
Woke Sprachverbote, Teil I: Z und Schnitzel
Der Begriff ‚Zigeuner‘, ob mit oder ohne Schnitzel- bzw. Braten-Kontext, wird immer wieder als diskriminierend oder gar rassistisch bezeichnet und von woken Aktivisten abgelehnt, und zwar so strikt, daß selbst die Nennung in einem historischen Zitat vermieden werden und durch “Z-Wort” oder nur mit “Zi.” bzw. “Z.” angedeutet werden soll. Absurdität und Aggressivität nehmen zu.
Schon Ende letzten Jahres nahm Sahra Wagenknecht den Terminus “woke Sprachverbote” in den Mund. Mit dem Segen der Regierung und Kirchen wird unsere Sprache gesternt und gepunktet und immer weiter zu einem Orwellsches Neusprech umgebaut, in dem viele noch vor einem halben Jahrhundert gängige Begriffe und Wörter keinen Platz mehr haben sollen – wenn man denn politisch korrekt sein will.
Mit der “politischen Korrektheit” fing es nämlich an, und zwar ziemlich genau nach dem Zusammenbruch des sogenannten Ostblocks: Ab etwa 1991 stieg die Häufigkeit von “politischer Korrektheit” (ebenso wie von “Respekt”) in deutschsprachigen Büchern (genau wie “political correctness” bzw. “respectfulness” für American Englisch, wo es ein Jahr früher scheint aufzusteigen) steil an: Man brauchte intern neue Feindbilder und eine passende Ideologie, die schließlich in der “woken Kulturrevolution” mündete: “Die Bewegung ist klar illiberal, doch nutzt sie geschickt die Sprachmaske von Toleranz und sozialer Gerechtigkeit, um kritische Stimmen zu diffamieren. […] Andersdenkende gelten als moralisch schlecht und sollen kein Gehör finden. Als doktrinäre Strömung mit wenig philosophischem Tiefgang muss sie den öffentlichen Diskurs kontrollieren, was ihren Hyperfokus auf politisch korrekte Sprache erklärt.”
Sinti-ʔ-ezze und Rom-ʔ-nja
Seit mehr als einem Jahrzehnt läuft in Deutschland eine intensive Gehirnwäsche im Dauerprogramm, angestiftet durch die Regierung und willige Akteure, die den Menschen das Wort ‚Zigeuner‘ madig machen möchte und faktisch verbieten soll und ihnen stattdessen das typisch deutsche wie unpassende Konstrukt ‚Sinti und Roma‘ in den Mund bzw. die Kehle legen soll. Verkauderwelscht sind daraus in rezenter Zeit die unsäglichen ‚Sinti*zze und Rom*nja‚ bzw. nur ‚Rom_nja‘ geworden. Und es wird weiter verschlimmert mit Glottischlag zu ‚Sinti:ezze und Rom:nja‚ bzw. Sinti:zze und Rom:nja – als angebliche Selbstbezeichnung der deutschen Zigeuner.
Es wird jedoch in Deutschland wohl kaum Sinti geben, die von sich laut sagen würden: “Wir sind Sinti-ʔ-(e)zze und Rom-ʔ-nja” mit glottalem Plosiv ʔ (bzw. Sprechpause). Da liest man z.B.: “‘Sinti:zze‘ bezeichnet die seit über 600 Jahren auf deutschsprachigem Gebiet ansässige Untergruppe der Roma.” Das heißt übrigens, daß mit diesem Zitat die Sinti zu einer Untergruppe der Roma gemacht werden – warum werden sie dann doppelt erwähnt? Andererseits werden vor allem in Deutschland pauschal die Roma als die Zigeuner bezeichnet, die nicht Sinti sind. Die gleitende Mehrdeutigkeit von “Roma” wird immer so benutzt, wie es gerade paßt, d.h. Widersprüche bleiben postmodern unaufgelöst.
“Es ist unhöflich und paternalisierend, wenn Nicht-Zigeuner darüber bestimmen, das Wort ‚Zigeuner‘ komplett aus der Sprache zu verbannen. […] Das ist eine Ersatzhandlung, die den Leuten ein gutes Gewissen verschafft, ohne daß sie irgendetwas ändern müßten, nicht einmal ihre Einstellungen. Bequemer geht’s nicht mehr, alle Probleme, die Zigeuner haben, sind aus der Welt, weil man sie ja jetzt nicht mehr so bezeichnen kann. Welch‘ eine Erleichterung, außer für die Betroffenen, versteht sich, die man nicht fragt”, so schrieb vor wenigen Jahren der Psychologe Volker Dittmar.
Es bezeichnen sich nur wenige Zigeunergruppen in Europa, gerade auf dem Balkan, selber als Roma. Die meisten haben ihre tradierten Namen, egal ob Eigenbezeichnung oder mutmaßliche Fremdbezeichnung aus sehr früher Zeit. Die Entscheidung des 1971 World Romani Congress als Überbegriff ‚Romani people‘ oder kurz ‚Roma‘ zu wählen und Fremdbezeichnungen grundsätzlich (!) abzulehnen, war offensichtlich eine abgehobene Fehlentscheidung, da inzwischen nach mehr als einem halben Jahrhundert der Ersatz nicht einmal von den Betroffenen rundweg angenommen worden ist. Es wurde wegen der möglichen Assoziationen damals so entschieden: “At the first World Romani Congress, it was voted unanimously to reject all externally-applied labels for our people, including ‘Gypsy’, since it had such stereotypical and negative associations.”
Doch ist es naiv zu glauben, daß bei einigen Bürgern negative Assoziationen verschwinden würden, sobald ein Namenswechsel vollzogen ist, denn die Assoziationen betreffen nicht das Wort sondern die Menschen dahinter – und die bleiben dieselben. Und woher will man wissen, daß eine wahrgenommene Fremdbezeichnung historisch gesehen nicht doch einst eine Eigenbezeichnung war?
Wokeness
Der Kampf gegen die Buchstabenteilfolgen ‚Zigan‘ bzw. ‚Zigeuner‘ in Bezeichnungen ist schon längst Teil der woken Sprachverbote. Über Wokismus/Wokeness gibt es inzwischen zahlreiche Bücher. Die darunter zusammengeführten Phänomene gibt es teilweise schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Mit ein paar Zitaten kann die woke Ideologie in ihren Facetten skizziert werden. In einem Interview mit dem Spieltheoretiker Christian Rieck sagte die Psychologin und Autorin Esther Bockwyt:
“[Die woke Weltanschauung geht zurück auf] Strömungen [in den USA], die im Kern folgende Aussage haben, nämlich daß westliche Gesellschaften von der Struktur her strukturell bedingt rassistisch und diskriminierend aufgebaut und verfaßt sind und daß sozusagen das die einzige Realität ist und daß die Machtverhältnisse so ausgelegt sind, daß weiße oder weiß gelesene, weiß positionierte Menschen […] von ihren Machtverhältnissen insoweit profitieren, daß marginalisierte Personen, die zu diskriminierten Gruppen gehören, grundsätzlich unterdrückt werden von Weißen und daß diese Machtverhältnisse radikal umgekehrt werden müßten.” Diese etwas barocke Formulierung hat den Vorteil, daß so der absolute Unsinn der zugrundegelegten woken Annahmen sichtbar auf den Tisch kommt. Irrsinn ist Teil des ideologischen Programms im postmodernen Klassenkampf von oben.
Und weiter: “Die Aggression der Woken äußert sich klassischerweise in Cancel Culture, also im Anprangern von jedem, der nicht woke ist oder der sich vermeintlich problematisch geäußert hat.” Damit ist Wokeness die ideale Ideologie für den sukzessiven Demokratieabbau, den wir ja nun unübersehbar erleben, denn “hier kommt die Woke-Agenda ins Spiel. Sie funktioniert, indem sie die Interessen gesellschaftlicher Minderheiten aufgreift, sie bis ins Groteske übertreibt und dann als Druckmittel gegen einzelne Personen oder ganze Bevölkerungsteile nutzt. […] Zum anderen führt die ständige Wiederholung der schrillen Parolen bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, die die Kampagne absurd und sogar lächerlich findet, zu einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber der Obrigkeit und erweist sich damit als hervorragender Wegbereiter für zukünftige Einschränkungen.”
Die Ethnologin Susanne Schröter läßt uns in ihrem rezenten Buch ‚Der neue Kulturkampf‘ auf S.76f wissen: “Die Empfindungen von Einzelnen werden innerhalb der woken Ideologie in ein System moralischer Hierarchien eingeordnet. Nicht jedem Gefühl wird der gleiche Wert zugemessen. Gehören die Fühlenden definierten ‚vulnerablen Gruppen‘ an, sind ihre Gefühle sakrosankt und dürfen nicht hinterfragt werden. Vulnerable Gruppen bestehen aus Menschen, die angeblich besonders durch Diskriminierungen verletzt werden.”
Dadurch reicht es bei kritischen Themen bereits aus, “wenn Aktivisten reklamieren, sie fühlten sich durch eine Aussage verletzt oder unwohl, oder wenn sie darauf verweisen, andere könnten sich verletzt oder unwohl fühlen. Niemand kann einem Gefühl widersprechen. Ein rationales Gegenargument kann nicht vorgebracht werden, und wer es versuchen würde, liefe Gefahr, die Sache noch schlimmer zu machen.” (Seite 67). Wer sich den woken Gepflogenheiten widersetzt, wird erst moralisch und dann gesellschaftlich und damit auch im Falle von Künstlern wirtschaftlich vernichtet.
Es verwundert nicht, wenn in den Staatsmedien woker Haß auf Schröter und ihr Buch niedergehen – es bestätigt genau die Intoleranz und Hetze, die sie beschreibt. Das ist in einer Metarezension vom April 2024 klar dargelegt. Wie das in der heutigen Universität mit ihren Fachdisziplinen greift, hat die Ethnologin Susanne Schröter in Teil I ihres Buches aus eigener Erfahrung geschildert. Universitäre Leitbilder legitimieren Wokismus und Cancel Culture. Ein Beispiel von staatlicher Cancel Culture ist das Einreiseverbot gegen den Rektor der Universität Glasgow, Ghassan Abu-Sittah, der am Palästina-Kongress in Berlin teilnehmen wollte.
“Die dogmatische Sekte der Woke-Bewegung […] weiß sich stets im Recht, egal zu welchen Haßausbrüchen und Rechtsbrüchen sie sich hinreißen läßt. Alles dient dem ‚Kampf gegen Rechts‘. Zwar bejubeln die Wokeness-Anhänger ihren eigenen Anti-Rassismus, betätigen sich jedoch selbst als Rassisten. Daß sie ihrerseits Haß säen und Menschen ausgrenzen, scheint sie — trotz aller angeblichen Wachheit — nicht zu verunsichern. […] Damit wird sie zu einem faschistoiden innerstaatlichen Kampf- und Disziplinierungsinstrument.”
Alle Facetten des Wokismus, also insbesondere die politische Korrektheit sind “Herrschafts- und Zersetzungsmittel”, wie Matthias Burchardt in Bezug auf Genderismus mal äußerte. Insbesondere ist der Transgender-Hype destruktiv. Das konnte man z.B. bei der Eröffnungszeremonie der woken Spiele in Paris, die sich olympisch nannten, beobachten. Und der olympische Geist wurde im wahrsten Sinne beim Boxsport verprügelt, wo biologische Männer Boxerinnen verletzen durften; s. Teil I und Teil II der Analyse von Marie-Luise Vollbrecht. Der Untertitel des erwähnten Transgender-Hype Artikels lautet: “Wer sein Kind schützen will, muß Veranwortung übernehmen”. Das kann auch etwa für die Schweiz heißen, daß Eltern mit ihren pubertierenden Kindern sich überlegen müssen, besser auszuwandern, wenn sie verhindern wollen, daß ihnen ihr Kind vom Staat weggenommen wird – wie es bereits vor drei Jahren in Genf passierte; s. das Video (ab Minute 17) von Christoph Pfluger.
Der Schlußsatz einer Rezension Bockwyts Buches gipfelt in: “Eine Ideologie, deren psychischer Unterbau derart fragil ist, kann auf Dauer nicht bestehen und muß zwangsläufig in sich zusammenbrechen.” Das mag wohl sein, aber die Frage ist wann und nach wieviel Millionen Todesopfern das passiert. Denn die Rolle des Wokismus in unserer Zeit ist staatstragend und kriegstreibend (nach innen wie außen) und so analog zur Rolle des Rassenwahns Nazi-Deutschlands.
Zigeunerschnitzel
Peter Hahne hatte bereits 2014 ein Buch geschrieben mit dem scharf-ironischen Titel “Rettet das Zigeuner-Schnitzel! Empörung gegen den täglichen Schwachsinn. Werte, die wichtig sind”, wo er auf Seite 35 explizit Stellung bezieht für die Zigeunersoße und die Nonnenfürzle!
Schauen wir mal, was bei Wikipedia unter dem Eintrag ‚Zigeunerschnitzel‘ steht: “Das Wort ‚Zigeuner‘ wird seit etwa Mitte des 16. Jahrhunderts als Schimpfwort gebraucht.” Ja, und? Welche Wörter, die Personengruppen bezeichnen, sind nicht schon mal irgendwo von irgendjemand als Schimpfwort gebraucht worden, wenn es zu Streit und Ärger kam? Die Frage muß doch sein: Weist das Wort ganz grundsätzlich auf Abwertung und Minderwertigkeit hin?
Das ist sogar laut Wikipedia unter dem Eintrag ‚Zigeuner‘ nicht der Fall: “Nicht ganz 95 % der Befragten [Zigeuner] verwendeten die Eigenbezeichnungen, für 57,5 % war der Fremdbegriff ‚immer ein Problem‘, 14,9 % hatten ‚kein Problem mit der Verwendung des Zigeuner-Begriffs durch andere‘ und weitere 25,7 % fanden, ‚dass es darauf ankommt, ob dieser Begriff abwertend oder gar als Schimpfwort benutzt wird‘. 6,9 % wandten den Zigeunerterminus auf sich selbst an, z. T. neben Roma oder Sinti (laut Umfrage im Umfeld des Zentralrats 2007-2011).”
Eine Umfrage am 28./29. März 2023 unter 30754 Personen aus der ganzen Schweiz ergab, daß nur jeweils 19%, 21%, bzw. 18% der Befragten die Wörter Zigeuner, Mohrenkopf, bzw. Eskimo als beleidigend ablehnten und daher nicht benutzten. In Deutschland und Österreich würde wohl der Prozentsatz nicht wesentlich höher ausfallen. Interessant ist, daß die Prozentzahlen jeweils bei rund 20% liegen – das ist eine Minderheit mit symbolisch-magischem Weltverbesserungsglauben, die der überwältigen Mehrheit ihren Willen aufzwingen will.
Um den Diskriminierungsvorwurf gegen das Zigeuner-Wort zu testen, machen wir die Schnitzel-Probe. Das Zigeunerschnitzel hat eine lange Tradition (seit 19. Jahrhundert) und ist ein Gericht aus Naturschnitzel vom Kalb mit Paprikasauce bzw. Zigeunersauce. Es stammt aus Ungarn und gehörte zur gehobenen Küche der k.u.k. Monarchie. Wenn also im Schnitzel-Falle die aktuelle politisch korrekte Bezeichnung für Zigeuner gewählt würde, müßte – wenn alles mit rechten Dingen zuginge – dann alles in Ordnung sein.
Da das Zigeuner-Wort seit längerem Kritik von woker Seite hervorruft, hat manch wankelmütiger Gastwirt beizeiten eine Umbennung in Betracht bezogen und ist evtl. eingeknickt, sei es aus Ängstlichkeit oder Trotz – und mit Humor. So hatte ein Wiesbadener Gastwirt im Jahre 2013 für seine Zigeunerschnitzel das Attribut ‚Zigeuner‘ durch ‚Sinti-und-Roma‘ ersetzt. Daraufhin mokierte sich 2016 ein Gast vom Wiesbadener Projekt ‚Demokratie leben in Wiesbaden‘, daß die Bezeichnung so “ziemlich die rassistischste Bezeichnung” seit dem ‚Negerkuß‘ sei. Keines der Wortteile ‚Sinti-und-Roma‘ und ‚Schnitzel‘ ist diskriminierend oder gar rassistisch. Hier muß offensichtlich woker Wahn im Spiel gewesen sein, der den sogenannten Weißen (als angeblichen Tätern) verbieten soll, eine Speise nach einer “Opfergruppe” zu benennen – quod erat demonstrandum.
Dennoch ist letztere Schnitzelbezeichnung aufgebläht, denn es sind weder die deutschen Sinti noch die französischen Manouches [als Eigenbezeichnung; vgl. manuš(a) = Mensch(en) im Lovari-Romanes und vielen anderen Romanes-Varianten], noch die spanischen Gitanos (die eher anderes als Speise, z.B. Igel, präferieren laut Esméralda Romanez) daran beteiligt gewesen, und wenn überhaupt, wären es gewisse Roma-Gruppen aus Ungarn mit Affinität zu scharfem Paprika. Also ‚Roma-Schnitzel‘ könnte da eine solide Alternative mit Augenzwinkern sein. Nicht so im verdrehten Berlin anno 2019: “Wie bitte? Ein Roma-Schnitzel?! Sensibilisierungsworkshop gegen Antiziganismus für Multiplikator*innen und pädagogische Fachkräfte in Charlottenburg-Wilmersdorf […].”
Ob tatsächlich ungarische Zigeuner sich gerne genau jene Art Schnitzel auf eine besonders scharfe Weise zubereiteten, spielt gar keine Rolle. Passen tät’s schon, allein wegen des Paprikas. Es war wohl eher der Verweis auf fremdländische Eßgewohnheiten, der Neugierde wecken sollte. Merken wir uns: “Bei Alltagsgütern, deren Begrifflichkeiten über Jahrzehnte im deutschen Sprachgebrauch festgeschrieben stehen, muß man deutlich differenzieren. Dabei ist die Grundfrage wichtig, ob der bloße Gebrauch von Worten als unmittelbare Diskriminierung gesehen werden kann.” Lassen wir also den Deutschen und Österreichern ihre Zigeunerschnitzel – basta. Außerhalb der woken städtischen Zentren laufen einem diese Schnitzel in freier Wildbahn sowieso ständig über den Weg:


Aushang an der Brauerei Gaststätte Am Strand in Marktredwitz (Oberfranken) // Teil der Speisekarte im Café und Musikclub Mal Anders in Schwalenberg (Weserbergland) (Photos: HZ)
Wie auch das erste Photo von beiden zeigt, gibt es im deutschsprachigen Bereich Speisen, die das Attribut Hawaii tragen und nichts mit Hawaii zu tun haben sondern nur mit (Dosen-)Ananas, wie z.B. der Toast Hawaii als Nachkriegsklassiker der Geschmacksverirrung. Der Urheber war ein Schauspieler, der sich als Fernsehkoch dann Clemens Wilmeroth nannte und 1953 diesen Toast und andere Merkwürdigkeiten kreierte. Anfang der sechziger Jahre griff ein Kanadier die Idee auf und führte die Pizza Hawaii ein, die nichts mit italienischer Pizza zu tun hat.
In woken Zeiten nimmt es nicht Wunder, daß mal jemand auf Facebook Toast und Pizza Hawaii im Jahre 2020 “rassistisch” bzw. “als kolonialer Stereotyp“ oder zumindest als “kulturelle Aneignung” gebrandmarkt hatte; seitdem macht das die Runde durch die Presse und Alternativmedien. Das Wiener Schnitzel geht immer unkritisiert durch, denn nach wokem Verständnis hatte niemand die Wiener bisher kolonisiert und sie sind auch keine Opfer. Selbst Hamburger müssen es ertragen, daß ihr ‚Hamburger Rundstück warm‘ (aus dem 19. Jahrhundert) in den USA des letzten Jahrhunderts zu einem ungesunden und pappigen “Hämbörger” (ohne Bratensoße) mutierte.

Fundstück aus der Leseecke eines Bio-Bistros in Schieder (Weserbergland) (Photo: HZ)
WDR-Schnitzel-Runde
Am 29. Januar 2021, als man mit der angelaufenen “Impfkampagne” gegen die “Vulnerablen” eigentlich andere Sorgen hätte haben können, strahlte der WDR als Wiederholung (sic!) die Fernsehrunde “Die letzte Instanz – Der Meinungstalk mit Steffen Hallaschka” aus zum Thema “Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?”. Eine dümmliche Fragestellung, losgelassen auf vier Fernsehmoderatoren (!), von denen zwei auch schauspielern, einer auch singt und einer auch Autor ist – eine illustre Runde also im üblichen Unterhaltungsstil des Mainstream-Geplänkels, alle offenbar ohne fundierte Kenntnisse hinsichtlich der Vielfalt von Zigeunern und ihrer Kultur, Sorgen und Nöte. Wenn es im Ansatz hätte ernsthaft werden sollen, hätte man wenigstens einen älteren Sinto aus dem Volke und einen Tsiganologen vom Schlage eines Bernhard Streck eingeladen, die keine woken Aktivisten wären.
Mit dem woken Moderator des Talks war natürlich die Erziehung à la “wir sollten gewisse Dinge besser nicht mehr sagen” beabsichtigt im Sinne der üblichen Propaganda. Doch das ging gewaltig nach hinten los, da offenbar die Teilnehmer, ihren Hausverstand nicht spätestens beim Maskenbildner entsorgt hatten: Sie gaben sich zwar politisch einigermaßen naiv und unschuldig – wohl als Schutz vor Shitstorm und anderem Unbill, doch keiner konnte oder wollte das Thema in den woken Kontext stellen und die politische Absicht entlarven. Der Entrüstungssturm brach dennoch oder erst recht aus (mit leichter Verspätung) und demonstriert, wie der Wokismus ohne Not Gräben in dieser Gesellschaft aufreißt und wie mediale Propaganda und Ausgrenzung funktionieren.
Die Berliner Zeitung vom 2. Februar 2021 berichtete kurz über die eher flache Diskussion unter dem Titel “Demut nach Talk über Rassismus”, wo auch über das (peinliche) Zurückrudern von Beteiligten dieser Runde berichtet wurde. Nichts war wirklich peinlich in dem Talk außer den törichten Einwürfen und Provokationen des Talkmoderators. Die Tatsache, daß hier eine Wiederholung der Sendung aus dem späten Vorjahr vorlag, läßt erahnen, daß die Wiederholung gerade danach strebte, den erwünschten Shitstorm besser inszeniert zu erzeugen, um die Gäste nachhaltig zu diskreditieren.
Die fernsehberüchtigte Dunya Hayali meinte im Nachgang, sich dazu äußern zu müssen: “Für viele Menschen ist genau dieser Sprachmißbrauch der Anfang von Diskriminierung und Rassismus.” Erstens ist das nicht im Entferntesten Sprachmißbrauch und zweitens entsteht weder Diskriminierung noch Rassismus mit der expliziten Nennung von Zigeunerschnitzel oder -sauce. Wirklicher Rassismus ist ganz tief im Menschen durch Erziehung und frühe Indoktrination verankert und kommt eigentlich eher selten vor.
In einem weiteren Kommentarbeitrag spricht ein Autor von den “PoC (People of Colour)” in aggressiver Überheblichkeit über jene Sendung: “Der WDR hatte die grandiose Idee, eine Show auszustrahlen, wo sich fünf priveligierte Weiße darüber beklagen, daß sie keine diskriminierenden oder gar rassistischen Slurs und Bezeichnungen für Menschengruppen benutzen dürfen und daß Deutschland mittlerweile humorlos bzw. zu empfindlich geworden ist.” Als “Slur” soll ein sprachlicher Ausdruck gelten, der das mit ihm Bezeichnete “implizit abwertet”. Was für eine absurde und lächerliche Unterstellung: Wer sich hörbar ein Zigeunerschnitzel bestellt, wertet den Zigeuner als solchen damit nicht im geringsten ab, weder ex- noch implizit.
Weiter wird dann in diesem unsäglichen Mediathek-Kommentar das üblichen Beiwerk des Wokismus gestreut und resümiert: “Das bedeutet, wenn es einige Menschen gibt, die sich durch ein gewisses Wort angegriffen fühlen, daß wir die Verantwortung dafür übernehmen müssen und das Wort dann auch streichen müssen. Nein, das würde dazu führen – und im Sinne des Wokismus soll das ja genau auch passieren – daß wir unsere Sprache ständig transformieren und weiter eindampfen wie bei Orwells Neusprech. Wenn sich jemand durch ein nicht-beleidigendes Wort angegriffen fühlt, muß er erst überprüfen, ob das realiter ein verbaler Angriff auf ihn war. Sich retraumatisiert zu fühlen, ist kein hinreichender Grund, denn ein wirkliches Trauma muß bearbeitet werden, so daß sich so jemand psychotherapeutische Hilfe suchen sollte, anstatt anderen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen haben.
In einem darauf folgenden langen Monitor-Beitrag des WDR wird erst Raum der extrem woken Sicht eines Sinto gegeben, der nicht zurückscheut, mit Glottischlag zu gendern und den Weißen eine Art kolonialer Erbsünde zuzuweisen. Dann wird Tayo Awosusi-Onugor interviewt, die glatt behauptet, daß der Begriff ‚Zigeuner‘ rassistisch sei, für Gewalt und Dehumanisierung stehe und auch die lange Verfolgungsgeschichte symbolisiere. Hier wird in ein Wort etwas hineinprojiziert. Als Entgegnung ist zu bemerken, daß die Nazis alle Menschen physisch zu vernichten suchten, die nach ihrem Wahn aus welchem Grund auch immer als minderwertig oder gefährlich galten, politisch oder rassisch oder sozial oder geistig – egal unter welchem Namen oder Symbolen sie klassifiziert wurden. Im KZ wurden die entsprechenden Symbolcodes an die Häftlingkleidung genäht.
Symbolpolitik hilft nicht, den früheren Rassismus zu verstehen und evtl. neue rassistische Tendenzen (jenseits des woken Wahns) zu erkennen. Awosusi-Onugor sagt aber auch etwas sehr Richtiges, daß nämlich die NS-Geschichte in Deutschland nicht aufgearbeitet wurde – z.B. wollte die FDP schon 1949 keine Entnazifizierung mehr. Die Sinti als Opfer wurden nach 1945 lange, lange vergessen von der offiziellen Politik, denn sie waren ja keine Juden. Die Integration alter Nazis in Regierungsämter und die faktische Nicht-Aufarbeitung neben der Fortführung des Antikommunismus der Nazizeit waren die Charakterisitika der damaligen Adenauer-Ära.
Für junge Sinti und andere Zigeuner mag es verführerisch sein, sich dem woken Zeitgeist der Konfrontation mit der breiten Mehrheit der Bevölkerung hinzugeben, da sie als verbriefte Opfergruppe innerhalb der woken Community sofort eine positive Resonanz und Anerkennung spüren können. Daß die woke Ideologie von größtem Übel ist und mit unserem Demokratieverständnis kollidiert, ja, sogar faschistoid ist, reflektieren sie nicht.
Mit dem politisch korrekten Verspeisen von Schnitzel mit Soße hört das Umbenennungskarussell längst nicht auf, sogar historische Klischees sollen schon anrüchig sein: “Ohne Gänsefüßchen kein ‚Zigeuner’baron. In Anführungszeichen setzt die Komische Oper das Z-Wort in Johann Strauss‘ Operette, denn die walzerselige Hitmaschine, populär seit über 130 Jahren, hat ein aktuelles Problem: ihren Titel. ‚Zigeuner‘ sind als Begriff ein Klischee, je nach Perspektive romantisch verklärt oder negativ besetzt, somit im heutigen Sprachverständnis politisch inkorrekt.” Früher war mehr Komik.
Z
Wo Zigeuner persönlich Beschimpfung und Diskriminierung erfahren haben, wäre es ihnen genauso ergangen, wenn ein anderes Wort für Zigeuner zur Anschimpfung genutzt worden wäre. Aber das eigentlich unverfängliche Wort Zigeuner bei Zitierung mit dem Buchstaben Z abzukürzen, wie es die “Emanzipatorische Antifa Münster” fertigbrachte (laut Rolf Bauerdicks immer noch sehr aktuellem Buch ‚Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk‘, S. 175), ist nicht nur dümmlich sondern auch schlicht geschichtsvergessen, denn ‚Z‘ wurde in den Konzentrationslagen der Nazizeit den inhaftierten und der Vernichtung preisgegebenen Zigeunern in den Arm tätowiert. Genau dieses ‚Z‘ haben die Überlebenden nie vergessen.
Die systematische Vernichtung von Russen, Juden, Zigeunern u.v.a. während des 2. Weltkriegs durch die Nazis macht keines dieser ethnischen Namen zu Tabuwörtern. Sie alle wurden mit Vorsatz und nicht wegen ihrer jeweiligen Benennung getötet.
Der Wokismus mißbraucht u.a. das historische Schicksal der Zigeuner, um seine absurde Weltsicht in den Vordergrund zu rücken. Eigentlich interessieren sich Wokisten gar nicht für Zigeuner sondern suchen nur, ihre eigene hohe Moralität zu pflegen und zur Schau zu stellen. Oder auf die Spitze getrieben: Der Kampf gegen Antiziganismus kommt ohne reale Zigeuner aus. Wer etwas gegen existierende Zigeunerfeindlichkeit tun will, sollte sich zuvörderst überhaupt für die Zigeuner als Menschen und ihre Kultur interessieren.
Lassen wir zum Schluß dieses ersten Teils den ausgewanderten deutschen Kabarettisten Detlev Schönauer sprechen; sein Artikel aus der Budapester Zeitung aus dem Jahre 2021 beginnt wie folgt: “In manchen Dingen ist Ungarn noch sehr altmodisch… Sowas wie Diskriminierung kennt man kaum. So gibt es in fast jedem ungarischen Gasthaus ‚Zigeunerbraten‘. Ja, der steht furchtlos auf der Speisekarte und pfeift auf jede Diskriminierung. Und keiner regt sich auf! Es geht sogar noch dreister: so wohnen wir in einem echten Zigeunerdorf! All unsere Nachbarn sind waschechte ‚Zigeuner‘! Verblüffend, wie locker mir dieses rassistische Z-Wort über die Lippen geht: in Deutschland hätte ich längst eine Mahnwache vor der Tür samt digitalem Shitstorm. Darf man hier ‚Zigeuner‘ sagen? Wir haben bei unserer Nachbarin gefragt. Dank Ungarisch-App, Wörterbuch, Händen und Füßen ging das. ‚Wie nennt Ihr Euch? Fahrende, Sinti, Roma oder wie?‘ Sie winkte ab: ‚Cigányok!‘, sprich auf Deutsch: Zigeuner! Das sei bei ihnen Tradition und sie sind stolz darauf. […]”
Elekes Andor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Prof.em. Dr. Hans-Jürgen Bandelt war Professor am Fachbereich Mathematik der Universität Hamburg, wo er sich neben der Behandlung kombinatorisch-geometrischer Probleme den Anwendungen der Genetik auf vorgeschichtliche Fragestellungen widmete, sowie Studien zur forensischen und medizinischen Genetik betrieb.
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Hallo,
Hauptsache niemand denkt darüber nach, ob ein ,,Arbeitnehmer“ Arbeit nimmt,
oder ob er nicht vielmehr Arbeit gibt und Geld nimmt
oder ob der ,,Arbeitgeber“ Arbeit gibt
oder ob er nicht vielmehr Arbeit nimmt und Geld gibt
oder warum nicht beide als Nehmer (Geldnehmer und Arbeitnehmer) oder beide als Geber (Arbeitgeber und Geldgeber, beachte Volksmund ,,Brötchengeber“!), also warum bei aller angeblichen politischen Korrektheit nicht beide gleich bezeichnet werden, sondern sie unterschiedlich bezeichnet werden, der eine als Nehmer und der andere als Geber
…
oder wenn man schon bei solchen Überlegungen wäre, gar darüber nachzudenken, ob das Geld,was der Geldgeber und Arbeitnehmer gibt, der Arbeit entspricht, die der Arbeitgeber und Geldnehmer gibt.
Wie gut, dass an solchen Stellen keiner über politische Korrektheit der Sprache nachdenkt.
Nee nee bloß nicht! Hauptsache Geschlechter und Hautfarben, hui da bekommt der:innen eine Arbeitgeber:Innen 1000 Währungseinheiten mehr pro Jahr als der:inenn Andere:Innen, wie ungerecht! Da muss man sich drum kümmern!!!
Bloß nicht drüber nachdenken, dass und wie Arbeitnehmer 1.000.000 oder 1.000.000.000 mehr pro Jahr bekommen.
Da war ja hier letztens ein Artikel auf tkp, am Beispiel eines Aktienkonzerns, dass die Arbeitgeber bzw. Geldnehmer zwei Drittel des Wertes ihrer Arbeit ausgezahlt bekommen, also dass die Arbeitnehmer bzw. Geldgeber (Volksmund ,,Brötchengeber“) die Arbeit nur zu zwei Drittel bezahlen. Naja und das dritte Drittel ist nach Abzug der sonstigen Kosten der Gewinn.
Aber bloß nicht darüber nachdenken! Besser sich drüber aufregen, dass der:innen eine:innen Arbeitgeber:Innen zwei Drittel plus ein Hundertstel mehr und der:innen andere:Innen Arbeitgeber:Innen zwei Drittel minus ein Hundertstel weniger bekommt!
„Wokeness“ ist eine Heuchelei, die über weite Strecken gekennzeichnet ist durch das Ausblenden der gesellschaftlichen Zusammenhänge, vor allem der zugrundeliegenden Klassenstruktur als Rahmen und bestimmendes Element für jede Art von Diskriminierung.
Ein glaubwürdiges Auftreten gegen „Wokeness“ bedeutet aber, genau das aufzuzeigen, und nicht, Diskriminierung zu rechtfertigen. Da Diskriminierung in unseren Breiten schon entsetzliche Folgen gezeitigt hat, ist Sensibilisierung für jede Art von Diskriminierung aufs Höchste angebracht. Dazu gehört z. B., sich in die Lage diskriminierter Menschen zu versetzen (was für von der kürzlich verhängten Apartheid für „Ungeimpfte“ Betroffene möglich sein sollte), sie und ihre Anliegen zu verstehen und sie so zu benennen, wie sie sich selber benannt haben wollen. Wenn wir das schaffen, sind wir ein Stück weiter in der Verfolgung unserer eigenen (Klassen-)Interessen und bei der Schaffung einer besseren Zukunft …
Mein Freundeskreis ist wahrlich multikulturell. Meine liebste Freundin ist eine Negerin. ❤️
Promoviert, intelligent, was sich nicht immer bedingt 😁, warmherzig und ein Schatz. Weiterhin schreibe ich regelmäßig meinem Judenfreund in Paris und wandere mit meinen Nafri-Freunden durch das herrliche Atlasgebirge in Marokko, wobei manche Nafri: innen Schleier tragen und manche nicht.😂
Weiterhin habe ich eine Schwäche für Zigeunermusik im Schnuckenack-Reinhardt-Stil.
Esse aber lieber Wiener Schnitzel. 😁👍 Muß ich jetzt . igeuner sagen ? ..zzz zzz.. ✌️🤔
Das ALLES war nie ein Problem. Weder sah ich bislang auf die Hautfarbe, noch auf die Herkunft eines Menschen, wenn ich ihn mag.
Jeder liebe Mensch wächst einem ans Herz.
Die Diskriminierung begann mit der Sprache der globalen S P A L T E R. Schämt Euch.
Es war der 28. Oktober 1990, als in der New York Times der Artikel erschien:
„The Rising Hegemony of the Politically Correct“. Da tauchte der Begriff nach meinen Recherchen zum ersten Mal auf.
https://www.nytimes.com/1990/10/28/weekinreview/ideas-trends-the-rising-hegemony-of-the-politically-correct.html
„Z“ ist heute vor allem verboten, weil der Buchstabe von russischen Truppen verwendet wird, welche gegen die aktuelle Woke Vernichtung kämpfen. In Buntschland gab es bereits den Fall einer Strafe von mehreren 1000 EUR, weil jemand diesen Buchstaben auf seinem Auto anbrachte. Ich habe aber noch nie von ähnlichen Strafen gehört, wenn in Buntschland in Massenmord-Wesen geschulte Bandera-Soldaten trotz Mahnungen mit Hakenkreuzen oder SS-Runen rumlaufen – höchstens werden die vorzeitig zurück ins Banderastan geschickt.
Sinti sind keine Untergruppe der Roma, so wie Österreicher keine Untergruppe der Deutschen sind.
Sinti und Roma haben zwei verschiedene Sprachen überliefert und es gibt verschiedene Traditionen, auch wenn diese heute vielleicht, wie anderswo auch, mehr Erinnerung als gelebte Praxis sind.
In Österreich wurden die Burgenland-Roma stets „Roma“ genannt und haben sich selbst auch so bezeichnet, andere Romanes sprechende Gruppen haben sich aber eben nicht als Roma bezeichnet, sondern mit ihrem spezifischen Gruppennamen. Die spanischen Kale und die niederländischen Black Dutch oder britischen Traveller idenzifizieren sich ebensowenig als Roma. Auch sprechen nicht alle Gruppen weltweit Romanes und schon gar nicht den gleichen Dialekt.
Bei den Donauschwaben, den Brasiliendeutschen, den Pennsylvaniadeutschen, den Russlanddeutschen, der deutschen Minderheit in Polen oder bei den Schweizern und Elsässern kann man auch nicht sagen, dass dies alles Untergruppen der Meidlinger wären – auch wenns praktisch wäre!
Der Begriff „Zigeuner“ trifft aber auch nicht auf alle zu. Man hat daher einen Kunstbegriff schaffen wollen. Autoritäre Politiker versuchen jetzt Angehörige der Volksgruppe ein fremde Selbstbezeichnung aufzudrücken. Das funktioniert halt nicht!
Hallo,
apropos …
Thomas Röper (Antispiegel und ja ,,pro-russisch“ und blabla :) war in der Region Kursk und bringt eine Artikelserie, nach meinem ersten Eindruck lesenswert.