Der ganze Trump-Selenski-Auftritt

1. März 2025von 3,2 Minuten Lesezeit

Vor dem Streit vor laufender Kamera zwischen Trump/Vance und Selenski wurde 40 Minuten sachlich diskutiert. Sie kontextualisieren die Eskalation entscheidend. 

Der ÖRR und NATO-Medien zeigen immer nur kurze Ausschnitte vom Auftritt Selenskis im Oval Office. Genau solche, die dem eigenen Narrativ, vom „unwürdigen US-Präsidenten“ in die Hände spielt. Der gesamte 50-minütige Auftritt vor der Presse von Trump und Selenski zeigt jedenfalls ein ganz anderes Bild.

Schon in den ersten Minuten lobt Trump Mut und Tapferkeit der ukrainischen Soldaten. Er stellt dabei zwar auch klar, dass tapferen Soldaten nur mit US-Material kämpfen konnten, aber trotzdem versucht Trump über das Rohstoffabkommen und einen notwendigen Frieden zu sprechen. Bevor es zum Streit kam, wurden ganze 40 Minuten diskutiert. Der Großteil der Welt (und offenbar auch die politische EU-Elite) wird maximal wenige Minuten sehen. Kaja Kallas und Ursula von der Leyen wollen jetzt gemeinsam die neuen „Führer der freien Welt“ sein – auf Basis von paar Minuten Pressekonferenz. Bis auf ein paar EU-Staaten will nur (glücklicherweise) niemand folgen.

Doch das ganze Video ist wichtig, um den richtigen Kontext herstellen zu können.

Warum das so wichtig ist, schreibt etwa der Wissenschaftler Richard Hanania und Selenski-Unterstützer, zumindest bis gestern:

Als ich mir die Auseinandersetzung [zwischen Selenski und Trump/Vance] zum ersten Mal ohne den richtigen Kontext ansah, dachte ich, es sei möglich, dass Trump und Vance Selenskyj überfallen oder sogar versucht hätten, ihn zu demütigen. Das ist nicht der Fall. Sie hatten 40 Minuten ruhiges Gespräch. Vance brachte einen Punkt vor, der Selenskyj nicht angriff und nicht einmal an ihn gerichtet war, und Selenskyj hatte den Streit offensichtlich begonnen.

In den ersten 40 Minuten versuchte Selenski immer wieder, über das hinauszugehen, was im Abkommen ausgehandelt worden war. Wenn Trump eine Frage gestellt wurde, hieß es immer: „Wir werden sehen.“ Selenski stellte pauschal fest, dass es keine Verhandlungen mit Putin geben werde und dass Russland für den Krieg bezahlen werde. Als Trump sagte, es sei eine Tragödie, dass auf beiden Seiten Menschen gestorben seien, warf Selenskyj ein, die Russen seien die Invasoren. Trump seinerseits machte klar, dass die USA ihre Militärhilfe fortsetzen würden.

Selenski hätte nur noch ein paar Minuten ruhig bleiben müssen, und sie hätten ein Abkommen unterzeichnet. Der Streit begann, als Trump darauf hinwies, dass es schwierig sein würde, eine Einigung zu erzielen, wenn man über Putin so rede wie Selenski. Vance wirft ein, um den vernünftigen Punkt zu machen, dass Biden Putin beschimpft habe und das uns nicht weitergebracht habe. Die Dynamik zwischen Selenskyj und Trump war ruhig und stabil. Als Vance sprach, begann Selenskyj, ihn zu befragen. Bis zu diesem Zeitpunkt der gesamten Pressekonferenz trug jeder seine Argumente direkt dem Publikum vor.

Selesnki beschloss, Vance herauszufordern und ihm feindselige Fragen zu stellen. Er bekräftigte erneut seinen Standpunkt, dass Putin sich nie an Waffenstillstände hält, und deutete damit erneut an, dass Verhandlungen sinnlos seien. Warum um Himmels Willen sollte man das tun? Dann kam es zu dem Streit, den wir alle miterlebten. Selenskyj hätte in wenigen Minuten seine Freiheit wiedererlangen können und hätte den Deal und neue Zusagen der Trump-Regierung erhalten. Vances Argument richtete sich gegen Biden und die Medien und warf ihnen vor, moralistisch zu sprechen. Das beleidigte Selenski, und damit begann die Auseinandersetzung.

Ich war bis jetzt ein Fan von Selenskyj, aber das hier zeigte so viel Inkompetenz, wenn nicht gar emotionale Instabilität, dass ich nicht sehe, wie er sich davon erholen soll. Das Verhältnis zur Regierung ist zerrüttet. Die Ukraine sollte sich an diesem Punkt wahrscheinlich eine neue Führung suchen.


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5 Kommentare

  1. Pfeiffer C 2. März 2025 um 14:46 Uhr - Antworten

    Kaja Kallas und Ursula von der Leyen wollen jetzt gemeinsam die neuen „Führer der freien Welt“ sein

    jo eh- propagandapressegesteuert, anaolg der postmaidanen ukrainischen Polit-Werbe-Fuzzi-Schöpfung S.:

    Ein letztklassiger, drogensüchtiger Schauspieler, der mit unterirdischen Sketchen (z.B. mit dem primären männlichen Geschlechtsmerkmal Klavier spielend) Zuschauer belustigen wollte und sich im Weißen Haus größenwahnsinnig überhoben hat. Er wurde jahrelang von der „unabhängigen, freien, demokratischen, westlichen“ Propagandapresse zu einem Riesen aufgeblasen, und er bekam von der US-Admins den Stöpsel gezogen, sodass er auf seine normale Größe zusammenfiel.

    Und hier meine Voraussage: S. Schicksal wird genauso verlaufen wie das seines „vietnam-siamesischen“ US-Marionettenzwillings Ngô Đình Diệm 1963. – Und:

    Entgegen den Hoffnungen der US-Regierung damals konnte das Land nach Diệms Tod allerdings nicht stabilisiert werden. Keiner der folgenden Regierungen gelang es, sich auf längere Zeit zu etablieren. – Ukraine /S.: Da capo al fine…

  2. Peter-Schmidt-News 2. März 2025 um 3:09 Uhr - Antworten

    Sehr gute Recherche. Vielen Dank Herr Oysmüller! 💖
    Wir sehen, dass diese Leute – Kaja Kallas und Ursula von der Leyen – nicht Interessen verfolgen, die gut für Deutschland und die EU sind, und sich dazu beispielsweise hinter Trumps Forderungen nach Frieden in der Ukraine stellen. DAS wäre doch auch im Sinne und zum Vorteil aller! Und ein Handeln im Sinne der eigenen Bevölkerung würde auch Zensur unnötig machen.
    Weil sie nicht im eigenen Interesse handeln, sondern auf Vorgabe. Sie sind ein Instrument der Bosse des Tiefen Staats, Soros, Gates, Fink, Rockefeller, Rothschild und Co. Und in deren Interesse handeln diese Leute. Merz, Scholz, Baerbock, Habeck, Lindner, Kaja Kallas, von der Leyen (auch Merkel) haben die Schule Young Global Leaders durchlaufen. Und sie sind fortwährend in die Befehlsstruktur dieser Globalisten eingebunden. Durch BlackRock, durch Atlantikbrücke, durch WEF, durch WHO, durch IPCC, durch Bilderberggruppe … und so weiter.

    Ich empfehle die beiden Bücher:

    •1. Stefan Schubert – Der geheime Krieg gegen Deutschland.

    •2. Young Global Leaders – Dr. C. E. Nyder.

  3. Glass Steagall Act 1. März 2025 um 11:50 Uhr - Antworten

    Was erwartet man denn von der Marionette Selenski, die vom neoliberalen Westen künstlich beatmet wird? Mich wundert, dass sie überhaupt noch mit dem Kerl reden, der sein eigenes Land verraten und verkauft hat und seine eigenen Bürger hat bewusst abschlachten lassen! Für diesen Deal ist er auch noch reich geworden. Was werden die Historiker in ein paar Jahren über diesen Mann schreiben? Ich würde ihn als Hochverräter an seinem eigenen Volk beschreiben! Dass er sich auch noch anmaßt vor Trump und Vance frech zu werden.

  4. local.man 1. März 2025 um 10:43 Uhr - Antworten

    Was ich gut finde ist, dass die Verhandlungen aufgezeichnet und öffentlich sind.
    Das muss einfach so sein und ist ein guter Weg. Live mitverfolgbar wäre im Grunde immer anzustreben.

    Diese ganzen Geheimverhandlungen vor den Augen der Menschen die es am Ende ja betrifft, waren schon immer suspekt und erschaffen erst Mißtrauen, Ängste und ermöglichen schmutzige Deals.
    Politik muss offen sein.
    Natürlich wissen wir auch, dass die wahren Entscheider und deren Verhandlungen nicht zu sehen sind.
    Wäre ja mal was, wenn jemand heimlich die Treffen mit den Besitzenden und deren Frontleute filmt und der Schmutz dann zu sehen und zu hören wäre.
    So nach dem Motto, wie bekommen wir die Menschen dazu und dazu, wen spielen wir wie gegeneinander aus und am Ende müssen wir alles haben und kontrollieren. Wahrscheinlich wäre es sogar noch abscheulicher, als man sich ausmalen kann.

  5. Varus 1. März 2025 um 9:56 Uhr - Antworten

    dachte ich, es sei möglich, dass Trump und Vance Selenskyj überfallen oder sogar versucht hätten, ihn zu demütigen. Das ist nicht der Fall.

    Wenn die es versucht hätten, bekämen sie dafür zusätzlichen Beifall von mir – noch mehr, wenn die genauso die EUdSSR-Popanzende:innen behandeln (Viertes Reich). Die Sache hat wesentlich längere Vorgeschichte als bloß 40 Minuten und es müsste längst klar sein – wenn das Vierte (Öko-)Reich am Dnepr demütigend auf die Schnauze fällt, ist das korrupte Gebilde hoffentlich schnell Geschichte.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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