Islam drängt in britische Politik

20. Oktober 2025von 3 Minuten Lesezeit

Das neu gegründete „Muslim Impact Forums“ soll Muslime den Einstieg in die britische Politik erleichtern – um den Rechtspopulismus zu stoppen.

Großbritannien steht innenpolitisch vor einer Wende: Die Partei Reform UK von Nigel Farage liegt in den Umfragen deutlich vorne und dürfte die nächste Wahl mit ziemlicher Sicherheit gewinnen. Zudem gibt es auf der Straße eine migrationskritische Massenbewegung, die auch sonst mit der linksliberalen Mainstream-Politik bricht. Das Muslim Impact Forum will gegen diese Wende auftreten.

Die neue Organisation wurde Ende September im Palestine House im Zentrum Londons gegründet. Ihr Ziel ist es, britischen Muslimen den Einstieg in die Politik erleichtern. Unter anderen wurde  die Organisation vom ehemaligen schottischen Ministerpräsidenten Humza Yousaf ins Leben gerufen.

Ziel ist es, „muslimische Führungskräfte, Fachwissen und Ressourcen aus den Bereichen Philanthropie, Wirtschaft, Wissenschaft und Geopolitik miteinander zu verbinden”. Es strebt die „gemeinsame Entwicklung von Lösungen für globale Herausforderungen“ an, damit „muslimische Führungskräfte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung globaler Strategien für sozialen Wandel spielen können“.

Die Organisation dürfte bestens vernetzt sein und vor allem von der Türkei und Katar, den Zentren der Muslimbrüderschaft, gefördert sein. Im April hatte man ein Treffen in Istanbul, an dem auch die First Lady der Türkei, Emine Erdogan, teilnahm. Katars ökonomischer Einfluss auf London und Großbritannien ist bekannt. Die mächtigen (staatlichen) Netzwerke hinter dem Forum hat ein britischer Journalist unter die Lupe genommen. 

Man beteuert, dass es nicht „um eine muslimische Agenda. Es geht darum, gute Menschen in Machtpositionen zu bringen.“ So sollten „talentierte Muslime“ gefördert werden, in die Politik zu gehen.

An den berühmten Roman von Michel Houllebecq muss man jedenfalls denken. Darin haben sich linke Kräfte den muslimischen Kräften zugewendet, um Le Pen in Frankreich zu verhindern. Bei der Gründung der Organisation warnte man vor der wachsenden Popularität von Nigel Farages und seiner Partei Reform UK. Für Yousaf eine „abscheuliche“ Politik Die Gründung ist eine direkte Reaktion darauf:

„Wir können entweder den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass sich die Lage beruhigt … oder wir können das tun, was meiner Meinung nach die MIF versucht, nämlich zu sagen, dass wir nicht passiv bleiben werden.” Nicht nur Muslime hätten „Angst, sondern auch viele andere Briten: „Bis zur nächsten Wahl sind es noch vier Jahre, das sollte uns genügend Zeit geben, uns zu organisieren.“

Man streckt die Hand Richtung Sozialdemokratie aus: „Die Labour-Regierung sollte mit dem MCB [Muslim Council of Britain] zusammenarbeiten“, sagte Yousaf. „Der MCB hat seine Herausforderungen – sogar seine Fehler. Aber angesichts der Tatsache, dass sie seit so langer Zeit eine Institution innerhalb der muslimischen Gemeinschaft sind, sollte man zumindest mit ihnen zusammenarbeiten … ebenso wie mit der Vielzahl anderer muslimischer Organisationen.“

Bei der Gründung weist man auch auf die ökonomische Stärke der britischen Muslime hin: „Der Beitrag der Muslime zur britischen Wirtschaft beläuft sich auf über 70 Milliarden Pfund pro Jahr“, sagt ein pakistanisch-britischer Professor. „Das ist mehr als der Westen Englands.“ In England gibt es mittlerweile über 1000 Moscheen und über vier Millionen praktizierende Muslime: Eine Massenbasis, von der Linke nur träumen können. Die massive soziale Bewegung, die Millionen auf die Straßen Londons gebracht hat und von Tommy Robinson angeführt wird, gilt explizit als islamkritisch.

Bild „London Muslim Centre Sign“ by FarzanaL is licensed under CC BY-NC 2.0.

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3 Kommentare

  1. Jurgen 20. Oktober 2025 um 13:04 Uhr - Antworten

    Was ein ausgemachter Blödsinn! Seit wann hat das Parlament in England groß etwas zu sagen? Erinnert mich an „den gespielten Witz“ zum Schluß: haste ne Flasche für die Pommes dabei?

  2. Glass Steagall Act 20. Oktober 2025 um 12:26 Uhr - Antworten

    Das ist genau die kulturelle und politische Zersetzungspolitik, die die Machteliten schon seit seit Jahren planen und durchführen! Solange sich die Bürger aus verschiedenen Nationen gegenseitig bekämpfen, solange können die Machteliten ihren Plan zu einer neuen Weltordnung ungestört durchführen! In der Politik soll es vor allem das rechte Lager klein halten und nationale Strömungen blockieren!

    • rudifluegl 21. Oktober 2025 um 4:46 Uhr - Antworten

      Na was! No Na net?
      Seit wann korrumpiert man die, die eh auf der für die neoliberalen genehmen Seite stehen.
      Schlimm wären für die höchsten Strömungen in Richtung weitgehend autarker Regionalität.
      In Richtung selbstverwalteter Einheiten die nichts über sich haben wollen, außer notwendiger Lakaien, Dienstanbieter, die sich um notwendiges kümmern und Grundprinzipien, Normierungen anbieten, die dem Leben der Menschen in den Regionen dient. Dafür kriegen sie Kohle und dürfen in den Regionen mitnaschen.
      Schlicht die Systeme statt auf dem Kopf auf die Füße gestellt. Leopold Kohrs menschliches Maß.
      Ein Kohr sind 22 Kilometer sollte zu denken geben!
      Mit Nationen die meist ohnehin zu groß sind zu viel Anonymität aufweisen, sind die eh immer gut gefahren.
      Seit wann glauben Bürger ihren Willen mittels Nationen, besser umgesetzt zu sehen?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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