mit Leichtigkeit die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar und kostete schnell mehr als 5.100 Dollar. Der Boom am Edelmetallmarkt geht ungebremst – und immer schneller – weiter. Silber, das 2025 noch deutlicher zulegte als Gold, stieg ebenfalls massiv und markierte bei über 109 US-Dollar ein neues Hoch. Allein in den letzten drei Monaten ist der Silberpreis um 120 Prozent gestiegen.
Im Grunde gibt es zwei wesentliche Erzählungen zum Edelmetallboom. Der Mainstream – von der BBC bis zur Bild – erklärt es sich mit Trump, seiner Zollpolitik, den Spannungen im Iran (wobei davon am Ölmarkt nichts zu sehen ist): Anleger flüchten in den „sicheren Hafen“ Edelmetall. Dazu kommt vor allem China, aber auch andere staatliche Akteure, die Gold in bisher ungekannten Mengen ankaufen.
Dann gibt es die andere Perspektive, die gerne von Kryptoanlegern und jüngeren, weniger mainstreamaffinen Anlegern und Tradern vertreten wird: Wir erleben eine Geld- bzw. Dollarentwertung. Auslöser des Goldrausches seien vor allem die Staatsschulden der USA, die bereits mehr als 39 Billionen (in Zahlen: 39.000.000.000.000) betragen. Jährlich kommen etwa 2 Billionen hinzu, 25 Prozent der Steuereinnahmen gehen allein für Zinszahlungen drauf. Die EU und Japan kämpfen mit ähnlichen Zahlen. Reagiert wird – beschleunigt seit der Bankenkrise 2008 und noch einmal massiv ab 2020 – mit einer (mal mehr, mal weniger) lockeren Geldpolitik. Tatsächlich erlebt Gold gegenüber allen wichtigen Währungen einen Boom – nicht nur gegenüber dem Dollar.
„Was mit Gold passiert, hat nichts mit dem physischen Edelmetallmarkt zu tun. Es handelt sich um eine Vertrauenskrise in Fiatgeld“, so der Analyst Robin Brooks.
Als Gold im Oktober erstmals die 4.000 Dollarmarke übersprungen hatte, berichtete TKP ebenfalls. Dabei ging es darum, dass ein solcher Hype am Goldmarkt historisch oft auch mit dem Ende politischer Epochen zusammenfällt oder diese zumindest vorhersagt. Demnach sei dies nicht einfach nur ein Hype oder eine Blase am Markt, sondern ein „Regime Change“ von historischem Ausmaß. Etwas mehr als drei Monate später steht der Goldpreis bereits bei über 5.000 Dollar – die jüngste – noch schnellere Rally – überrascht selbst jene, die seit Jahren darauf hinweisen, dass Gold manipulativ unterbewertet sei.
In der jüngeren Geschichte kommen Vergleiche zu den 1970er-Jahren und den 2000er-Jahren auf. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems und der Entkoppelung des Dollars vom Gold stieg das Edelmetall um weit über 1.000 Prozent (1970 lag der Preis bei 36 $, 1980 bei 600 $). Von 2000 bis 2010 stieg Gold – getrieben von der geplatzten Dotcom-Blase – um etwa 350 Prozent an. In beiden Fällen korrigierte der Markt später auch wieder deutlich nach unten.
Manche vermuten eher eine Situation wie in den 1970er-Jahren: eine „Neubewertung“ von Gold (und Silber), weil der Preis lange Zeit künstlich niedrig gehalten wurde – auch um die Inflation durch die immer steigende Geldmenge zu bremsen. Entsprechend fragen nicht wenige: Was nützt mir ein Preis von 5.000 Dollar, wenn 5.000 Dollar im Vergleich zu vor einigen Jahren nichts mehr wert sind?
Bild „Goldstück“ by focal5 is licensed under CC BY-NC 2.0.
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Zerstört der Silber-Boom das Finanzsystem?
Edelmetalle sind schon immer als Teil des Familienvermögens zu betrachten gewesen.
Heute weiß man langsam endlich wieder wieso das so ist!
Alte Weisheit für „wohlsituiert“ Sein: das eigenes Körpergewicht in Silber und 10% zusätzlich in Gold.
Die Entwicklung von Gold und Silber seit dem letzten Jahr zeigt deutlich, dass das Währungssystem sich langsam dem Ende zu neigt! Denn nicht die Preise für die Edelmetalle steigen, sondern der Wert der Währungen fällt! Hier offenbart sich der Betrug des Finanzsystems der letzten 100 Jahre! Wer die Kaufkraft erhalten möchte, dem bleibt nur die Möglichkeit selbst Edelmetalle zu kaufen. Der Preis spielt momentan keine Rolle, denn der wird die nächsten Jahre noch viel extremer! Dagegen werden die heutigen Preise noch günstig aussehen! Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung! Wichtig ist nur, sein Geld im Wert zu schützen, denn auf dem Konto wird es immer immer schneller immer weniger wert! Das Jahr 2026 wird ohnehin das Jahr der Rohstoffe! Hier sollte man sein Erspartes einsetzen und nicht sein Geld auf unsicheren Konten lagern! So schützt man sich vor den rapiden Kaufkraftverlust die nächsten Jahre!
Inflation wird von den Regierungen voran getrieben, damit sie sich entschulden können. Die grenzenlose Geldschöpfung der Zentralbanken die letzten Jahrzehnte sind inzwischen unumkehrbar geworden. Der Dumme ist der Bürger, denn seine Schulden bleiben bestehen, aber sein Erspartes wird durch die Inflation aufgefressen. Noch kann man sich dagegen absichern! Wenn aber erst das digitale Zentralbankgeld kommt, wird es vorher noch eine besonders aggressive Abwertung der alten Währungen geben!
Es handelt sich um eine Geldvernichtungsblase, wie die Tulpenzwiebelblase.
Ich glaub eher, da haben ein paar Großbanken in großem Stil shortpositionen in den Büchern, die mit nix hinterlegt sind und müssen jetzt egal zu welchem Preis nachkaufen.
Wer Geld verleiht, was er nicht hat, ist ein Betrüger.
Wer Zinsen nimmt auf Geldverleih, welches selber aus nichts entstanden ist und nur durch Eröffnen zweier Konten im Computer generiert worden war, ist ein Verbrecher.
Und die größten Halunken sitzen bei den Zentralbanken und diese erklären uns auch noch, dass es anders nicht geht. Warum? Weil man Macht freiwillig nicht abgibt und die Politiker spielen wohlwollend mit.
steigende edelmetallpreise und steigende lebenshaltungskosten sperren schon eine ganze menge leute vom golderwerb im vorhinein aus und verhindern nachhaltig eine konservierung der arbeitsleistung/kaufkraft.
momentan kostet eine zehntel oz gold etwa soviel wie eine ganze oz gold bis zum jänner 2007.
damals waren ein bis zwei oz pro monat für den mittelstand noch durchaus leistbar
Ich finde es ungerecht, wenn Schlafnasen nun nicht an der Vermögensmehrung teilnehmen können