Am Mittwoch hat das UNO-Umweltprogramm (UNEP) seinen jährlichen „Emissions Gap Report“ präsentiert, und die Botschaft war wie immer: Es ist schlimmer als je zuvor. Die Welt steuere auf 2,8 Grad Erwärmung bis zum Jahr 2100 zu – eine „gefährliche“ Entwicklung, die tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände wahrscheinlicher mache, schlagzeilte der ORF.
UNO-Generalsekretär António Guterres sprach davon, dass die Menschheit „am Limit vorbeirast“, UNEP-Direktorin Inger Andersen forderte, alle Register zu ziehen, und Greenpeace sprach von einem „verheerenden Versagen der weltweiten Klimapolitik“. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt ein bemerkenswertes Detail: Die Horrorzahl 2,8 Grad basiert auf einem Szenario, das die Klimamodellierer selbst inzwischen als „unplausibel“ verworfen haben.
Der tote Elefant im Raum: RCP8.5
Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Zahl 2,8 Grad das Schreckgespenst der Klimapolitik. Sie stammt aus dem Szenario RCP8.5 beziehungsweise dessen Nachfolger SSP5-8.5 – dem berüchtigten „Weiter-wie-bisher“-Worst-Case, das eine Welt mit 12 Milliarden Menschen und einer Verzehnfachung des Kohleverbrauchs bis 2100 annimmt kritisert Vijay Jayaraj von der CO₂ Coalition in Climate Depot.
Doch dieses Szenario hat ein Problem: Es ist nicht mehr zeitgemäß. Schon seit Jahren weisen Klimaforscher wie Zeke Hausfather (Berkeley Earth), Glen Peters (CICERO) und Piers Forster (University of Leeds) darauf hin, dass RCP8.5 „nie ein wahrscheinliches Ergebnis war – selbst in einer Welt, die den Klimawandel nicht adressiert“, sondern lediglich ein extremes Worst-Case-Szenario darstellte.
Im April dieses Jahres war es dann offiziell: Die Modellierer, die die Szenarien für die nächste Generation von Klimasimulationen entwerfen, gaben in einer Veröffentlichung in Geoscientific Model Development zu, dass die Emissionspfade von SSP5-8.5 „unplausibel“ geworden seien. Die „Erneuerbaren“ seien zu billig geworden, die Klimapolitik zu weit fortgeschritten, die Emissionstrends zu deutlich rückläufig. Das neue Hochszenario zeigt entsprechend etwa 0,9 Grad Celsius weniger Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts.

Zwangsfinanzierter ORF 21.10.2026 – Screenshot von 22:35 Uhr
Im August hat sogar die US-Regierung vorgeschlagen, die Fünfte Nationale Klimabewertung dahingehend zu ändern, dass Ergebnisse, die auf den alten Projektionen basieren, nicht mehr als „erwartet“ oder „business-as-usual“ bezeichnet werden dürfen.
Und doch taucht genau dieses tote Szenario im UNEP-Bericht 2026 als zentrale Zahl auf.
Der wacklige Maßstab: 1850–1900
Doch damit nicht genug. Jede Schlagzeile über die Überschreitung der 1,5-Grad-Schwelle misst vom Mittelwert der Jahre 1850 bis 1900 – also vom Ende der Kleinen Eiszeit, jener Phase, in der in Europa die Ernten ausfielen und Menschen hungerten.
Wer den Boden einer Kälteperiode als Nullpunkt wählt, dem erscheint jede Erholung als Fieber. Das ist wie die Messung eines Marathonläufers im Ruhepuls unmittelbar nach 42 Kilometern – und dann die Behauptung, sein Zustand sei kritisch.
Die Erwärmung seit der Kleinen Eiszeit ist real, unstrittig – aber sie ist zu großen Teilen eine Erholung von einer natürlichen Kälteanomalie, nicht eine beispiellose Katastrophe.
Was die Panikmacher verschweigen
Die Klimageschichte ist voll von Wärmeperioden, die lange vor der Industrialisierung existierten – und die in der offiziellen Erzählung schlicht nicht vorkommen:
- Eine Rekonstruktion in Science von 2013 fand heraus, dass die pazifischen Zwischenwässer während des Holozänen Wärmeoptimums vor 8.000 Jahren um 2,1 Grad wärmer waren als heute und während der Mittelalterlichen Warmzeit vor 1.000 Jahren noch um etwa 0,65 Grad (Science).
- Jahrringdaten aus Finnisch-Lappland zeigen, dass frühere Schätzungen der mittelalterlichen Wärme zu niedrig lagen (Science Daily).
- Der zurückweichende Mendenhall-Gletscher in Alaska hat aufrecht stehende Fichten- und Hemlock-Stümpfe freigelegt, die mehr als 1.000 Jahre alt sind – ein Wald, der dort wuchs, wo später das Eis vorrückte (Live Science).
- Am Schnidejoch-Pass in den Schweizer Alpen, auf über 8.000 Fuß Höhe, hat das schmelzende Eis mehr als 300 Artefakte von neolithischen, bronzezeitlichen, römischen und mittelalterlichen Reisenden freigegeben – Menschen, die die Route überquerten, als sie eisfrei war (Swissinfo).
Mit anderen Worten: Es war schon oft wärmer als heute – ohne dass jemand dafür Kohle verbrannt hätte.
Und die andere Seite: CO₂ als Dünger
Völlig ausgeblendet wird in der UNO-Erzählung auch, dass erhöhtes atmosphärisches CO₂ einen Düngeeffekt hat. Eine von der NASA geleitete Studie fand heraus, dass zwischen einem Viertel und der Hälfte der weltweiten Vegetationsflächen in 35 Jahren signifikant grüner geworden sind – und dass die CO₂-Düngung für 70 Prozent dieses Zuwachses verantwortlich ist (NASA).
Im Jahr nach der angeblich überschrittenen 1,5-Grad-Marke verzeichneten die Bauern der Welt laut FAO-Daten einen Rekord-Getreideernte (FAO). Das passt nicht in die Erzählung vom bevorstehenden Hungertod – und wird deshalb verschwiegen.
75 Jahre Vorhersage: Anmaßung oder Wissenschaft?
Der Kern des Problems ist ein methodischer: Man soll uns glauben lassen, wir könnten mit Präzision wissen, wie warm es im Jahr 2100 wird. Doch das „Wissen“ darüber stammt aus Computermodellen, deren eigene Autoren zugeben, dass ihre bisherigen Worst-Case-Annahmen unrealistisch waren.
Wäre die Vorhersagegenauigkeit der Klimamodellierer mit derjenigen von Wettervorhersagen vergleichbar, dann hätten wir es mit einer Vier-Wochen-Prognose zu tun, die sich ständig ändert – und am Ende nie eintritt. Aber anders als beim Wetter geht es hier nicht um ein paar Regenschauer, sondern um gigantische politische und wirtschaftliche Lenkungssysteme: CO₂-Steuern, massive Investitionen in Solar- und Windkraft, Verbote und Vorschriften, was alles der Klimaindustrie und ihren Eigentümern satte Profite beschert und die Umverteilung von Arm zu Reich befeuert.
Kein Wunder, dass Rockefeller und Kissinger gemeinsam den „Weltklimarat“ IPCC initiert haben und die Rockefeller Foundation insgesamt 990 „Klimawandel“-Institutionen, Stiftungen und Aktivistengruppen gegründet und finanziert hat – inklusive der „Grünen“.
Der US-Klimaforscher Bob Watson, emeritierter Professor der University of East Anglia und früherer IPCC-Vorsitzender, sagte gegenüber dem New Scientist bemerkenswert offen:
„Wir wissen nicht, ob ein Overshoot funktioniert. Wir wissen nicht, ob diese Technologien real sind – und wenn die Leute annehmen, dass wir 1,5 oder 2 Grad erreichen können, und diese Annahme auf Overshoot basiert, dann leben sie im Kuckucksland“ (New Scientist).
Fazit: Ein Drama ohne Grundlage
Der UNEP-Bericht ist ein Musterbeispiel für die Methode der institutionellen Klimapolitik: Man nimmt ein Szenario, das die eigenen Modellierer für tot erklärt haben, stellt es in den Raum, schürt Angst, fordert „drastische Einschnitte“.
Die Welt soll sich 75 Jahre in die Zukunft projiziert sehen – auf Basis eines Szenarios, das nicht einmal die Gegenwart überlebt hat. Das ist keine Wissenschaft, das ist Orakel-Nacht mit UNO-Logo. Und es ist ein Drama, das die ärmeren Länder dieser Welt am teuersten bezahlen: Denn keine Regierung wird aufgefordert, ihren Bürgern günstige, zuverlässige Energie zu verschaffen – sondern genau das Gegenteil.
Wie Vijay Jayaraj von der CO₂ Coalition es formuliert:
„Die UNO hat einen Notstand fabriziert – mit einem Szenario, das ihre eigenen Modellierer als implausibel bezeichnen, mit einer Basislinie, die geschätzt statt beobachtet ist, und unter Auslöschung warmer Zeitalter, die antike Bauern, Händler und Reisende erlebt haben. Das ist keine Wissenschaft, sondern Inszenierung für Macht und Selbstbereicherung – die den Rest der Welt ärmer gemacht hat“ (Climate Depot).
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