
Neuer Streit um Virus-Ursprung
Ein frisch erschienener Fachartikel behauptet, den exakten Ort ausfindig gemacht zu haben, wo Covid vom Tier auf den Menschen übergesprungen sein soll. 21 Wissenschaftler fordern die Zeitschrift auf, das Paper zurückzuziehen.
Die Autoren des am Donnerstag im Magazin Cell erschienen Artikel wollen Beweise für die „zoonotische“ Theorie liefern, obwohl sie im wissenschaftlichen Diskurs kaum mehr Rückhalt hat. Die führenden Befürworter der „natürlichen Theorie“ der Zoonose – mehr als 20 Wissenschaftler wollen das Rätsel dazu gelöst haben. Doch es gibt heftige Kritik.
Kritik und Jubel
Einundzwanzig Forscher unterzeichneten einen Brief an die Herausgeber von Cell, indem sie das Magazin aufforderten, in einem Leitartikel ihre Besorgnis über die Studie zum Ausdruck zu bringen. Zudem solle eine weitere Untersuchung eingeleitet werden, die zum Rückzug der Studie führen könnte.
Die Autoren ruderten auch bereits zurück und meinten, dass das Paper „keineswegs beweist, dass es infizierte Tiere auf dem Markt gab“, auch wenn sie dies für „die wahrscheinlichste Hypothese“ halten. Der US-Mainstream, genauer CNN, macht aber etwas anderes daraus. Dort spricht man von „eingehenden Analyse des genetischen Materials von Hunderten von Abstrichen, die von Wänden, Böden, Maschinen und Abflüssen im Huanan Seafood Wholesale Market“ in Wuhan entnommen wurden, der in der Studie als frühes Epizentrum der Verbreitung von COVID-19 bezeichnet wird.
Die Studie zeige „mit beispielloser Granularität – bis hin zum einzelnen Marktstand – dass sich Coronavirus-anfällige Wildtiere und das SARS-CoV-2-Virus zusammen mit Menschen in einem ganz bestimmten Teil des Wuhan-Marktes vermischten“.
Dr. Michael Worobey, Leiter der Abteilung für Ökologie und Evolutionsbiologie an der Universität von Arizona und Mitverfasser der Studie, sagte: „Wir haben jetzt … eine viel umfangreichere Aufzeichnung der Vorgänge in diesem Fall als bei HIV, der Spanischen Grippe oder sogar der H1N1-Grippe-Epidemie von 2009.“
Dr. Kristian Andersen, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien, erklärte gegenüber CNN, dass die in dieser Studie verwendete Methode im Grunde genommen eine Kohlenstoffdatierung von Viren ist. Andersen sagte, dass den Wissenschaftlern noch nie zuvor so detaillierte Informationen über eine frühere Pandemie zur Verfügung standen.
Andere wichtige Wissenschaftler und Forscher widersprachen der Studie und ihren Schlussfolgerungen und verwiesen auf andere Studien und Nachrichtenberichte, die nahelegen, dass COVID-19 ein Produkt der umstrittenen Gain-of-Function-Forschung am Wuhan Institute of Virology war und dass das Virus anschließend aus der Einrichtung entwich.
Im Februar 2023 kam ein Bericht des US-Energieministeriums zu dem Schluss, dass COVID-19 durch ein solches Leck im Labor entstanden ist.
Der Molekularbiologe Dr. Richard Ebright von der Rutgers University, ein entschiedener Kritiker der Gain-of-Function-Forschung, erklärte gegenüber The Defender: „Das Papier präsentiert keine neuen Daten und keine neuen Analysen und zieht unsichere Schlussfolgerungen.“
Zu dem Sars-CoV-2 gibt es bereits detailierte Restriktionskarten wo das Virus an bestimmten Sequenzen geschnitten worden ist. Für eine Erkennungssequenz werden, muss ich erst wieder nachschauen, so 4 Codons benötigt (1 Codon = 3 Nukleobasen) . Es gibt nur wenige Viren die sich so gut schneiden lassen wie das Corona-Virus. Deswegen hat man es in Höhlen auch so aufwendig bei den Fledermäusen gesucht und auch ein geeignetes gefunden.
Der RNA Strang dieses Laborvirus codiert in folgende Proteine: den nichtstrukturierten Proteinen NSP1 bis NSP16, den Strukturproteinen S – E – M und N ( Nukleocapsidprotein, dem Spike-Clykoprotein, …. ) und ein paar akzessorische Proteine die vollkommen Solo agieren, um zum Bsp. den MHC-I Komplex im Zytoplasma untauglich zu machen.
Die alle wollen sauber geschnitten sein im RNA-Bauplan. Eine Zoonose kommt absolut nicht in Frage, da das Virus nicht gleichmäßig über den gesamten RNA-Strang mutiert ist, sonder nur an wichtigen Stellen. Dafür gibt es einen Fachbegriff, will aber nicht übertreiben.
Für eine Zoonose spricht außerdem dagegen, dass das Virus zwar bei sehr engen Kontakt zu einem Tier mit hoher Dosis auf dem Menschen überspringen kann, dann aber eine Übertragung zwischen den Menschen nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist. Hierzu bedarf es weitere Anpassungen des Virus am Spike-Protein durch Mutationen über einen längeren Zeitraum, damit es sich dann unter den Menschen verbreiten kann. Dieses Virus war aber sofort hoch ansteckbar zwischen den Menschen was die Laborleckthese auch stützt.
Oooch neee, nicht schon wieder eine (leicht modifizierte) Virus-Ursprungstheorie. Es ist das gleiche Muster wie bei der intensiven „Suche“ nach den Schuldigen der Nord-Stream-Sprengung. Hauptsache das Menschen-Volk ist mit immer neuen Nebensächlichkeiten beschäftigt und kommt nicht auf eigene Gedanken.
Es spielt aber überhaupt keine Rolle, in welchem Tier und auf welchem Markt und an welchem Stand das Virus zuerst entdeckt wurde.
Einzig entscheidend ist die Frage, ob die in dem Spikeprotein des Virus vorgefundene Furin-Spaltstelle eher durch natürliche evolutionsbiologische Mutationsprozesse entstanden ist, oder durch eine „Nachschärfung“ skrupelloser Gain of Function-Verbrecher und ihrer Hintermänner. Erst danach könnte es Sinn machen, noch mal über die Verbreitungsart zu diskutieren.
Schauen wir doch mal, wem die „Erkentnisse“ der Studie von Nutzen sind und auf mögliche Interessenkonflikte der Studien-Autoren:
J.O.W. und N.M. erhalten Mittel vo den Centers for Disease Control and Pre-
vention (CDC) durch Verträge mit J.O.W.s Institution…
M.A.S. erhält Verträge von der US Food & Drug Administration (FDA),
US Department of Veterans Affairs und Janssen Research & Development…
R.F.G. ist Mitbegründer von Zalgen Labs, einem Biotech-Technologieunternehmens, das Gegenmaßnahmen für neu auftretende Viren entwickelt.
A.C.-C. ist Angestellter von Cultivarium, einer gemeinnützigen Organisation, die sich mit Umweltmikroben befasst…
M.W., A.L.R., J.E.P., A.R., M.A.S., E.C.H., S.A.G., J.O.W. und K.G.A. haben Beratungsgebühren erhalten
und/oder bezahlte Expertenaussagen zu SARS-CoV-2 und der COVID-19-Pandemie.
M.P.G.K. war an der von der WHO einberufenen SARS-CoV-2-Ursprungsmission beteiligt.
Kann sich jemand daran erinnern, dass CDC, FDA und WHO (genauso wie PEI, RKI und EMA) bzw. Personen, die für diese Organisationen gearbeitet haben und von diesen bezahlt wurden, zu irgendeinem gesundheitlich positiven Einfluß auf das (P(l)andemie- und Impfgeschehen oder sogar zu dessen Aufarbeitung beigetragen haben. Nein? Ach, sogar das Gegenteil war der Fall? Na, dann sollte ja spätestens jetzt alles klar sein!
Die Entdeckung „neuartiger“ Viren hängt davon ab, wie entschlossen wir sind, sie zu finden – je mehr wir suchen, desto mehr finden wir, was darauf hindeutet, dass die Zuschreibung der Neuartigkeit eines Virus eher das Ergebnis eines politisierten Prozesses ist als etwas, das auf einer objektiven Analyse seiner Eigenschaften beruht.
Sehr empfehlenswert zum Ursprung des Virus ist die Analyse von Martin Neil & Jonathan Engler (substack wherearethenumbers) „Sars-Cov2 Origins – “Gain of Function” or “Claim of Function”?
Ihr Fazit: Die verfügbaren virologischen und epidemiologischen Beweise stützen weder die Laborleck- noch die Markttheorie für den Ursprung des Virus in angemessener Weise.
Veröffentlicht wurde sie bei:
https://off-guardian.org/2024/06/04/sars-cov2-origins-gain-of-function-or-claim-of-function/
Tja, wenn sich die Sonne um die Erde dreht, wird’s halt kompliziert und wenn das viele ‚Gelehrte‘ ernährt, bleibt es kompliziert.