Friedensgespräche in Istanbul: Ein fragiles Unterfangen mit pessimistischen Aussichten

15. Mai 2025von 12,8 Minuten Lesezeit

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul sind fast garantiert zum Scheitern verurteilt, warnt der russische Journalist Vitaly Ryumshin in einem scharfen Kommentar Gazeta. Mit dieser düsteren Prognose beginnen heute die ersten direkten Gespräche zwischen den beiden Ländern seit über drei Jahren.

Ein historischer Moment, der die Welt in Atem hält. Unter der Moderation der Türkei, angeführt von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, treffen die Delegationen in einer Atmosphäre ein, die von Misstrauen, widersprüchlichen Interessen und geopolitischen Spannungen geprägt ist. Die Verhandlungen stehen vor enormen Herausforderungen: unvereinbare Positionen, eine chaotische Vorbereitung und konträre US-Vermittler.

Die Verhandlungen wurden durch einen überraschenden Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 12. Mai 2025 ausgelöst, der direkte Gespräche ohne Vorbedingungen forderte. Die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ihre Teilnahme zugesagt, doch Selenskyj besteht darauf, nur persönlich mit Putin zu verhandeln eine Forderung, die Russland als performative Geste bewertet.

Die Vereinigten Staaten, vertreten durch die konträren Gesandten Steve Witkoff und General Keith Kellogg, drängen auf Fortschritte, drohen aber bei ausbleibendem Erfolg mit einem Rückzug aus dem Prozess. Die Europäische Union, angeführt von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas fordert einen 30-tägigen Waffenstillstand und droht Russland mit weiteren Sanktionen, obwohl diese möglicherweise kaum noch umsetzbar sind. Der russische Analyst Ryumshin sieht in der europäischen Haltung ein zentrales Hindernis: Die Ukraine wird von der europäischen Troika‘ – Großbritannien, Frankreich, Deutschland unterstützt, die erfolgreich jede amerikanische Initiative für ein schnelles Ende des Konflikts blockiert.“ Diese Spannungen prägen die Ausgangslage, während die Welt auf einen möglichen Durchbruch hofft oder ein weiteres Scheitern fürchtet.

Die Voraussetzungen für die Gespräche sind alles andere als vielversprechend. Die ukrainische Position ist von Widersprüchen geprägt. Selenskyj unterstützt öffentlich einen vollständigen und bedingungslosen Waffenstillstand, wie er in den Sozialen Medien erklärte, doch Ryumshin wertet dies als taktisches Manöver: Selenskyjs Strategie ist, Trump gerade genug zu appeasieren, um seinen Zorn zu vermeiden, ohne sich zu Verpflichtungen für eine Friedenslösung zu binden.“

In einem Interview räumte Selenskyj ein, dass die seit 2014 verlorenen Gebiete wie die Krim oder Teile von Donezk und Luhansk militärisch nicht zurückzuerobern seien, lehnt aber ihre Anerkennung als russisch ab. Ein ukrainisches Gesetz von Oktober 2022 verbietet Verhandlungen mit Russland, doch Selenskyj umgeht dies, indem er sich selbst als alleinigen Verhandlungsführer definiert, wie Anti-Spiegel berichtet. Gleichzeitig zeigt die Ukraine militärische Aggression: Während einer russischen Waffenpause vom 8. bis 10. Mai 2025 griff sie ein russisches Grenzdorf an, was Ryumshin als Beleg für mangelnde Verhandlungsbereitschaft wertet.

Russland tritt mit einer klaren, aber kompromisslosen Haltung an. Putin fordert direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen: Ein strategischer Zug, um die europäische Forderung nach einem 30-tägigen Waffenstillstand zu umgehen, wie Anti-Spiegel analysiert. Ryumshin betont: „Russland hält die militärische Initiative und sieht keinen Grund, die Offensive für einen Waffenstillstand zu stoppen, nur um Trump einen diplomatischen Erfolg zu verschaffen.“ Die seit 2014 annektierten Gebiete sowie die seit 2022 eroberten Regionen wie Saporischschja betrachtet Russland als unverhandelbaren Teil der Föderation. Vorschläge wie Kelloggs Idee, westliche Truppen in der Ukraine zu stationieren, werden kategorisch abgelehnt.

Wladimir Putin werde nicht nach Istanbul reisen, das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Wie die russische Nachrichtenseite Ukrainska Pravda weiter berichtete, wurde die Liste der Verhandler von Putin selbst am Mittwochabend (14. Mai) genehmigt. Die mehrköpfige Delegation Moskaus werde von seinem Berater Wladimir Medinski angeführt, was Ryumshin als Signal für eine nüchterne, nicht hochrangige Strategie interpretiert, auch wenn er zwei andere Kandidaten für die Verhandlungen in Erwägung zog: „Putin hat keinen Grund, sich auf performative Diplomatie einzulassen, sondern fokussiert sich auf konkrete Vertragsverhandlungen, wenn der Moment günstig ist.

Die Vereinigten Staaten spielen eine zentrale, aber ambivalente Rolle. Steve Witkoff, Sondergesandter Trumps, plädiert für einen sofortigen Waffenstillstand und direkte Verhandlungen – eine Position, die russischen Interessen nähersteht. General Keith Kellogg hingegen vertritt eine pro-ukrainische Linie – er schlägt die Stationierung westlicher Truppen westlich des Dnjepr vor und fordert die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja. Vorschläge, die Russland wiederum als Provokation ansieht. Diese Widersprüche spiegeln Trumps unkonventionelle Diplomatie wider, die bewusst Verwirrung stiftet, um Flexibilität zu schaffen. Der US-Analyst Gilbert Doctorow kritisiert diese Taktik der Verwirrung“ als ineffektiv, verweist aber auf Trumps Erfolg bei einem indisch-pakistanischen Waffenstillstand als Hoffnungsschimmer: Trumps unvorhersehbare Art könnte einen Durchbruch erzwingen oder ein Fiasko verursachen, sagte er in einem Interview mit Judge Napolitano. Ryumshin sieht hierin einen Versuch, einen diplomatischen Sieg ohne echte Kompromisse zu erzwingen.

Insbesondere für die deutsche Bevölkerung könnten sich einige Irritationen verstärken, da ihnen über die hiesigen Medien Informationen verschwiegen werden. Während der russischen Waffenpause griff die Ukraine zum Beispiel ein Grenzdorf an, doch Medien wie Focus berichteten stattdessen über russische Angriffe auf Sumy, was den Eindruck erweckte, Russland habe die Waffenruhe gebrochen. Selenskyjs Drohung, Moskau während der Siegesfeierlichkeiten anzugreifen, wurde ebenso ignoriert, wie auch das ukrainische Verhandlungsverbot von 2022, das Selenskyjs Position komplizierte.

Ryumshin kritisiert zwar nicht direkt die Medien, spricht aber vom Mediaraum-Hype, der unrealistische Erwartungen schüre und die Aussichtslosigkeit der Gespräche verschleiere. Und er ist mit seiner Sicht auf die Dinge nicht allein. Ein einflussreicher Experte der RAND-Corporation, Samuel Charap veröffentlichte kürzlich mit seinem Kollegen Sergey Radchenko im Magazin Foreign Affairs einen bemerkenswerten Artikel. Darin stimmte er der russischen Sicht zu, dass Russland eine endgültige Lösung und kein Einfrieren des Konflikts will, der dann später jederzeit wieder ausbrechen könnte. Diesen entscheidenden Teil der Verhandlungsgrundlage Russlands schien Charap nachvollziehen zu können. Denn, um erfolgreich zu sein, müssen Verhandlungen sowohl den Prozess der Beendigung der Kampfhandlungen als auch die Ausgestaltung der Sicherheit in der Nachkriegsordnung behandeln. In Istanbul im Jahr 2022 konzentrierten sich die ukrainischen und russischen Unterhändler fast ausschließlich auf Letzteres.

Um die Verhandlungen verständlich zu machen, lohnt ein Blick auf diplomatische Gepflogenheiten, illustriert durch historische Beispiele. Die Dayton-Verhandlungen von 1995 beendeten den Bosnienkrieg nach dreieinhalb Jahren. Vom 1. bis 21. November 1995 (22 Tage) verhandelten die Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosniens unter US-Vermittlung in strenger Klausur auf einer Militärbasis in Ohio. Die USA, angeführt von Richard Holbrooke, setzten die Parteien unter Druck, indem sie den Kontakt zur Außenwelt begrenzten. Das Abkommen, am 14. Dezember 1995 in Paris unterzeichnet, schuf einen dezentralisierten Staat mit zwei Entitäten, überwacht von einer NATO-Truppe. Dayton zeigt, dass intensiver Druck Fortschritte erzwingen kann, doch die ethnische Teilung schuf langfristige Spannungen.

Die Minsk-Abkommen von 2014 und 2015 sollten den Konflikt in der Ostukraine lösen. Minsk I scheiterte an fehlender Umsetzung, Minsk II brachte einen brüchigen Waffenstillstand. Verhandelt wurde unter OSZE-Vermittlung mit Deutschland und Frankreich als Garanten, doch mangelndes Vertrauen, unklare Überwachungsmechanismen sowie die Zurückhaltung von Kanzlerin Merkel und Präsident Holland hrten zum Scheitern. Minsk unterstreicht die Notwendigkeit klarer Strukturen, die in Istanbul fehlen könnten.

Das Iran-Atomabkommen (JCPOA) von 2013 bis 2015 zeigt, wie langwierige Verhandlungen komplexe Konflikte lösen können. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Russland, China und Iran einigten sich nach zwölf Jahren Konflikt am 14. Juli 2015 in Wien auf eine Reduzierung der iranischen Nuklearaktivitäten gegen Sanktionserleichterungen, überwacht von der IAEA, wie bpb.de erläutert. Der JCPOA beweist, dass Geduld Fortschritte bringt, doch externe Faktoren wie der US-Austritt 2018 gefährden solche Abkommen.

Basierend auf diesen Beispielen könnte der Verhandlungsprozess in Istanbul folgendermaßen ablaufen. In der Vorbereitungsphase, bereits vor dem 15. Mai, führten türkische Vermittler Sondierungsgespräche, um die Tagesordnung etwa Waffenstillstand oder Gebietsfragen zu klären. Die Delegationen für Russland und für die Ukraine erstellten Positionspapiere, während öffentliche Rhetorik wie Trumps Ultimatum die Verhandlungspositionen stärkt.

Am ersten Tag eröffnet Erdoğan die Gespräche mit einem Appell an den Frieden, gefolgt von Statements der Delegationen: Selenskyj fordert einen Waffenstillstand, Russland einen Vertrag. Bilaterale Gespräche, etwa zwischen Witkoff und Medinski, sondieren Kompromisse.

In den folgenden Tagen diskutieren Arbeitsgruppen Themen wie humanitäre Korridore oder die Kontrolle von Saporischschja, während türkische Vermittler zwischen den Parteien pendeln. Krisen, etwa durch russische Ablehnung westlicher Truppen, könnten Pausen erzwingen. Am vierten Tag oder später könnte ein Rahmenabkommen für einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand entworfen werden, doch Streitpunkte wie Gebietsfragen würden an spätere Runden delegiert. Bei Stagnation könnten möglicherweise der türkische Präsident Erdoğan oder der Präsident Brasiliens, Luiz Inacio Lula da Silva eingreifen, der sich in einem Telefongespräch mit Wladimir Putin angeboten hatte, wie Reuters berichtet, um zur Verständigung zwischen Russland und der Ukraine beizutragen. Die Ergebnisse werden vage formuliert, um Gesichtsverluste zu vermeiden, und internationale Beobachter wie die UNO würden die Umsetzung überwachen.

Ryumshin warnt jedoch, dass die chaotische Vorbereitung unklare Tagesordnung, widersprüchliche Ziele an frühere gescheiterte Waffenstillstände wie den Waffenstillstand der Marine, das Moratorium für Energieinfrastruktur und die ‚Ostern-’ und ‚Sieg-Feiertage’ erinnere, die an fehlenden Dokumenten und Überwachungsmechanismen zerbrachen. Gilbert Doctorow betont, dass Trumps unkonventionelle Taktik entweder einen Durchbruch oder ein Fiasko bringen könnte.

Die Verhandlungen stehen vor zahlreichen Hürden. Erstens bleibt der Waffenstillstand umstritten: Die Ukraine und die EU fordern 30 Tage Waffenruhe, Russland lehnt Vorbedingungen ab. Ryumshin sieht hierin ein taktisches Spiel, bei dem beide Seiten die Schuld für ein Scheitern der anderen zuschieben wollen. Zweitens sind die Gebietsfragen offensichtlich unlösbar, da die Ukraine russische Eroberungen nicht anerkennt und Russland sie als unverhandelbar betrachtet. Drittens untergräbt die widersprüchliche US-Vermittlung durch Witkoff und Kellogg die Glaubwürdigkeit – Doctorow spricht daher von einem diplomatischen Chaos. Viertens würde auch eine europäische Teilnahme von Russland als Einmischung wahrgenommen, Ryumshin kritisiert die Troika“ als Bremsklotz. Und Fünftens sind die Vorschläge von Kelloggs, westliche Truppen in der Ukraine zu stationieren, für Russland inakzeptabel. Alles in allem sind dies äußerst schwierige Voraussetzungen, die die Gespräche sogar zum Scheitern verurteilen könnten.

Trotz der düsteren Prognose bieten die Gespräche in Istanbul eine seltene Chance, den Dialog in einem seit Jahren festgefahrenen Konflikt wieder aufzunehmen. Die Türkei als neutraler Akteur, Trumps unvorhersehbare Diplomatie und die professionelle Struktur könnten kleine Fortschritte ermöglichen, wie Dayton zeigte.

Ryumshin bleibt jedoch skeptisch: Die Parteien antizipieren die Ergebnislosigkeit und spielen auf Zeit.“ Doctorow hält einen Durchbruch für möglich, wenn Trump die Verhandlungen persönlich steuert. Auch könnten sich die BRICS-Staaten für Grenzkontrollen einbringen, sollte über Truppen in der Ukraine gesprochen werden. Denn für einen dauerhaften Frieden müssen die Gebietsfragen, Sicherheitsgarantien und externe Einflüsse geklärt werden ein Prozess, der Jahre dauern könnte, wie das Iran-Atomabkommen zeigte.

Doch die Realitäten sind ernüchternd: Russland, gestärkt durch seine militärisch führende Position, sieht derzeit wenig Anlass, substanziellen Zugeständnissen zuzustimmen, während die Ukraine, unterstützt von westlichen Partnern, auf maximalistische Positionen beharrt, die kaum mit Moskaus Forderungen vereinbar sind.

Die Sichtweisen beider Seiten geprägt von tiefem Misstrauen und gegensätzlichen Zielen lassen einen Durchbruch in naher Zukunft unwahrscheinlich erscheinen. Dennoch hängt ein Fortschritt von der Bereitschaft ab, pragmatische Kompromisse zu suchen und Vertrauen aufzubauen, wie es historische Beispiele wie Dayton oder das Iran-Atomabkommen gezeigt haben. Die Welt blickt gespannt und mit verhaltener Hoffnung auf Istanbul, doch Vitaly Ryumshins Worte hallen nach: Am Donnerstag kommt kein Friedensabkommen. Der Istanbuler Gipfel wird ein weiteres Kapitel im langen und zynischen Theater der Diplomatie sein.“ Ob die Gespräche dennoch den Grundstein für künftige Verhandlungen legen können, wird davon abhängen, ob die Parteien den Mut finden, über taktische Manöver hinauszugehen und echte Lösungen anzustreben.

Quellen und Anmerkungen:

1.) https://www.gazeta.ru/comments/column/articles/21035210.shtml; https://www.rt.com/russia/617543-russia-ukraine-istanbul-peace-talks/?utm

2.) https://www.diepresse.com/19594772/trump-droht-mit-rueckzug-der-usa-aus-ukraine-friedensverhandlungen

3.) https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/rubio-usa-frieden-ukraine-krieg-russland-100.html

4.) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/aussenpolitik-in-der-sackgasse-friedrich-merz-blamiert-sich-mit-ultimatum-an-putin-li.2324554

5.) https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100721504/russland-sanktionen-diese-massnahmen-planen-die-eu-staaten-aktuell.html

6.) https://www.fr.de/wirtschaft/eu-beharrt-auf-sanktionen-gegen-russland-nach-umschwung-von-putin-vertrautem-zr-93538053.html

7.) https://www.fr.de/wirtschaft/krieg-entscheiden-druckmittel-gegen-russlands-wirtschaft-eu-sanktionen-koennten-ukraine-zr-93730728.html

8.) https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/sahra-wagenknecht-%C3%BCber-neue-eu-sanktionen-gegen-russland-europ%C3%A4er-machen-sich-l%C3%A4cherlich/ar-AA1ELFjy

9.) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/selenskyj-ukraine-frieden-strategie-100.html

10.) https://www.tagesspiegel.de/internationales/lage-im-uberblick-selenskyj-gebietsabtretungen-nur-mit-erlaubnis-des-volkes-12123800.html

11.) https://www.kp.ru/online/news/6327089/

12.) http://kremlin.ru/events/president/news/76923

Delegation der Russischen Föderation für Verhandlungen mit der Ukraine: Medinsky V. – Berater des Präsidenten der Russischen Föderation (Leiter der Delegation), Galuzin M. – Stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation (Mitglied der Delegation), Kostyukov I. – Chef der Hauptdirektion des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation (Mitglied der Delegation), Fomin A. – Stellvertretender Verteidigungsminister der Russischen Föderation (Mitglied der Delegation); Genehmigung der folgenden Experten für die Verhandlungen mit der Ukraine: Zorin A. Erster stellvertretender Chef der Presseabteilung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation, Podobreevskaya E. – Stellvertretende Leiterin der Präsidialverwaltung der Russischen Föderation für Staatspolitik im humanitären Bereich, Polischuk A. Direktor der Zweiten Abteilung für die GUS-Staaten des russischen Außenministeriums, Schewtsow V. – Stellvertretender Leiter der Hauptdirektion für internationale militärische Zusammenarbeit des russischen Verteidigungsministeriums

13.) https://deutsch.news-pravda.com/world/2025/05/11/373972.html

14.) https://www.fr.de/politik/russland-ukraine-annexion-news-krieg-putin-besetzte-gebiete-donezk-zr-91814566.html

15.) https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article256099762/Ukraine-und-Europaeer-pochen-auf-Feuerpause-vor-Verhandlungen.html

16.) Foreign Affairs: Experte der RAND-Corporation Samuel Charap und Sergey Radchenko: : In Teilen könnte man sagen, dass er die russische Position übernommen hat, die in erster Linie lautet, dass Russland eine endgültige Lösung und kein Einfrieren des Konflikts will, der dann später jederzeit wieder ausbrechen könnte. Diesen Teil scheint Charap verstanden zu haben. Um erfolgreich zu sein, müssen Verhandlungen sowohl den Prozess der Beendigung der Kampfhandlungen als auch die Ausgestaltung der Sicherheit in der Nachkriegsordnung behandeln. In Istanbul im Jahr 2022 konzentrierten sich die ukrainischen und russischen Unterhändler fast ausschließlich auf Letzteres: https://www.foreignaffairs.com/united-states/why-peace-talks-fail-ukraine

17.) https://www.handelsblatt.com/dpa/russland-bekraeftigt-anspruch-auf-atomkraftwerk-saporischschja/30271300.html

18.) Bezug: General Keith Kellogg schlägt die Stationierung westlicher Truppen westlich des Dnepr vor und fordert die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja, Vorschläge, die Russland als Provokation ansieht: https://www.n-tv.de/politik/US-Sondergesandter-will-die-Ukraine-absichern-wie-Berlin-article25700401.html; https://www.foxnews.com/video/6365051916112

19.) Interview mit Judge Napolitano, 14. Mai 2025: https://www.youtube.com/watch?v=hxF6Iq1YXQg; https://gilbertdoctorow.com/2025/05/14/transcript-of-judging-freedom-14-may-edition/

20.) https://de.wikipedia.org/wiki/Abkommen_von_Dayton;

21.) https://www.deutschlandfunk.de/dayton-abkommen-von-1995-ein-frieden-der-viele-konflikte-100.html;

22.) https://de.wikipedia.org/wiki/Protokoll_von_Minsk; https://de.wikipedia.org/wiki/Minsk_II

23.) https://www.handelsblatt.com/politik/international/erklaerung-von-minsk-im-wortlaut-vier-maechte-sollen-friedensplan-ueberwachen/11364196.html;

24.) https://anti-spiegel.com/2018/russland-muss-das-abkommen-von-minsk-erfullen-eine-analyse-des-abkommens/

25.) https://www.bpb.de/themen/naher-mittlerer-osten/iran/303542/das-internationale-atomabkommen-ein-erfolg-mit-verfallsdatum/

26.) https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/putin-reist-nicht-zu-ukraine-verhandlungen-nach-istanbul/ar-AA1ENxFK


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11 Kommentare

  1. Andreas I. 16. Mai 2025 um 9:08 Uhr - Antworten

    Hallo nochmal,
    zur strategischen Lage kommen noch die tagesaktuellen Ereignisse dazu.
    Am 12.5. hatte der russische Präsident direkte Gespräche ohne Vorbedingungen vorgeschlagen und am 13.5. versuchte Estland, in der Ostsee einen Tanker zu kapern. (Tanker unter der Flagge von Gabun, russische Besatzung, in inernationalen Gewässern, Kurs auf einen russischen Hafen)

    Die Details des Vorfalls sind auch vielsagend:
    Zwei estnische Patrouillienboote, zwei estnische Flugzeuge (PZL M28 und MiG-29) und ein estnischer Hubschrauber wollten den Tanker zwingen, anzuhalten und Anker zu werfen.
    Eine russische Su-35 kam zum Ort des Geschehens und zwang die estnischen Kräfte, sich zurückzuziehen.
    Und der Punkt ist m.E.:
    Die Russen nicht erst eine Drohne oder ein Aufklärungsflugzeug zur Beobachtung der Situation geschickt, abgewartet, die estnischen Kräfte den Tanker kapern lassen und dann danach mit Estland verhandelt, verbal rote Linien ausgesprochen …
    Die Russen haben gleich eine SU-35 (ein Kampfflugzeug) geschickt.

    Also:
    USA hat mit ernsthafter Verschärfung des Wirtschaftskrieges gegen Russland gedroht.
    Russland hat eine SU-35 geschickt und damit dieser Drohung eine klare Absage erteilt.
    Das sind, diplomatisch formuliert, sehr schwierige Bedingungen für Gespräche.

  2. Jurgen 15. Mai 2025 um 14:10 Uhr - Antworten

    Minsk 2 war eine vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete Aktion, die von Frankreich und Deutschland verraten wurde. Die Aufarbeitung durch Russland darf daher absolut niemanden verwundern, die komische, regelbasierte Haltung des Westens aber umso mehr. Das ist völlig alternativlose Marionettenpolitik à la Merkel gewesen, die an den Fäden der Alliierten (GB, USA) baumelte über den Kanzlervertrag…

    Friedensgespräche ohne Anerkennung dieses Hintergrunds sind eh völlig für die Katz…

  3. Sting2 15. Mai 2025 um 13:58 Uhr - Antworten

    Chrupalla: Was in Istanbul geschieht, das müsste in Berlin geschehen

    Der Co-Fraktionsvorsitzende der AfD Tino Chrupalla sagte am Dienstag, es sollten Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt ohne Vorbedingungen stattfinden und ohne weitere Sanktionsankündigungen.

    Weiterer Druck und weitere Forderungen verhinderten und behinderten ernsthafte Gespräche.

    Chrupalla erneuerte zudem die Forderung der AfD nach einer Wiederaufnahme von Gasimporten aus Russland.

  4. Sting2 15. Mai 2025 um 13:45 Uhr - Antworten

    Grüne Propaganda und Kriegstreiberei im ZDF

    https://ansage.org/gruene-propaganda-und-kriegstreiberei-im-zdf/?

    Im ZDF-“Heute” war gestern Abend wieder mal ein komplettes 10-Minuten-Interview mit der 10-Prozent-Partei der Grünen zu “genießen”, diesmal in Person ihres 35-jährigen Parteichefs Felix Banaszak.

    Dass in den öffentlich-rechtlichen Redaktionsstuben 60- bis 70 Prozent der Mitarbeiter grün wählen, lässt sich nicht verbergen… und in den Aufsichtsräten der Sender dominiert die SPD.

    Im Moment werden im ZDF im Rahmen eines “Stresstests Verteidigung” gerade Kriegsszenarien mit dem potentiellen Feind Russland, diverse Waffensysteme und deren Anwendung vorgestell und analysiert.

    “Schlachtfeld der Zukunft” nennen sie das allein Ernstes ohne Kritik und Selbstironie – als wäre ein Krieg inzwischen wieder die normalste Sache der Welt.

    Zum Beispiel kriegt man da diesen Satz zu hören: “Das automatisierte Gefecht ist nur eine Frage der Zeit…”

    Mit Verlaub, liebe Leute: Das ist einfach nur noch krank. Schwer krank. Kriegspropaganda pur!

  5. Sting2 15. Mai 2025 um 13:31 Uhr - Antworten

    Spinnt Merz? Erst das Geld für Rüstung verbraten, Stagflation fördern, die Wirtschaft ruinieren und dann „mehr arbeiten!“ rufen

    Dieser BlackRocker & Kriegstreiber hat in seinem ganzen Leben noch ncihts für die Gesellschaft geleistet, im Gegenteil !!

    Hättet ihr nicht Milliarden für Waffen in die Ukr. schenken dürfen, sie wollen auch nie zurückzahlen
    Hättet ihr nicht die Billigenergie aus Rußland abstellen dürfen

    3.Hättet ihr die AKW-s nicht so schnell abschalten dürfen

    4.Hättet ihr nicht so viele Illegalen ins Land lassen dürfen

    5.und hättet ihr nicht so viele Sanktionen gegen Rußland (mit USA bis jetzt um die 20.000Sanktionen und jetzt kommt die 17.!), die 90 % nur uns schaden.

    So idiotisch (laut Putin ) kann niemand mit eigenem Volk umgehen.

    China und Rußland haben sogar so viel Geld, daß sie gemeinsam AKW auf dem Mond bauen könnten.

  6. OMS 15. Mai 2025 um 11:39 Uhr - Antworten

    Es darf keine Minsk 3 Ergebnis mehr geben. Sollte sich Russland noch einmal über den Tisch ziehen lassen und auf Zusagen der EU+NATO-USA eingehen, dann ist Russland nicht mehr zu helfen.

    • Varus 15. Mai 2025 um 14:02 Uhr - Antworten

      Die Russen betonen auch immer wieder, dass sie Probleme lösen und nicht erneut aufschieben wollen. Dafür lese ich im Bösen Miedium:

      „… Laut Wall Street Journal will Kiew in Istanbul ausschließlich über ein mögliches 30-tägiges Waffenstillstandsabkommen mit Russland sprechen. …“

      Dann wird wohl nichts daraus. Leider drängt gewisser Immobilienhai mit 150 Neuronen auf irgend etwas, Hauptsache schnell – damit er sich selbst in der Glotze als Größter Erlöser aller Zeiten feiern kann. Alles GREAT und so.

  7. Andreas I. 15. Mai 2025 um 11:27 Uhr - Antworten

    Hallo,
    selbstverständlich sind diese Gespräche schon gescheitert, bevor sie beginnen.

    Auch wenn es langweilig ist, immer wieder Bretton Woods erwähnen zu müssen:
    Die USA bleibt exakt so lange Imperium, wie der US-Dollar weltweite Leitwährung bleibt. Also wenn USA Imperium bleiben will, dann muss USA verhindern, dass andere Währungen verwendet werden. Und genau das machen die BRICS+ , also muss USA Russland schwächen.
    (Und China und Iran schwächen und rein zufällig versucht USA genau das und wenn nebenbei noch die EU klein gehalten wird; wie schön.)
    Dazu braucht USA diesen Krieg einschließlich Wirtschaftskrieg.
    So.
    Nun hat USA es bisher nicht geschafft, Russland zu schwächen.
    (und China und Iran … auch nicht)
    Aber wie gesagt, in imperialer Logik muss USA Russland (und China und Iran…) schwächen.
    Also kann USA diesen Krieg nur dann beenden, wenn USA andere Mittel als diesen Krieg hat, um Russland zu schwächen.
    Und das bedeutet, wenn USA keine anderen Mittel hat, dann muss USA diesen Krieg weiter führen.

    Und auf der anderen Seite Russland; wenn Russland sich nicht von USA-Militärstützpunkten einkreisen lassen will, bis USA Erstschlagskapazität hat … wenn Russland in Rubel und anderen BRICS-Währungen Handel treiben will … kurz, wenn Russland ein souveräner Staat bleiben will, dann muss Russland …

    Dass diese Gespräche von vornherein gescheitert sind, bevor sie anfangen, ist keine Frage.
    Wie jeder alles tun wird, daraus Propaganda für sich und gegen die anderen zu machen, das könnte unterhaltsam werden.
    Und bestenfalls könnte es an der militärischen Front für einige Tage relativ ruhig bleiben, aber falls es Kräfte geben sollte, die die Gespräche torpedieren wolle, dann knallt s auch da wie üblich.

  8. Varus 15. Mai 2025 um 10:52 Uhr - Antworten

    Ein ukrainisches Gesetz von Oktober 2022 verbietet Verhandlungen mit Russland, doch Selenskyj umgeht dies, indem er sich selbst als alleinigen Verhandlungsführer definiert

    Der Typ sagt aber auch, dass er gar nicht kommt, wenn Putin nicht kommt – die Russen schicken aber erst mal ein paar Experten. Ich bin gespannt, was für Zirkus die Banderas am Nachmittag abziehen – vielleicht kommen die Russen wenigstens in dieser Zeit voran. Gestern brach die Ukro-Front gleich an zwei Stellen zwischen Pokrowsk und Torezk – bloß den Banderas keine vierte Waffenpause dieses Jahr gönnen. In den bisherigen haben die u.a. die Grenze der Oblast Dnipro stark befestigt – deswegen harren die Russen knapp 1000 Meter vor dieser Grenze.

    • Varus 15. Mai 2025 um 11:26 Uhr - Antworten

      General Keith Kellogg hingegen vertritt eine pro-ukrainische Linie – er schlägt die Stationierung westlicher Truppen westlich des Dnjepr vor und fordert die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja. Vorschläge, die Russland wiederum als Provokation ansieht.

      Es stimmt – und warum hat Trump nicht längst Herrn Kellogg gefeuert? Versteht er das Brisante daran nicht?

      Wie man es drehen möchte – ein Projekt der Woken für globale Herrschaft. Je kräftiger dieses Projekt auf die Woke Schnauze fällt, desto besser.

  9. Patient Null 15. Mai 2025 um 9:03 Uhr - Antworten

    Bin auch eher pessimistisch, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

    wie er in den Sozialen Medien erklärte, doch Ryumshin wertet dies als taktisches Manöver: „Selenskyjs Strategie ist, Trump gerade genug zu appeasieren, um seinen Zorn zu vermeiden, ohne sich zu Verpflichtungen für eine Friedenslösung zu binden.“

    Seh ich auch so. Trump hat zwar gehörig Druck aufgebaut, aber Großbritannien Starmer und Macron haben da vermutlich reingegrätscht und Selensky instruiert nur zum Schein so zu tun.

    Selensky bei Trump, er ist gegen alles, dann die 360 Grad ;) Wende nachdem er bei Starmer war, während England und Frankreich gleichzeitig massiv für Aufrüstung der Ukraine trommeln.

    doch Selenskyj umgeht dies, indem er sich selbst als alleinigen Verhandlungsführer definiert

    Zudem ist er der Einzige, wenn man die obige These nimmt, der instruiert ist die Verhandlungen „richtig“ zu führen.

    Naja wo die Reise bei den Verhandlungen hingeht wird sich ziemlich schnell zeigen.

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