Datenkrake Palantir – mächtige Software für den Überwachungsstaat

29. Juli 2025von 4,3 Minuten Lesezeit

Die CIA kann ohne sie nicht arbeiten. Das Pentagon kann ohne sie nicht funktionieren. Und die Wall Street kann ohne sie keine Geschäfte machen. Dennoch haben die meisten Menschen keine Ahnung, was Palantir hinter verschlossenen Türen tut.

Hier eein Überblick, wie die US-Regierung einem 300-Milliarden-Dollar-Überwachungsunternehmen erlaubt hat, jeden Ihrer Schritte zu verfolgen. Palantir ist das mächtigste Unternehmen, von dem kaum jemand gehört hat. Sein Gründer, der Deutsche Peter Thiel, ist Förderer von Politikern wie US-Vizepräsident J.D. Vance und zieht gescheiterte Politiker wie Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz und die frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas an.

Software von Palantir wird eingesetzt, um:

  • Terroristen zu jagen
  • Kriege vorherzusagen
  • Mitarbeiter auszuspionieren
  • Unfälle zu verhindern
  • F1-Rennen zu gewinnen
  • Der IAEO zu helfen, den Iran auszuspionieren
  • Personen gezielt zu töten
  • Kriege zu führen

Alles begann nach dem 11. September. Peter Thiel hatte eine Mission:

Eine Software zu entwickeln, die Terroristen stoppt, bevor sie zuschlagen. Risikokapitalgeber hielten das für paranoid. Zu riskant. Zu seltsam.

Dann sprang die CIA mit 2 Millionen Dollar ein. Der erste Kunde von Palantir war der amerikanische Geheimdienst.

Was macht Palantir also eigentlich?

Es verfolgt alles: Telefonprotokolle. Inhalte. Kfz-Kennzeichen. Bankunterlagen. Überwachungsdaten.

Dann findet es versteckte Muster. Und sagt voraus, was Sie tun werden, bevor Sie es tun.

Palantir verkauft drei Produkte. Und alle sind erschreckend leistungsstark.

Gotham: für Militär, Polizei und Geheimdienste. Es ist wie ein Google für Spione.

Es kann:

  • Terroristennetzwerke kartografieren
  • Ziele in Echtzeit verfolgen
  • Verborgene Beziehungen aufdecken

Diese Software hat dazu beigetragen, Osama bin Laden aufzuspüren.

Mosaic: Ursprünglich wurde diese Produkt entwickelt um Angriffsziele für das US-Militär im Irak ausfindig zu machen.

Seit 2015 stützt sich auch die IAEO auf die Plattform Mosaic, ein 50 Millionen Dollar teures KI-System, das 400 Millionen Datenpunkte – Satellitenbilder, Social Media, Personalprotokolle – auswertet, um nukleare Bedrohungen vorherzusagen,

Israel benutzt es um Ziele in Palästina und den Nachbarländern Libanon, Syrien, Irak aber auch im Iran ausfindig zu machen und zu bombardieren.

Foundry:

Es vereint all Ihre unübersichtlichen internen Daten. Finanzen, Logistik, Personalwesen und Lieferkette in einer einzigen Oberfläche. Dann können Unternehmen auf Basis dieser Daten Apps entwickeln.

  • Airbus nutzt sie, um Ausfälle vorherzusagen.
  • Ferrari nutzt sie, um Rennen zu gewinnen.
  • Krankenhäuser nutzen sie, um den Bedarf an Intensivbetten zu prognostizieren.

Aber nicht alle Anwendungsfälle sind so humanistisch.

2012 ging Palantir eine Partnerschaft mit der Polizei von New Orleans ein. Sie werteten Verhaftungsprotokolle und Bandenzugehörigkeiten aus.

Dann markierten sie still und leise Personen als „hochriskant“ für zukünftige Straftaten. Keine Aufsicht. Keine Zustimmung.

Auch die deutsche Polizei nutzt es.

JPMorgan nutzte Palantir, um Mitarbeiter auszuspionieren. E-Mails, Web-Browsing, Ausweis-Scans, Telefonanrufe. Sogar Führungskräfte wurden ohne Genehmigung überwacht. Nichts innerhalb des Gebäudes war privat.

Palantir ist nicht nur Überwachung für Regierungen. Es ist Überwachung für alle.

Das Verrückte daran: Palantir war 17 Jahre lang nicht profitabel. Aber jetzt?

Es ist 300 Milliarden Dollar wert. So viel wie die Bank of America. Und es ist tief in Krankenhäusern, Militär und Bundesbehörden verankert.

Im März 2025 unterzeichnete Trump eine Durchführungsverordnung. Alle Bundesbehörden müssen nun ihre Daten weitergeben. Steuerunterlagen, Gesundheitsdaten, Einwanderungsakten, Überwachungsprotokolle.

Palantirs Foundry integriert alles. Amerika wird zu einer riesigen Datenbank. Und die Wall Street liebt es.

Die Palantir-Aktie übertrifft den S&P 500. Investoren sehen darin nicht nur ein Technologieunternehmen, sondern eine neue Art von Infrastruktur.

Es handelt sich nicht mehr um ein umstrittenes Start-up-Unternehmen …

Es ist das Rückgrat der amerikanischen Überwachungsmaschinerie. Und von Deutschland. Und der von internationalen Organisationen wie der IAEO. Und von welchen Organisationen noch?

Palantir wurde so zu einem zentralen Instrument der Globalen Governance, weit außerhalb jeglicher demokratischer Kontrolle.

Übrigens – die Verwendung von Bargeld ist auch für Palantir nicht verfolgbar.

Einen hervorragenden Einblick wie die Überwachung funktioniert und auf welchen Grundlagen sie beruht gibt das Buch  von Shoshana Zuboff „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismu„.


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