
Unpolitisches Geld als Mittel gegen Sanktionen und Einfrieren von Einlagen
Die USA nutzen den Dollar seit Bretton Wood in 1944 als Waffe und zur Finanzierung ihres riesigen Militärbudgets von zuletzt 850 Milliarden Dollar in 2024 und der Staatsverschuldung von fast 35 Billionen Dollar, die rasant anwächst. Sie nutzen es auch um andere Länder niederzuhalten und ihr wachsendes Sanktionsregime gegenüber mehr Staaten durchzusetzen. Au0ßerhalb der US-Gefolgschaft in der EU und im politischen Westen, wächst aber der Widerstand dagegen und die Arbeit an der Schaffung von Alternativen wird intensiviert.
Fraglich ist, ob die westlichen Außenpolitiker, deren intellektuelle und politische Kompetenz einen noch nie dagewesenen Tiefststand auch in Österreich, Deutschland und der EU erreicht hat, begreifen was sie angerichtet haben? Nach der BRICS-Erweiterung und der gemeinsamen Erklärung von China und Russland nach dem eben zu Ende gegangenen Besuch von Wladimir Putin bei Xi Jinping in Peking sollte man es annehmen.
China hat Biden noch eine kleine Nachhilfe in Sachen Dominanz des Dollars gegeben und US-Staatsanleihen für mindestens 53 Milliarden Dollar verkauft, was aber ohnehin nur 0,15% (!) der US-Staatsverschuldung ausmacht:
🇨🇳🇺🇸 CHINA DUMPS $53 BILLION OF U.S BONDS
Following its joint statement with Russia about moving away from a reliance on Western countries, the Chinese government announced it sold at least $53.3 billion worth of U.S bonds.
Swiss economic expert Claudio Grass:
"It is a wise… pic.twitter.com/Fwe82pcqcH
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) May 18, 2024
Der Schweizer Wirtschaftsexperte Claudio Grass kommentierte:
„Es ist eine weise Entscheidung, vom USD weg zu diversifizieren. Gold hat sich seit 2021 um 75% besser entwickelt als USD-Anleihen.
Zudem wird der USD schon seit Jahrzehnten als politische Waffe und zur willkürlichen Beschlagnahmung von Vermögenswerten auf Druck der US-Regierung eingesetzt.
Es ist offensichtlich, dass die westliche Zivilisation durch ihr eigenes korruptes und verrottetes politisches System zerstört wird.“
Alternativen zum Dollar
Die Alternativen insbesondere zu dem als Waffe missbrauchtem internationalen Zahlungssystem SWIFT werden zahlreicher. Eine davon ist UNIT, das eine unpolitische Form des Geldes bietet, die von keiner politischen Agenda beeinflusst wird und Stabilität und Neutralität gewährleistet.
Das UNIT-Ökosystem bietet nach eigenen Angaben Menschen auf der ganzen Welt unpolitisches Geld, das frei gekauft und verkauft oder als Währung für Zahlungen über jedes offene Zahlungs- und Clearingsystem verwendet werden kann.
Das Konzept von UNIT wurde bereits von der vom BRICS+ Business Council eingerichteten Arbeitsgruppe für Finanzdienstleistungen und Investitionen erörtert und hat laut Pepe Escobar ernsthafte Aussichten, bereits 2025 zur offiziellen BRICS+-Politik zu werden.
Laut Alexey Subbotin, dem Gründer von Arkhangelsk Capital Management und einem der Ideengeber von UNIT, handelt es sich dabei um ein neues Problemlösungssystem, das das zentrale geoökonomische Problem dieser unruhigen Zeiten angeht: eine globale Vertrauenskrise. Er weiß das aus erster Hand: Als erfahrener Finanzfachmann mit Erfahrungen im Investmentbanking, in der Vermögensverwaltung und in Unternehmensfragen leitet Subbotin das Unit-Projekt unter der Schirmherrschaft von IRIAS, einer internationalen zwischenstaatlichen Organisation, die 1976 im Einklang mit dem UN-Statut gegründet wurde.
Im Gegensatz zu der Finanzierungsmaschine für das USA Militär bietet Unit eine zuverlässige, schnelle und wirtschaftlich effiziente Lösung für grenzüberschreitende Zahlungen. Die – transaktionale – Einheit ist eine neue Form einer internationalen Währung, die dezentral ausgegeben und dann auf nationaler Ebene anerkannt und reguliert werden kann.
Sie soll eine einzigartige Lösung für Engpässe in der globalen Finanzinfrastruktur bieten: Sie ist sowohl für traditionelle Bankgeschäfte als auch für die neuesten Formen des digitalen Bankings geeignet.
„Die Unit kann auch dazu beitragen, die unfaire Preisbildung im Rohstoffhandel zu überwinden, indem sie eine neue – faire und effiziente – Eurasische Handelsbörse einrichtet, an der Handel und Abrechnung in einer neuen Währung erfolgen können, die Handelsströme und Kapital überbrückt und so den Weg für die Entwicklung neuer Finanzprodukte für ausländische Direktinvestitionen ebnet.“
Das Endspiel besteht laut Escobar darin, dass im Grunde jeder die Unit für die Buchhaltung, die Preisbildung, die Abrechnung, die Zahlung, das Sparen und die Investition nutzen kann.
Kein Wunder, dass die institutionellen Möglichkeiten recht verlockend sind – so kann die Unit für die BRICS+ zur Buchführung und Abrechnung, für die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU) zur Zahlung und Preisfestsetzung oder für die afrikanischen Länder südlich der Sahara als Reservewährung verwendet werden.
„Und jetzt kommt der Clou: Die UNit wurde bereits vom BRICS-Wirtschaftsrat unterstützt und steht auf der Tagesordnung des entscheidenden Ministertreffens in Russland im nächsten Monat, bei dem der Fahrplan für das Gipfeltreffen im Oktober in Kasan ausgearbeitet werden soll.
Das heißt, die Unit hat alle Voraussetzungen, um als ernsthaftes Thema auf dem Tisch der BRICS+ zu landen und schließlich schon 2025 verabschiedet zu werden….
Gegenwärtig besteht die Priorität für die Planer der Einheit – die ich über ein Jahr lang bei mehreren ausführlichen Treffen in Moskau verfolgt habe – darin, die Öffentlichkeit über das neue System zu informieren.
…
Was vor uns liegt, könnte außerordentlich spannend sein, da die Anziehungskraft der Unit von Elon Musk bis zur Neuen Entwicklungsbank (NDB) der BRICS reichen und hoffentlich eine Reihe wichtiger Akteure ansprechen könnte. Nach einer positiven Bewertung durch Finanzminister Anton Siluanow – der auch in der neuen russischen Regierung im Amt bleibt – ist es nicht abwegig, sich vorzustellen, dass Putin und Xi diese Woche in Peking von Angesicht zu Angesicht darüber diskutieren.“
Es bleibt also abzuwarten, ob sich Russland, China und Indien auf die Unit als Zahlungssystem einigen können, das dann automatisch das der BRICS+ würde. Die wichtigste Erkenntnis sei nun, dass die Unit als eine machbare, technische Lösung für das theoretisch Unlösbare angesehen werden sollte: ein weltweit anerkanntes Zahlungs- und Handelssystem, das gegen politischen Druck immun ist.
Bild von Chris auf Pixabay
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Hallo,
die Unit erinnert an den Bancor von John Maynard Keynes.
Die einzige Möglichkeit bleibt und ist der Bitcoin. Die Brics werden ihren Goldstandard ausbauen und auf lange Sicht evt.daran scheitern. Ich denke, der Bitcoin wird sich als Weltwährung etablieren. Es ist heute schon töricht, seine Bitcoins in Dollar und Euro umzurechnen. Wir nähern und mit großen Schritten der 100.000 $
grenze für einen Bitcoin. Das bedeutet aber nicht, dass der Bitcoin so schick ist, sondern dass die Fiatwährungen sich selber aufgefressen haben. Die Amis zahlen bald mehr an Zinsen für ihre Anleihen, als sie einnehmen. Jetzt popelt man an neuen ZENTRALEN CBDC, in der Hoffnung das Ruder herumzureißen.
Dabei wurde der Vertrauensbonus zu solchen Produkten von Paypal in Kanada zur Coronazeit mit einem Schlag vernichtet.
Die Menschen wollen kein Geld, was sich von außen entwerten und abschalten lässt, so wie es den Truckern ergangen ist. Dazu zählt natürlich auch UNit
Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Bitcoin.
Bitcoin sind dezentral, sind nicht vom Staat abhängig und können nicht „gedruckt“ werden (die Menge ist begrenzt).
Für alternative Plattformen haben sie den Vorteil, dass ihnen das Konto nicht gekündigt werden kann. Michael Ballweg macht auf der Seite digitaler Aktivist Aufklärungsvideos für Einsteiger.
Ich bin noch in der Meinungsbildungphase, aber die Philosophie hinter den Bitcoin gefällt mir. Zumindest gibt es mir das Gefühl, ich als kleine Normalbürgerin könne etwas tun. Dieses Gefühl habe ich bei Unit nicht. Vielleicht sind Bitcoin wirklich das Geldsystem der Zukunft!?
ich möchte da schon anmerken, dass bretton woods etwas an sich durchaus sinnvolles war und gerade dessen abschaffung durch richard nixon 1973 erst den brutalen friedman/hayek-neoliberalismus (mit chile unter pinochet als pilot-versuch, danach in den USA 1981 durch ronald reagan eingeführt) überhaupt ermöglicht hat.
Hallo,
es gibt ein Buch „Welt Macht Geld“ vom Autor Georg Zoche. Darin ist die Vorgeschichte von Bretton Woods beschrieben (und dann auch die Konferenz selbst), besonders die Gespräche zwischen UK-Unterhändler John Maynard Keynes und USA-Unterhändler Harry Dexter White. Daraus wird klar, dass es von USA-Seite von Anfang an geplant war, den US-Dollar zum Machtinstrument zu machen.
„In dem Maße, wie die weltweite Nachfrage nach Dollar sinkt, nimmt auch der Wert des Dollars ab. Da von den USA hergestellte Waren im Ausland produziert werden und die USA Lebensmittel importieren, wird die Inflation in den USA eine Folge des Dollarverfalls sein. Zölle schränken auch das Angebot ein, erhöhen die Preise und verringern die Kaufkraft des Dollars weiter. Die Zölle, die auf aus China importierte Waren erhoben werden, sind daher kontraproduktiv.
Inflation und Dollarverfall bedeuten keine Senkung der Zinssätze. Stattdessen werden die US-Zinsen steigen. Die Idioten, die uns regieren, zerstören ihre eigene Machtbasis und den Lebensstandard der US-Bevölkerung. Es gibt keine einzige Person in „unserer“ Regierung, die genug Verstand hat, um für dieses Amt geeignet zu sein … Der Globalismus, den die USA als Instrument für die Hegemonie Washingtons propagiert haben, zerstört jetzt seinen Anstifter“
(Paul Craig Roberts, „China verkauft Dollar-Vermögenswerte in Rekordhöhe“; deutsche Übersetzung: „Antikrieg.com“, 19/05/2024)
Wenn die Bevölkerung erheblich abnimmt, oder wenn Energie und Warenproduktion zurückgehen (ein Anzeichen wäre Inflation), oder wenn die BRICS einen geschlossenen gemeinsamen Markt beschließen – in jedem dieser Fälle unterdeckt die Wirtschaftsleistung die Kreditmenge und alle Kredite und Guthaben sind verloren.
Guthaben, egal in welcher Währung, muss eine Wertschöpfung gegenüberstehen. Sonst gibt es ja nichts, was man mit diesem Guthaben kaufen kann. Egal mit welcher Währung, auch mit Gold, bleiben wir in einer Schicksalsgemeinschaft. Wir können nur den Währungsraum verändern. Die BRICS tun das gerade. Die setzen auf die Wertschöpfung des Westens keinen grünen Pfifferling. Warum wohl, wenn doch das Öl so sprudelt in Europa? Aus reinem Moralin? Um Pikes letzten Wunsch zu erfüllen?
Was mit Sachwerten ist, wenn sich Staat und Exelutive auflösen, wird man dann halt sehen.
Zum Glück kann so etwas aber nie passieren! Leutnant Nehammer wird das verhindern. Zusammen mit Chefdiplomatin Baerbock. Und Genie Larry Fink.
Auch der Run auf echtes Geld (Gold, Silber, Platin) kommt gerade aus den Startlöchern und wird vollständige Unabhängigkeit bieten. UNITs sind auch nur wieder staatliches Fake-Geld…
„… ein weltweit anerkanntes Zahlungs- und Handelssystem, das gegen politischen Druck immun ist“
Man muss es präzisieren: „immun gegen den westlich-imperialistischen politischen Druck“.
Die zunehmende Immunisierung des internationalen Warenaustausches und der Zahlungsverkehre der „globalen Mehrheit“ gegen die aggressiven westlichen Einflußnahmen und Störungsversuche aller Art ist ein Eckstein für den Aufbau einer „multipolaren“ Welt, zugleich die Todesfanfare für die Stellung des US-Dollars und damit für die westliche Hegemonie.
Die meisten westlichen Außenpolitiker, deren intellektuelle und politische Kompetenz durch Überheblichkeit getrübt ist, hinken der angesprochenen ökonomischen Entwicklung hinterher, ebenso natürlich die Medien. Die großen westlichen Monopole schwanken zwischen Konfrontation und Kooperation mit der wachsenden Konkurrenz, letztlich überwiegen aber die Interessensgegensätze. Das manifestieren die militärischen Vorbereitungen, Aufmärsche, Manöver, vor allem aber die aktuellen Kriege in der Ukraine und in Gaza. Überall wird ausdrücklich „der freie Westen“, „unser Lebensmodell“, „die liberale Demokratie“, „die internationale regelbasierte Ordnung“ samt den „Menschenrechten“ „verteidigt“. Kein Imperium hat jemals freiwillig abgedankt …