US-Gesandter Barrack bricht Besuch im Südlibanon angesichts von Protesten vorzeitig ab

28. August 2025von 2,2 Minuten Lesezeit

Demonstranten in mehreren Gebieten des Südens zwingen den US-Politiker zum Rückzug. Sie wehren sich auch gegen die Vertreibung durch die geplante „Trump Wirtschaftszone“ im Südlibanon.

Der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, sorgt weiterhin für Schlagzeilen im Libanon. Vorgestern war es wegen seiner scharfen Kritik an libanesischen Journalisten als „tierisch” bei einer Pressekonferenz in Beirut, gestern war es während seiner geplanten Reise in den Südlibanon. Barrack flog mit dem Hubschrauber in die Region und landete auf dem Militärstützpunkt in Marjayoun. Von dort aus sollte er mehrere Grenzdörfer besuchen, doch in einigen von ihnen waren bereits Proteste ausgebrochen, in denen er als unerwünscht bezeichnet wurde.

Demonstranten an einem der Orte sprühten „Barrack ist ein Tier“ auf den Asphalt einer Kreuzung und bezogen sich damit auf die gestrige Verurteilung der Reporter. Die Grenzstadt Khiam war einer der wichtigsten Orte der Proteste, die sich jedoch bis zur Stadt Tyros an der Küste und noch innerhalb der Zone der UNIFIL-Mission  erstreckten.

Es ist nicht verwunderlich, dass es in solchen Dörfern zu Protesten kam, da der Plan zur Schaffung einer „Trump-Wirtschaftszone” im Südlibanon die vollständige Zerstörung dieser Dörfer, die Vertreibung der gesamten Bevölkerung und die Schaffung eines vage definierten, von der Regierung betriebenen Industriegebiets an ihrer Stelle vorsieht.

Obwohl er die Dörfer, die die USA im Rahmen dieses Vorhabens zerstören wollen, nicht vor Ort besuchen konnte, konnte Barrack die israelischen Besatzungsgebiete im Südlibanon aus der Luft begutachten.

Die Einheimischen bestanden darauf, dass der Libanon selbst über die Zukunft des südlichen Teils des Landes entscheiden sollte, der noch immer unter den anhaltenden israelischen Angriffen und den Folgen der Invasion im letzten Jahr leidet, und nicht die Vereinigten Staaten.

Da Barracks Besuch unmittelbar nach den Gesprächen der USA mit Israel zu diesem Thema stattfand, wurde erwartet, dass er Einzelheiten darüber bekannt geben würde, was Israel genau angeboten hatte. Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri sagte jedoch, dass keine solchen Einzelheiten genannt worden seien und dass sie von Israel praktisch nichts erhalten hätten, sondern nur weitere Forderungen von Barrack.

Bild: Demonstranten im Südlibanon protestieren gegen den geplanten Besuch von Tom Barrack | Bild von X

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Ein Kommentar

  1. therMOnukular 28. August 2025 um 10:53 Uhr - Antworten

    Ich würde den Trottel in einen schwarzen Schiffcontainer werfen und in die libanesische Sonne stellen. Seine Kooperationsbereitschaft und Freundlichkeit dürfte dann minütlich wachsen.

    Es ist einfach wieder an der Zeit, dass diese Herrenmenschen eins auf die Glocke bekommen. Lernen werden’s zwar wieder nix draus, aber zurückhalten für ein paar Jahre….

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