
Star-Link im Iran und zukünftige Kriege
Zunehmend wird die Kommunikation im Krieg und bei Regimewechsel-Operationen auf die digitale Ebene gehoben. Ein Schlüsselakteur ist dabei Elon Musk mit Starlink. Ein Artikel beleuchtet nun die Stärken und Schwächen, wie sie sich in dem „Feldversuch“ Iran zeigten und vergleicht sie mit dem Vorgehen 1953.
Nach Schätzungen gibt es im Iran zwischen 20.000 bis 40.000 Empfangsgeräte für Starlink-Satelliten, obwohl dies eigentlich staatlich verhindert werden sollte. Mehr als drei Viertel der Anlagen sollen von ausländischen Mächten bzw. NGOs ins Land geschmuggelt worden sein, der Rest durch Menschen, die ganz einfach Internet ohne Beschränkungen haben wollten. Erst heute morgen las man hier auf TKP über die Wichtigkeit der digitalen Unterstützung von Regimewechseln durch westliche High-Tech-Firmen. Russland und China sollen nun aber dem Iran geholfen haben, die Nutzung von Starlink für die Organisation von Bränden und Zerstörungen in den Städten des Irans zu reduzieren.
Die Situationsanalyse
Ein Artikel auf X.COM @shanaka86 ist eine detaillierte geopolitische und technische Analyse der aktuellen Internet-Blackout-Situation in Iran während der Proteste im Januar 2026. Der Autor zitiert einen Post von @MarioNawfal, der Starlink als „Lebenslinie“ gegen die iranische Internet-Abschaltung darstellt, und stellt dem Behauptungen über erfolgreiche Störungen durch den Iran gegenüber. Der Artikel argumentiert, dass Russland Hardware geliefert hat, China einen „Playbook“ veröffentlicht hat und der Iran dies nun teste – was bisher zu 80% Paketverlust bei Starlink geführt habe. Dies sei ein Beweis der Möglichkeiten im Fall von Taiwan, in dem der Satelliten-Kommunikationsmarkt angekurbelt wurde, diese Möglichkeiten drastisch zu reduzieren.
Die Vorbereitungen
Starlink-Terminals wurden geschmuggelt und aktiviert, Schätzungen sprechen von 20.000 bis 40.000 Anlagen, um den Blackout zu umgehen, aber der Zugang ist begrenzt und nur für eine begrenzte Zeit kostenlos. Der Autor behauptet, Starlink erleide massive Störungen durch militärische Jamming-Techniken, was den Mythos der „unjammbaren“ Starlink-Satelliten widerlege. Tatsächlich berichten Quellen von militärischen Jamming-Signalen gegen Starlink, mit Paketverlusten von 30-80% je nach Region.
Ein Experte (vermutlich Amir Rashidi, der das iranische Internet seit 20 Jahren beobachtet) beschreibt dies als beispiellos. Downloadtests aus dem Iran zeigen Download-Raten von 0.15 MB/s und Pings über 900 ms, was auf starke Interferenzen hinweist. Dennoch ist Starlink nicht vollständig blockiert – es gibt Berichte über anhaltende Lecks von Protestvideos. Und für die Koordination auf Textbasis, benötigt man keine großen Downloadgeschwindigkeiten.
Die Hardware
Der Post berichtet von angeblichen russischen Lieferungen von Murmansk-BN und Krasukha-4 Anlagen via IL-76-Transporte. Abwehrmittel, welche Jamming-Reichweiten bis 5.000 km haben sollen. Nach dem Einsatz von durch Starlink gelenkte Angriffe gegen Russland, wurde dort die Abwehrentwicklung verstärkt. Es gibt tatsächlich Bestätigungen, dass Russland EW-Systeme wie Krasukha und Murmansk-BN an Iran geliefert hat, um gegen US- und israelische Bedrohungen zu wirken – Berichte datieren auf 2024/2025. Diese Systeme sind mobil und auf Ku-Band-Störungen ausgelegt, was zu Starlink passt. Allerdings ist die genaue Reichweite (5.000 km) möglicherweise übertrieben. Geschätzt weren eher Angaben von Hunderten von Kilometern. Was die starken Unterschiede in der erreichten Beschränkung erklärt.
Was hat China damit zu tun?
Im November 2025 haben chinesische Forscher eine Simulation veröffentlicht, wie Starlink über Taiwan (ca. 36.000 km²) mit 935 koordinierten Jammers (Drohnen/Ballons) blockiert werden könnte. Dort wird auch davon gesprochen, den Iran als Feldtest zu nutzen, um die Möglichkeiten und Grenzen genauer zu erkennen, bevor man in die industrielle Fertigung geht.
Aus der chinesischen Absicht schließt der Autor eine „autoritären EW-Achse“ (Russland-China-Iran) und prognostiziert einen Boom für Verteidigungsaktien. Dies spiegelt reale Trends wider: Starlinks Resilienz wird nicht mehr als absolut gesehen, sondern möglich, aber angreifbar – mit Notwendigkeit für Upgrades wie mit Multi-Band-Terminals. In der Ukraine hat SpaceX bereits Software-Patches gegen russisches Jamming eingesetzt, was zeitweise geholfen haben soll. Für Taiwan könnte dies Eskalationsrisiken erhöhen, da Starlink militärisch noch relevanter ist.
Ergebnis
Der Autor beschreibt scharfsinnig, wie HighTech und Kriegführung immer stärker zusammenwachsen. Was allerdings eine gefährliche Schlussfolgerung impliziert. Bisher als zivil geltende Unternehmen, Akteure und Anlagen, werden nicht nur als Dual-Use betrachtet werden, sondern zunehmend auch als strategisch wichtiges Ziel im Fall kriegerischer Auseinandersetzungen.
Beim letzten erfolgreichen Regime-Change durch die CIA im Iran, die Operation Ajax, als die demokratisch gewählte Regierung Mossadegh gestürzt wurde, um ihn mit der US-Marionette, dem Schah zu ersetzen, war noch richtig altmodisch. Der Putsch involvierte korrupte Militärs (z. B. General Fazlollah Zahedi und Colonel Nematollah Nassiri), angeheuerte Schläger und Mobs (z. B. bezahlte Demonstranten und Persönlichkeiten wie Shaban Jafari), und die US-Botschaft in Teheran war das zentrale Kommunikationszentrum. Die Kommunikation stützte sich auf Telegramme (cables), Telefonate, Boten (messengers) für sensible Nachrichten und sogar kodierte BBC-Radiosendungen.
Man sieht, wie sich die Technik der Regimechange-Operationen ändert, aber weniger die Akteure und die Ziele.
Alles über den Krieg von Israel und USA gegen den Iran:
Bild: Starlinkabdeckung laut Wikipedia: Blau ungenehmigt durch Staat aber aktiviert, Grün genehmigt, Grau nicht abgedeckt oder nicht genehmigt.
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