Deutschland plant Kauf von weiteren amerikanischen Kampfjets

12. Juli 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Berlin soll den Kauf von 15 weiteren F-35-Kampfjets aus den USA vorbereiten. Verhandlungen laufen, der Kauf wird auch die europäischen Beziehungen trüben. Denn Pläne für europäische Kampfjets sind gescheitert.

Die Merz-Regierung dementiert zwar den Bericht, aber laut dem Politmagazin Politico will Deutschland seine amerikanisch ausgestattete Luftwaffe weiter aufstocken. Aktuell beschlossen ist der Kauf von 35 F-35-Kampfjets, nun sollen weitere 15 folgen. Eine Maschine kostet rund 100 Millionen Dollar (je nach Variante)

Die diskreten Verhandlungen werfen ein deutliches Schlaglicht auf die „Abkoppelung“ Europas von den USA: Es gibt sie nicht. Deutschland hat offenbar kein Interesse (oder darf nicht?) sich von den USA zu emanzipieren. Das Wettrüsten, das in Europa begonnen hat, hat vor allem einen großen Gewinner aus Übersee: die USA.

Die Verhandlungen sollen unter strengster Geheimhaltung laufen, denn sie sind politisch brisant und dürften europäische „Partner“ ziemlich verärgern. Sie befinden sich, so präzisierte Politico später, in einer „sehr frühen Phase“.

Der Ankauf würde eine schwere Niederlage für das Projekt „SCAF (Future Air Combat System)“ bedeuten, das zwischen Paris, Berlin und Madrid läuft. Es sollte die neue technologisch-militärische Souveränität der EU repräsentieren. Aber es dürfte scheitern. Am Mittwoch hatte Friedrich Merz erklärt, dass er beschlossen habe „diese Frage in den nächsten Monaten endgültig zu klären“, bevor er einräumte, dass „die Meinungsverschiedenheiten über die Zusammensetzung dieses Konsortiums noch nicht gelöst sind.“ Beobachter gehen davon aus, dass sich die Beziehungen zwischen Paris und Berlin unter Merz nur verschlechtern werden.

Darauf deutet auch der Politico-Artikel hin:

Jegliche Gespräche über ein neues F-35-Geschäft würden eine bemerkenswerte Veränderung für Berlin bedeuten, das sich öffentlich für das FCAS als eine Säule der europäischen Souveränität eingesetzt hat.

Die F-35 bietet Deutschland eine bewährte, nuklearfähige Plattform, die es ermöglichen würde, in Deutschland gelagerte US-Atombomben als Teil der NATO-Abschreckungsstrategie zu transportieren, und könnte bis 2027 einsatzbereit sein. Im Gegensatz dazu befindet sich das FCAS noch in einer frühen Entwicklungsphase, und ein Demonstrationsflug wird nicht vor 2028 oder 2029 erwartet.

[…]

Es wird erwartet, dass bei einem bilateralen Treffen zwischen Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron Ende des Monats in Berlin sowohl die festgefahrene Situation bei den F-35 als auch die allgemeine Richtung der europäischen Verteidigungszusammenarbeit erörtert wird.

In der Zwischenzeit wird sich der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius nächste Woche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth treffen. Es bleibt unklar, ob die F-35-Diskussion auf der Tagesordnung stehen wird.

Bild „F-35 Lightning II“ by blueforce4116 is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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4 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 12. Juli 2025 um 17:34 Uhr - Antworten

    Der reiche US-Investor befiehlt, der deutsche Kanzler folgt der US-NATO-Order und der deutsche Bürger darf erst einmal alles bezahlen! So funktioniert die finale Umverteilung von arm zu reich, auch bekannt unter der Bezeichnung „Die große Enteignung“! Ob dann eines Tages die Waffen auch benutzt werden, ist noch nicht eindeutig klar. Allerdings bringen die USA zumindest die Europäer in Stellung gegen Russland. Wenn dann der Befehl aus der neuen Welt kommt, dann hat sich Europa zu opfern, während man von den USA sich Popcorn bereit stellt, um das ganze aus der Entfernung zu genießen! Bis dahin heißt es für Europa, kriegstauglich werden und alles digitalisieren, damit nach der Zerstörung der „Shit-Reset“ eine neue Ära der Herrschaft der Machteliten einleiten wird und man dann ganz Europa einkassieren will.

    Hier noch drei Zitate von der Denkweise der Amerikaner im kalten Krieg. Das ist es, was uns auch heute erwarten wird!

    US-General Collins :
    „Es ist genug, dass wir Waffen liefern, unsere Söhne sollen nicht in Europa verbluten. Es gibt genügend Deutsche, die für unsere Interessen sterben könnten“
    (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine 24.10.1981)

    Henry Kissinger 1979 in Brüssel:
    „Ihr Europäer müsst schon verstehen, dass, wenn es in Europa zu einem Konflikt kommt, wir Amerikaner natürlich keineswegs beabsichtigen, mit euch zu sterben“
    (Unabhängige Nachrichten Bochum Nr. 8 1981)

    US-Konteradmiral Gene R. La Rocque:
    „Die Amerikaner gehen davon aus, dass der dritte Weltkrieg ebenso wie der erste und der zweite in Europa ausgefochten Wird“
    (FrankfurternRundschau,29.4.1981)

  2. therMOnukular 12. Juli 2025 um 13:42 Uhr - Antworten

    Ganz generell angemerkt, sollte die (westliche) Welt genau darauf achten, wie viele dieser „gekauften“ Waffen tatsächlich auch geliefert werden. Es ist amS davon auszugehen, dass der größte Teil „nur“ bezahlt wird, aber nie produziert (nur so kann es sein, dass zB ein Pentagon 2/3 seiner Ausgaben nicht belegen kann….)

    Alles, was den Zerfall dieser Gesellschaft beschleunigt, soll mir recht sein.

  3. Jan 12. Juli 2025 um 12:08 Uhr - Antworten

    Die Deutschen haben nach zwei verlorenen Weltkriegen den Tauruslieferanten gewählt, um einen Atomstaat anzugreifen und Deutschland radioaktiv zu verseuchen.

    An Stelle der Amis würde ich ebenfalls ein günstiges F-35-Angebot machen, mit ein wenig Bakschisch geht alles in Deutschland.

    Dann können die Amis die deutsche Luftwaffe fernsteuern und das Schlimmste abwenden.

  4. cwsuisse 12. Juli 2025 um 12:00 Uhr - Antworten

    Herr Bundeskanzler Merz dient halt amerikanischen Herren.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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