Kinder bestochen: Probleme für Moderna in UK

28. April 2025von 2 Minuten Lesezeit

Weil Moderna Kinder mit Geschenken zur Teilnahme an einer Impfstudie verführt hat, muss man eine Geldstrafe zahlen. Dem Biotech-Unternehmen droht aber noch mehr Ärger.

Ein sich seit Monaten hinziehender Rechtsstreit in Großbritannien ging nun gegen Covid-Impfstoffhersteller Moderna aus. Weil es versucht hatte, Kinder durch Bestechung zur Teilnahme an Versuchen mit COVID-19 mRNA-Spritzen zu bewegen, wurde man verurteilt. Die Taktik, mit der Kinder zu Versuchskaninchen gemacht werden sollten, verstieß gegen mehrere Abschnitte des Verhaltenskodex des Verbands der britischen Pharmaindustrie (ABPI).

Die Geldstrafe ist nicht besonders hoch: Zu 44.000 Pfund wurde der Konzern verurteilt. Eine 12-Jährige sollte mit Versprechen, Teddybären dafür zu bekommen, wenn sie an Covid-Impfstoffversuchen teilnimmt. Verurteilt hat den US-Biotechkonzern die britische Arzneimittelaufsichtsbehörde, weil man „die Branche in Misskredit gebracht“ und „es versäumt hat, hohe Standards einzuhalten“.

Auslöser waren Anzeigen, die der Bradford Teaching Hospitals NHS Foundation Trust im Juni und Juli 2023 veröffentlicht hatte. Darin sollten Kinder ab 12 Jahren zum Test für den „aktualisierten“ mRNA-Impfstoff von Moderna angeworben werden sollten. Die Anzeigen richteten sich explizit nicht nur an die Eltern. Darin hieß es auch: „Alle unsere jungen Freiwilligen erhalten eine schöne Urkunde und einen Teddybär mit der Aufschrift ‚Sei Teil der Forschung‘.“

Molly Kingsley, Gründerin der Kampagnengruppe UsForThem, nannte das Vorgehen „sinister und zutiefst unschicklich“. Sie kritisierte, dass ein Pharmaunternehmen Kinder mit Geschenken besticht, um sie für Studien zu gewinnen, die potenziell Risiken für ihre Gesundheit bergen. Ben Kingsley, Leiter der Rechtsabteilung von UsForThem, fügte hinzu, dass Modernas Behauptung, die Bilder eines lächelnden Mädchens mit einem Teddybär seien keine an Kinder gerichtete Werbung, schlichtweg unglaubwürdig sei.

Schon im Oktober wurde Moderna gerügt, nachdem es Kindern Geld angeboten hatte, um seinen neuen Impfstoff mRNA-1283 zu testen. Im August und September 2024 wurde das Unternehmen ebenfalls gerügt. Damals ging es um die unzulässige Verwendung von Off-Label-Daten zur Bewerbung seines Spikevax-Impfstoffs auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten im April 2022.

Insgesamt ist die neue Strafe der sechste Verstoß von Moderna. Laut dem britischen Telegraph steht nun eine mögliche Suspendierung von Moderna in Großbritannien im Raum.

Bild „Moderna vaccine in the State of Palestine 02“ by أمين is licensed under CC BY-SA 4.0.

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4 Kommentare

  1. Anna 28. April 2025 um 11:59 Uhr - Antworten

    Wahrscheinlich ein Beitrag, den Moderna locker aus der Portokassa bezahlt

    • Karsten Mitka 28. April 2025 um 17:00 Uhr - Antworten

      Eben, das ist so, wie wenn ein vorsätzlicher Mörder zu einer Geldstrafe von 10 Cent verurteilt werden würde.

  2. Flauschoid 28. April 2025 um 11:56 Uhr - Antworten

    Ich bin immer wieder entsetzt, über Eltern, die ihre Kinder zu Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie machen. Ist mir schlicht unbegreiflich.

    • Gabriele 28. April 2025 um 13:50 Uhr - Antworten

      Das passiert, weil die Eltern meist überhaupt nicht hinzugezogen werden oder sie werden belogen! Und oft sind sie womöglich nicht einmal der Sprache ausreichend mächtig. Oder man sucht sich gezielt schwache, beschränkte Charaktere, die für ihre Kinder „ja nur das Beste wollen“…

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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