Windstille in Deutschland macht 700 MW Leistung von Ölkraftwerken nötig

8. November 2024von 1,9 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch war in Deutschland so wenig Wind wie seit 10 Jahren nicht mehr. Die Sonne hilft in dieser Jahreszeit wenig, besonders bei geschlossener Wolkendecke. Deutschland musste 14 GW aus dem Ausland beziehen und 0,7 GW aus Ölkraftwerken.

Die Mitte dieser Woche war ein Lehrstück wie sehr Strom durch Windkraft und Photovoltaik verteuert wird. Winter, wenig bis keine Sonne und so wenig Wind wie seit 2014 nicht mehr, haben einerseits die Großhandelspreise für zwei Stunden über 800 EUR/MWh hochgetrieben. Denn Deutschland musste die ölbefeuerte Leistung auf 700 MW hochtreiben und gleichzeitig trotzdem Stromimporte tätigen, die nach Angaben von Entso-E bei rund 14 GW lagen. Wegen der Unzuverlässigkeit von Wind- und Solarstrom, sprechen die Fachleute von „Flatterstrom“ oder „Zappelstrom“. Die Netzstablität ist nicht mehr gewährleistet, wenn der Anteil über 10 Prozent steigt.

„In der Mitte und im Norden Europas gibt es keinen Wind. Es gibt einen Kampf um diese Energie, der die Knappheit verursacht“, sagte Jean-Paul Harreman, Geschäftsführer von Montel Analytics.

„Öl- oder Pumpspeicherkraftwerke sind in der Merit-Order wahrscheinlich die marginalen Einheiten. Bei den derzeitigen Preisen handelt es sich jedoch eher um eine Auswirkung von Knappheit und Bietstrategien als um eine reine Widerspiegelung der Grenzkosten der Stromerzeugung“, fügte Harreman hinzu.

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Ein solches Szenario könnte angesichts der geringen Windenergieerzeugung in diesem Winter wieder eintreten, sagte er.

„Die Nachfrage ist noch nicht auf dem höchsten Stand. Die französische Kernenergie wird voraussichtlich etwa 8 GW an zusätzlicher Stromerzeugung für den europäischen Markt bereitstellen, aber wenn es kälter wird, wird die französische Nachfrage zusätzlichen Druck ausüben, da sie sehr temperaturempfindlich ist.“

Die deutsche Windenergieerzeugung könnte am frühen Abend weniger als 0,5 GW liefern, und mit 0,6 GW den niedrigsten Tagesdurchschnitt seit mindestens 2014, so die Prognosen von Montel Analytics.

Deutschlands konventionelle Erzeugungskapazität ist in diesem Jahr geschrumpft, da mehrere Kohleblöcke, die aufgrund der Energiekrise 2022 vorübergehend auf dem Markt aktiv waren, in die Stand-by-Reserve des Netzes zurückkehrten, während das Land seine letzten 4 GW Kernkraftkapazität im April 2023 stilllegte.

Bild von Dimitris Vetsikas auf Pixabay

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10 Kommentare

  1. Patient Null 9. November 2024 um 14:22 Uhr - Antworten

    Gut das der deutsche Atomstrom die Leitungen nicht mehr verstopft, sonst würde der Strom aus dem Ausland gar nicht durchpassen.

  2. Jurgen 9. November 2024 um 11:19 Uhr - Antworten

    Also meine Energieversorgung hat 3 Pfeiler: Sonne, Wind und Wärmeunterschied. Für Techniker: Photovoltaik, Windgenerator, Peltiereffektoren. Voraussetzung dazu ist natürlich eine gute Isolierung – wer mal in einer isländischen Torfkirche war, weiß sicher, dass es darin ganz schön warm wird, allein aufgrund der Personen im Raum… man sollte daher nicht die Wände heizen, sondern die Luft im Raum, das spart massig Energie…

  3. Sabine Schoenfelder 9. November 2024 um 3:31 Uhr - Antworten

    Das war keine WINDSTILLE ‼️
    Der Wind war nur woanders….🤣🥂

    • Jurgen 9. November 2024 um 11:21 Uhr - Antworten

      Und das nicht zu knapp, der hat derweil in Asien massenweise Windräder geknickt…

  4. Veron 8. November 2024 um 13:57 Uhr - Antworten

    Wir hatten im Tullnerfeld (Niederösterreich) ein mit Kohle betriebenes Kraftwerk, das wurde stillgelegt und teilweise bereits abgebaut, im Frühjahr 2024 wurde auf den ehemaligen Kohlehalden eine Photovoltaikanlage installiert, die ist jetzt durch das Hochwasser schwer beschädigt. Aber dafür haben wir jetzt ja einen Treibhausgasverursacher weniger, es gehörte zu den größten in Österreich – tja, war gewissen Leuten halt wichtig .. ..

  5. Glass Steagall Act 8. November 2024 um 12:02 Uhr - Antworten

    Ich kann den Stillstand der Windräder bestätigen, da in meiner Gegend von NRW tausende davon stehen und wenn kein Wind weht, stehen alle gleichzeitig. Ein Schauspiel und Lehrstück, welches der grüne Wähler einmal sehen sollte! Von der Landschaftsverschandelung einmal ganz abgesehen! Oder die Kosten für alle Bürger an die Betreiberfirmen, wenn sich kein Lüftchen bewegt.

    Allein NRW hat inzwischen 3.800 dieser Flatterstromerzeuger. Deutschland hat schon über 30.000 dieser Monster … ein Wahnsinn und ein Erbe der grünen Merkel- und Ampelpolitik. Dieser Umweltschrott will auch eines Tages entsorgt werden. Am besten lagert man sie dann alle im Berliner Regierungsviertel ein! Als Denkmal für die nächsten Generationen und Beispiel einer verfehlten Energiepolitik, die niemals wiederholt werden darf!

    • Jan 8. November 2024 um 12:14 Uhr - Antworten

      Für die Entsorgung wird man Diesel brauchen! Diesel ist aber heute schon knapp. Daher halte ich es für möglich, dass der Lössboden, auf dem wir seid 5000 Jahren Getreide ziehen, unwiderruflich zerstört wird. In den (wenigen) Rückbauplänen, die ich kenne, ist immer nur von einer durchwurzelbaren Schicht die Rede. Löss und Kompost ist aber nicht das Gleiche.

      Rückstellungen und Versicherungen halten nur bis zum Börsencrash. Noch verwechseln die Anleger die STRATEGESCHE Rezession aufgrund völlig neuer Rahmenbedingungen mit einer zyklisch konjunkturellen.

      Banker errechnen die Zukunft aus der Vergangenheit, ohne geänderte Rahmenbedingungen auch nur zu erkennen – mit dem Lineal. Das verzögert die Auswirkung politischer Entscheidungen – aber sie werden kommen.

      Und dann dürfen wir den Rückbau mit Schaufel und Ochs erledigen.

  6. Patient Null 8. November 2024 um 9:52 Uhr - Antworten

    „Windstille in Deutschland“
    Damit konnte ja keiner rechnen. oO

    • W. Baehring 8. November 2024 um 12:33 Uhr - Antworten

      Und dass gleichzeitig noch eine geschlossene Wolkendecke vorherrscht, ist in Deutschland offensichtlich für die grünen Energierwendeplaner „ortsunüblich“.
      Deutschland kann froh sein, noch freundliche Nachbarn zu haben, die uns in Dunkelflauten mit dem uns bereits fehlenden Strom aus ihren noch ausreichend vorhandenen konventionellen Kraftwerken versorgen.
      Der Supergau dürfte allerdings spätestens dann eintreten, wenn unsere Nachbarn dem deutschen Energiewende-„Vorbild“ folgen, indem sie die konventionellen Kraftwerke ebenfalls abholzen, bevor sie ausreichend „grünen“ Ersatz dafür geschaffen haben, um das Netz stabil zu halten. Dann nämlich haben auch alle Nachbarn in Dunkelflauten nicht mehr genügend Strom (und zuviel davon bei viel Wind und Sonne!)

      • Patient Null 9. November 2024 um 12:51 Uhr

        Das Problem beginnt wenn die ihr Zeug selber brauchen, zb im Winter.
        Schweden hat ja letztens den Vertrag mit D gekündigt für eine Leitung. ie wollten den Zappelstrom nicht in ihren Netzen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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