Drei Staaten mit und drei ohne Lockdown im Vergleich

Viele aber nicht alle Regierungen suchen Zuflucht in Maßnahmen, wie sie China im Februar in Wuhan und der zugehörigen Provinz Hubei vorgezeigt hat, mit Lockdown und strenger Kontrolle was die Menschen tun dürfen. Der chinesischen Regierung war aber klar, dass Lockdowns nichts helfen und hat sie deshalb im Rest des Landes, also bei 96% der 1,4 Milliarden Menschen, nicht vollzogen. Und das obwohl man knapp vor der Feriensaison zum chinesischen Neujahr noch viele Menschen aus Hubei in die anderen Provinzen ausreisen ließ, bevor der Lockdown verfügt wurde.

Die Todesfälle konzentrierten sich auf Wuhan/Hubei, der Rest des Riesenreiches blieb weitgehend unbetroffen. China hat derzeit bei 1,4 Mrd Einwohner gerade 424 active cases. Die letzte größere Zahl von Todesfällen wurde mit 1290 Fällen am 19. April gemeldet, danach nur mehr zwei. Also, dort wo es in China einen Lockdown gab, kam es zu vielen Todesfällen, bei den 96% der Bevölkerung ohne zu so gut wie keinen.

Die Länder mit Lockdown

Aber das was in China geschehen ist, ist eben nicht eindeutig. Daher vergleichen wir einige andere Länder. In Österreich, Deutschland und der Schweiz verliefen die Maßnahmen ziemlich ähnlich. Dem Lockdown ab etwa Mitte März folgten dann im April und Mai Lockerungen, denen den Sommer über relativ freundliche Entwicklungen nachkamen. Aber schon im September zeigten sich wieder erste Anstiege in den Fallzahlen und seit Anfang Oktober begannen auch die Zahlen der Todesfälle wieder zuzunehmen – in Deutschland etwas früher, in Österreich und der Schweiz etwas später.

Dazu passend wurden die nicht-pharmazeutischen Interventionen wieder verschärft. In Deutschland in einer geradezu skurrilen Art und Weise, mit Maskenpflicht im Freien inklusive Verbot sie beim Bratwurst essen und beim Zigarette rauchen absetzen zu dürfen. Wer sie doch abnimmt, soll nach dem Willen von einzelnen Politikern in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Nächtliche Ausgangssperren, Abschaffung von Kultur und Schließung von Grenzen, Hotels und Gastronomie sollten Infektionen verhindern. Die lassen sich davon nur wenig beeindrucken und steigen wie jedes Jahr trotzdem an. Über eine Verschärfung der Maßnahmen wird schon nachgedacht. Lockdowns folgen auf Lockdowns, das Infektionsgeschehen wird kaum beeinflusst, allenfalls verzögert und über einen längeren Zeitraum ausgedehnt.

In Österreich lag die Sterblichkeit insgesamt bis Woche 41 um 2,9% höher als in den Jahren 2015 bis 2019 wozu die mit Corona in Verbindung gebrachten Todesfälle nur 45 Prozent betrugen. Kollateralschäden waren offenbar bereits größer als die durch Corona verursachte vorzeitige Sterblichkeit. In der Schweiz ist bis Mitte Oktober dagegen ein leichte Untersterblichkeit zu beobachten.

Die Länder ohne Lockdown

Das Beispiel Schweden ist wohlbekannt. Abgesehen vom Verbot von größeren Veranstaltungen waren alle Maßnahmen nur Empfehlungen, Schulen, Geschäfte und Restaurants blieben immer offen, Masken wurden nie verwendet. Das Infektionsgeschehen ging etwas langsamer zurück als in den drei Ländern mit Lockdown. Im Herbst gab und gibt es auch mehr Infektionen, aber alle Kurven verlaufen sehr flach, von einem Anstieg von Todesfällen ist zumindest bisher noch nichts bemerkbar. Im September war die Sterblichkeit sogar die geringste bisher überhaupt.

Japan hat eine ähnliche Politik verfolgt wie Schweden. Die Sterblichkeit ist wie in vielen anderen Ländern Südostasiens mit 14 /Million sehr gering, nur etwa ein Zehntel der von Deutschland und einem noch geringerem Anteil gegenüber Österreich und der Schweiz. Die Zahl der PCR Tests insgesamt entspricht etwa dem was Deutschland in 10 Tagen macht, trotz einer mit 127 Millionen umfassenden Bevölkerung, bei der noch dazu 29% über 65 Jahre alt ist.

Japan hat im Sommer Mitte Juli bis etwa Ende August eine kurze zweite Welle erlebt. Nach einer Studie in Tokio sollen dabei fast 50 Prozent der Bevölkerung betroffen gewesen sein.

Belarus hat die am wenigsten strengen Maßnahmen in Europa verfügt. Zu Beginn wurde ihnen daher das große Desaster in den westlichen Medien vorhergesagt. Als dies nicht eintraf starb auch die Berichterstattung über das Land aus. Mit 107 Todesfällen liegt das Land deutlich unter dem Schnitt in den Lockdown Ländern. Der Verlauf ist relativ gleichmäßig, es gab keine ausgeprägten Höhepunkte auch nicht im Gefolge der Massendemonstrationen, die auf das Infektionsgeschehen keinen sichtbaren Einfluss haben.

Die gemeldeten Zahlen werden meist angezweifelt. Allerdings macht sie die Bevölkerungsstruktur plausibel, liegt doch die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 66 und für Frauen bei 78 Jahren. Damit fehlen zu einem guten Teil die Altersgruppen, die in anderen Ländern für den Großteil der Todesfälle verantwortlich zeichnen. Die Gesamtsterblichkeit liegt im Bereich von Jahren mit moderaten Grippewellen.

Der Vergleich

Strikte Maßnahmen konnten weder die Fallzahlen deutlich reduzieren noch eine zweite Welle verhindern. Die gesundheitlichen, sozialen und ökonomische Schäden sind jedoch unvergleichlich größer und wachsen stärker je mehr und je länger einschnürende Maßnahmen ergriffen werden. Umfragen in der Schweiz und in Österreich zeigen, dass die Akzeptanz der Bevölkerung für die Maßnahmen immer geringer wird.

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