Wie das EU-Zensurgesetz das Internet verändert

24. Oktober 2025von 3 Minuten Lesezeit

Allein im zweiten Quartal 2025 wurden über 29 Millionen Beiträge aus dem Netz gelöscht oder unsichtbar gemacht. Eine Folge des EU-Zensurgesetzes, das seine Wirkung immer weiter entfaltet und den digitalen Medienraum verändert – ohne dass es groß bemerkt wird.

Seit Februar 2024 ist der Digital Services Act (DSA) vollständig in Kraft. Auf den ersten Blick könnte man meinen, Aufregung und Kritik wären übertrieben gewesen – kritisch-alternative Medien sind weiterhin erreichbar und machen ihre Arbeit. Doch der DSA wirkt und schränkt die Reichweite dieser Nachrichten massiv ein.

Die Form der digitalen Zensur läuft anders als frühere analoge Zensur: Denn heutzutage wird nicht nur zensiert, sondern sozusagen die Zensur selbst zensiert. Denn die große Masse der Menschen weiß nicht einmal, dass zensiert wird. Doch das Internet ist grundlegend „reguliert“ – Algorithmen und „Compliance-Regeln“ stufen herrschaftskritische Inhalte herab – ohne dass die Nutzer es merken.

Der DSA verpflichtet Plattformen, „Risiken für den demokratischen Diskurs zu mindern“ – eine vage Formulierung, die alles von Gewaltaufrufen bis zu Regierungskritik umfassen kann. Um Strafen zu vermeiden, filtern Konzerne automatisch kontroverse Beiträge zu Themen wie Ukrainekrieg, Energiekrise oder Migration. Das Ausmaß ist enorm: Allein im zweiten Quartal 2025 hat die EU-Kommission mehr als 29 Millionen Beiträge registriert, die von den Plattformen gelöscht oder in ihrer Reichweite „angepasst“ wurden. Die NachDenkSeiten schreiben dazu:

„Die meisten davon waren keine Fake-News-Kampagnen aus Russland, sondern normale Beiträge europäischer Nutzer, Kommentare, Reportagen, Analysen, die in Themenfelder fielen, die als ‚empfindlich‘ gelten: Ukrainekrieg, Energiekrise, Impfpolitik, Migration. Die Inhalte sind nicht weg, sie sind nur nicht mehr da.“

Unbequeme Plattformen werden in ihrer Reichweite zurückgedrängt, für die Masse unauffällig, während staatsfinanzierte Medien, ob privat oder öffentlich-rechtlich, im Netz priorisiert werden. Der Diskurs im Netz wird verengt und vereinheitlicht – wer nicht nach Inhalten aktiv sucht, die den orthodoxen Erzählungen widersprechen, findet sie nicht. Und wenn er sie findet, folgt gleich eine Heerschar angeblicher „Faktenchecker“, die die Plattformen als „unseriös“, „fragwürdig“ oder gar „gefährlich“ einstufen. Ihre Botschaft: Öffne diese Medien am besten nicht!

Ein Bericht des European Digital Media Observatory erklärt die Verknüpfung von Faktenchecks mit DSA-Algorithmen: Eine Markierung als „irreführend“ reduziert Sichtbarkeit europaweit, ohne Anhörung. Ein Mechanismus, der schon lange angewendet wird – staatsfinanzierte Faktencheckportale als Beamte eines Wahrheitsministeriums. Dies dürfte ihre Wirkung auch hinein in den Mainstream entfalten. Soll man sensible Themen wie NATO-Kritik oder Pharmalobbys meiden, aus Angst vor Unsichtbarkeit?

Der Mainstream profitiert von dieser Struktur, da sie als „reliable sources“ bevorzugt werden und Konkurrenz ausschalten. Dazu kommt ein Urteil aus Berlin: Das die Löschung von Kritik an der WHO und Gesundheitsbehörden erlaubt – unabhängig davon, ob die Kritik wahr oder falsch ist. Die Grundlage bietet der DSA. TKP hat berichtet.

Die Folgen des DSA sind messbar: Zahlreiche kleine Redaktionen berichten über massiven Reichweitenverlust in den letzten Jahren, besonders seit 2025. Die European Federation of Journalists dokumentierte über 80 Fälle, in denen unabhängige Online-Magazine in Europa ihren Betrieb einstellen mussten, weil ihre Inhalte kaum noch auffindbar waren. „In Deutschland traf es vor allem spendenfinanzierte Projekte, die keine Werbung schalten. In Frankreich, Italien und den Niederlanden betrifft es zunehmend Investigativ-Blogs, die über Lobbyismus oder Energiepolitik berichten. Sie wurden nicht verklagt, nicht verboten, nicht bedroht, sie sind einfach weg. Unsichtbarkeit ist die effizienteste Form der Ausschaltung, weil sie keine Gegner hinterlässt“, kommentieren die NachDenkSeiten weiter. Der DSA wirkt.


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6 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 26. Oktober 2025 um 21:38 Uhr - Antworten

    Erderwärmung bescherte Römischem Reich fette Jahre
    Olivenbäume, Weinreben und anderes, was man eher aus wärmeren Regionen kennt, warf vor 2000 Jahren auf britischem Boden Erträge ab. Tacitus (58-117), der so akkurate römische Historiker, hat es der Nachwelt überliefert.
    2015
    https://www.welt.de/geschichte/article149773123/Erderwärmung-bescherte-Roemischem-Reich-fette-Jahre.html

    Dank mildem Klima zur Weltmacht: Römisches Reich blühte erst mit „Klimawandel“ richtig auf
    2019
    https://www.epochtimes.de/panorama/wissen-genial/klima-erderwaermung-roemische-reich-politischen-aufstieg-a3010128.html

    Im Mittelalter wuchsen in Deutschland Zitronenbäume. In England wurden ebenfalls Wein und Olivenbäume angebaut. Es war wärmer als heute, Mittel- und Nordeuropa hatte seine Blütezeit!
    Quelle: TERRA-X 26.08.2023
    24.50min-25.50min

    https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/wein-eine-geschichte-durch-die-jahrtausende-doku-100.html

    Alps were Ice-Free around 3,350 Years Ago, According to the Peer-Reviewed Literature Published in ‚Nature‘
    2023_05_28
    https://fackel.substack.com/p/alps-were-ice-free-around-3350-years

    Alpengipfel waren vor 6000 Jahren bis hoch hinauf eisfrei
    2020_12_17
    https://www.swissinfo.ch/ger/alpengipfel-waren-vor-6000-jahren-bis-hoch-hinauf-eisfrei/46231498
    New glacier evidence for ice-free summits during the life of the Tyrolean Iceman
    2020_12_17
    https://doi.org/10.1038/s41598-020-77518-9

    Great Barrier Reef heute so warm wie 1700
    2024_08_07
    https://doi.org/10.1038/s41586-024-07672-x

    Gletscherschmelze legt Römerzeit-Siedlungen und Weltkriegsbomber frei
    2024_09_10
    https://www.derstandard.de/story/3000000235733/gletscherschmelze-legt-roemerzeit-siedlungen-und-weltkriegsbomber-frei

    Alpen bereits vor 6.000 Jahren eisfrei
    2020_12_20
    https://www.epochtimes.de/panorama/natur/alpen-bereits-vr-6-000-jahren-eisfrei-a3406529.html

    Eisfreie Alpen zu Ötzis Zeit_ Ein Realitätscheck
    2024_09_26
    https://tkp.at/2024/09/26/eisfreie-alpen-zu-oetzis-zeit-ein-realitaetscheck/

    Melting Glacial Ice in Norway Reveals Intact Bronze-Age Arrow
    “Most of the ice here in Norway will be gone in this century. You can say that we are melting back in time,” said archaeologist Lars Holger Pilø.
    2023_09_26
    https://hyperallergic.com/846838/melting-glacial-ice-in-norway-reveals-intact-bronze-age-arrow/

    Gegen die Klimalüge: Eisschmelze in Rocky Mountains gibt 5.900 Jahre alten Wald frei
    2025_03_05
    https://report24.news/gegen-die-klimaluege-eisschmelze-in-rocky-mountains-gibt-5-900-jahre-alten-wald-frei/

  2. Patient Null 25. Oktober 2025 um 13:02 Uhr - Antworten

    Test

    • Patient Null 25. Oktober 2025 um 13:06 Uhr - Antworten

      Jetzt wirds wirklich komisch.

      Wenn ich einen test Kommentar abschicke erscheint der hier. Wenn ich meinen Kommentar zum Artkel abschicke steht hier „Kommentar gesendet“ aber er erscheint nicht. Mehrmals getestet.

      • Thomas Oysmüller 27. Oktober 2025 um 9:33 Uhr

        Ich hoffe es funktioniert jetzt wieder. Entschuldigung, aber wir haben keine Redaktion im Hintergrund und wir müssen die Kommentare ein bisschen regulieren und da kann es passieren, dass die falschen dann manuell freigegeben werden müssen. Sollte es weiter nicht funktionieren schreiben Sie mir am besten eine Mail. LG

    • Patient Null 25. Oktober 2025 um 13:08 Uhr - Antworten

      Da das instant erfolgt kanns eigentlich nur eine KI sein die das entscheidet. Bei WordPress.com anscheinend ?

      • Patient Null 25. Oktober 2025 um 13:33 Uhr

        Gefüttert vom DSA …

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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