Die unerträgliche Traurigkeit des Online-Dating

29. Februar 2024von 16 Minuten Lesezeit

Social Media und die damit verbundenen Probleme werden in den „Leit- und Qualitätsmedien“ üblicherweise kaum diskutiert; wenn dies erfolgt, dann meist in recht „weichgespülten“ Beiträgen. Kürzlich war dies erneut im norwegischen Staatsfunk zu beobachten. 

Angeregt durch ein längeres Profil einer jungen Frau im norwegischen Staatsfunk NRK, das vor ein paar Tagen erschien, wollen wir uns heute mit den (drastischen) Folgen des Internetzeitalters befassen.

Der folgende Text basiert auf diesem Artikel über die Nutzung von Dating-Apps, der am 14. Februar (sic) 2024 auf NRK erschien und aus der virtuellen Feder von Kirsti Kringstad und Kollegen stammt.

Dieser Beitrag ist zunächst auf Englisch auf meinem Substack erschienen. Alle Übersetzungen und Hervorhebungen stammen von mir, ebenso wie die ausdeutenden Überlegungen am Ende des Beitrags.

Die unaussprechliche Traurigkeit, jung zu sein

Julie (27) hat weniger Vertrauen in die Liebe, seitdem sie Dating-Apps benutzt“, beginnt der NRK-Artikel und fügt hinzu, dass sie damit zwar „nicht allein ist, aber auch nicht vorhat, Tinder zu löschen“.

Seit etwa acht Jahren ist Julie Bratseth Håkonsen (27) immer wieder auf Dating-Apps unterwegs. Die Matches haben zu 10-20 Dates und ein paar ’situationships‘ geführt. Aber was sie wirklich will, ist eine langfristige Beziehung.

Sie hat aufgehört zu zählen, wie oft sie die Apps gelöscht oder deren Nutzung ausgesetzt hat [mehr als eine ‚Dating-App‘]. Manchmal hat sie aufgehört, weil sie etwas mit jemandem hatte. Ein anderes Mal, weil sie das Swipen leid war.

Aber sie ist immer wieder zurückgekommen. Vor kurzem war sie wieder dabei. Sie findet, dass sie dort sein sollte.

Man mag mich altmodisch heißen, aber nachdem ich diese Zeilen gelesen hatte, fühlte ich mich irgendwo zwischen deprimiert und verzweifelt. Ich meine – acht Jahre, „10-20 Verabredungen“ (ein Unterschied von 100 %) und „ein paar situationships“ (darunter verstehe ich „One-Night-Stands“ oder ähnliches) – das bedeutet, dass Julie diese Apps (im Plural) im Grunde seit ihrem Schulabschluss genutzt hat.

Aus welchen Gründen auch immer, fügt Julie hinzu, dass sie „oft gedacht hat, dass es einfacher gewesen wäre, so aufzuwachsen, wie meine Mutter und mein Vater es taten – ohne all diese Apps“.

Das ist natürlich kaum eine Untertreibung, denn die 27-Jährige verkörpert die erste „Internet-Generation“: 1997 geboren, wuchsen Julie und das Internet im Gleichschritt auf, und für diejenigen, die wie sie und jünger sind, gab es nie eine Welt ohne Internet (Matrix™).

Ich habe den Vorteil, dass ich etwas älter bin (etwa 15 Jahre, um genau zu sein), daher erinnere ich mich an die Welt vor der Kommerzialisierung des Internets. Ich erinnere mich an viel weniger Fernsehkanäle, an das Aufkommen privater Kabelsender in Mitteleuropa in den frühen 1990er Jahren (hauptsächlich MTV) und an die wenig aufregenden Webbrowser von „damals“. Heute erscheint alles „low-tech“, vor allem Texte und Bilder mit niedriger Auflösung. Viele dieser Dinge haben sich in den letzten Jahrzehnten schnell verändert, aber ich erinnere mich an eine Kindheit ohne viele dieser „Annehmlichkeiten“ oder „Attraktionen“.

Natürlich muss derjenige, der „das Internet“ sagt, auch mit der Tatsache fertig werden, dass ein beträchtlicher Teil der Websites von Anfang an „erwachsene“ – also Pornographie und Schlimmeres – Inhalte enthält. Dies wird auch in dem NRK-Beitrag erwähnt, wenn auch in einer stark entschärften Form:

Die erste Online-Dating-Website gab es in den 90er Jahren. Seitdem sind viele Dating-Apps hinzugekommen. Tinder, das im Herbst 2012 auf den Markt kam, ist die weltweit am meisten genutzte. Heute ist sie eine von vielen in der gleichen Straße. Hinge, Happn, Bumble, Raya – um nur einige zu nennen.

Wissen Sie übrigens, was im Jahr 2012 noch passiert ist? Die „sozialen Medien“ entstanden, was erst mit der Einführung der so genannten „Smartphones“ durch Apple im Jahr 2007 möglich wurde.

Nebenbei bemerkt, ich erinnere mich auch an die Fernsehserie „Akte X“ aus den 1990er Jahren, in der es eine übergreifende Handlung gab, in der eine geheimnisvolle Verschwörung („Deep State“, anyone?) versuchte, das Aufkommen dessen vorzubereiten und zu steuern, was UFO/UAP-Liebhaber als „Enthüllung“ bezeichnen; dazu gehörten auch fiktive Pläne besagter Verschwörer, der Allgemeinheit Mikrochips einzupflanzen, um jeden zu überwachen – und heute ist das gar nicht mehr nötig: Die meisten Menschen tragen ihr „Smartphone“ überall mit sich herum, nur wenige deaktivieren die „Ortungsdienste“, die vom „Nutzer“ abgeschaltet werden können (?), und viele verwenden auch so genannte „Wearables“ („Smartwatches“ und dergleichen), die praktisch ständig Unmengen von Daten sammeln und an Unternehmen weitergeben. Letztere geben diese Daten dann oft (in der Regel) an dritte Auftragnehmer und/oder die „Intelligence Community“ weiter. Mit anderen Worten, die Realität hat die „Fiktion“ irgendwie überholt, aber ich schweife ab.

Um herauszufinden, was mit den jungen Leuten los ist, hat NRK – und das ist tatsächlich ein journalistisches Verdienst – tatsächlich eine Umfrage in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind augenöffnend: Jeder Dritte hat den Glauben an „die Liebe“ verloren, nachdem er diese Apps benutzt hat (was für mich die Frage aufwirft, warum diese jungen Menschen überhaupt „Vertrauen“ in diese Apps gesetzt haben).

Håkonsen: „Ich habe mit den Dating-Apps ein wenig den Glauben an die Liebe verloren. Ich bin jetzt im vierten Jahr meines Single-Daseins und habe noch niemanden gefunden.“ Jemanden, mit dem man eine langfristige Beziehung aufbauen und schließlich eine Familie gründen kann.

Match Group Inc. steht „hinter“ Tinder, Hinge und Co.

NRK hat die Ergebnisse der Umfrage mit Match Group geteilt, dem Unternehmen, das unter anderem hinter Tinder und Hinge steht. Sie antworteten, dass die Ergebnisse der Umfrage nicht mit den Trends übereinstimmen, die sie selbst auf ihren Plattformen sehen, ohne dies näher zu erläutern.

Wir wissen, dass Dating schwierig sein kann, deshalb wollen wir dieses Problem weiterhin für unsere Nutzer lösen und ihnen großartige Erlebnisse bieten, damit sie unsere Marken unterstützen und in die Lage versetzt werden, lebensverändernde Beziehungen einzugehen.

An dieser Stelle müssen wir einen weiteren „Umweg“ in die Untiefen der Unternehmensfinanzierung machen. Die Lektüre von Pflichtveröffentlichungen ist weitaus besser als Standardformulierungen wie die obige. Daher werden wir kurz die jüngste vorhandenen Unternehmenspapiere („10-K“)  der Match Group ansehen, die regelmäßig gegenüber der Börsenaufsicht abgegeben werden müssen. Die folgenden Unterlagen und Zitate stammen aus diesem 10-K-Formular für das Fiskaljahr, das am 31. Dezember 2023 endete.

Wer wir sind

Die Match Group, Inc. ist mit ihren Portfoliounternehmen ein führender Anbieter digitaler Technologien, die Menschen dabei helfen, sinnvolle Beziehungen zu knüpfen. Zu unserem globalen Markenportfolio gehören Tinder, Hinge, Match, Meetic, OkCupid, Pairs, Plenty Of Fish, Azar, BLK und weitere, die alle darauf ausgerichtet sind, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass unsere Nutzer mit anderen in Kontakt treten. Über unsere vertrauenswürdigen Marken bieten wir maßgeschneiderte Dienste an, um den unterschiedlichen Vorlieben unserer Nutzer gerecht zu werden. Unsere Dienste sind in über 40 Sprachen für unsere Nutzer auf der ganzen Welt verfügbar…

Das Geschäft der Schaffung sinnstifftender Verbindungen

Unser Ziel ist es, sinnvolle Verbindungen für Nutzer auf der ganzen Welt zu schaffen. Die Präferenzen der Verbraucher sind sehr unterschiedlich und werden zum Teil von der Demografie, der Geografie, den kulturellen Normen, der Religion und der Absicht (z. B. Suche nach Freundschaft, gelegentlichem Dang oder ernsthafteren Beziehungen) beeinflusst. Infolgedessen ist der Markt für Apps für soziale Kontakte zersplittert, und kein einziger Dienst ist in der Lage, alle Menschen, die soziale Kontakte suchen, effektiv zu bedienen.

Vor der Verbreitung des Internets und mobiler Geräte waren menschliche Verbindungen traditionell durch soziale Kreise, Geografie und Zeit begrenzt. Die Menschen lernten sich durch Arbeitskollegen, Freunde und Familie, in der Schule, in der Kirche, bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, in Bars und Restaurants oder in anderen sozialen Umfeldern kennen. Heute haben sich durch die Einführung der Mobiltechnologie und des Internets die Möglichkeiten der Menschen, neue Kontakte zu knüpfen und sinnvolle Verbindungen und Beziehungen aufzubauen, erheblich erweitert. Darüber hinaus werden durch die fortschreitende Verbreitung der Technologie in immer mehr Bereichen des täglichen Lebens weltweit Vorurteile und Stigmata abgebaut, die Menschen früher daran gehindert haben, die Technologie zu nutzen, um solche Beziehungen zu finden und aufzubauen.

Warum gelingt es dann Menschen wie Julie und vielen anderen nicht, einen ernsthaften Partner zu finden?

Je nach den Umständen, in denen sich eine Person befindet, können Apps für soziale Kontakte eine Ergänzung oder einen Ersatz für herkömmliche Mittel zur Kontaktaufnahme darstellen.

Den eigenen Angaben der Match Group zufolge können ihre Produkte also funktionieren oder auch nicht. Sie verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Abonnements und Werbeflächen, obwohl Match Group behauptet, dass Ersteres das Letztere leicht übertrifft.

Ein entscheidender Aspekt, den man über die Produkte wissen sollte, ist jedoch der Anreiz, den die Match Group mit dem Angebot dieser „Konnektivitäts“-Dienste verfolgt: Sicher, jedes Unternehmen muss Gewinne erzielen, aber in diesem Zusammenhang ist das etwas ganz anderes:

Wir sind bestrebt, jede unserer Marken und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie den Vorlieben bestimmter geografischer, demografischer und anderer Nutzergemeinschaften entspricht…

Die Gewinnung und Bindung von Nutzern für unsere Dienste ist mit erheblichen Ausgaben für Online- und Offline-Marketing verbunden. In der Vergangenheit mussten wir unsere Marketingausgaben immer wieder erhöhen, um Nutzer anzuziehen und zu binden und unser Wachstum aufrechtzuerhalten…

Das sich verändernde Verbraucherverhalten kann die Verfügbarkeit profitabler Marketingmöglichkeiten beeinflussen…

Der Erfolg unserer Dienste hängt zum Teil von unserer Fähigkeit ab, auf persönliche Daten über unsere Nutzer und Abonnenten zuzugreifen, diese zu sammeln und zu verwenden… Um unsere Gewinnspannen aufrechtzuerhalten, haben wir Schritte unternommen, um steigende App-Store-Gebühren auszugleichen, indem wir die traditionellen Marketingausgaben senken, das Nutzervolumen oder die Monetarisierung pro Nutzer erhöhen, Back-Office- und technische Funktionen konsolidieren oder andere Anstrengungen unternehmen, um die Einnahmen zu steigern oder die Kosten allgemein zu senken, und müssen dies möglicherweise auch in Zukunft tun.

An dieser Stelle können wir erwartungsgemäß deutlich durch die Unternehmensfloskeln blicken und sehen, welche verheerenden Folgen diese Apps für Julie und so viele ihrer Generation haben.

Erstens haben die Match Group und ihresgleichen trotz ihres Geschwätzes „Zugang zu persönlichen Daten, sammeln diese und nutzen sie“, um Geld zu verdienen, was die Weitergabe dieser Daten an Dritte einschließt (Facebook wird ausdrücklich erwähnt, aber es ist sicher nicht das einzige Unternehmen).

Zweitens müssen die Match Group und ihresgleichen ihre Nutzer in ständiger Ungewissheit halten, um ihre Gewinnspannen aufrechtzuerhalten. Anders ausgedrückt: Einem großen multinationalen Unternehmen sein emotionales und psychologisches Wohlbefinden anzuvertrauen, ist von vornherein eine dumme Sache, aber wenn man erst einmal verstanden hat, wie diese perverse Anreizstruktur „funktioniert“, bleibt einem nichts anderes übrig, als diese Apps für immer zu löschen.

Doch wie Julie selbst sagte, hat sie es versucht, aber es ist ihr nicht gelungen, und wir werden später noch einmal auf die süchtig machenden Eigenschaften der sozialen Medien zurückkommen. Jetzt wollen wir uns erst einmal mit dem Rest des NRK-Beitrags befassen, um zu erfahren, wie diese Apps das menschliche Verhalten beeinflussen und verändern.

Dating-Apps ändern menschliches Verhalten

Unter der Überschrift „weniger wählerisch im wirklichen Leben“ erklärt Julie Håkonsen, dass sie ein Muster in ihrem eigenen Dating-App-Verhalten festgestellt hat.

Ich bin super wählerisch! Ich analysiere zu viel und achte auf Kleinigkeiten: „Er sah auf diesem einen Bild komisch aus.“ „Er hat sich etwas seltsam ausgedrückt.“

Wenn das erste Treffen von Angesicht zu Angesicht stattfindet, ist das ganz anders.

Wenn ein Mann vorbeikommt und witzig ist oder ich sehe, dass er Rücksicht auf andere nimmt und höflich ist, setzt in mir ein Prozess ein, der mir zeigt, dass das ein guter Typ ist. Das ist über einen Bildschirm viel schwieriger.

Sehen Sie, wie Tinder und Co. ihr Verhalten verändert? Vergessen Sie nicht, dass der Anreiz der Apps darin besteht, dass Sie weiterhin „swipen“, weshalb ihr Algorithmus seine Nutzer mit solchen Profilen füttern „könnte“ (sic) – und es ist nicht zu weit hergeholt, dies für sehr wahrscheinlich zu halten.

Wenden wir uns an „die Wissenschaft™“, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, ok? NRK befragte auch Tond Viggo Grøndtvedt, einen Forscher an der Abteilung für Psychologie der Norwegischen Technischen Universität in Trondheim, und erfuhr Folgendes:

„In einer echten Beziehung ist es wahrscheinlich akzeptabler, wenn jemand etwas Unangenehmes sagt oder tut“, sagt Trond Viggo Grøntvedt, der unter anderem die Tinder-Nutzung unter Studenten untersucht hat. Ihm zufolge fällt es vielen Menschen leicht, den Kontakt zu einem Flirt, den sie auf einer Dating-App kennengelernt haben, abzubrechen, sobald sie eine Andeutung eines „Icks“ oder eine rote Flagge sehen.

Grøntvedt fügt hinzu: „Ich kann verstehen, warum Menschen das Vertrauen verlieren“ und erklärt, dass „ein weiterer Grund für weniger Vertrauen in die Liebe gescheiterte Dates sind“. Wenn das erste „Treffen“ über eine App stattfindet, gehen wichtige Informationen verloren. Körpergeruch, Körpersprache und wie die Person auf andere wirkt“.

Er weist auch darauf hin, dass Dating-Apps dazu beitragen können, dass Menschen eine Beziehung schneller aufgeben: „Es gibt keine Beziehungen, die immer rosig sind. In Beziehungen geht es auch um Kompromisse, Auseinandersetzungen und Konflikte. Heute ist es sehr einfach, eine App herunterzuladen und von vorne anzufangen.

In dem NRK-Beitrag erfahren wir auch etwas über eine Ane Sideri Hagen, die als „Matchmaker“ beschrieben wird, deren „Aufgabe es ist, sichere und dauerhafte Beziehungen zu schaffen, indem sie Menschen zusammenbringt, die zueinander passen“.

Eines der Probleme mit Tinder und Co. ist ihrer Meinung nach, dass „jeder“ dort ist – auch diejenigen, die keine dauerhafte Beziehung wollen.

Viele Menschen werden in potenzielle Beziehungen hineingezogen, weil die andere Person die Dating-Apps nutzt, um sich zu bestätigen oder herumzuspielen. Wenn man viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, verliert man den Glauben daran, das zu finden, wonach man sucht.

Einer Umfrage von NRK zufolge nutzt jeder dritte [!!!] Norweger zwischen 18 und 29 Jahren Dating-Apps für Gelegenheitssex.

Der NTNU-Professor Mons Bendixen sagt, dass die gängige Meinung ist, dass „jeder“ über die Apps bekommt, was er will.

„Aber nur eine von fünf Personen findet über Tinder eine Freundin, und nur eine von fünf Personen hat dort Gelegenheitssex„, sagt der Professor und bezieht sich dabei auf diese Studie über Studenten auf Tinder.

„Die Leute werden desillusioniert und enttäuscht und denken, dass sie sehr unattraktiv und erfolglos sind. Die Menge an Ablehnung, die man auf Tinder erhält, ist ein großes Problem“, sagt er.

An dieser Stelle schwenkt der Artikel noch einmal um und kehrt zu Julie zurück. Sie „erlebte einen Schlag für ihr Selbstvertrauen, als sie die Dating-App Hinge herunterlud“, die sich von Tinder unter anderem dadurch unterscheidet, dass „man nur eine begrenzte Anzahl von Profilen pro Tag erhält“.

Bei Tinder steht vielleicht ’99+ Likes warten auf dich‘ [was stimmen kann, aber nicht muss]. Bei Hinge habe ich gemerkt, dass ich keine Likes bekomme und dass mich niemand zurück-‚liket. Das wurde mir sehr klar. Ich begann, mein Profil – und mich selbst – zu sehr zu analysieren.

Jetzt ist die 27-Jährige entspannter, was Hinge angeht, und findet es völlig in Ordnung, sowohl dort als auch auf Tinder zu sein. Aber sie hat keine Zweifel: Sie würde es vorziehen, einen Partner in der realen Welt zu finden.

Vielleicht wäre es am besten gewesen, wenn ich jemanden kennengelernt hätte, als ich noch Studentin war. Wir hatten so viele Möglichkeiten, andere Menschen zu treffen. Jetzt, wo ich berufstätig bin, muss ich selbst aktiv nach ihnen suchen. Ein Treffen durch gemeinsame Bekannte oder ein gemeinsames Interesse ist jetzt wahrscheinlich das Beste.

Keine Chance. Ich habe die meiste Zeit meines Erwachsenenlebens in verschiedenen akademischen Gruppen verbracht, und ich kann Ihnen eines sagen: Männer und Frauen sind unterschiedlich, und diese Unterschiede sind von großer Bedeutung (siehe unten für weitere „Einblicke“ in dieses Thema). Ich wünsche Julie zwar alles Gute, aber die Chancen stehen jetzt schon gegen sie, und sie werden mit der Zeit nicht geringer.

Unaufrichtigerweise schließt NRK den Beitrag auf diese Weise ab:

Aber die Hoffnung, dass er sich im App-Universum befindet, ist immer noch lebendig. Vielleicht steckt er hinter dem nächsten Swipe?

Das ist zwar nicht unmöglich, aber höchst unwahrscheinlich – und damit komme ich zum „Fazit“. Auch der staatliche Rundfunk NRK sollte nicht für Konzerne werben.

Traurige Aussichten

Das ist so unglaublich traurig, aber es zeigt meisterhaft eines der Kernprobleme in der ganzen Welt – sinkende Geburtenraten und Fruchtbarkeit.

Die Hauptgründe dafür lassen sich, wie dieser Beitrag deutlich zeigt, wie folgt kategorisieren:

Die Menschen verbringen viel zu viel Zeit damit, sich als junge Erwachsene „weiterzubilden“, u.a. auf Parties und a.a.O.; gleichzeitig nimmt der Mehrwert eines Hochschulabschlusses rapide ab.

Männer und Frauen sind nicht so unterschiedlich, aber sie unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt, der letztlich mit der Biologie zusammenhängt: Die Fruchtbarkeit von Frauen nimmt ab 30 rapide ab, und während die Fruchtbarkeit von Männern ebenfalls abnimmt, so hat ein 40-jähriger Mann mit einer 20-jährigen Partnerin ungleich höhere Chancen auf erfolgreiche Reproduktion.

Die Chancen stehen massiv gegen die Frauen, nicht „nur“ wegen des vorgehenden Absatzes, sondern auch weil junge Männer heutzutage besonders unattraktiv sind. Nein, ich meine nicht ihr Aussehen oder ähnliches, aber sie werden allgemein verteufelt, besuchen nicht in gleichem Maße die Universität (rund 60 % oder mehr der Studenten sind heute Frauen), und wenn man dazu des Weiteren Hypergamie in Betracht zieht („Suche nach Partnern mit höherem Status und Wohlstand“), gibt es eine recht eindeutige Erklärung für meine Aussage.

Dating-Apps sind eine Abscheulichkeit, denn sie fördern die „Abschleppkultur“ oder „hook-up culture“, die Frauen in Bezug auf ihre Attraktivität für langfristige Partnerschaften zunehmend „wertlos“ macht.

Ich verrate Ihnen ein männliches „Geheimnis“: Wenn Männer auf der Suche nach einer langfristigen Partnerin sind, achten sie nicht auf eine hohen „body count“ (die Anzahl von Sexpartnern einer Person), doch genau dieses Verhalten wird durch Apps wie Tinder oder Hinge gefördert.

Apropos Apps und soziale Medien im Besonderen: Vergessen wir nicht, dass diese darauf ausgelegt sind, süchtig machendes Verhalten zu erzeugen und anschließend zu belohnen.

Als glücklich verheirateter Mann und stolzer Vater gebe ich keine Beziehungsratschläge (außerdem bezweifle ich, dass ich das so gut kann wie z.B. Jordan Peterson und Ben Shapiro), aber für den Fall, dass jemand wie Julie diese Seiten liest, hier ein kostenloser Ratschlag für das Leben: Löschen Sie diese Apps, treffen Sie sich mit Menschen, während Sie etwas tun, was Sie interessiert bzw. Ihnen Spaß macht, z.B. wandern, in die Kirche gehen oder sich in einem örtlichen Verein anmelden, um andere Menschen zu treffen.

Alles andere ist virtuell und daher „unwirklich“, ganz zu schweigen davon, dass Sie Ihr Innerstes, einschließlich Ihres Körpers, einem Unternehmen überlassen, das aus Ihrer Traurigkeit Kapital schlägt.

Apropos „Entfremdung“ und „Ausbeutung“ – wo sind eigentlich die ganzen sich „links“ wähnenden Analytiker, wenn man sie mal brauchen könnte?

Achso, auf Demonstrationen gegen „rääächts“.

Bild Mathis franckel, Plateforme Tinder, CC BY-SA 4.0

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29 Kommentare

  1. Olaf 9. März 2024 um 17:53 Uhr - Antworten

    Heute muss man einen potentiellen Partner leider vor dem ersten körperlichen Kontakt der über eine einfache Umarmung hinaus geht, erstmal fragen, ob er/sie geimpft ist. Das alleine ist schon ein riesiger Hindernisgrund.
    Die Menschen wurden hier leider selektiert. In Menschen die noch normale Gene haben und jene die eben verändert sind und ein Risiko darstellen. Und dann ist es eine Frage der Ehrlichkeit.. Am Ende muss man sich fast noch ein bestätigen Laborbericht geben lassen von Gegenüber, das ist irre..
    Das mal vorab.

    Und dann ist die Welt wirklich einsam und künstlich kühl geworden, hier bei uns auf jeden Fall.
    Eine völlige Entartung des Lebens.

    Ich gehe als Single jetzt schon 12 Jahre alleine durchs Leben und hatte auch keinen Sex seit der Zeit mit einem anderen Menschen.
    Einerseits schaue ich in unglückliche Gesichert und sehe einsame Herzen überall.
    Andererseits benehmen sich diese Menschen trotzdem absolut falsch und haben scheinbar in der Öffentlichkeit ihr Sein vergessen als Mensch. Sie sind nicht mehr offen und werten alles und jeden, als ob es irgendwie um eine Mindestpunktzahl geht.

    Es tut weh, jedesmal sich im Umfeld einer scheinbar zombifizierten Masse zu bewegen, offen zu sein und menschlich und ein gekünzeltes Verhalten zurückzubekommen.
    Wie schafft man das nur, sich selbst vor dem Glück fernzuhalten und sich von seinem eigenen hohen Ross zu holen?
    Die Menschen sind alle in ihren Nullexistenzen gefangen und halten dieses Leben voller Belanglosigkeiten und Ablenkungen für einen Ausgangspunkt, um darüber eine Bindung eingehen zu können, was völlig unmöglich ist.
    Man muss erstmal diesen ganzen Ballast abwerfen und wirklich den Status 0 ansetzen, um wieder fähig zu werden, das Leben zu 2. vernünftig starten zu können.
    Heute treffen sich 2 Menschen und jeder ist in seiner Existenz schon ein überlaufendes Glas. Da passt ein Partner nur noch als (Be)Nutzvieh rein, oder eben gar nicht…

    Sich wieder erden, sich lösen von den Irrwegen, sich vor allem selbst bereiterklären in einer Beziehung zu hinterfragen und für den positiven Erhalt der Partnerschaft für die Partnerschaft zu entscheiden und damit gegen dieses Systemprinzip das man lebt.. Das ist die große Aufgabe heute..

  2. Roland Kaschek 29. Februar 2024 um 21:06 Uhr - Antworten

    Mag sein, sie haben da was, das Dinge erklärt. Ich glaube das aber nicht. Wenn ich richtig erinnere war mal von Liebe die Rede. Wenn man im wirklichen Leben hinsichtlich diese Konzepts in Probleme gerät ist es vielleicht angebracht mal darüber zu reden, was man unter Liebe verstehen will. So wie ich das wahrnehme halten die meisten Menschen hier in Europa Liebe für ein Gefühl. Ich sehe das anders. Zudem, Gefühle werden alt, der Sex droht irgendwie Routine zu werden. Man kennt das, was geschieht, wenn man mal länger in einer Beziehung war. Außerdem, Liebe ist die meiste Zeit seit es Menschen gibt ein irrelevantes Konzept gewesen. Man kam zusammen, irgendwie. Familie, Freunde, Zufälle beeinflussten das. Dann hatte man Kinder, mehrere Kinder. Leider starben immerzu auch einige davon. Aber man band sich aneinander. Kultur, Ideologie (Religion) und Gewohnheit beförderten das. Auch die Notwendigkeit, weil eine Person alleine die Kinder nicht ernähren konnte. Erstaunlicherweise ist das trotz Technologie, Demokratie und was weiß ich noch allem, heute immer noch so.

    Das Zusammenbleiben ist heute aus Sicht der Eigentümer an Produktionsmitteln nicht mehr wichtig geworden, denn wenn Arbeitskräfte fehlen holt man sie von irgendwo. Man fängt an von Fachkräftemangel zu reden und schwups hat man eine Million neue Leute im Land. Außerdem kann man bindungslose Menschen leichter rumschubsen. Aus Sicht der Lohnarbeiter ist das sich aneinander binden riskant geworden. Man muss mal hier, mal dort um Arbeit ansuchen, muss umziehen, weiß nicht ob man genug Einkommen für das aufziehen von Kindern hat. Helfen tut einem auch keiner. Die Eltern sind eh ewiggestrige und wohnen in einer anderen Stadt. Keine Kinder zu haben wird dadurch belohnt, dass man mehr Freizügigkeiten hat und auch dadurch, dass man mehr vom Einkommen für sich selbst verwenden kann. Kinder zu erziehen wird nicht angemessen von der Gesellschaft „belohnt“. Gut daran ist allerdings, dass irgendwann die Rache des Lebens kommt, nämlich dann, wenn man ins Altersheim abgeschoben wird.

    Frauen wollen heute sein wie Männer. Nicht biologisch, sondern gesellschaftlich. Aus welchem Grund sollten sich zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts aneinander binden? Der Sex wird irgendwann lahm und dann hat man jemanden im Wohnzimmer sitzen, der genauso sein möchte, wie man selber ist. Wozu das? Die Spannung der Begegnung des Verschiedenen im Alltag ist weggewischt. Zudem ist das eine Kind, dass man bekommt bald quasi erwachsen und geht seine eigenen Wege. Eine Beziehung zu dem Kind hat man sowieso nicht, weil man es bei jeder Gelegenheit abschiebt: Krippe, Vorschule, Schule, Ausbildung / Studium, auf nimmerwiedersehen.

    Liebe ist eine Entscheidung, eine unabänderliche, immer wieder erneuerte Entscheidung. Die Entscheidung zusammen zu bleiben. Wer trifft diese Entscheidung, wenn sie nicht kulturell quasi erzwungen wird? Wer geht das Risiko ein sich zu binden, wenn er nicht weiß, ob der Partner sich auch tatsächlich und wirklich und für alle Zeit ebenfalls an einen bindet? Wie die Erfahrung zeigt wenige und vorzugsweise Leute mit höheren Einkommen. (In Ländern außerhalb der EU-Blase mag das anders sein.) Denn für diese Leute ist das Risiko einer permanenten Bindung geringer als für die große Masse der Leute.

    Wozu ist die Liebe gut? Außer für Künstler, die sie mytisch überhöhen und der Allgemeinheit als unerreichbare Norm vor die Nase setzen. Vielleicht wäre das Leben einfacher und besser, wenn wir uns von diesem Konzept wieder verabschieden würden. Diejenigen, die zusammenbleiben wollen, würden es einfach tun, solange, wie sie wollen. Diejenigen, die das nicht wollen würden es nicht tun aber dabei nicht mehr das Gefühl haben etwas zu verpassen, etwas falsch zu machen. Wenn die Länder der EU wollten, wäre es möglich die Kindererziehung angemessen zu unterstützen so, dass zwei, die sich auseinandergelebt haben getrennte Wege gehen können.

  3. Idaho 29. Februar 2024 um 17:22 Uhr - Antworten

    Kann Frauen, die wirklich nach einem festen Partner suchen, nur davon abraten.
    Sehr viele Männer suchen dort nur eine Frau für Sex und spielen nicht selten vor, dass sie an einer Beziehung interessiert sind. Das ist leider so.
    Außerdem würde ich (und viele andere) mir als Mann keine feste Partnerin auf Tinder suchen wo man davon ausgeht dass sie schon mit vielen vielen Männern Kontakt hatte und womöglich einige davon getroffen hat.
    Wenn dann auf irgendeiner seriösen Seite oder im echten Leben ;)

  4. Hannes Mitterer 29. Februar 2024 um 15:43 Uhr - Antworten

    Wer Tinder als Plattform sieht um einen Lebensabschnittspartner zu finden, der hat da was Grundlegendes misverstanden.
    Ich kann nicht von mir sprechen aber von meinen früheren, jungen Kollegen.
    Die haben Tinder auschließlich dazu benützt um eine zu finden mit derr sie eine schnelle Nummer durchziehen konnten.
    Sehr erfolgreich sogar.

    • rudi fluegl 29. Februar 2024 um 21:47 Uhr - Antworten

      Wenn ich jetzt gemein wäre und stetes benützen hingstumpft „“würde ich ohne „“diese, „konnten“ schreiben!
      Aber auch das wird Ihren Konten nicht zu „konnten nicht“ verhelfen

  5. Peter Ruzsicska 29. Februar 2024 um 13:29 Uhr - Antworten

    Online Dating war schon immer eine Form transhumansten Selbstbetruges, in Gestalt möglichst plötzlicher Scheinbefriedigung herbeigeführt selbstverstetigender Affirmationssüchte, gewesen.

  6. Soletti 29. Februar 2024 um 13:20 Uhr - Antworten

    Wieso genau sind jetzt dating apps an den Erwartungen und Einstellungen der Leute schuld? Wenn man sich den ersten Treffen nicht mehr sieht, weil Kleinigkeiten nicht passen dann ist man doch selbst schuld. Habe mit so einer App meinen Partner gefunden.

  7. ems 29. Februar 2024 um 12:24 Uhr - Antworten

    Die perfekte Metapher für Online-Dating ist ein durstender Mensch der sich freut von Wasser umgeben zu sein und dann bemerkt dass es Salzwasser ist.

  8. therMOnukular 29. Februar 2024 um 11:39 Uhr - Antworten

    „Mann mit Kettensäge sucht Frau mit Wald“

    Wäre zumindest mein Topic…;))
    Ansonsten glaube ich aber auch nicht daran, dass sich da oft ein passendes Paar ergibt.

  9. lbrecht torz 29. Februar 2024 um 11:10 Uhr - Antworten

    Der letzte Satz ist einfach klasse! :-)

  10. and 29. Februar 2024 um 10:58 Uhr - Antworten

    Aus anthropologischer Sicht:
    Stell Dir einfach vor, Du bist eine junge Frau ca. im Jahre 1000.
    Du sollst dich langsam für einen Partner entscheiden. Du kommst etwas rum, weil Deine Eltern Händler sind und einen Ochsenwagen haben und in den Nachbarortschaften Krempel feilbieten.
    Zur Auswahl stehen:
    – Der Jören, der kräftige Kerl, der alles dafür tun würde seine Familie zu beschützen. Der kein Problem damit hat, mit Streitaxt auf dem Rücken in ein wackeliges Boot zu steigen und für Raubzüge über das zumeist tödliche Meer zu fahren.
    – Der Fred, der hat drauf mit den Obstbäumen. Der weiß immer wann der richtige Zeitpunkt ist, die Äpfel zu pflücken. Meist heuert er das ganze Dorf dafür an. Außerdem kann der Met machen.
    – Der Karl, der Bootsbauer. Ohne ihn läuft nichts. Kein Handel, keine überfallenen Dörfer. Er ist geschickt und klug.
    – Der Julius, der kann toll tanzen und hat schöne Haare.

    Wen erwählst Du?
    Und glaube mir – es hat sich nichts geändert. Es ist so wie vor 1000Jahren.

    PS: Da wären noch Kim – das Einhorn. Aber das geht besser in den Zoo.

    Multiple Choice Aufgaben für eine erfolgreiche Familiengründung:
    (aus meiner 50j-Lebenserfahrung, 4 Kinder, tolle Partnerin, alles geschafft und noch viel mehr)

    Hier die Fragen:
    Ike sucht Frau und trifft sie das erste mal:
    bei welchen Punkte(n) stellte sich bei mir damals 100%tige Aufmerksamkeit ein:
    a) Frau erzählt mit leuchtenden Augen, dass sie beim Trecker des Nachbarn Teile ausgetauscht hat und das Dingen langsam wieder fährt.
    b) Frau erzählt von der Firma ihres Vaters, dass sie dort auch schon mal mit hilft. Was Baggerfahren mit einschließt.
    c) Frau erzählt von ihrer Firma, die sie mit eigenen Händen aufgebaut hat.
    d) Frau erzählt vom Urlaub in Spanien und Ihrem Chef (Anm. Sie sieht super aus!).

    Ike:
    bei welchen Punkte(n) stellte sich damals bei meinem weiblichen Gegenüber eine 100%tige Aufmerksamkeit ein:
    a) ich erzählte von meiner Selbständigkeit, und dass ich wegen Zeitmangel die letzten 5 Jahre keinen Urlaub mehr hatte und total im Eimer bin.
    b) ich erzählte von meinem völlig beknacktem Hobby.
    c) ich erzählte von meinem Hund und der Hundeschule.
    d) ich erzählte mit leuchtenden Augen von meinen Erfolgen in der Firma XY. Und das ich bald noch weiter aufsteigen werde und meinem neuen Firmenwagen.

    Auflösung: Es war immer a) bis c). d) war es nie.

  11. Ogmios 29. Februar 2024 um 9:51 Uhr - Antworten

    Ich sehe das Problem nicht in den „Dating-Apps“ an sich, sondern eher darin, dass einfach nicht mehr miteinander kommuniziert wird.
    Solche Apps sind nur Mittel zum Zweck und ermöglichen es, jemanden kennenzulernen, welchen man sonst aufgrund der Distanz niemals kennenlernen könnte, weil man sich einfach nicht begegnen kann.

    Das „Internet“ verroht deswegen, weil man allzu gerne vergisst, dass am anderen Ende noch immer auch eine reale Person sitzt und einige nutzen dies halt auch eben schamlos aus, weil sie eben Psychopathen sind.
    Nichts im Internet kann „virtuell“ sein, wenn zwei reale Personen miteinander darüber interagieren. Ein Post-Brief ist auch nicht virtuell. Aber natürlich kommt es auf die eigene Betrachtungsweise an.

    Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die meisten Frauen eben selbst zu keiner offenen und ehrlichen Kommunikation mehr fähig sind, egal ob über „Dating-Apps“ oder bei einem Treffen, denn wie soll man eine Person kennenlernen, wenn diese sich selbst nicht einmal ordentlich vorstellen kann oder auch nur die eigene Persönlichkeit kennt. Denn da liegt, meiner Ansicht nach, das eigentliche Problem, egal ob bei Frau oder Mann.

    • Glass Steagall Act 29. Februar 2024 um 11:48 Uhr - Antworten

      Ich denke auch wie Sie.
      Im Prinzip hat nicht die Plattform schuld, auf der sich Menschen treffen, sondern es ist der Mensch selbst, der sich ein „unmenschliches“ Verhalten angeeignet hat! Alles ist unverbindlich geworden und besonders der Umgang mit Beziehungen. Diese Entwicklung beschleunigte sich in den westlichen Staaten schon seit den 70er Jahren, als die „Emanzipation der Frau“ ausgerufen und gelebt wurde. Heute ist es der Gender-Quatsch, der die Menschen noch mehr verwirren soll. Alte Werte von Familie und Beziehung gelten nicht mehr, weil es so gewollt ist! Die Erziehung der Menschheit hin zu Einzelpersonen mit Wechselbeziehungen ist für Regierende eine gute Sache, denn Singles sind nicht stark und lassen sich besser im Sinne der Regierenden beeinflussen. Diese Entwicklung wird ja besonders von den Regierungen gefördert und die Medien helfen mit.

      Ich könnte jetzt besonders biblische Gründe für all das nennen, aber ich denke, das wird einige zu sehr verwirren. Zumindest soviel, dass die Abkehr von biblischen Grundregeln der letzten 50 Jahre zu dieser heutigen Entwicklung sehr stark beigetragen hat! Hinzu kommt noch dieser ganze moderne Selbstverwirklichung-Mist wie „sei du selbst“ oder die „Selbstverwirklichung“, die die letzten Jahrzehnte in die Köpfe indoktriniert wurde! Selbstbeherrschung ist nicht mehr modern. Die Auswirkungen sehen wir heute, aber mit den elektronischen Möglichkeiten hat sich diese Entwicklung nur beschleunigt! Das Internet nicht der Auslöser, es hat nur die Schwächen des westlichen Systems offen gelegt und verstärkt!

    • Idaho 29. Februar 2024 um 17:15 Uhr - Antworten

      Dem kann ich nur zu 100% zustimmen.

  12. Sabine Schönfelder 29. Februar 2024 um 9:49 Uhr - Antworten

    Letzendlich ist ein sinnvolles und glückliches Leben immer a u c h eine Frage der Intelligenz und Leistungsbereitschaft.
    Wer sich bequem vor einem Bildschirm positioniert und sämtliche Belange des Daseins Fremdanbietern überläßt, muß sich über die Folgen nicht wundern. Die Menschen werden per Internet GANZ GEZIELT aus ihren ANALOGEN Leben gelöst. Ihr Bewußtsein in eine von außen oktroyierte MATRIX verankert. Jugendindoktrination führt zu völlig neuen determinierten Verhaltensschemata. 👉 Digital gesteuerter Bahaviorismus. Selbst SEX soll digital werden. Glotzen reicht. Mit Cannabis in der Birne.
    Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Noch.

    • Hannes Mitterer 29. Februar 2024 um 12:04 Uhr - Antworten

      Sabine Schönfelder
      29. Februar 2024 at 10:00

      Das Blackout findet gar nicht statt, auch wenn sich das ein paar Verwirrte noch so sehr wünschen.
      Wünschen kann man sich so etwas sowieso nur aus purer Rechthaberei, keineswegs weil man es mit dem Mitmenschen gut meint.
      Ach und Blümchen.
      Niemand würde Sie fragen ob Sie Ihre Spagetti teilen möchten.
      Da gibt es einige die werden sich Ihre Spagetti einfach holen und vielleicht noch mehr….
      Da brauchen Sie nur einen Blick auf Gaza zu werfen, wo die Hilfslieferungen, augenblicklich geplündert werden, wo unter Einsatz von Peitschen und Stöcken die Hungernden aufeinander losgehen.
      Eine idealistische, Gutmenschen Welt, die gibt es nur
      bei absolutem Wohlstand und sogar da gib es Neid und Streit.

  13. tamtam 29. Februar 2024 um 9:36 Uhr - Antworten

    wir leben in einer Konsumgesellschaft. Schneller Erfolg muss her. Schnelle Befriedigung der Bedürfnisse. Das Leben, die (noch nicht vorhandene) Familie. Das eigene Haus, das schöne Auto. Alles nur noch Fastfood. Wenn es nichts ist, dann weg damit!
    Mir tun Leute wie die Dame aus dem Text nicht leid. Sie ist ein Konsumtrottel. Total uninteressant.
    Da nützt weder der tolle Job, das jahrelange Studium und die hübsch 55m2 Singlewohnung, die tollen Haare nichts.
    Sie wird warscheinlich aussterben.
    Aber nen schönes Handy hat sie (denke ich). muss gähnen.

    Bei uns in DE boomen momentan die Lippenaufspritzung2go-Praxen. Gründerzeitstimmung pur.
    Der totale nogo für die ernsthafte Partnersuche.

  14. Daisy 29. Februar 2024 um 9:13 Uhr - Antworten

    Die EU verbietet zwar jegliche abweichende Meinung und vor allem auch die Wissenschaft, aber auf Kinder- und Jugendschutz pfeift sie, im Gegenteil…

    Ich bin für ein Smartphoneverbot für Kinder und Jugendliche und überhaupt würde ich alle Datenkraller und Überwachungsprogramme verbieten (das geht bestimmt, wozu müssen die alle tracken, Zugriffe aufKontakte, Daten, Mikro usw. haben?) aber ups, das Gegenteil macht die EU, denn sie dient ja den Konzernen und dem Großkapital. Die Socialmedia-Plattformen würde ich auch alle verbieten, denn dort lässt jeder den nicht existenten Gutmenschen raushängen, und der dürfte sich besonders dadurch definieren, dass er stets gegen andere husst und hetzt, die grad nicht da sind – wie in der Basena – aber wer schreibt, der bleibt. Weg mit dem Schmarrn. Zurück zur Natur!

    Wer Schwierigkeiten hat, für den gibt es Feuerwehrfeste u.Ä…

    Allein, was die EU aus den Autos gemacht hat! Fahrende Abhörwanzen. Der Bordcomputer ist so mit dem Auto verschmolzen, dass es unter den Armaturen ausschaut wie in einem Panzer. Früher habe ich mir mein Autoradio selbst eingebaut. Als ich mal einen Mechaniker fragte, ob ich ein anderes Radio haben könnte, fragte er mich so quasi, ob ich deppat sei… sowas geht gar nicht…

    Und weil ich mich mit meinen vernünftigen und humanen Vorschlägen gewiss nicht durchsetzen kann, hoffe ich auf einen sehr sehr langen Blackout, sodass danach dieses ganze digitale Zeugs für immer kaputt ist bzw. man dann von der Digitalisierung wieder abkommt.

    • Hannes Mitterer 29. Februar 2024 um 9:24 Uhr - Antworten

      Daisy
      29. Februar 2024 at 9:13Antworten

      Sie hoffen auf einen langen Blackout.
      Wieviele dadurch draufgehehen, ist “ Ihnen“ ja egal.
      Das es zum Einsatz des Militärs kommen wird, aufgrund von Plünderungen und Anarchie, ist
      “ Ihnen“ egal.
      Hauptsache “ Sie “ , nicht wahr.
      Ich bin sooo froh dass Leute wie
      “ Sie“ nicht zu sagen haben außer wirres Gelaber.

      • konerad 29. Februar 2024 um 9:47 Uhr

        Ganz kurz zur Ergänzung: Als erstes fällt die Klospülung aus.

      • Daisy 29. Februar 2024 um 9:50 Uhr

        Das sehe ich nicht so negativ…ich glaube, die Menschen sind nicht so böse und halten zusammen
        Meine Spaghetti-Vorräte, die ich für Notfälle dieser Art angelegt habe, braucht keiner zu plündern, die teile ich gerne mit hungrigen Menschen. Empfehle aber jeden, sich auch vorzubereiten, denn aufgrund der irren Energiepolitik wird es bestimmt Blackouts geben.

        Der Einsatz des Militärs ist sicher notwendig, um für Ordnung zu sorgen. Aber bestimmt hat man dort auch diesen Notfall schon geübt, sodass man Stützpunkte errichtet und alle Menschen – auch mit Bussen am Land – mit dem Notwendigsten versorgen kann – besonders Spitäler und Apotheken haben ihr Notfallsprogramm.

        Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen, sich darauf vorzubereiten, ein Lebensmitteldepot anzulegen, einen Campingkocher mit Gas – es gibt auch solche kleine Heizungen – ein Portapotti und vor allem über die Wasserversorgung nachzudenken. Im städtischen Bereich wird man bestimmt eine Notfallversorgung haben. Bei der Wiener Stadtregierung bin ich da aber nicht so sicher.

        Da müssen wir durch – so oder so. Es wird wie ein reinigendes Gewitter sein. Am Tag danach geht die Sonne auf und der Regenbogen gehört wieder ausschließlich den Kindern und 9 Monate später gibt es einen Babyboom… :-)

      • Daisy 29. Februar 2024 um 9:58 Uhr

        Hier noch ein Ratgeber, um auch Konerad, dessen erste Gedanken ans Klo sind….brauchz keine Angst haben :-)

        *https://www.bmlv.gv.at/archiv/a2021/blackout/blackout.shtml

      • Sabine Schönfelder 29. Februar 2024 um 10:00 Uhr

        Das Blackout findet nicht wegen „Daisy“ statt, sondern aufgrund vergrünter, irrsinniger Energie- und Wirtschaftspolitik. Wie immer vertauscht der subventionierte Ideologe 👉 Ursache und Wirkung, um Kritiker zu desavouieren. Eine billige Nummer. Überlegen Sie mal ganz genau, falls es nicht zu schwer fällt, wer hier „wirres Gelaber“ produziert. Rudi Carell würde hinzufügen : Am laufenden Band“. 😂👍

      • Daisy 29. Februar 2024 um 10:23 Uhr

        Sabine – exactement – danke :-)
        Der Profi nimmt sich ein Wort heraus, beschimpft dann die ganze Person und sohin hat er einen umfangreichen Beitrag gestört, in dem es um etwas ganz anderes gegangen ist. Daran erkennt man, dass er gar nicht argumentieren kann bzw. will…

      • 1150 29. Februar 2024 um 11:49 Uhr

        @daisy,

        für solche zeitgenossen hat z.b. amazon auch einen bananenöffner für € 10,07 im sortiment……..

      • Mia Wu Ast 29. Februar 2024 um 16:15 Uhr

        konerad – die fehlende Spülung macht mir wenig Sorgen, das ginge mit einem Kübel aus dem Pool auch – die Hebewerke sinds eher…
        Wer sich einen Blakout wünscht, hat nicht verstanden was der wirklich bedeutet. Aber das hab ich schon einmal geschrieben. Mit einem „reinigenden Gewitter“ ist das nicht vergleichbar – eher mit einem Tsunami mit entsprechenden Auswirkungen.
        Ein ungeplanter Stromausfall für 2-3 Tage wär aber evtl. was das bereits Spreu vom Weizen trennen würde.

  15. Jan 29. Februar 2024 um 9:12 Uhr - Antworten

    Ein guter Photograph kann ein Image kreieren und eine Seite in den Vordergrund stellen, nach der sich Menschen sehnen.

    Macht man viele Zufallsschnappschüsse, ist manchmal auch ein Foto mit dieser Wirkung dabei. Solche Fotos werden als besonders erfolgreich in Profilen verwendet – oft über Jahre.

    Sex wird so zum Statussymbol: mit dieser Person mit dem tollen Profil etwas gehabt zu haben, bist du wahnsinnig?

    Auf diese Weise kann sich natürlich nie eine authentische Beziehung ergeben.

  16. George 29. Februar 2024 um 8:59 Uhr - Antworten

    Die Bedeutung der Seele

    Die Mediziner sind für den Körper zuständig, die Theologen für die unsterbliche Seele und Gott, und die Psychologen sollen sich gefälligst um das Seelenleben kümmern. Leider neigen wir zur der fatalen Haltung, einfach draufloszuleben – und wenn etwas nicht funktioniert, gibt es ja für alles einen Fachmann, der sich dann darum kümmern soll.

    Bezüglich deines Körpers denkst du an Vorsorge; du machst Gymnastik und bemühst dich um gesunde Ernährung. Deinen Geist hältst du fit durch Schulungen und Trainingsseminare. Das Religiöse wird erledigt, indem du zu Weihnachten einer Predigt lauschst und als Bildungsreisender berühmte Kathedralen aufsuchst und Kirchenfenster bewunderst. Und was gibst du deiner Seele? Das Seelische erscheint dir anscheinend nicht so wichtig.

    Wenn du dich verliebst, dann ist deine Seele sehr aktiv. Die angenehmen Gefühle, die damit verbunden sind, werden in vollen Zügen genossen. Wenn du enttäuscht wirst und Frustrationen fühlst, dann ist das auch ein Bestandteil deines Seelenlebens, aber den möchtest du schnell loswerden und vergessen. Du stürzt dich in Ablenkungen, um schnell davon wegzukommen; als wäre Seelisches nur dazu da, um auf dem Vergnügungstummelplatz präsent zu sein. Unter den Teppich mit allem Unangenehmen und dann tanzen, genießen, lachen und fröhlich sein! Alles andere: Ängste, Sorgen, Kummer, Aggression, Neid, Destruktivität – schnell weg damit, sich nur nicht damit befassen.

    Das Seelenleben ist aber eine Ganzheit; es kann nicht aufgespaltet werden in gute Bereiche, die wir annehmen, und schlechte Bereiche, die wir ablehnen. Du solltest keine seelischen Teile abspalten. Aber das ist die alltägliche Praxis vieler Menschen: Sie trennen sich vom Seelenleben, sie verdrängen es, fliehen vor ihm. Diese Abwehrmechanismen habe ich oft beschrieben. Und du wunderst dich dann, daß unter dem Teppich und in den scheinbar abgeschlossenen Verliesen deines Inneren ein Gärungsprozeß stattfindet, der dir immer unheimlicher wird und der dich von Tag zu Tag in mehr Schwierigkeiten und Krisen bringt. Du fühlst ein Unbehagen und flüchtest nun umsomehr in Unterhaltung und Vergnügen, um zu vergessen. Aber die Seele vergißt nicht. Sie will nicht abgeschoben werden. Sie hat ein elementares Recht darauf, sich zu beteiligen. Wir meinen, das Gedachte des Geistes (der Ratio), wäre das Bedeutungsvollste überhaupt. Ich sage dir: Psychisches ist viel bedeutungsvoller als Gedachtes!

    Quelle: Peter Lauster

    Danke an die Verfasser der weiterführenden Beiträge; es ist mal wieder Zeit, das Pendel in Richtung Distanz schwingen zu lassen.

  17. 1150 29. Februar 2024 um 8:12 Uhr - Antworten

    in meiner sturm- und drangzeit in den 70/80ern gab es zu hause einen analogen telefon viertelanschluss, man wusste wo in der stadt die telefonzellen standen, war mit ausreichend kleingeld ausgestattet und hatte im schnitt ca. 10 – 15 wechselnde telefonnummern im kopf.
    eigenartigerweise ist keine/r lange alleine oder einsam geblieben.

    n.s.
    wir hatten auch das glück, in einer gegend mit einer starken touristischen sommer- und wintersaison zu leben.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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