Euroclear vor dem Absturz? Herabstufung durch Fitch wegen eingefrorener russischer Vermögenswerte

17. Dezember 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Fitch Ratings hat die belgische Bank Euroclear auf „Rating Watch Negative” gesetzt. Die Änderung der Kategorie steht im Zusammenhang mit den Plänen der EU, die bei Euroclear eingefrorenen Vermögenswerte der Bank of Russia zu enteignen und zur Finanzierung der Ukraine zu verwenden.

Die langfristigen Emittentenausfallratings der Euroclear Bank und der Euroclear Holding (AA), das kurzfristige Rating (F1+) und die Schuldenratings wurden unter Beobachtung gestellt. Fitch Ratings verweist auf eine wachsende, wenn auch noch geringe Wahrscheinlichkeit von Solvenzproblemen für Euroclear, falls das Unternehmen seinen Verpflichtungen gegenüber Russland nachkommen muss.

Gleichzeitig geht Fitch in seinem Basisszenario davon aus, dass im Falle einer Umsetzung des EU-Plans Schutzmechanismen für Euroclear eingerichtet werden, die es ihr ermöglichen würden, ihr derzeitiges hohes Rating aufrechtzuerhalten.

Eingefrorene Vermögenswerte Russlands

Am Freitag, dem 12. Dezember, einigten sich die EU-Mitgliedstaaten darauf, russische Vermögenswerte im Wert von 210 Milliarden Euro auf unbestimmte Zeit einzufrieren. Diese Entscheidung muss nun nicht mehr alle sechs Monate erneuert werden.

Darüber hinaus erwägt die Europäische Union seit mehreren Monaten die Möglichkeit, einen Reparationskredit zu gewähren, der durch die eingefrorenen Vermögenswerte Russlands besichert ist.

Belgien, wo der größte Teil der russischen Vermögenswerte in Höhe von rund 140 Milliarden Euro gehalten wird, lehnt diese Entscheidung jedoch ab.

Der belgische Premierminister Bart De Wever fordert von der EU, Euroclear vor Risiken zu schützen. Zu den Bedingungen gehört die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen für den Fall, dass Russland Sanktionen verhängt.

Am Montag, dem 15. Dezember, erklärte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, dass die Verhandlungen über einen Reparationskredit für die Ukraine aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten immer schwieriger werden.

Die Finanzwelt reagiert empfindlich darauf, auch nur laut über den Diebstahl des russischen Zentralbankgelds nachzudenken. Aber das europäische Establishment ist von ihrer Russophobie-Wahn so besessen, dass Sie allen Ernstes den Kollaps des Giganten Euroclear und damit die Existenz aller europäischen Banken aufs Spiel setzen.

Der Euro beginnt bereits gegenüber BRICS-Währungen wie den chinesischen Yuan oder südafrikanischen Rand nachzugeben.

Auf X schreibt der Ökonom und Finanzanalyst Martin Armstrong:

Niemand will darüber sprechen, dass die Mehrheit der sogenannten „eingefrorenen russischen Vermögenswerte“ tatsächlich in Privatbesitz sind:

1. Rund 58 Milliarden Dollar gehören Privatpersonen und Unternehmen.
2. Ein großer Teil der Devisenreserven der Zentralbank besteht aus Geldern russischer Unternehmen und Privatpersonen, die mit dem Westen Handel treiben.

Die EU hat ihr Vertrauen völlig verloren!

Edison McCullen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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6 Kommentare

  1. Der Zivilist 18. Dezember 2025 um 12:09 Uhr - Antworten

    Wenn das Brüsseler Regime schon den Wohlstand der Westeuropäer verbrennen muß, so ist das Verfahren höchst ungerecht, die Hälfte sollte an Russland gehen !

  2. Fritz Madersbacher 17. Dezember 2025 um 16:31 Uhr - Antworten

    „Am Montag, dem 15. Dezember, erklärte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, dass die Verhandlungen über einen Reparationskredit für die Ukraine aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten immer schwieriger werden“

    Dieser selbstmörderische Verzweiflungsakt der europäischen Kriegspolitiker, dem auch die Regierung des angeblich neutralen Österreich zugestimmt hat(!), wird zum größten politischen Desaster, zur größten internationalen Blamage für sie vor der endgültigen Niederlage in der Ukraine …

  3. Jan 17. Dezember 2025 um 12:18 Uhr - Antworten

    Den Privatbesitz kann die EU folgenlos enteignen. Es bleiben nur die Anleger fern.

    Die Gelder der russischen Zentralbank können aber nicht enteignet werden. Denn diese unterliegen der Souveränität Russlands und sind durch das Völkerrecht geschützt. Das hat die Euroclear-Chefin der FAZ gesagt.

    Offenbar besteht die Gefahr, dass ein Gericht einfach 200 Mrd EUR, die anderen Kunden von Euroclear gehören, beschlagnahmt. Jede Bank, die 200 Mrd verliert, ist sofort bankrott.

    Das bedeutet, dass Euroclears Kunden ihre Anlagen abziehen. Euroclear wickelt im Volumen von jährlich 300 Billionen Euro ab das sind 300 x Millionen x Millionen.

    Wenn das passiert, ist die Finanzarktstabilität perdü. Davor haben EZB und IWF gewarnt.

    Und Merz nimmt das einfach so in Kauf.

    • LmaA 17. Dezember 2025 um 21:31 Uhr - Antworten

      “ Und Merz nimmt das einfach so in Kauf.“

      Na klar nimmt der das in Kauf. Ein nicht geringer Teil davon fließt zu seinen
      Auftraggeber BR, ein anderer Teil fließt in die Rüstungsindustrie die ja bekanntlich die größten
      Provisionen zahlen. Hier geht es nicht um Moral oder Frieden. Da sind kriminelle Typen dabei sich die Taschen zu füllen. Und das auf ihrer Meinung nach ganz legal.
      Die gehören alle in den Knast.

  4. Patient Null 17. Dezember 2025 um 11:34 Uhr - Antworten

    Herabstufung ist zwar erstmal nur ne Zahl, aber führt wie man sieht direkt zu weniger Vetrauen und damit zu weniger Wert oder alternativ zu höheren Kosten. Kredite die aufgenommen werden oder wurden verteuern sich damit automatisch.

    Mit dem Vorgehen ist noch nichtmal was gewonnen. Russland arbeitet bereits an der Vergeltung. Zum einen wurden Schadenersatzklagen gestellt zum anderen werden Gelder westeuropäischer Firmen in Russland unter Vorbehalt gestellt. Damit man sich im Notfall, falls die Klagen scheitern, daran bedient. Die Firmen haben eh schon zu leiden. Absatzmarkt fällt weg, die Überweisung von Geldern ist problematischer, Wertanlagen müssen verschleudert werden usw. Die Firmen halten allerdings die Klappe um nicht als Putinfreund verunglimpft zu werden.

  5. triple-delta 17. Dezember 2025 um 11:28 Uhr - Antworten

    Im Prinzip läuft das Gleiche wie ’39, als die Wehrmacht nach Warschau marschierte und die polnische Staatsbank ausraubte. Das Ergebnis ist bekannt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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