Lockdown in Wien und Ostösterreich auf Basis fragwürdiger Daten

Seit einiger Zeit ist das, was 7-Tages-Inzidenz genannt wird, der maßgebliche Wert nach dem Maßnahmen gesetzt werden. Abgesehen von der Frage, ob das wirklich ein sinnvoller Wert ist – was er nicht ist, da die Berechnungsgrundlage völlig beliebig ist – sind die Werte selbst innerhalb dieses unklaren Rahmens noch mehr als fragwürdig.

Es beginnt damit, dass die Zahl der Tests einen massiven Einfluss hat. Ist zum Beispiel durchschnittlich 1 von 1000 tatsächlich infiziert und man testet alle 100.000 einer Population, dann erhalte ich genau 100. Teste ich nur die Hälfte, dann sinkt die Inzidenz gleich mal auf 50. Also würde der Wert nur etwas aussagen, so man immer einen gleichen Prozentsatz testest. Tut man aber nicht, wie die folgenden Kurven zeigen.

Wir sehen, dass die Zahlen der Tests maßlos in die Höhe geschraubt worden sind. Selbst wenn der tatsächliche Anteil an Infizierten stark gesunken ist – was für die Jahreszeit der Normalfall, zu erwarten ist und auch im Vorjahr passiert ist, steigt noch immer die „Inzidenz“. Dieser einfache Zusammenhang scheint aber weder dem Gesundheitsministerium noch dem Gesundheitsdienst der Stadt Wien klar zu sein. Dabei hat das Verwaltungsgericht Wien in seinem Urteil, das gestern für einiges Aufsehen gesorgt hat, explizit auf diesen Zusammenhang hingewiesen:

Besonders hervorzuheben war, dass stark steigende Fallzahlen nicht zuletzt auf stark steigende Tests zurückzuführen sind.“

Falsche Befunde von PCR-Tets

Eine ebenso gravierende Rolle könnten falsche Befunde spielen, wie dieser hier:

Hier sehen wir einen Befund, der bei Zykluswerten von 39 bzw 37 die völlig unsinnige und definitiv falsche Aussage trifft „Patient kann als infiziert gelten.“ Selbst innerhalb des Befundes finden sich widersprechende Passagen. Auch das Urteil hält fest, dass laut WHO und dem Erfinder des PCR-Tests, Cary Mullis, allein auf Grund eines PCR- oder Antigen Tests nicht von Infektion gesprochen werden kann und eine Erkrankung nur durch eine klinische Diagnose eines Arztes festgestellt werden darf. Im Gegenteil – so hohe Ct Werte sind der Beweis, dass keine Infektion vorliegt.

Das Großlabor, das diesen Test durchgeführt hat, kam Anfang März in die Schlagzeilen, da die Wiener Ärztekammer Klage eingereicht hatte, um zu erfahren, auf welcher Rechtsgrundlage die angebotenen Leistungen erbracht werden.

Die Presse berichtete, dass das Labor 208.306 PCR-Tests für Wien ausgewertet (Stand: Dienstag, 2. März 2021) habe. „Das ist fast das Doppelte von allen anderen Laboren zusammen im letzten halben Jahr“, veranschaulichte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) die Dimension gegenüber Die Presse. Auch das Projekt „alles gurgelt“ werde mit dem Unternehmen durchgeführt, ebenso erfolgt dort die Auswertung der PCR-Tests des Wiener Kindergartenpersonals. Das Labor sei ein „wichtiger, wenn nicht zentraler Baustein“, so der Sprecher.

Sehen wir uns kurz die Posivitätsrate bei den Tests an:

Wir sehen, dass sie schon seit einiger Zeit auf Werten wie voriges Jahr im Sommer zu finden ist. Schon allein deshalb ist es richtig und gerechtfertigt alle Maßnahmen komplett aufzuheben wie das immer mehr Bundesstaaten in den USA tun.

Die so genannten „Inzidenzen“, die die AGES insbesondere für Wien berichtet, sind mit nahezu absoluter Sicherheit völlig falsch und total überhöht. Bei einem derart geringen Anteil an Infektionen ist ein sehr hoher Anteil von Tests – jenseits von 90% – falsch-positiv und dazu kommt noch ein wahrscheinlich ebenso beträchtlicher Anteil von einfach falsch ausgewerteten Tests wie im Beispiel oben zu sehen.

Unter dem Strich: Der eben verhängte Lockdown samt Schließungen von Geschäften und Schulen sowie die in Wien ausgeweitete Maskenpflicht im Freien, die absolut gesundheitsschädlich ist, haben keinerlei Grundlage mehr in der vorhandenen Evidenz und den Daten.

Die verhängten Maßnahmen für Wien und Ostösterreich sind damit rechts- und verfassungswidrig.

Update: Die Zahlen der Hospitaliserungen und Belegung von Intensivstationen werden in Prozent angegeben, laut Dashoard:
Die Auslastung bezieht sich auf Betten, die am Berichtstag für die Behandlung von COVID-19 PatientInnen maximal vorgesehen sind (100%). Hierbei werden Intensivbetten inkludiert, die aus Sicht des Berichtstages binnen 7 Tagen zu Verfügung stehen könnten. Für Wien liegt aufgrund einer unterschiedlichen Dateneinmeldung diese Information nicht vor.“

Die absoluten Zahlen in den Kurven gingen wie in fast allen Ländern mit der Zunahme der Impfungen wieder in die Höhe.  Mehr dazu hier.


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13 Kommentare zu „Lockdown in Wien und Ostösterreich auf Basis fragwürdiger Daten

  1. Sollte man dann nicht z.B. auch die Anzahl der Patienten auf den Intensivstationen betrachten? Die sind unabhängig davon wieviel getestet wird. Und in Wien sind diese Zahlen bereits 30% höher als im November. Wäre das nicht ein Indinz, dass die Lage doch kritisch ist?

    1. Update: Die Zahlen der Hospitaliserungen und Belegung von Intensivstationen werden in Prozent angegeben, laut Dashoard:
      „Die Auslastung bezieht sich auf Betten, die am Berichtstag für die Behandlung von COVID-19 PatientInnen maximal vorgesehen sind (100%). Hierbei werden Intensivbetten inkludiert, die aus Sicht des Berichtstages binnen 7 Tagen zu Verfügung stehen könnten. Für Wien liegt aufgrund einer unterschiedlichen Dateneinmeldung diese Information nicht vor.“
      Die absoluten Zahlen in den Kurven gingen wie in fast allen Ländern mit der Zunahme der Impfungen wieder in die Höhe.  Mehr dazu hier.

      Dia absoluten Zahlen in den Kurven gingen wie in fast allen Ländern mit der Zunahme der Impfungen wieder in die Höhe.  Mehr dazu hier.

    2. ORF: Auslastung der Intensivbetten für Covid-19-Patienten in Österreich insgesamt – diese sinkt jedenfalls schon wieder:
      29.3.21 52,5% = 537 Patienten
      31.3.21 50,6% = 531 Patienten

      Im Vergleich dazu 3.4.2020 26,1% = 245 Patienten

      Die Frage stellt sich, warum es heute mehr als doppelt soviele Corona-Intensivpatienten gibt als im April 2020.

      https://orf.at/corona/daten/oesterreich

    3. „Die Frage stellt sich, warum es heute mehr als doppelt soviele Corona-Intensivpatienten gibt als im April 2020.“

      Vielleicht weil manche Krankenhaus-Belegungsplaner etwas länger gebraucht haben um zu verstehen, dass man mit „Corona-Intensivpatienten“, also positiv getesteten Intensivpatienten die aus welchen Gründen auch immer auf der Intensiv liegen, mehr Geld verdienen kann?

      Könnte zumindest mit eine Rolle spielen …

      Also eines sollten wir hier doch inzwischen verstanden haben: die „Fallzahlen“ sind ein völlig beliebig steuerbares, politisches Konstrukt, und können nach belieben hoch und runter geregelt werden, abhängig von Test-Art, Anzahl und Test-Population. Was soll man also daraus für Schlüsse ziehen, was für sinnvolle Überlegungen anknüpfen können?

    4. Sollte eine Politik, die angeblich seit einem Jahr eine grassieren sieht Seuche, nicht die Intensivstationen ausbauen, die Pflegekräfte entlasten durch zusätzliches Personal (viele Dinge können auch durch ungelernte Kräfte übernommen werden, zB Brötchen für die Pfleger holen, Kaffee kochen, Listen führen, Handreichungen machen, einfach unterstützen, …).
      Wo sehen Sie so etwas? Ich sehe da NICHTS!
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      GAR NICHTS!

  2. Das im „Presse“-Link erwähnte Labor namens „lifebrain“ ist auch das Labor der Firma „Lead Horizon“, die über die REWE-Group die Selbst-Tests „Alles gurgelt“ verbreitet:
    „Wie komme ich zu einem medizinischen Befund?
    Unser Partnerlabor Lifebrain stellt Befunde über deren Befundportal zu“
    https://www.lead-horizon.com/alles-gurgelt

    Zunächst einmal ist lifebrain von der Haselsteiner-Stiftung gegründet worden.
    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130605_OTS0028/haselsteiner-familien-privatstiftung-investiert-in-labor-holding-lifebrain
    und der Vorstandsvorsitzende unterhält als Geschäftsführer ein erstaunliches Portfolio an GmbHs (firmenabc).
    Es steht zu vermuten, dass sich hier einige Verschachtelungen ergeben – und es wäre interessant, zu erfahren, wohin die Spuren gehen …

  3. wie lange treibt man dieses Spiel noch mit der Bevölkerung?
    Nachdem nun lt. Gericht klar sein sollte dass PCR und Antigen keine Grundlagen für diese Zahlen sind dürfte man wohl auch nicht diese ganzen LDs etc. darauf ausrichten.
    Ist es jetzt den verantwortlichen regelrecht wurst was man sagt und geht man immer noch darüber hinweg so wie bei den VfGH Erkenntnissen?
    Dann wird es Zeit dass endlich die Executive diese Dinge in die Scvhranken weisst.
    So kann und darf es nicht mehr weiter gehen.

  4. Es reicht!

    Der Wahn ist genug. Wann hört das denn auf?

    Nicht nur dass durch diese Testerei Leute unverdient reich gemacht werden – es wird auch massiver gesellschaftlicher, humaner, individueller Schaden angerichtet.

    Es ist nur noch krank.

    1. „DiePresse“ vom 1.4. (Der Lockdown ist [voerst] abgesagt)
      Zitat: Doskozil formulierte es gegenüber dem ORF Burgenland so: Man habe auf der einen Seite einen Bundeskanzler, der im persönlichen Gespräch sage, er glaube gar nicht, dass ein Lockdown wirke, aber wenn es die Bundesländer so wollten, dann stehe er dahinter.

      … also politisch verordnet? Wundert das noch irgendjemanden?

  5. Will man aus einer Stichprobe auf einer Gesamtmenge schliessen, müssen thie Tests statistisch verteilt sein. Da hier Menschen mit Symptomen vermehrt getestet werden, würden Ihre Werte, wenn sie dann hochgerechnet werden zu hohe Zahlen ergeben. Also zählt man, besser als nichts. Und die Korrelation mit der Spitalsbett Belegung ist bewiesen.

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