Schüsse in Caracas, wie ist die Lage

6. Januar 2026von 3,8 Minuten Lesezeit

Trump hatte geglaubt, die Regierung durch die Entführung einschüchtern zu können, jedoch wurde nur der Zusammenhalt in der Bevölkerung gestärkt, und große Teile der Opposition haben sich hinter die Regierung gestellt. Nun könnte die nächste Phase einer Aggression mit Schusswechseln und Kämpfen folgen.

Es werden intensive Schusswechsel in der Nähe des Präsidentenpalasts Miraflores gemeldet, mit Beteiligung von Regierungstruppen (FANB), bewaffneten Milizen (Colectivos) und möglicherweise oppositionellen oder ausländischen Kräften. Bewaffnete Gruppen bewegen sich durch die Straßen, und es gibt Berichte über Anti-Luftabwehr-Feuer sowie Drohnen-Sichtungen, die zu Chaos führen. Zivilisten suchen Deckung, und es kam zu Sachschäden an Gebäuden, inklusive Einschüssen in Wohnhäuser.

Ausmaß der Gewalt

Die Regierung hat einen Ausnahmezustand ausgerufen, und es gibt Meldungen von Straßenschlachten in mehreren Vierteln der Hauptstadt. US-Spezialeinheiten sollen in Kämpfe verwickelt sein, was zu Verkehrsstaus, Stromausfällen und Festnahmen führt. Die Situation wird als potenzieller Putschversuch beschrieben, mit unklarer Kontrolle über die Straßen.

Proteste und Unruhen

Zehntausende demonstrieren in Caracas gegen die US-Intervention, mit Slogans wie „Hoy Venezuela, mañana nosotros“ (Heute Venezuela, morgen wir). Bewaffnete Milizen kontrollieren Teile der Straßen, und es gibt Berichte über Entführungen von Kollaborateuren. Angeblich sollen sich aber keine US-Bodentruppen vor Ort befinden, behaupten Experten. Möglicherweise wird eine Variante des Syrien-Szenarios eingesetzt, d.h. irreguläre Kämpfer (auch Terroristen oder wahlweise moderate Rebellen genannt) mit Geheimdienstinformationen, Waffen, Geld und diplomatischer Unterstützung an Stelle von regulären Bodentruppen.

Eine Besetzung Venezuelas würde den Einsatz von 150.000 bis 500.000 Soldaten verlangen. Dafür reichen die Soldaten, welche vor der Küste „hit and run“ Aktionen durchführen, um das Land zu destabilisieren nicht. Offensichtlich will Trump das Vietnam-Szenario verhindern.

Keine Besetzung strategischer Punkte

Es gibt auch noch keine Berichte über die Bombardierung von Medien, wie die NATO im Kosovo-Krieg, und auch Journalisten werden nicht gezielt getötet, wie in Gaza, dennoch ist die Berichterstattung vom Nebel des Krieges überdeckt.

Es gibt noch keine Berichte über die Besetzung von strategischen Bereichen in Verwaltung, Medien, Militär oder Ölindustrie, durch fremde bzw. irreguläre Kräfte. Nachdem die Spaltung der Gesellschaft misslang, und auch der Sohn von Maduro der neuen Interimspräsidentin sein Vertrauen ausgesprochen hat, darf man gespannt sein auf die nächsten Militärschläge und Maßnahmen der USA, um Venezuela in die Knie zu zwingen.

Erinnert man sich an den Abzug aus dem Jemen-Desaster täte Trump gut daran, nun die Kräfte abzuziehen, bevor noch etwas passiert, und er dadurch gezwungen wird, all in zu gehen. Aber vielleicht ist ja auch gerade ein Tonkin-False-Flag geplant, um die nächste Stufe der Eskalation zu rechtfertigen.

Gerüchte über einen internen Putsch

Zeitweise wurde verbreitet, dass der Innenminister Dioosdado Cabello einen internen Putsch durchführen würde, da er mit einem bewaffneten Konvoi zum Präsidentenpalast gefahren war. Aber das war Teil der psychologischen Kriegsführung, der sich die Menschen Venezuelas gerade ausgesetzt sehen.

„Der Grund für die Spekulationen ist nun klar: Diosdado Cabello befand sich tatsächlich in Begleitung von Sicherheitskräften auf den Straßen von Caracas. Wie im Video zu sehen ist, skandierten sie: ‚Immer loyal, niemals Verräter.’“

Die Luftabwehr hatte auch einige Drohnen abgeschossen, die über der Hauptstadt erkundeten oder mögliche Angriffsziele ausspähten. Es gibt Spekulationen über US-Beteiligung, da die USA in der Operation Kamikaze-Drohnen (Einweg-Angriffs-Drohnen) eingesetzt haben könnten, die von Schiffen aus gestartet wurden. Es könnten aber auch nicht autorisierte Polizeidrohnen gewesen sein. Die venezolanischen Streitkräfte (FANB) versuchen offenbar, Drohnen abzuschießen, um weitere Eskalationen zu verhindern.

Der Sprecher des US-Parlaments spricht sich für Wahlen aus

Wir erinnern uns an zwei Dinge: 1. dass die USA lange behaupteten, es könnten keine Wahlen wegen Krieg in der Ukraine stattfinden (hat sich nun geändert). 2. dass Abstimmungen im Donbas und in Syrien ungültig gewesen seien, weil sie unter Bedrohung mit dem Gewehrlauf stattgefunden hätten. Was natürlich durch die Aktionen der USA, die Ermordung von 80 Menschen und Entführung des Präsidenten keine Rolle spielt.

Bild: Screenshot aus Video. Viele Videos bestehen aus Wiederholungen, KI-Clips, alten Aufnahmen oder sogar von anderen Orten. Dies wird offensichtlich bewusst unterstützt als Teil der psychologischen Kriegsführung.

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14 Kommentare

  1. Jurgen 6. Januar 2026 um 20:05 Uhr - Antworten

    Auf dem Land ist man einfach besser dran und besser versorgt…

  2. local.man 6. Januar 2026 um 16:20 Uhr - Antworten

    Ein Sprecher der Herrschenden hatte es doch angekündigt.
    Die Zeit des Friedens ist jetzt vorbei.
    Es werden wieder mehr Kriege kommen.

    Müsste Y.N. Harari gewesen sein.

    Das ist nicht so weil es unausweichlich ist… Wir alle wissen das. Es ist gemacht und gewollt und die Völker sind wie eh und je Spielball und Opfer und werden am Ende, das neue System vor sich haben, bzw. darin maximal unterworfen sein, mit weiteren Scheinfreiheiten nach Vorgabe und Verhaltensbasis.. Wenn alles gut geht.. aus Sicht der Brandstifter..

  3. therMOnukular 6. Januar 2026 um 14:48 Uhr - Antworten

    Etwas off topic, aber gehört zur Gesamtsituation:

    Wenn die USA tatsächlich nun auch nach Grönland greift….wird Dänemark dann Artikel 5 der Nato ausrufen (Bündnisfall)?……;)))

    • Varus 6. Januar 2026 um 15:03 Uhr - Antworten

      Der Neo-Caligula ist restlos wahnsinnig geworden. Gerade kommt im Bösen Medium: „“USA wollen uns kapern“ – Russisches Schiff in Seenot ruft um Hilfe … Das Schiff gibt als Zielhafen das nordrussische Murmansk an und befindet sich derzeit nordwestlich von Irland. …“. Etwa 4000 Kilometer von der US-Küste entfernt – will der Wahnsinnige wirklich den Weltkrieg?

      • Sabine Schoenfelder 6. Januar 2026 um 16:06 Uhr

        Dubioses Schiff, dubiose Besatzung…russisch, ukrainisch und georgisch….mit „dubioser“ Ladung, nämlich k e i n e r…..😂
        Dubiose Geschichte. Ablenkung ?

      • Varus 6. Januar 2026 um 18:30 Uhr

        mit „dubioser“ Ladung, nämlich k e i n e r…..

        Zur Natur der Tanker gehört, dass Öl befördert wird von Orten, wo es welches gibt zu den Orten, wo welches importiert werden soll. Per Se müssen die zumindest in die Gegenrichtung leer fahren. Oder auch öfter, je nachdem, wo die Reederei gerade einen Auftrag bekommen konnte.

        Im Seerecht steht jedenfalls nirgends, dass man Schiffe piratieren darf, wenn man sie als „dubios“ bezeichnet. Internationale Besatzungen sind übrigens heutzutage Standard – das hat Dagmar Henn in einigen Artikeln zum Thema genau erklärt.

  4. Sabine Schoenfelder 6. Januar 2026 um 14:25 Uhr - Antworten

    „Hoy Venezuela, mañana nosotros“……wer demonstriert denn da ???…. „nosotros“ sind doch die Venezolaner……
    Klingt nach stark arrangierten Demos. Ein letztes Aufbäumen einer korrupten Regierung und offensichtlich wird der falsche Slogan gesungen…oder wurden Kubaner übers Wasser geholt, um den Sozialisten- Brüder : innen beizustehen ? 😎

    • therMOnukular 6. Januar 2026 um 14:31 Uhr - Antworten

      Sie meinen da wohl das „KI“-Video von feiernden Venezulanern….??….;))

      • Sabine Schoenfelder 6. Januar 2026 um 14:51 Uhr

        …..😂…so hat jeder s e i n s !

  5. Varus 6. Januar 2026 um 14:24 Uhr - Antworten

    Aber vielleicht ist ja auch gerade ein Tonkin-False-Flag geplant, um die nächste Stufe der Eskalation zu rechtfertigen.

    Nach der Tonkin-Nummer gingen die Amis ins Land und erlebten etwas, was sie für Jahrzehnte traumatisierte. Heute aufbegehrt die MAGA-Bewegung bereits nach den paar Aktionen, die sich der US-Diktator bisher erlaubte. Immerhin hat er ja versprochen, solche komplett zu unterlassen. Denkt er nicht daran, dass er die Midterms verlieren kann?

    • therMOnukular 6. Januar 2026 um 14:36 Uhr - Antworten

      Laut einer US-Poll, die Max Blumenthal kürzlich erwähnte, sind Trumps Zustimmungswerte bei den 18-39-Jährigen von irgendwas 44 zu 39 auf 18 zu 72 gefallen. In Summe sind grob 70% gegen die Maduro-Aktion.

  6. therMOnukular 6. Januar 2026 um 14:19 Uhr - Antworten

    Alles noch sehr undurchsichtig. Nur eines ist klar: in Vietnam waren mehr als 500k Soldaten aktiv – und man hat dieses Land dennoch nie unter Kontrolle gebracht. Viel Glück also mit diesem Dschungel so groß wie die Ukraine….(Russland hat im Südteil der Front (Odessa/Saporischia) 750k im Einsatz/Reserve)

    Ich habe wiederum Berichte gesehen, wonach auch russische Sicherheitskräfte involviert waren. Es heißt dazu, man habe erst den korrumpierten „Sicherheitsring“ um Maduro eliminieren müssen, um bis zu Maduro bzw den „Deltas“ durchzukommen – man war aber zu spät. Ein versuchter Brückenkopf der „Deltas“ konnte aber laut diesen Berichten verhindert werden.

    Könnte auch leicht sein, dass vor Ort keiner genau wusste, wer wie positioniert war, loyal oder gekauft – und es gab friendly fire….

    Man wird sehen……
    (Jetzt sieht man bereits, wie auch dieser Autor von „Milizen“ berichtet……just sayin I told you so…;))
    Mein Tipp an den Autor also für demnächst: die Spatzen pfeifen etwas von einer russisch-chinesisch koordinierten Aktion, die USA zu dieser Dummheit zu „zwingen“ – bereits mehrere südamerikanische Länder haben um Intensivierung ihrer Kooperation mit BRICS gebeten. Also selbst wenn die USA Venezuela „in Besitz“ nehmen könnten, haben sie bereits den größten Teil des Rests Südamerikas verloren….)

    Game Over, USA

  7. Charles M. Schulz 6. Januar 2026 um 13:27 Uhr - Antworten

    Diese verfluchten Imperialisten richten nichts als Unheil in der Welt an.
    Ein ums Ander Mal und dem scheinheiligen Vorwand das Licht von Freiheit und Demokratie zu bringen.
    Am wiederwärtigsten dabei ist dann noch das die amerikanische Aktion von südamerikanische Präsidenten wie Milei und Peña beklatscht wird.
    Wann hat Südamerika endlich den Mut seine Sachen selbst zu regeln und den Amis mit ihren klebrigen Kapitalistenfingern die Tür zu weisen?

  8. Jan 6. Januar 2026 um 13:20 Uhr - Antworten

    Im Zeitalter von Wachstum kann man Anhänger überzeugen, weil diese morgen mehr haben als heute.

    Im Zeitalter von Degrowth verliert man alle Anhänger, weil sie morgen weniger haben als heute. Entweder verlagert man sich auf Spirituelles oder Virtuelles oder man muss die Schar der Begünstigten rapide verkleinern.

    Die EU plant den ultimativen Zwang auf jeden Einzelnen. Dessen langfristiger Erfolg scheint mir aber zweifelhaft. Die Berliner sind aktuell nicht einmal in der Lage, den Kurzschluss von sechs Leitungen auszugleichen.

    Viel günstiger scheint es mir, die Schar der Günstlinge auf den unbedingt notwendigen Kern zu beschränken. Das geht in einen Land wie Venezuela sicherlich einfach!

    Chaos auf den Straßen ist überhaupt kein Problem, solange das Öl sprudelt und die gated communities sicher sind. Und sollten die Ausgegrenzten eine Heimwehr aufstellen, schenkt man dessen Anführer einfach eine Villa.

    Der Anteil von zumindest mit einer Dosis Gespritzen liegt laut WHO in Venezuela, Österreich und Deutschland mit 78% gleich. Es ist nicht zu erwarten, dass diese gegen irgendetwas aufmucken. In Gegenteil, sie werden sich für alle Zumutungen freundlich bedanken!

    Die venezolanische Oberschicht weiß, dass mit dem Öl das Geld kommt. Solange sie liefern, lässt man sie machen – siehe Saudi-Arabien.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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