Kriegspropaganda in ÖRR-Kindernachrichten

1. März 2024von 2,4 Minuten Lesezeit

Sprechende Marschflugkörper werben in einer ZDF-Kindersendung für ihren Transport in die Ukraine. Perverse Propaganda für den Krieg gegen Russland schockiert den Gebührenzahler. 

Regelmäßig strahlt die Sendung „logo!“ im ZDF Kindernachrichten aus. Ein aktueller Beitrag der Sendung sorgt nun für größte Verstörung. Sprechende und „verniedlichte“ Marschflugkörper werben darin für Waffenlieferungen in die Ukraine – genauer für Taurus-Marschflugkörper. Der Beitrag geht viral und sorgt für größte Empörung. Was der ÖRR hier präsentiert habe, sei „pervers“, heißt es etwa. Dort verteidigt man sich.

Taurus spricht

TKP hat am Freitag bereits darüber berichtet: Auf Scholz wird von allen Seiten Druck gemacht. Es wirkt ohnehin, als wäre es schon lange entschieden. Natürlich wird der Kanzler irgendwann „nachgeben“, natürlich werden die Taurus-Raketen, die Deutschland noch weiter in den Krieg gegen Russland involvieren, bald geliefert werden. Für die Propaganda – und die Normalisierung dieser weiteren Eskalation – werden alle vorhandenen Kanäle genützt. Auch die Kindernachrichten.

Hier der Kurzclip, der auch auf Youtube zu finden ist. Ob man Krieg noch mehr verharmlosen kann?

Die Sendung „logo!“, die in vielen Kindereinrichtungen als (unverbindliches) Pflichtprogramm läuft, ist nicht zum ersten Mal in der Kritik aufgrund Staatspropaganda. Doch Marschflugkörper die lustigerweise „in die Luft gehen“ stellt ein neues Niveau dar.

Dabei ist die Methode alles andere als neu: Kriegsbereitschaft wurde spätestens ab dem 1. Weltkrieg auch durch mediale Manipulation erzeugt. Und die Köpfe Kinder waren schon häufig ganz besonders im Visier des Staates – nicht nur (aber besonders) in Deutschland. Angesichts der hypermedialen Wirklichkeit sieht das heute eben besonders pervers und verstörend aus – wie sprechende Marschflugkörper eben sind.

Pervers dann auch die Relativierung des ZDF. So würde es sich um ein Format handeln, dass „humoristisch“ arbeitet und „aktuelle Themen bewusst überspitzt darstellt“. Es sei klar erkennbar, dass es sich hier um „Comedy“ handle. Mit Propaganda hat das nichts zu tun. Ein größerer Account auf X kommentiert dagegen so: „Das ZDF ist jetzt auf strammen Kriegskurs in der Kindererziehung. Sprechende Marschflugkörper, die nichts als Tod und Zerstörung bringen können sprechen hier niedlich miteinander. Ich bin so angewidert.“

Der Grüne Verein für Grundrechte und Informationsfreiheit ruft dazu auf, eine förmliche Programmbeschwerde an den ZDF zu richten.

Mit einer Programmbeschwerde wird das ZDF rechnen müssen. Denn wie Livia Clauss schreibt: Es ist unbegreiflich, warum der Rundfunkrat da nicht tätig wird. Das ist Propaganda pur. Es wäre auch zu prüfen, ob Zuwendungen aus der Rüstungsindustrie geflossen sind. Bei diesem Beitrag haben sämtliche Kontrollen versagt.“

Bild Screenshot Twitter


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13 Kommentare

  1. Patient Null 2. März 2024 um 13:12 Uhr - Antworten

    Abgesehen von der Indoktrinierung, sollen hier die Kinder gegen ihre Eltern aufgehetzt werden, von denen man weiß das die der Kriegs Propaganda nicht mehr glauben. Also wendet man sich an die Kinder.

  2. maien56 2. März 2024 um 9:34 Uhr - Antworten

    Ganz davon abgesehen, dass Kinder gar nicht in der Lage sind politischen Einfluss auf Kanzler Scholz zu nehmen, halte ich diesen Beitrag für Volksverhetzung! Eine vollkommen rationale Entscheidung des Kanzlers wird ohne Begründung abgelehnt und eine unmenschliche Waffe wird verniedlicht um Druck auf den Kanzler auszuüben.
    Lässt den Kindern ihre Kindheit. Die müssen sich aus den o.g. Gründen nicht mit Waffen beschäftigen! Lasst sie in ihrer heilen Welt Kindheitsblase. Aus eigener Erfahrung (Kubakrise) weiß ich, wie übermächtig die Angst des Kindes werden kann. Ich beobachte seit langem, dass die Themen für Kinder in den Medien und in der Schule nicht mehr kindgerecht sind. Die didaktische Reduktion ist dabei unterirdisch, weil man bestimmte Themen nicht so weit herunterbrechen kann, dass Kinder sie verstehen. Nur Probleme aufgreifen, zu denen die Kinder Fragen stellen.
    Fazit: Die Eltern haben verdammt noch mal die Pflicht ihre Kinder vor dem Krieg zu beschützen. Die Kinder müssen nicht für die Interessen der Erwachsenen instrumentalisiert werden. Kommt zu Friedensdemonstrationen! Es ist fünf vor zwölf!

  3. E. T. 2. März 2024 um 6:26 Uhr - Antworten

    Jedes Mal, wenn man glaubt, dass der Gipfel des Wahnsinns jetzt endlich erreicht ist, wird noch eins draufgesetzt.

  4. helmutmichael 1. März 2024 um 19:47 Uhr - Antworten

    Denen homs ins Hirn gsch….. Sorry für die Ausdrucksweise, aber dazu fällt mir nichts anderes mehr ein.

  5. Eispickel 1. März 2024 um 16:17 Uhr - Antworten

    „DDR 2.0“ manifestiert sich immer mehr, auch dort wurden bereits die Kleinsten an das Militär herangeführt.

    Fehlt jetzt nur noch die Schildkröte aus „Duck and Cover“, die Tips für den Atombombeneinschlag präsentiert.

    Statt „Bert the turtle“ macht das dann neuzeitlich bestimmt Bernd das Brot?

    Man sollte jetzt vom ÖRR konsequent verlangen, den 1986 erschienenen Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“ (FSK 6) im Kinderprogramm zu zeigen.

    Meiner Einschätzung nach eigentlich eher FSK 12, zeigt er doch zum Schluß anschaulich, was nach einem Atombombenabwurf mit den ‚Überlebenden‘ passiert.

    Besser noch Pflichtprogramm für alle Bundestagsabgeordneten, die einen möglichen Atombombeneinsatz andenken (oder gleich „The Day After – Der Tag danach“). Hier besteht augenscheinlich dringendster Veranschaulichungsbedarf.

    In der Hinsicht gebe ich ausnahmsweise Putin zu 100% Recht: „Das sind Menschen, die keine harten Prüfungen erlebt haben, die schon vergessen haben, was Krieg ist.“

  6. Fritz Madersbacher 1. März 2024 um 13:30 Uhr - Antworten

    „Bei diesem Beitrag haben sämtliche Kontrollen versagt“
    Wahrscheinlich schlimmer: sie haben funktioniert. Das ist der neue Weg in die „Kriegstüchtigkeit“, nicht „schlafwandelnd“, wie mancherorts gutgläubig angenommen, sondern ganz bewußt und absichtlich. Aber diese Absichten werden kläglich scheitern am irreversiblen, nicht einmal freiwilligen oder idealistischen „Postheroismus“ der zerrütteten westlichen „Nachpandemie-Gesellschaften“. Die Bluthunde in Politik und Medien des Westens überschätzen masslos ihre zur Verfügung stehenden Mittel, und die „globale Mehrheit“ hat diese Papiertiger durchschaut, auch wenn sie noch im Niedergang wild um sich schlagen und menschenverachtend eine Blutspur ziehen …

    • Hasdrubal 1. März 2024 um 19:25 Uhr - Antworten

      Das ist der neue Weg in die „Kriegstüchtigkeit“, nicht „schlafwandelnd“, wie mancherorts gutgläubig angenommen, sondern ganz bewußt und absichtlich.

      Davon würde ich dringend abraten. Böses Medium bringt heute den Text vermeintlicher Diskussion einiger Bundeswehr-Offiziere, wie man mit massivem Taurus-Angriff die Krim-Brücke zerstören könnte. Ob der Mittschnitt echt ist oder nicht, russische Emotionen kochen hoch – bis zu Stichworten wie „Tod den Nazi-Invasoren!“. Sollte Deutschland mit den Taurus angreifen, wird Russland bestimmt reagieren – formell befindet sich ja Deutschland seit 1941 im Krieg gegen Russland (seit 1945 im Waffenstillstand).

  7. therMOnukular 1. März 2024 um 13:05 Uhr - Antworten

    AmS sind „Journalisten“ des ÖR ein tatsächlich hoffnungsloser Fall. Man kann sie in so etwas mit der Nase tunken und sie erkennen das Problem nicht. Erst kürzlich habe ich einen ORFler an die Unvereinbarkeit von Zensuhr und Demokratie erinnert und es mit Aussagen von Arendt und Einstein untermauert. Seine Antwort: verstehe ich nicht.

    Es ist einfach sinnlos, gegen ideologischen Ungeist zu argumentieren, der zwar sehr ideos ist, aber kein bisschen logisch…;))

  8. Andreas I. 1. März 2024 um 12:58 Uhr - Antworten

    Hallo,
    fehlt nur noch das Wort „Endsieg“, dann ist es perfekt kindgerecht.

  9. Hasdrubal 1. März 2024 um 12:31 Uhr - Antworten

    Ob diese „niedliche“ Marschflugkörper „kindergerecht“ erklären, wieso sie unbedingt auf belebte russische Marktplätze fliegen müssen?

  10. 1150 1. März 2024 um 12:29 Uhr - Antworten

    der moralist und welterklärer mit dem bananenöffner (eh‘ schon wissen) wird es sicher toll finden

  11. Daisy 1. März 2024 um 11:53 Uhr - Antworten

    widerwärtig

  12. Hasdrubal 1. März 2024 um 11:31 Uhr - Antworten

    So würde es sich um ein Format handeln, dass „humoristisch“ arbeitet und „aktuelle Themen bewusst überspitzt darstellt“. Es sei klar erkennbar, dass es sich hier um „Comedy“ handle.

    Im Ostblock haben wir davon geträumt, mit den Kommunisten Bäume und Laternen zu schmücken. Würde jemand heute mit Woken darauf belustigen, hätten diese Woken für Comedy nicht viel Verständnis. Die können ja nicht einmal weniger als 70 Geschlechter ertragen.

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