Extremregenfälle doppelt so wahrscheinlich? Nur wenn man Geschichte leugnet!

25. September 2024von 8 Minuten Lesezeit

Das Extremwetter das Mitte September große Teile von Zentraleuropa unter Wasser gesetzt hat, wird als so stark durch Klimawandel und einmalig hinzustellen versucht. Dabei werden geflissentlich frühere Extremwetterereignisse ignoriert. Man kann mit Bruno Kreisky nur wieder sagen „Lernen’s Geschichte Herr Redakteur.

Der ORF ist wieder mal vorne mit dabei beim Schüren von Klimapanik. Unter dem Titel „Extremregenfälle doppelt so wahrscheinlich“ finden sich eine Reihe von unbelegten Behauptungen: „Eine soeben erschienene Studie versucht nun, den Einfluss der Erderwärmung auf das Extremereignis genauer zu quantifizieren: Die Wahrscheinlichkeit dafür habe sich verdoppelt. Die Niederschläge waren um zumindest sieben Prozent intensiver, als sie es vor der Industrialisierung gewesen wären.“ Historische Daten geben das allerdings nicht her und der Artikel auf den sie sich beziehen wird fälschlich als Studie bezeichnet. Dahinter steht dann ein „Report“ vom berüchtigten Imperial College in London (ICL), die bekannt für völlig falsche Prognosen sind, die wie bei Covid, Maul- und Klauenseuche und so ziemlich alle anderen Infektionskrankheiten mindestens um den Faktor 100 zu hoch waren.

Zunächst nur ganz kurz ein Hinweis auf für Wien verfügbare Daten zu Hochwasser seit 1500, vom Zentrum für Umweltgeschichte an der Universität für Bodenkultur in Wien:

Abb. 3: Anzahl dokumentierter Hochwässer je Dekade bei Wien (Donau ohne Zubringer) seit 1500 n. Chr. In den letzten 500 Jahren sind primär drei Phasen mit verstärkter Hochwasseraktivität bemerkbar: ein erster Anstieg in den 1560ern, eine zweite, noch intensivere Phase im 18. Jahrhundert, und zuletzt seit Ende des 20. Jahrhunderts.

Die Warmzeiten mit Temperaturen um 2 bis 3 Grad über der heutigen sind die Antike Warmzeit um 0 CE (Common Era) und um 1000 CE, die stärkste Kaltperiode um das Maunder Sonnenminimum war von 1645 bis 1715, aber auch in den Jahrhunderten davor und danach war es erheblich kälter als heute. Ein Zusammenhang mit dem Klima geht aus den Daten nicht hervor.

Aber zurück zu dem tendenziösen Elaborat des Imperial College. Darin findet man dann Sätze wie:

„Die Häufigkeit ist nicht das einzige Merkmal von Vb-Depressionen [ausgesprochen als 5b nach Messmer et al., 2015)] das sich in einem sich erwärmenden Klima möglicherweise ändern könnte. Auch andere Faktoren, die den Niederschlag beeinflussen, können sich ändern und die Wahrscheinlichkeit und Intensität des im weiteren Verlauf dieser Studie analysierten Gesamtniederschlags beeinflussen. Im heutigen Klima, das 1,3 °C wärmer ist als zu Beginn der Industrialisierung, ist ein Niederschlagsereignis dieser Größenordnung ein sehr seltenes Ereignis, das voraussichtlich etwa alle 100 bis 300 Jahre eintritt. Da es sich bei diesem Ereignis um das mit Abstand schwerste jemals aufgezeichnete handelt, ist es schwierig, die genaue Wiederkehrzeit anhand von nur etwa 100 Jahren beobachteter Daten zu schätzen. Für den Rest der Analyse verwenden wir eine 100-jährige Wiederkehrzeit.“

Also „möglicherweise“ – oder auch nicht – und das schwerste jemals aufgezeichnete, was offensichtlich schon mal nicht stimmt. Das kann ich zum Beispiel aus persönlicher Erfahrung ausschließen was das Kamptal betrifft, wo das Hochwasser im Jahr 2002 erheblich gravierender war, mit höheren Pegelständen und mehr Regen und das im Abstand von zwei Wochen zwei Mal hintereinander.

Und man kann es auch ausschließen wegen der Durchflussmenge der Donau bei Wien, die am 5.6.2013 bei 11150 m3/s lag, diesmal aber über ein kurzzeitiges Maximum von 10.500 m3/s am 15.9.2024 um 19 Uhr nicht hinausging. 2002 lag sie bei 10257 m3/s, 1954 bei 9600 m3/s. Aus dem Geschichtewiki von Wien (siehe unten) sind für das Jahr 1501 etwa 14.000 m³/s bekannt, das  als drei- bis fünftausendjähriges Ereignis klassifiziert.

Die Donau hat eine Sammelfunktion, ihre Durchflussmengen sind daher für weit größere Gebiete als ein einzelnes Tal aussagekräftig. Hier ein Überblick über Durchflussmengen bei Korneuburg unmittelbar vor Wien:

Hier ein weiteres Textstück:

„Um zu beurteilen, ob der vom Menschen verursachte Klimawandel die starken Regenfälle beeinflusst hat, ermitteln wir zunächst, ob es einen Trend in den Beobachtungen gibt. Bei Betrachtung der oben beschriebenen regionalen Skala sind starke viertägige Regenfälle seit der vorindustriellen Zeit etwa doppelt so wahrscheinlich und 20 % intensiver geworden. Die Schätzungen werden unsicherer, wenn man sie auf lokaler Ebene betrachtet, und sind in einigen der beobachteten Daten begrenzt.“

Wieder ist festzustellen, dass das die Daten des bei weitem größten Flusses von Zentraleuropa nicht hergeben, im Gegenteil, sie zeigen, egal ob es etwas wärmer oder sehr kalt ist, es gibt Hochwasser und Starkregen. Gegenüber 2002 und 2013 hat sich geändert, dass nach Covid das Thema Klimawandel genützt wird zum Umbau der Gesellschaft Richtung autoritär-faschistischer Herrschaftsformen und Abbau von Grund- und Menschenrechten.

Wetterextreme habe ich mit der Chronik von Kettlasbrunn im Weinviertel dokumentiert aber noch eindrücklicher ist das offizielle Geschichtewiki von Wien. Hier ein paar Eckpunkte daraus.

Zwischen 1012 und 2013 sind zahlreiche Überschwemmungen durch die Donau bekannt, darunter:

  • 1193 (Entstehung des Steilrands nördlich der Währinger Straße, Limesstraße wurde weggerissen; Liechtensteinstraße)
  • 1399 (nach sechswöchigen Regenfällen zwischen Christi Himmelfahrt und dem Veitstag [15. Juni])
  • 1438 (Zerstörung des Stadlauer Ortskerns und der Kirche)
  • 1501 (14. bis 24. August, Höhepunkt 15. August – daher auch bekannt als „Himmelfahrtsgieß“; 14.000 m³/sek. [stärkstes bekanntes Hochwasser]; alle entlang der Donau gelegenen Orte betroffen). Das Hochwasser 1501 wird als drei- bis fünftausendjähriges Ereignis klassifiziert.
  • 1682 (Roßau, Leopoldstadt; vergleiche Hauptarchiv-Akt Juli/1682)
  • 1729 (9. Februar, ca. 10,9 Meter hoher Eisstau in Verbindung mit Regen und Tauwetter, große Schäden an Brücken und Gebäuden in der Leopoldstadt, Brigittenau und flussabwärts von Wien)
  • 1740 im besonders kalten Winter 1739/40 entging Wien nur äußerst knapp einer verheerenden Katastrophe. Bereits Ende November 1739 waren die Flüsse mit Eis bedeckt. Wenn sich Eisschollen stauen und verkeilen, kommt es zu einem „Eisstoß“. Der in der Donau hielt sich in diesem Jahr ganze zehn Wochen, in denen man das Schlimmste befürchten musste. Wäre nämlich durch Tauwetter oder Niederschläge der Druck auf den Damm zu groß geworden, so hätte es nicht nur eine meterhohe Flutwelle gegegeben, sondern diese hätte auch noch riesige Eisblöcke vor sich hergeschoben und das darunterliegende Gebiet verwüstet. Erst Ende März 1740 löste sich der Eisstoß, und die Gefahr einer Überflutung war gebannt.
  • 1785 (14. bis 22. Juni, starke Regengüsse, Leopoldstadt, Brigittenau, Floridsdorf); siehe: Hochwasser 1785
  • 1787 (29. Oktober bis 2. November – „Allerheiligen-Hochwasser“ oder „Allerheiligengieß“, am linken Donauufer bis in die Gegend von Stammersdorf)
  • 1830 (28. Februar bis 1. März, Lichtental [Hochwassermarke in der Kirche], Leopoldstadt [Hochwassermarke Augarten ], Weißgerbervorstadt, Orte am linken Donauufer, darunter Kagran [ Leichenkammer am Friedhof zerstört] und Hirschstetten; Lassingleithner; 21, Leopoldauer Platz 91 [Hochwassermarke am Haus]; 19 Todesopfer)
  • 2002 Bei einem katastrophalen Donauhochwasser im August 2002 kam es dank des erweiterten Hochwasserschutzes durch die Anlage des Entlastungsgerinnes „Neue Donau“ und der Donauinsel zu keiner Überschwemmung des angrenzenden Stadtgebiets.
  • 2013 (Juni) Dank des erweiterten Hochwasserschutzes durch die Anlage des Entlastungsgerinnes „Neue Donau“ und der Donauinsel kam es zu keiner Überschwemmung des angrenzenden Stadtgebiets.

Auch für den Wienfluss finden sich Aufzeichnungen über Extremereignisse:

Ebenso für die anderen Wiener Bäche nämlich Als, Marienbach, Ottakringer Bach, Krottenbach, Liesingbach und Retter.

Wir sehen, einer geschichtlichen Betrachtung können die Behauptungen des Imperial College zu Wetter und Klima genauso wenig standhalten wie zu Covid. Hier das Beispiel der Vorhersagen des ICL (grau bzw orange) und die Realität (blau) wie TKP am 22. Juni 2020 berichtet hat:

Die CO2-Anbeter und Sonnenleugner wollen offenbar wieder kältere Temperaturen. Was allerdings mit beabsichtigter massiver, krimineller Schädigung gleichzusetzen ist, wovon man sich zum Beispiel in der Arbeit Eiszeit in Wien überzeugen kann. Hier ein kurzer Auszug:

„Verheerende Eis- und Wassermassen

Ausführlich berichten die Chronisten des 18. und 19. Jahrhunderts von derartigen Ereignissen, die lange Zeit als gefürchtete Katastrophen in die Geschichte der Stadt eingingen. Denn die Macht des vordringenden Eises zerstörte Brücken und Stege und überschwemmte im Falle eines zu raschen Auftauens die Uferzonen bis weit in die Stadt hinein.

Besonders dramatisch war die Situation im Jänner 1830, als die Temperaturen auf 22 Grad unter Null sanken. Der sich bildende Eisstoß hielt mehr als einen Monat lang an, ehe Ende Februar plötzlich Tauwetter einsetzte. Das Eis brach, die abgehenden Schollen zerstörten die große Taborbrücke und rissen unzählige Gebäude nieder; große Wassermassen ergossen sich mit rasender Geschwindigkeit in weite Teile der Leopoldstadt und der Rossau. In der (…) Nacht brach das Eis über alle Dämme und zentnerschwere Eisschollen durchflutheten die Strassen der dem Strom näher liegenden Vorstädte Wiens. Die Bilanz war verheerend: 74 Tote, 681 zerstörte und schwer beschädigte Häuser.“

Die Klimapanik entbehrt jeder wissenschaftlichen und historisch haltbaren Grundlage. Die Konzern- und Regierungsmedien (wie der ORF) und pseudowissenschaftliche Institutionen wie das ICL, die Rockefeller Gründung IPCC der UNO und natürlich die UNO selbst, die EU und die Einheitsparteien in EU, Deutschland oder Österreich verbreiten ihre politische Absichten, die wissenschaftlichen Erkenntnissen und historischen Tatsachen widersprechen.

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3 Kommentare

  1. glownilson85 26. September 2024 um 8:24 Uhr - Antworten

    wow!! 103Die tödliche Corona-Intervention: mechanische Beatmung

  2. Jan 25. September 2024 um 16:23 Uhr - Antworten

    Extremwetterereignisse wie die Mariannenflut stehen in Zusammenhang mit der Sonnenaktivität, weil der ausbleibene Sonnenwind die Kosmische Strahlung nicht mehr wegbläst, die zu Nuklei-Bildung und Abregnung führt.

  3. Wolliku 25. September 2024 um 14:36 Uhr - Antworten

    Absolut dreist wie uns sogenannte Wissenschaftler hinter die Fichte führen. Zahlen aus der Vergangenheit zählen nicht, möglicherweise weil man die Regenmenge/qm/temp nicht gemessen hat. Aber überall findet man Jahres-Marken mit Scheitelpunkten des Hochwassers an den Flüssen. Zahlreiche Marken aus der „Kleinen Eiszeit“ mit dem gefürchteten Eisstau, aber auch die Vb-Tiefs im Sommer waren gefürchtet, in D im Ahrtal 1804, 1910 und 2021. Besonders verheerend war die Magdalenflut im Juli 1342. Ganze entwaldete Landschaften in Mitteleuropa wurden ummodelliert, die Erosion nahm den Ackerboden mit in die Flüsse. Heute geht es nur mehr ums Narrativ und der CO2-Ablasshandel bringt auch den Wissenschaftlern das Geld. Skrupel? Keine! Galileo Galilei wurde auch erst 1992 vom Vatikan rehabilitiert. Bessere Science: immer dem Geld folgen! Das Dumme: der Wähler merkt es! Sogar die ganz jungen Wähler! Dem CO2 Starkregen in Brandenburg ist heute der Vorstand der „Grünen“ in D zum Opfer gefallen, Dammbruch! Nur die Blauen können schwimmen!

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