
„Die Wissenschaft“ zu Social Media unter Jugendlichen
Letzte Woche haben wir uns mit Online-Dating und somit mit einer Facette des Social Media-Konsums unter jungen Erwachsenen beschäftigt – aber wie weit „normal“ ist das alles? Dankenswerterweise hat „die Wissenschaft™“ auch hierfür „Studien“ durchgeführt, die „tief blicken“ lassen. Neben der – erwartbar miserablen – Qualität fällt vor allem der „Spin“ auf, mit dem die norwegischen Gesundheitsbürokraten die Ergebnisse beschönigen. Besorgnis weckende Einblicke in die Untiefen des skandinavischen Digitalparadieses.
Heute werden wir uns zwei aktuelle Studien (2020, 2023) ansehen, die weitere „Einblicke“ ermöglichen in die seltsame Welt des Social Media-Konsums im Allgemeinen, Online-Datings und Bildschirmzeit im Besonderen. Des Weiteren geht es auch um die Art und Weise, wie große Social Media-Konzerne das Leben aller ruinieren.
Dating-Apps mit Pareto-Verteilung
Wir beginnen mit einer Arbeit von Trond Viggo Grøntvedt et al., einem Studienberater (rådgiver) an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU). Trond hat einen Doktortitel in Evolutionspsychologie und er und seine Kollegen haben die brennende Frage „Do Tinder Matches and Meet Ups Lead to One-Night Stands?“ (etwa: Führen Tinder-Matches und Treffen zu One-Night Stands?) untersucht, die in Evolutionary Psychological Science, Nr. 6 (2020). 109-18, erschienen ist.
Hier ist die Zusammenfassung, aber wir werden uns wegen offensichtlicher konzeptioneller und anderer Probleme nicht zu lange mit dieser Arbeit aufhalten (hier und im Folgenden sind die Hervorhebungen von mir; aus Gründen der Lesbarkeit habe ich alle Referenzen entfernt):
In mehreren neueren Arbeiten wurde ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und der Nutzung von Tinder hergestellt, insbesondere in Hinblick auf die Soziosexualität und die Nutzungsmotive. Im Anschluss an unsere jüngste Veröffentlichung über Dating-Apps und die Studien, die Tinder und Soziosexualität miteinander in Verbindung bringen, bieten wir eine detailliertere Untersuchung der Effizienz der Nutzung von Tinder, um One-Night-Stands zu finden oder potenzielle langfristige Beziehungspartner zu treffen. Anhand von Selbstauskünften [orig. „self-reported data“, Anm.] von 269 Studenten (62 % Frauen) stellen wir fest, dass für eine relativ geringe Anzahl von Treffen eine sehr große Anzahl von Matches [auf Tinder, Anm.] erforderlich ist, was zu einer sehr begrenzten Anzahl von Bekanntschaften oder Treffen mit potenziellen romantischen Partnern führt. Lediglich 20 % der Tinder-Nutzer in der Stichprobe hatten nach der Nutzung von Tinder einen One-Night-Stand, und die meisten von ihnen hatten nur einen weiteren Partner. Der wichtigste individuelle Unterschied, der das Erreichen von Gelegenheitssex über Tinder vorhersagt, ist die uneingeschränkte soziosexuelle Einstellung, und diese sagt auch weniger potenzielle romantische Partnertreffen voraus.
Das Studie führt aus:
Diejenigen, die Tinder und andere solche Apps nutzen, sind im Allgemeinen eher bereit, mit bis anhin Unbekannten „Gelegenheitssex“ zu haben.
Die Stichprobe ist aus zwei Gründen höchst problematisch: Die „selbstberichteten Daten“ (hallo, Covid VE-Raten) sind anfällig für massive Verzerrungen, und die Größe (n = 269, davon 62 % Frauen) ist weder repräsentativ noch sehr groß.
Und dennoch entspricht der Anteil der „Leistungsträger“ (sic) der bekannten Aufteilung von 80:20, die erstmals von Vilfredo Pareto vor einem Jahrhundert vorgeschlagen wurde. Weitere Informationen zu diesem Phänomen finden Sie hier.
Tinder wurde im öffentlichen Diskurs gemeinhin als Sex-App angesehen, wobei die Nutzung der App in erster Linie mit gelegentlichen Sexkontakten in Verbindung gebracht wurde. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Tinder-Nutzer die App nicht nur für sexuelle Kontakte, sondern auch für die Anbahnung von Beziehungen nutzen. Eine plausible Erklärung für die unterschiedlichen Motivationen und Ergebnisse der Tinder-Nutzung könnte sein, dass erste sexuelle Begegnungen zu verbindlicheren Beziehungen führen [ich behaupte nicht, dass das nicht der Fall ist, aber ich halte es für höchst unwahrscheinlich: Warum sollte v.a. ein Mann in eine „Beziehung“ investieren, die bereits zu Gelegenheitssex geführt hat?]. Alternativ dazu könnte es zugrundeliegende Persönlichkeitsunterschiede und entwickelte Geschlechtsunterschiede [zwischen Männern und Frauen, Anm.] geben, die die Motivation für die Nutzung von Tinder für kurzfristige Partnerschaften gegenüber langfristigen Partnerschaften beeinflussen. Keine der bisherigen Studien hat sich jedoch damit befasst, ob die Nutzung von Tinder tatsächlich die Zahl der One-Night-Stands erhöht oder ob die Nutzung von Tinder mit mehr Treffen für feste Beziehungen verbunden ist.
Es gibt eine sogenannte „Theorie der sexuellen Strategien“ (SST), die eine Dichotomie postuliert: „Langfristige Paarung umfasst typischerweise eine feste, intime und dauerhafte emotionale Beziehung“, während „kurzfristige Paarung [orig. „mating“] dagegen eher durch kurze, körperlich motivierte sexuelle Begegnungen gekennzeichnet ist“.
„Experten™“ auf diesem Gebiet haben sich das folgende Kleinod einfallen lassen, wie die Studie ausführt:
Aus der evolutionären Perspektive der Fortpflanzung unterscheidet man zwischen Paarungs- und Erziehungsaufwand, der bis zu einem gewissen Grad kurzfristige und langfristige Paarungsstrategien widerspiegelt. One-Night-Stands verursachen Kosten im Bereich des Paarungsaufwands, einschließlich der Zeit, die damit verbracht wird, in Frage kommende Partner zu suchen, ihnen den Hof zu machen, Ressourcen oder wünschenswerte Eigenschaften zur Schau zu stellen oder anzubieten und mit anderen kurzfristig orientierten Individuen zu konkurrieren [ein Hoch auf „die Wissenschaft™“]…
SST sagt voraus, dass sich Geschlechtsunterschiede in Bereichen entwickeln werden, in denen Männer und Frauen im Laufe der menschlichen Evolution mit anhaltend unterschiedlichen adaptiven Herausforderungen konfrontiert waren. Viele dieser Herausforderungen hängen speziell mit den Vorteilen von Paarungsbemühungen und elterlichen Investitionen zusammen, denn Männer haben im Vergleich zu Frauen größere Fitnessvorteile durch mehrere Sexualpartner. Daher sind Männer, wiederum im Vergleich zu Frauen, eher kurzfristig orientiert, wünschen sich sexuelle Abwechslung und sind bereit, nach einer kürzeren Zeitspanne in Sex einzuwilligen. Es wird erwartet, dass sich dies auch auf neuere Dating-Arenen, wie Dating-Apps, auswirken wird. Es wurden geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Motiven und Gründen für die Nutzung von Dating-Apps festgestellt. So betonen Männer beispielsweise den Wunsch nach Sex als Grund für die Nutzung von Dating-Apps im Vergleich zu Frauen. Es kann aber auch sein, dass die Merkmale elektronischer Dating-Apps zu einer Diskrepanz zwischen der Paarungsarena und unserer entwickelten Sexualpsychologie führen.
Just der letzte Satz hier zeigt, wie wenig Ahnung die Studienautoren von den Interessen der Dating App-Betreiber haben, wie dies in dem eingangs verlinkten Beitrag von letzter Woche aufgezeigt wurde.
Das ist alles, was man über die Grundlagen der menschlichen Psychologie wissen muss; es erübrigt sich zu sagen, dass der Begriff der Pareto-Verteilung in dieser „Studie“ nicht vorkommt.
Etwas weiter unten finden sich noch mehr solcher „Erkenntnisse“:
Individuelle Unterschiede in der Wertschätzung von Partnern könnten einen Einfluss darauf haben, wer Übereinstimmungen, Treffen und sexuelle Begegnungen erzielt und wie viele Menschen sie treffen, die an einer potenziellen langfristigen, festen Beziehung interessiert sind. In mehreren Studien wurde untersucht, wie sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Präferenzen zwischen kurzfristigen sexuellen Beziehungen und langfristigen festen Beziehungen auswirken. Bei der ersten Kontaktaufnahme auf der Grundlage von Bildern, wie z.B. bei Tinder, haben Männer, die als körperlich attraktiv angesehen werden, möglicherweise eine höhere Wahrscheinlichkeit, Übereinstimmungen und Treffen zu erzielen, da Frauen in kurzfristigen Situationen eine höhere Präferenz für das körperliche Erscheinungsbild haben. Wenn man sich jedoch tatsächlich von Angesicht zu Angesicht trifft, werden andere wichtige Faktoren wie Persönlichkeitsmerkmale oder Vertrauen wahrgenommen. Bei Dating-Apps, die auf Bildern basieren, wie z.B. Tinder, könnte der durch das Aussehen gemessene Partnerschaftswert positiv mit Übereinstimmungen und Treffen assoziiert sein.
An dieser Stelle wird die Frage, warum man sich die Mühe macht, solche Apps zu nutzen, schmerzlich offensichtlich (für alle außer den Autoren): Man erfährt nur bei realen Begegnungen, wer der Partner ist oder sein könnte. Ich frage mich, warum das nicht jedem von Anfang an klar ist (vor allem denjenigen, die sich auf solche Apps verlassen).
Für weitere Details zu den „Methoden“ und Ergebnissen dieser „Studie“ verweise ich Sie auf meinen Substack, wo ich dies im Detail ausführe; hier folgt eine verkürzte Darstellung.
Ergebnisse der Studie von Grøntvedt et al.
Wie hoch ist angesichts der unterschiedlichen Motivation für die Nutzung von Tinder die Wahrscheinlichkeit für kurzfristige sexuelle Begegnungen nach der Nutzung von Tinder? Und wie viele Menschen hat man getroffen, die Interesse an einer langfristigen Beziehung haben?
Wir betrachten den Effekt von sexuellen Begegnungen außerhalb der Tinder-Nutzung als Indikator für sexuelle Begegnungen nach der Tinder-Nutzung. So wird erwartet, dass eine Vorgeschichte von One-Night-Stands außerhalb der Tinder-Nutzung die One-Night-Stands nach der Tinder-Nutzung beeinflusst, wenn die App-Nutzung tatsächlich nur eine alternative Dating-Arena ist [Übersetzung: wer ohne Tinder sexbereit ist, wird das auch auf Tinder tun; ein Hoch auf „die Wissenschaft™“] Wir werden auch die Auswirkungen des Partnerschaftswerts untersuchen. Zusammenfassend fragen wir also, ob Tinder eine qualitativ neue Paarungsarena ist oder ob das Dating-Verhalten auf Tinder weitgehend von denselben evolutionären Mechanismen beeinflusst wird, die das traditionelle Paarungsverhalten bestimmen?
Auf die Gefahr hin, wieder einmal auf das Offensichtliche hinzuweisen, hier die „Methoden“ und „Ergebnisse“ dieser Studie:
Die endgültige Stichprobe für die Analyse umfasste drei verschiedene Gruppen von Tinder-Nutzern: Alleinstehende Teilnehmer, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung Tinder nutzten (n = 108), alleinstehende Teilnehmer, die ehemalige Nutzer von Tinder waren (n = 73), und verpartnerte Teilnehmer, die ehemalige Nutzer von Tinder waren (n = 88). Das Durchschnittsalter der Frauen (n = 168) und Männer (n = 101) betrug 21,59 (SD = 1,72) bzw. 21,88 (SD = 1,63). Mehr Frauen (38,7 %) als Männer (22,8 %) gaben an, derzeit in einer Partnerschaft zu sein…
Das typische Muster scheint zu sein, dass die Hälfte der Tinder-Nutzer, die Matches hatten, sich tatsächlich mit mindestens einem ihrer Matches getroffen haben, und die große Mehrheit hatte weder Sex noch ein Treffen mit einem Interessenten für eine langfristige Beziehung [ich bin überzeugt, dass die Match Group das auch weiß – was für ein Geschäftsmodell, nicht wahr?]
Wenn ich Tinder oder dessen Muttergesellschaft besitzen würde, so wäre das großartig: Die Mehrheit nutzt das „Produkt“ ohne jeglichen Nutzen für die Nutzer; anders ausgedrückt, der einzige Nutznießer ist Tinder (abgesehen von denen, die auch ohne die App „erfolgreich“ wären, nehme ich an).
Hier ist der Abschnitt „Diskussion“:
Entgegen den Erwartungen [sic] zeigte die Anzahl der One-Night-Stands außerhalb der Tinder-Nutzung nur einen schwachen positiven Zusammenhang mit der Anzahl der One-Night-Stands nach der Tinder-Nutzung. Wenn man die Dauer der Nutzung und das Alter kontrolliert, gab es keinen Effekt von One-Night-Stands außerhalb der Tinder-Nutzung auf One-Night-Stands nach der Tinder-Nutzung…
Botnen et al. (2018) und Sevi (2019a) schlugen vor, dass Dating-Apps wie Tinder lediglich eine neue Arena für entwickeltes kurzfristiges sexuelles Verhalten darstellen, anstatt neue sexuelle Verhaltensweisen zu fördern. Angesichts der aktuellen Ergebnisse legen wir nahe, dass Tinder tatsächlich neue sexuelle Möglichkeiten zu bieten scheint, allerdings nur für eine sehr kleine Minderheit. Von den 54 Teilnehmern, die von One-Night-Stands nach der Nutzung von Tinder berichteten, gaben nur 7 Personen an, keine One-Night-Stands außerhalb der Nutzung von Tinder zu haben. Die allgemeine Behauptung gilt jedoch immer noch für die Mehrheit der Tinder-Nutzer. Für diejenigen, die außerhalb von Tinder am erfolgreichsten sind, bringt Tinder nur wenige zusätzliche kurzfristige sexuelle Begegnungen. Eine kleine Anzahl von Personen, die in traditionelleren Dating-Arenen erfolglos sind, könnten sich Tinder zuwenden, um kurzfristige sexuelle Beziehungen zu haben.
Diejenigen, die in traditionellen Kontaktanbahnungen erfolgreich sind, in physischen Interaktionen, bei denen beide Parteien in Stimmung sind und einen gewissen Rauschzustand haben [wie war das noch einmal mit „Zustimmungsfähigkeit“?], werden vielleicht nicht mehr Erfolg haben, wenn sie Tinder hinzufügen. Das Swipen und Suchen auf Tinder hat möglicherweise nur eine begrenzte Wirkung und kann daher nicht als kosteneffizient angesehen werden [oh, neoliberalen Utilitarismus, wie habe ich dich vermisst]. Es ist eine große Anzahl von Matches erforderlich, um eine sexuelle Begegnung zu erreichen…
Tinder ist auch kein sehr effizienter Weg, um einen langfristigen, festen romantischen Partner zu finden. Frauen treffen mehr Menschen mit Interesse an einer potenziellen langfristigen festen Beziehung als Männer…Die Ergebnisse unterstützen, dass sich individuelle Unterschiede in der Einstellung zur Soziosexualität und Geschlechtsunterschiede überschneiden, wobei Frauen im Allgemeinen weniger kurzfristig orientiert sind und auch ein größeres Interesse an langfristigen als an kurzfristigen Begegnungen berichten.
Zu den Einschränkungen gehört die Tatsache, dass die Stichprobe aus einer „sexuell sehr liberalen und geschlechtsblinden [orig. gender egalitarian] Bevölkerung“ stammt und dass „norwegische Stichproben im Vergleich zu den US-Stichproben weniger restriktive soziosexuelle Verhaltensweisen und Einstellungen aufweisen“. Caveat emptor.
Was wussten wir also vor dieser Studie nicht? Sehen wir uns nun an, wie weit verbreitet die Nutzung sozialer Medien ist.
Nutzung sozialer Medien durch norwegische Jugendliche
Zur Nutzung sozialer Medien durch norwegische junge Erwachsene siehe Finserås et al., „Reexploring Problematic Social Media Use and Its Relationship with Adolescent Mental Health„, Psychology Research and Behavior Management, vol. 16 (2023): 5101-11.
Hintergrund: Bisherige Ansätze zur Bewertung der problematischen Nutzung sozialer Medien bergen die Gefahr, dass die Prävalenzzahlen aufgebläht und die unproblematische Nutzung sozialer Medien als problematisch eingestuft wird. Das Hauptziel dieser Studie war es, explorativ zu untersuchen, wie verschiedene Arten von Aktivitäten, Erfahrungen und Motivationen in sozialen Medien mit problematischen psychischen Gesundheitsergebnissen bei Jugendlichen verbunden sind.
Teilnehmer und Methoden: Diese Studie basiert auf einer Querschnittsbefragung von 2023 Jugendlichen (Durchschnittsalter 17,4 Jahre (SD 0,9), 44,4% männlich) aus dem Jahr 2020. Eine explorative grafische Analyse und deren explorative Faktorenanalyse wurden für 28 vorausgewählte Aspekten zur Bewertung der Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche durchgeführt, um zugrunde liegende, potenziell problematische Faktoren im Zusammenhang mit der Nutzung sozialer Medien zu ermitteln. Es wurden mehrere geschlechtsbereinigte multiple lineare Regressionsanalysen durchgeführt, um den Grad der Vorhersage von Depression, Angst, Wohlbefinden und Zeit, die mit sozialen Medien verbracht wird, durch die Faktoren der sozialen Medien zu bewerten.
Ergebnisse: Es wurden drei Faktoren ermittelt: 1) „subjektive Überlastung“, 2) „soziale Verpflichtungen“ und 3) „Quelle der Besorgnis“. Alle drei Faktoren zeigten signifikante positive Assoziationen mit psychischen Gesundheitsproblemen. Der Faktor „Quelle der Besorgnis“, der das Gefühl der Überforderung und der Besorgnis über die Nutzung sozialer Medien beschreibt, wies den stärksten Zusammenhang mit psychischen Gesundheitsproblemen und gleichzeitig den schwächsten Zusammenhang mit der in sozialen Medien verbrachten Zeit auf.
Schlussfolgerung: Drei identifizierte Faktoren, die die problematische Nutzung sozialer Medien messen, zeigten positive Assoziationen mit psychischen Gesundheitsproblemen. Dies untermauert die Annahme, dass die problematische Nutzung sozialer Medien ein mehrdimensionales Phänomen ist, und zeigt die Notwendigkeit, bei der Bewertung der problematischen Nutzung sozialer Medien über Suchtkriterien hinauszugehen.
In der Einleitung lesen wir Folgendes (und beachten, dass die Daten aus dem Jahr 2020 stammen, d.h., sie liegen nahe an den Erfahrungen der jungen Frau, die im einschlägigen Beitrag hierzu vorkam).
In den letzten zehn Jahren hat die Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche rapide zugenommen. Etwa 90% der norwegischen Jugendlichen nutzen soziale Medien, und 37 % geben an, dass sie diese mehr als 3 Stunden pro Tag nutzen [kein Wunder, dass schulische Leistungen abnehmen und Einsamkeit in die Höhe schnellt]. Es wird befürchtet, dass diese Nutzung problematisch werden und zu schädlichen Folgen wie schlechterer psychischer Gesundheit, geringerer Lebensqualität oder Sucht führen könnte. In der Tat hat die Forschung einen Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und negativen Auswirkungen wie Depressionen und Angstzuständen aufgezeigt. Allerdings herrscht nach wie vor Uneinigkeit darüber, was eine problematische Nutzung sozialer Medien ausmacht und wie sie operationalisiert und gemessen werden kann.
Vergessen Sie nicht, dass „die Wissenschaft™“ v.a. nach neuen „Forschungsmitteln“ strebt.
Viele der früheren Studien, die über Zusammenhänge mit psychischen Gesundheitsproblemen berichten, haben die mit sozialen Medien verbrachte Zeit oder die Häufigkeit der Nutzung als Hauptmerkmale der problematischen Nutzung sozialer Medien betrachtet [Raketenwissenschaft, keine Frage]. Jüngste Studien haben jedoch gezeigt, dass einige Studien zwar statistisch signifikante Assoziationen zwischen einem hohen Maß an Nutzung sozialer Medien und psychischen Gesundheitsproblemen finden, die Stärke der Assoziationen jedoch so gering ist, dass sie von fragwürdiger praktischer Bedeutung sind [fair point]. Es wurde auch behauptet, dass man von sozialen Medien süchtig werden kann und dass Suchtverhalten das ist, was eine problematische Nutzung ausmacht.
Also nichts Neues unter der Sonne. Was machen wir mit anderen „Dingen“ oder „Substanzen“, die abhängig machen? Oh ja, wir verbieten sie (Drogen), besteuern sie stark (Alkohol, Tabak) und/oder regulieren sie massiv (abgesehen von Alkohol und Tabak gilt dies sowohl für Medikamente als auch für Waffen).
Eine berechtigte Frage: Warum tun wir das nicht auch mit Social-Media-Apps (z.B. Altersbeschränkungen wie 18 oder 21 oder älter?), mit der Internetnutzung im Allgemeinen (z.B. sehr begrenzte Bildschirmzeit in Schulen und zu Hause)? Stattdessen „digitalisieren“ wir alles, geben Kleinkindern „intelligente“ Geräte in die Hand und wundern uns ein wenig später über „die seltsame nächste Generation“.
Die folgenden Zeilen sind das perfekte Beispiel für alles, was mit der „Wissenschaft™“, der Technokratie als gesellschaftspolitischem Arrangement und der Leichtgläubigkeit praktisch aller Menschen nicht stimmt:
Die Forschung zur Bewertung der problematischen Nutzung sozialer Medien scheint dieselbe Entwicklung genommen zu haben wie die Forschung zur Bewertung der Internet Gaming Disorder (IGD)…Wie es nun auch bei den sozialen Medien der Fall zu sein scheint, spiegelt die mit Spielen verbrachte Zeit nicht notwendigerweise eine problematische Nutzung wider [lesen Sie diese Passage ruhig noch einmal]. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass Glücksspiele, obwohl sie ähnlich sind, andere Aspekte beinhalten als Spiele, wie z.B. monetäre Aspekte, was bedeutete, dass die beiden Konzepte nicht direkt miteinander verglichen werden konnten…Während die Debatte noch andauert [ich heiße euch „Wissenschaftler™“ Feiglinge], werden ähnliche Kriterien wie die, die in die Bewertung der IGD einfließen, jetzt als Teil von Skalen für die Abhängigkeit von sozialen Medien verwendet [oh, das wird also verglichen, weil…] Einige dieser Skalen wurden dafür kritisiert, dass sie möglicherweise normales Verhalten pathologisieren und dass sie Elemente enthalten, die nicht mit psychopathologischen Symptomen in Verbindung gebracht werden.
Sehen Sie, was ich meine? Soziale Medien verursachen praktisch die gleichen Probleme wie IGM, aber es ist nicht das Gleiche. Die Zeit, die mit sozialen Medien verbracht wird, „spiegelt nicht unbedingt eine problematische Nutzung wider“. Das kann ich mir nicht ausdenken, daher ein drastischer „Vergleich“:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihren Kindern auf den Spielplatz; dort sitzt ein einzelner Mann auf einer Bank in der Sonne und beobachtet das Geschehen. Es mag sein, dass diese Person sich nur ausruht, doch je länger diese Person auf dem Spielplatz verweilt und den Kindern beim Spielen zusieht, ohne dass sie als Elternteil/Erziehungsberechtigter eines Kindes dabei ist, desto merkwürdiger wird es, nicht wahr?
Um es klar ausdrücken (Vorsicht: Sarkasmus): Wie es nun bei Pädophilie der Fall zu sein scheint, ist die Zeit, die man mit dem Beobachten fremder Kinder verbringt, nicht zwangsläufig Ausdruck eines problematischen Verhaltens. Jemandem, der ein solches Verhalten kritisiert oder ihm nicht zustimmt, kann nun vorgeworfen werden, dass er möglicherweise normales (sic) Verhalten pathologisiert und Elemente einbezieht, die nicht mit psychopathologischen Symptomen verbunden sind.
Sehen Sie es jetzt?
Die „Studie“ wird aber noch schlimmer, und zwar schnell:
Ein weiterer umstrittener Aspekt der veröffentlichten Studien über die problematische Nutzung sozialer Medien ist, dass sie selten die Sichtweise der Hauptnutzer berücksichtigt haben: Jugendliche [fragen Sie vielleicht einen Alkoholiker oder Drogenabhängigen nach Ratschlägen für die Politik?]. Jugendliche berichten, dass soziale Medien ein wichtiger sozialer Bereich und Teil ihres täglichen Lebens sind, in dem sie mit Freunden kommunizieren, neue Freundschaften schließen und ihr Bedürfnis nach Intimität und Verbindung mit anderen erfüllen. Allerdings räumen Jugendliche auch ein, dass ihre Nutzung sozialer Medien problematisch werden könnte … Nutzer mit geringer Gesamtnutzung und überwiegend passiver Nutzung (d.h., sie schauen sich die Beiträge anderer an) sozialer Medien erlebten weniger Vorteile sozialer Medien [diese sind nicht aufgeführt], aber auch weniger Stress durch soziale Medien. Es wurde auch festgestellt, dass bestimmte Motivationen für die Nutzung sozialer Medien in umgekehrtem Zusammenhang mit dem Wohlbefinden stehen, z.B. die Nutzung sozialer Medien zum Zeitvertreib, um dem Alltag zu entfliehen oder um Feedback zum Aussehen zu erhalten. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Gender [oh, ich hasse diese pseudokorrekten Penner] ein wichtiger Unterscheidungsfaktor bei der Nutzung sozialer Medien ist, da Mädchen offenbar emotional stärker in soziale Medien investiert sind und mehr Zeit dort verbringen.
Sehen Sie es nun? Es gibt einen Grund, warum wir nicht zulassen, dass Süchtige Politik zur Suchtverhalten bewerten bzw. deren Überlegungen dabei einfließen. Der Verweis auf Gender ist besonders heimtückisch, vor allem in Anbetracht der anderen Studie, die wir vorhin besprochen haben und die eindeutige Geschlechtsunterschiede aufzeigt (und Mädchen überproportional von den negativen Aspekten – Depression, Angstzustände, Selbstmordversuche u.v.m. – betroffen sind); hierzu empfehle ich Jonathan Haidt, The Cuddling of the American Mind, wenn Sie dies vertieft betrachten wollen.
Die vorliegende Studie nimmt eine explorative Sichtweise ein, um besser zu verstehen, was als problematische Nutzung sozialer Medien angesehen werden kann. Dies umfasst ein breites Spektrum an Aktivitäten, Erfahrungen und Motivationen für die Nutzung sozialer Medien. Dieser Ansatz stützt sich auf einen Fragebogen, der aus einer qualitativen Studie mit Jugendlichen abgeleitet wurde, was zu einer größeren Übereinstimmung mit den tatsächlichen Erfahrungen der Jugendlichen mit sozialen Medien führt.
Oh, toll, noch eine „explorative“ und „qualitative“ Studie. Nun, das ist alles, was wir haben, oder?
Das sagen norwegische Jugendliche zu Sozialen Medien
Diese Studie stützt sich auf Querschnittsdaten aus der „LifeOnSoMe“-Studie. Die Teilnehmer im Alter von 16-21 Jahren wurden aus Schulen der Sekundarstufe II [etwa Oberstufe, Anm.] in Bergen, Norwegen, rekrutiert (Durchschnittsalter 17,4 Jahre (SD 0,9)). Die Teilnehmer mussten mindestens 16 Jahre alt sein, um an der Studie teilnehmen zu können [oh, sieh an, Altersgrenzen, das ist unerwartet]. Die in der vorliegenden Studie verwendeten Daten wurden im September-Oktober 2020 mittels eines webbasierten Fragebogens erhoben [ähnliche methodische Probleme also wie mit selbstberichteten Daten über „Covid“]. Die Gesamtzahl der Befragten betrug 2116 (54 % Rücklaufquote). Insgesamt 93 Antworten wurden aufgrund von Duplikaten (n = 9), fehlendem Geschlecht (n = 2) und Alter (n = 69) aus dem Datensatz ausgeschlossen, und diejenigen, die ein anderes/nicht binäres Geschlecht angaben, wurden aufgrund von Datenschutzbedenken ausgeschlossen (n = 13). Die endgültige Stichprobe bestand aus 2023 Teilnehmern.
Anschließend wird eine Reihe von Symptomen kurz skizziert und definiert:
- Depression, gemessen mit dem Short Mood and Feelings Questionnaire
- Angstzustände, gemessen anhand der Skala für generalisierte Angststörung (GAD-7)
- Psychisches Wohlbefinden anhand des Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale
- Online-Zeit („weniger als 2 Stunden“, „2-4 Stunden“, „>4-5 Stunden“ und „mehr als 5 Stunden“).
Diese Kategorien wurden dann mit Hilfe einer explorativen Graphenanalyse (EGA), die für die 28 Social-Media-Items durchgeführt wurde, statistisch ausgewertet.
Die Ergebnisse dieser Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Tabelle 1 zeigt deskriptive Daten für die Stichprobe. Mädchen hatten einen höheren Durchschnittswert für Depression (21,7) und Angst (14,0) und einen niedrigeren Wert für Wohlbefinden (46,2) als Jungen (52,0). Mädchen gaben auch an, mehr Zeit in sozialen Medien zu verbringen als Jungen. Siehe Anhang B für eine Korrelationsmatrix der einbezogenen Variablen.
Die am häufigsten genutzten sozialen Medienplattformen waren YouTube (91 %), Snapchat (91 %), Instagram (84 %) und TikTok (60 %) für Jungen und Snapchat (97 %), Instagram (96 %), TikTok (81 %) und YouTube (78 %) für Mädchen. Die vollständige Liste der Social-Media-Plattformen finden Sie in Anhang C.
Trotz der Probleme mit der Stichprobengenerierung halte ich dies für eine angemessene Beschreibung: Ist das nicht atemberaubend absurd?
Tabelle 2 zeigt die endgültigen Faktoren, die als „Subjektive Überbeanspruchung“, „Soziale Verpflichtungen“ und „Quelle der Besorgnis“ bezeichnet wurden. Die Faktoren setzten sich aus vier, fünf bzw. drei Items zusammen. Cronbach’sches Alpha betrug 0,83 für subjektive Überbeanspruchung, 0,85 für soziale Verpflichtungen und 0,71 für die Quelle der Besorgnis [je näher an 1, desto besser interpretierbar und in Bezug zueinander stehend, Anm.] Tabelle 2 zeigt deskriptive Statistiken der beibehaltenen Faktoren für die verschiedenen Geschlechter (siehe Anhang D für die Perzentile der einzelnen Faktoren).
Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse der einfachen linearen Regressionsanalysen. Alle Maße der potenziell problematischen Nutzung sozialer Medien waren positiv mit Depressionen und Ängsten und negativ mit dem Wohlbefinden assoziiert… Es gab signifikante positive Unterschiede zwischen der subjektiven Überbeanspruchung und der Quelle der Besorgnis in Bezug auf Ängste (p<0,01) und die mit sozialen Medien verbrachte Zeit (p<0,001), wobei die Quelle der Besorgnis einen stärkeren Zusammenhang zeigte. Es gab auch einen signifikanten positiven Unterschied zwischen sozialen Verpflichtungen und der Quelle der Besorgnis in Bezug auf die mit sozialen Medien verbrachte Zeit (p<0,001), wobei soziale Verpflichtungen einen stärkeren Zusammenhang zeigten.
Tabelle 4 zeigt die Ergebnisse der multiplen Regressionsanalyse, bei der das Geschlecht [orig. Gender, man beachte, dass „nur“ Mädchen und Burschen untersucht wurden] als Kontrollvariable einbezogen wird. Alle Assoziationen zwischen den beibehaltenen Faktoren und den abhängigen Variablen blieben statistisch signifikant, aber einige Veränderungen in den geschätzten Assoziationen sind bemerkenswert. Die Stärke des Zusammenhangs zwischen sozialen Verpflichtungen und den Variablen zur psychischen Gesundheit hat sich am stärksten verändert, mit einem Rückgang um 32 % für Depressionen, 29 % für Ängste und 52 % für das Wohlbefinden. Andererseits änderte sich die Stärke der Assoziationen zwischen den Faktoren und der Zeit, die mit sozialen Medien verbracht wurde, nur sehr wenig und bei der subjektiven Überbeanspruchung überhaupt nicht, wenn das Geschlecht zum Modell hinzugefügt wurde. Siehe Anhang E für die Ergebnisse der einzelnen geschlechtsbereinigten Modelle.
Tabelle 4 zeigt also biologische Unterschiede bei Depressionen, Ängsten und allgemeinem Wohlbefinden, von denen Mädchen viel stärker betroffen sind als Jungen.
Als „Ergebnisse“ aber präsentieren die Verfasser folgendes:
Die Ergebnisse bestätigen frühere Behauptungen, dass die in sozialen Medien verbrachte Zeit kein relevantes Maß für problematischen Konsum ist.
Ich halte das für Unsinn, und sei es nur wegen dieses Vergleichs: Die Zeit, die man in Bars mit Alkoholkonsum verbringt, ist ein relevantes Maß für problematischen Alkoholkonsum (natürlich betrinkt sich nicht jeder jedes Mal, wenn er oder sie eine Bar betritt, aber Sie wissen, worauf dieses Argument hinausläuft…).
Der Faktor subjektive Übernutzung sozialer Medien bringt die Wahrnehmung einer Sucht nach sozialen Medien und einer übermäßigen Zeitnutzung in sozialen Medien mit sich. Einige der Elemente in diesem Faktor ähneln Elementen, die häufig zur Beurteilung der Social-Media-Sucht verwendet werden. Die Frage „Meine Eltern/Erziehungsberechtigten glauben, dass ich zu viel Zeit in sozialen Medien verbringe“ kann auf Streit mit den Eltern hinweisen und ähnelt daher dem Problemaspekt in der Skala „Social-Media-Störung“. In ähnlicher Weise ähnelt der Befund „Ich möchte die Zeit reduzieren, die ich in sozialen Medien verbringe“ dem Suchkriterium „Beharrlichkeit“ oder „Rückfall“, das als „ich versuche, weniger Zeit zu verbringen, aber scheitere“ formuliert werden kann, obwohl ein „Reduktionswille“ häufiger vorkommen könnte denn ein „ich versuche es, scheitere aber“ [denken Sie daran: Sie fragten Teenager, denen es gesetzlich verboten ist, zu wählen, Bier zu kaufen und zu trinken oder Auto zu fahren – weil sie minderjährig sind]. Während gezeigt wurde, dass die Sucht nach sozialen Medien mit psychischen Gesundheitsproblemen verbunden ist, war die Stärke des Zusammenhangs zwischen „subjektiver Übernutzung sozialer Medien“ und psychischer Gesundheit unter den drei Faktoren am schwächsten. Dies kann daran liegen, dass der Faktor weniger umfangreich ist als Skalen zur Suchtmessung oder dass die Formulierung der Fragen einen weniger problematischen Konsum nahelegt. Dennoch könnte die Tatsache, dass der Faktor, der den Suchtskalen am ähnlichsten ist, am wenigsten mit psychischen Gesundheitsproblemen assoziiert ist, ein Hinweis auf eine notwendige Änderung bei den Elementen zur Messung der problematischen Nutzung sozialer Medien sein.
Nochmals: Die Studienautoren befragten Minderjährige. Warum lassen wir Minderjährige nicht viele Dinge tun, mit denen sich auch Erwachsene beschäftigen? Weil ihr Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist. Es ist, als ob Sie Ihr Kind fragen würden, ob es denkt, dass es zu viel Süßigkeiten isst.
Als Ergänzung: Wenn Sie Peer-Review (noch immer) nicht für fehlerhaft halten, warten Sie, bis wir uns mit der „Forschung“ zur Queer-Theorie befassen.
Der Faktor „subjektive übermäßige Nutzung sozialer Medien“ stellt einen Punkt dar, der die Bedenken der Eltern bewertet, und kann auf die den Jugendlichen aufgezwungene Einstellung hinweisen, dass die Nutzung sozialer Medien schlecht für sie sei [an dieser Stelle frage ich mich, ob die Autoren Kinder haben]. Der Faktor „Quelle der Besorgnis“ deutet möglicherweise eher auf Bedenken hin, die aus den eigenen Erfahrungen eines Jugendlichen mit der problematischen Nutzung sozialer Medien resultieren, und weist daher möglicherweise einen stärkeren Zusammenhang mit psychischen Gesundheitsproblemen auf [sicher, fragen Sie einen Minderjährigen, der soziale Medien intensiv nutzt, ob er oder sie sich für einen Süchtigen hält…apropos: Wie kommt so ein Schmarren durch die Begutachtung?]. Dieser Faktor ähnelt möglicherweise eher dem digitalen Stress, der als Stressgefühl definiert wird, das durch die intensive Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie ausgelöst wird. Ähnlich wie bei der Quelle der Besorgnis geht digitaler Stress über die Menge der Nutzung hinaus und ist stattdessen durch eine subjektive Erfahrung gekennzeichnet [es gibt also keine Möglichkeit, ihn jemals zu messen, was die gesamte Arbeit irgendwie…irrelevant macht]. Darüber hinaus wird digitaler Stress auch mit psychischen Problemen wie Depressionen in Verbindung gebracht.
Teilnehmer einer qualitativen Studie berichteten, dass sie Schuldgefühle wegen der Verletzung eines sozialen Verpflichtung verspürten, nachdem sie sich zehn Tage lang von ihrem Mobiltelefon zurückgezogen hatten [ich habe mir die Studie nicht angesehen]. Dies könnte mit der Theorie des Zugehörigkeitsbedürfnisses zusammenhängen, das die Motivation darstellt, von anderen in Beziehungen und sozialen Gruppen akzeptiert zu werden. Für Jugendliche sind soziale Medien ein wichtiger Ort, um Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen [dies ist eine Behauptung, keine Tatsache], und es ist wahrscheinlich, dass bestimmte Normen und ungeschriebene Regeln für das Verhalten gegenüber anderen in sozialen Medien etabliert sind. Das Versäumen sozialer Verpflichtungen in den sozialen Medien kann daher Konsequenzen für die Beziehungen des Jugendlichen haben [no shit; es macht solche Leute auch hochgradig neurotisch, wie u.a. Haidt zeigt]. Studien haben gezeigt, dass unzureichendes Feedback in sozialen Medien ähnliche negative Auswirkungen haben kann wie Ausgrenzung im wirklichen Leben, und dass diese Auswirkungen bei Menschen mit einem hohen Bedürfnis nach Zugehörigkeit (sprich: Mädchen/Frauen) stärker sind.
Über die „Ergebnisse“ ist nicht mehr viel zu sagen: „Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die problematische Nutzung sozialer Medien verschiedene Aspekte hat. Die vorliegende Studie hat einige dieser Aspekte identifiziert, obwohl es möglicherweise noch einige weitere gibt.“
Man will also mehr „Forschungsmittel“ haben. Was kommt wohl als Nächstes?
Darüber hinaus sollte in Längsschnittstudien untersucht werden, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen den Faktoren und den Folgen für die psychische Gesundheit gibt [vielleicht könnte man solche Daten von Social-Media-Betreibern auf dem Rechtsweg bekommen?]. Schließlich könnten individuelle Unterschiede wie Persönlichkeit und Konzentrationsgrad in Verbindung mit den Faktoren untersucht werden, um potenzielle Vorläufer und Moderatoren für eine problematische Verwendung zu identifizieren.
Im Hinblick auf „Stärken und Grenzen“ verweisen wir auf die qualitativen und damit subjektiven Interviews/Fragebögen, die die Grundlage für diese Analyse bilden. Meine Lieblingspassage über die Nutzlosigkeit dieser „Studie“ ist jedoch diese:
Die Studie ist eine Querschnittsstudie und kann keine Kausalität zwischen den untersuchten Faktoren und der psychischen Gesundheit erklären [warum wird das dann weiter oben behauptet?]. Obwohl die identifizierten problematischen Nutzungsfaktoren Symptome einer schlechten psychischen Gesundheit vorhersagen, können wir daher nicht schließen, ob dies auf problematische Nutzung zurückzuführen ist oder ob Personen mit mehr Symptomen einer schlechten psychischen Gesundheit dazu neigen, soziale Medien auf diese Weise zu nutzen [aber vielleicht nutzen Menschen mit schlechter psychischer Gesundheit/Selbstwertgefühl eher Social-Media-Plattformen, aber das wäre in der Tat seltsam, da der Anteil der Social-Media-Nutzung so hoch ist]. Darüber hinaus basieren diese Faktoren auf qualitativen Interviews mit Jugendlichen und wurden an Jugendlichen getestet und können daher nicht auf andere Altersgruppen übertragen werden.
Das Einzige, was man also unbedingt im Hinterkopf behalten sollte, ist: Dies ist eine Momentaufnahme und nichts weiter. Wir haben erfahren, dass 80–90 % aller norwegischen Teenager soziale Medien nutzen, einige sogar übermäßig, und dass sich eine solche Nutzung auf das Wohlbefinden auswirkt. Der Ruf nach Längsschnittstudien ist urkomisch, da viele Internetunternehmen schnell sterben und die erfolgreicheren oft von Megakonzernen aufgekauft werden, die „andere“ Anreize haben.
Lust auf etwas Spin? Auf geht’s…
Diese „Studie“ ist meinem Ermessen zufolgt ungefähr so nützlich wie eine Warze. Sicherlich hat man sich einige Mühe gegeben und wir haben einige nützliche Informationen zusammengetragen, aber im Allgemeinen ist dies genauso nutzlos wie die meisten „Wissenschafts™“-Produkte.
Um es jedoch nie zu versäumen, Dinge auf eine bestimmte Art und Weise zu drehen, lesen Beamte des Folkehelseinstituttet dasselbe Papier auf folgende Weise (Quelle):
Es ist nicht die hohe Zeitnutzung von sozialen Medien, die Anlass zur Sorge gibt
Forscher des FHI haben 2.000 junge Menschen an weiterführenden Schulen in Bergen zu ihrem Leben in den sozialen Medien und ihrer psychischen Gesundheit befragt. Die Forscher fanden heraus, dass junge Menschen mit Angst- und Depressionssymptomen eher positiv auf diese drei Aussagen reagierten:
- In den sozialen Medien ist so viel los, dass ich mich oft überfordert fühle.
- Ich wünschte, wir könnten mehr darüber erfahren, wie sich soziale Medien auf uns auswirken.
- Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in den sozialen Medien beobachtet werde (weil sichtbar ist, was ich tue/wo ich bin/mit wem ich zusammen bin).
„Es ist also etwas anderes als übermäßiger Zeitaufwand, der bei sozialen Medien problematisch ist“, sagt Turi Reiten Finserås, Forscher am norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit.
Die Forscher bezeichneten die drei Aussagen gemeinsam als „Anlass zur Besorgnis“.
„Auch wenn wir hier Zusammenhänge gefunden haben, können wir nicht den Schluss ziehen, dass soziale Medien bei manchen jungen Menschen psychische Probleme verursachen.“ Psychische Gesundheitsprobleme können auf andere Faktoren zurückzuführen sein, die wir nicht untersucht haben. Wir können daher den Schluss ziehen, dass es hier einen Zusammenhang gibt, aber wir brauchen weitere Untersuchungen, um festzustellen, ob ein kausaler Zusammenhang besteht“, sagt Finserås.
Gilt dieser Spin immer noch als „kognitive Dissonanz“?
Ausdeutende Beobachtungen
Es gibt nicht mehr viel zu sagen: Diese „Studie“ ist ein weiteres Beispiel für die anhaltende Verschlechterung wissenschaftlicher (sic) Forschung. Persönlich sehe ich nicht, wie solche Studien die Begutachtung durch Fachkollegen bestehen können (obwohl ich die Möglichkeit anerkenne, dass eine frühere Version in Bezug auf Argumente und Ergebnisse sogar noch schlechter ausgefallen ist), aber andererseits bin ich auch nicht überrascht.
Was ich so entsetzlich finde, ist, wie ich neulich vielleicht erwähnt habe, das absurde Missverhältnis zwischen den wahrgenommenen Gefahren hier in Norwegen. Vor ein paar Wochen gingen meine Kinder in der Schule Schlittschuhlaufen. Wir erhielten E-Mails, Anrufe und SMS mit der Bitte, den Mädchen Helme zur Verfügung zu stellen (was wir nicht für notwendig hielten). Gleichzeitig erhalten Schülerinnen und Schüler ab der 1. Klasse Tablets für „Schulaufgaben“ und „Hausaufgaben“, die keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Internetzugangs haben. Sobald die Verbindung hergestellt ist, können Kinder theoretisch überall hingehen. Das ist verrückt.
Auch – Sie müssen nicht mir glauben.
Just gestern sah ich einen Meinungsbeitrag im norwegischen Staatsfunk NRK, in dem eine 16jährige den Eltern des Landes „Naivität“ vorhielt und darauf hinwies, dass „8jährige Nachbilder online verkaufen“ und „13jährige im Internet einen Sugar Daddy“ suchen, und dies ungeachtet aller Bemühungen der Eltern bzw. Beteuerungen, im Internet „eh nur erlaubte Inhalte“ anzusteuern. Ich habe den Beitrag auf Englisch übersetzt und lade Sie ein, diesen auf meinem Substack zu lesen.
Neulich berichtete unsere Viertklässlerin, dass alle ihre Klassenkameraden sagten, sie würden nie heiraten wollen. Sprechen Sie über Gruppenzwang, seltsame Themen, die mit Zehnjährigen besprochen werden, und die pathologische Absurdität, solche „Themen“ in der Schule zu diskutieren. Willkommen in der spiritistischen Unterwelt namens „Social Emotional Learning“.
Ich kann den Eltern und Großeltern sowie allen anderen nur sagen: Tun Sie alles, was nötig ist, um Ihre Kinder zu schützen. Ich sage das nicht nur als besorgter Elternteil, sondern erwähne dies auch aus einem anderen Grund: Keine oder nur schwer erkrankte Kinder bedeuten, dass man überhaupt keine Zukunft hat.
Wer eine emotionale Verbindung über digitale Medien sucht, dem ist leider nicht zu helfen. Auf digital heißt das Mind-Fucking, ein seit nunmehr 30 Jahren in USA gängiger Begriff, wenn die analoge Ebene nicht mehr richtig funktioniert. Spielchen im Kopf mit der Phantasie eben aber keine erfüllende „Beziehung“.
In den 30er Jahren gab es schon Studien über die Auswirkungen der Radiostrahlung, Versagen des Immunsystems, Depressionen, Krebs, usw. da ist schon alles aufgelistet worden, was einem heute noch viel mehr Sorgen machen sollte.
Hoch- oder niederfrequente Radiostrahlung ist elektromagnetisch aufgeladen. D.h., die wirkt sich direkt auf den feinen biologischen Magnetismus des Körpers aus und polarisiert die Zellen um.
Ich glaube, daß der Elektromagnetismus der Suchtstoff ist. Es gibt ja so Leute, denen das Handy mit dem Ohr verwachsen ist. Das kommt nicht nur dem Sendungsbewußtsein der Labertaschen entgegen, ich glaube, daß da auch chemische Prozesse ablaufen. Das Netz ist eine Sucht. Es läuft gerade ab wie mit jeder Sucht, das erst Mal hat man den berühmten Kick, der sich dann aber nie mehr einstellen will. Man vergeudet sein Leben, aber das ist auch die Absicht dahinter wie: Bayern München – ein Leben lang. Das ist dramatisch.
Die sozialen Medien sind wirklich sehr unsozial, den Konsum den Elterns zuzuschieben, ist eine Frechheit. Die Kinder werden traumatisiert.
Der Staat hat eine Aufsichtspflicht, der er gefälligst nachzukommen hat. Tut er das nicht, delegitimiert er sich selber, dann soll er gehen.
Nein, „den Konsum den Elterns zuzuschieben“ ist keine Frechheit, sondern banale Wahrhiet! Aber es wäre natürlich mit viel Zeit-Aufwand verbunden den Kids das Porblem des Digitalen zu erklären… dass solche Elternm dann ausgerechnet nach dem Staat plärren, deutet das eigentliche Problem an, zeigt auch warum es keine Lösung geben wird. Die Vorstellung, dass ausgerechnet der Staat, noch dazu einer der den Zynismus besitzt sich „rot – grün“ zu nennen, etwas gegen die Verblödung durch Digitalisierung haban könnte, das ist so lächerlich, dass man beinahe weinen muss!
Die völlig unhinterfragte Verherrlichung der „Digitalisierung“ (wird von Politik Konzertmedien, WEF, etc als erwünscht bezeichnet und gefordert, überall sieht man in DE Plakate mit Slogans der Form: „Schnell, Schneller, Glasfaser“, die „Digitalisierung“ wird staatlich vorangetrieben, unterstützt, wahrscheinlich stark subventioniert) kommt nicht von ungefähr:
„Digitalisierte“ Bürger sind gläserne, steuerbare Bürger.
In den Konzertmedien wird NATÜRLICH (wegen den Medieneignern und deren Interessen) die „Digitalisierung“ überwiegend nicht hinterfragt und vorwiegend als völlig Selbstverständlich und „normal“ dargestellt.
Ja, das ist leider die banale Wahrheit.
Die Digitalisierung ist DAS Problem und es gibt leider nichts das diese Entwicklung stoppen wird.
Schon der Ansatz der besprochenen Studie ist lächerlich. Tinder unterscheidet sich, ausser in seiner tatsächlichen Effektivität durch nichts vom Ausgehen in Bars oder Discos, wo der „Aufreiss“-Erfolg schon immer sehr viel schlechter war, als er jetzt bei Tinder ist. Ganz einfach schon weil der Faktor Heuchelei, bei Tiunder bei den Meisten wegfällt.
Dass vor allem bei Mädchen eine Entwicklung der Depressiviät unübersehbar ist, kann man als Aussenstehender sogar als positiv bewerten, da es von einer Annäherung der Betroffenen an die miserable eigene Realität zeugt, und Illusionen zerstört. Die Grünen nutzen genau dies ganz ausgezeichnet…
Das grosse Problem der Digitalisierung ist die Verdummung durch das fast schon aufgezwungene selektive Informieren der Nutzer. Früher konnte man die eigenen Meinungen und Überzeugungen hinterfragen, heute suchen die Meisten ausschliesslich, und ganz offen, nur mehr Informationen die die eigene Meinung, sprich: das Ego, bestätigen. Daraus entsand dann der Einheitsbrei der Mainstream Medien, die alle dasselbe schreiben, weil die Masse nur mehr das lesen will und, eben vielleicht sogar dafür bezahlt. Meistens nur mit Daten.
Folgen sind dann die krasse Spaltung der Bevölkerung in Zombie-Massen und wenige Selber Denkende, zB bei den Themen Migration, Corona, Impfung, Ukraine oder Israel.
Das Problem begann, als mehr und mehr Kids aufhörten rauszugehen um zu kicken, und stattdessen in erster Linie auf die durch die Digitalisierung ermöglichten Displays starrten.
Es gibt keinen Weg zurück, die Entwicklung läuft, wird sich natürlich eines Tages totlaufen, aber wann das sein wird und in welchem Zustand die Welt dann sein wird, weiss noch keiner.
Die Epoch Times hat einen Artikel über eine „Aussteigerin“ aus den vermeintlich sozialen Netzwerken gebracht. Die Kommentare dazu lassen wenig Spielraum für Hoffnung. Die Gefahren werden überhaupt nicht ernst genommen. Das sind eher so Rachegefühle, die das Verhalten steuern.
Zudem wird das Internet – sehr erfolgreich – gelenkt. Gelenkt werden gerade die, die meinen, das beträfe nur die Schafe, nee, es betrifft die, die sich abgespalten haben, die schwarzen Schafe, und die glauben, alles zu durchschauen. Die merken gar nicht, daß sie nur Gerüchte verbreiten.
Die Techniken sind so ausgefeilt, die Opposition demontiert nicht nur sich selber und verhindert eine Sammlungsbewegung, sondern mit wachsender Begeisterung alles, was ihr nützen können, den gesamten Staat.
„Wir müssen den Bürger mitnehmen“ ist nicht nur eine Parole, das Mitnehmen wird sehr hart flankiert.
Taktgefühl
4. März 2024 at 9:15Antworten
Gratuliere, Sie haben verstanden wie der Hase läuft.
Die “ schwarzen “ Schafe “ meinen “ in den sozialen, alternative Medien ein Quelle des “ gemeinsamen “ Widerstands zu haben, „bemerken“ dabei nicht wie sie gelenkt und gesteuert werden.
Ich nehme als Beispiel das Märchen von den 17 – 20 Millionen Impftoten die über diese Kanäle verbreitet werden.
Aufgebracht von einem “ Experten“ , verbreitet als die ungeheuerliche Wahrheit, über die Schädlichkeit der Impfung.
Nichts ahnend dass diese Behauptung, keinen Geimpften zum Umdenken bewegen wird, ihn vielmehr abstößt und dieses Ablehnen zu kompletten Ablehnung alternativer Nachrichten führt.
für das geimpfte gibt es ohnehin keinen weg zurück, daher ist es auch egal, was es abstösst oder es ablehnt. es soll mich mit seinem geflenne und späten zweifel verschonen
Ich denke nicht, daß wir dasselbe meinen.
das evolutionäre Programm läuft auf Hochtouren – die Überlebenden werden „recht“ behalten.
BTW wer einen guten guten inneren Kompass entwickelt hat, findet sehr gute belastbare Inhalte.
bei TKP lässt sich einiges Gutes finden, was den inneren Kompass verfeinern kann.
in diesem Sinne habe ich kein Problem mit diesen evolutionären Experimenten.