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Politik

Die nächste Runde: Amerika und Israel planen den Angriff auf Iran – nach der Wahl

6 Kommentare 22. Oktober 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die New York Times berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass die Vereinigten Staaten und Israel konkrete Pläne für einen erneuten Angriff auf Iran vorbereiten – und zwar für die Zeit nach den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November.

Israelische Pläne für einen mehrtägigen Großangriff auf den Iran Anfang Oktober wurden nach Angaben der Financial Times auf Drängen von US-Präsident Donald Trump gestoppt. Die Offensive, die für das Wochenende des 10. Oktober vorgesehen war, hätte Atomanlagen, Ziele der Staatsführung und zivile Infrastruktur wie Kraftwerke getroffen – intensiver als die gemeinsamen US-israelischen Angriffe vom 28. Februar 2026. Drei mit den Vorbereitungen vertraute Personen berichteten der FT, dass die israelische Armee bereits auf den Einsatz eingestellt war.

Trump wollte vor den US-Zwischenwahlen am 3. November keine neue Eskalation riskieren. Auf Truth Social hatte er am 8. Oktober erklärt, es liefen „konstruktive Gespräche“ mit Teheran und die USA würden den Iran vor dem 3. November nicht angreifen. Netanjahu, der selbst am 27. Oktober vor einer schwierigen Knesset-Wahl steht, hatte zuvor auf neue Schläge gedrängt. Am 14. Oktober sagte er gegenüber dem Armeerundfunk, ein Angriff sei „für uns nicht günstig“.

Die Jerusalem Post widerspricht der Darstellung: Die IDF habe keinen konkreten Angriff für den 10. Oktober geplant. Ein Leck könne wahlkampfbedingt sein – Netanjahu wolle sich als hart präsentieren, während Trump die Bremse zog.

Aktuelle Bewegungen und Warnungen

In den Tagen danach flogen laut Berichten Dutzende israelische Kampfjets und Tankflugzeuge in offensiver Formation durch syrischen und irakischen Luftraum bis nahe an die iranische Grenze und kehrten um. Israel bezeichnete es als „Power-Projection“-Übung vor den Wahlen. US-Quellen vermuteten, man habe eine iranische Reaktion provozieren wollen, um einen eigenen Schlag zu rechtfertigen. Mario Nawfal berichtete auf X von Jets, die erneut nahe an den Iran heranflogen, von Evakuierungen in US-Botschaften und Truppenverlegungen aus Golfstaaten – Signale, die an den Kriegsbeginn im Februar/März erinnern. Ausführlich berichtet draüber Mario Nawfal auf X. Und hier eine Zusammenfassung zu den Jet-Flügen.

Der Iran ist auf höchste Alarmstufe. Sprecher der Revolutionsgarden kündigten eine „offensive und asymmetrische“ Doktrin an: Angriffe auf Unterseekabel, Tanker, Rechenzentren und Ziele weit über die Region hinaus. „Die Welt wird staunen“, hieß es bereits Ende September. Teheran betrachtet Angriffe auf den Libanon als Teil des Konflikts und droht mit stärkerer Antwort.

Was die New York Times berichtet

Die Zeitung zitiert US-Beamte und informierte Kreise, wonach die Streitkräfte beider Länder „eine kurze, hochintensive Militäroperation“ vorbereiten. Die Übungen wurden intensiviert: Kampfflugzeuge fliegen über den Irak, um Angriffsmanöver zu simulieren. Der israelische Generalstabschef und der US-Verteidigungsminister haben die Pläne persönlich besprochen Der Kriegsminister Hegseth hatte offenbar deshalb einen kurzfristigen Besuch in Israel gemacht.

Die Ziele: Energieinfrastruktur, Nuklearanlagen – darunter die unterirdische Anlage im „Pickaxe Mountain“ – sowie Raketen- und Drohnenarsenal.

Die Logik dahinter: Iran soll wirtschaftlich kollabieren, um diplomatische Zugeständnisse zu erzwingen. Ein US-Beamter wird mit den Worten zitiert, eine weitere massive Angriffswelle könne „die iranische Wirtschaft zum Zusammenbruch bringen“ und Teheran „zu Zugeständnissen in den Verhandlungen zwingen“.

Das Problem: Dieser Plan wurde bereits einmal versucht. Der Krieg begann am 28. Februar 2026. Zwischen Februar und April flogen die USA und Israel eine massive Angriffskampagne. Das Ergebnis war nicht der Kollaps Irans, sondern steigende globale Energiepreise, wachsende Inflation, eine Eskalation im gesamten Nahen Osten und eine ernsthafte Erschöpfung der US-Raketenabwehrbestände. Die New York Times selbst stellt die Frage, ob ein erneuter Angriff „wirkungsvoller sein kann als die heftigen Bombardierungen zu Beginn des Krieges“ – und beantwortet sie nicht.

Was der Iran droht

Die iranische Führung hat klargemacht, dass sie bei einem erneuten Angriff ihre Vergeltung ausweiten wird. Bisher beschränkten sich die Drohungen auf Schiffe in der Straße von Hormus und Energieanlagen in der Region. Nun droht Teheran, auch Datenzentren und Unterseekabel anzugreifen. Das wäre ein Angriff auf die digitale Infrastruktur des Westens – auf jene Kabel, die den globalen Datenverkehr tragen, und auf jene Rechenzentren, die die Cloud am Laufen halten.

Es ist eine Drohung, die ernst genommen werden muss. Denn sie trifft genau jene Infrastruktur, die in den letzten Jahren als „kritisch“ eingestuft wurde – und die, wie wir bei den Angriffen auf die Nord-Stream-Pipelines gesehen haben, durchaus verwundbar ist.

Die europäische Reaktion: Lippenbekenntnisse

Und Europa? Die EU-Außenminister gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie „ihre Besorgnis über die Entwicklungen im Iran“ zum Ausdruck brachten und alle Parteien zur „maximalen Zurückhaltung“ aufriefen. Frankreich, Deutschland und Großbritannien stellten klar, dass sie nicht an den Angriffen beteiligt waren. Norwegen bezweifelte die Legitimität des israelischen „Präventivschlags“ – der eine „unmittelbar bevorstehende Bedrohung“ erfordere. Spaniens Premierminister Sánchez verurteilte die „einseitige Militäraktion“ der USA und Israels als Eskalation, die zu einer „unsichereren und feindlicheren internationalen Ordnung“.

Keine Taten. Keine Sanktionen gegen Israel. Keine Konsequenzen für die USA. Keine Unterbrechung der Waffenlieferungen. Europa schaut zu – und ruft zur Zurückhaltung auf, während die nächste Runde vorbereitet wird.

Italiens Verteidigungsminister Crosetto ging einen Schritt weiter und nannte die Angriffe schlicht „illegal nach internationalem Recht“. Sie hätten „einen ganzen Krieg begonnen, ohne irgendjemanden zu informieren, nicht einmal die Verbündeten“. Das ist eine bemerkenswerte Aussage aus einem NATO-Land. Aber sie änderte nichts.

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6 Kommentare

  1. Varus
    Antworten

    Die Saudis sind mit USrael verbündet? Ob es die Saud-Sippe noch lange geben wird? Juri Podoljaka gestern auf Telegram: „… Spät gestern Abend kamen Berichte, dass Huthi-Truppen an der Nordfront eine Offensive tief in das Gebiet des Königreichs Saudi-Arabien gestartet hätten. Gleichzeitig vertrieben sie zunächst die sogenannten pro-saudischen Stellvertreter, die einen schmalen Streifen im Norden jemenitischen Territoriums hielten. Dann durchbrachen sie die Verteidigung der saudischen Truppen in Richtung der Stadt Najran (etwa 300.000 Einwohner).

    Und da die Stadt selbst buchstäblich 10 km von der Grenze entfernt liegt, ist es wahrscheinlich, dass die Saudis sie schnell verlieren werden. Vor allem, weil hier die mit den Huthis verwandte Bevölkerung lebt …“ – Ob die Saud-Sippe politisch solche Niederlagen überleben kann? Vor einigen Jahren konnten sie noch einen Aufstand niederschlagen, doch jetzt wackelt die Monarchie.

  2. local.man
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    Die organisierte Kriminalität der Besitzenden hinter der Fassade wird weitergehen, da mache ich mir keine Illusionen.. Es laufen Agenden hin zu einer anderen Zeit für Folgegenerationen, die diese neue/alte Ordnung der Besitzenden dann als Normalität akzeptieren werden.
    Wir sind mit dem alten System der Machtsekte aufgewachsen und die verbliebenen Ratten auf den schwimmenden Wrackteilen dieser alten Ordnung und hoffen auf Gottes Eingriff der nicht kommen wird..

  3. cwsuisse
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    Amerikanische Analysten berichten, dass in Washington und Tel Aviv über einen Atomschlag gegen den Iran nachgedacht wird. Die Iraner müssen also ihre Doktrin dahingehend anpassen, dass die nächsten Bomben einen nuklearen Sprengsatz tragen könnten. Damit ist die Eskalation bereits in der Endstufe angekommen und die Iraner sind, unter der Annahme sie hätten immer noch keine Atomwaffen, gezwungen, unmittelbar konventionell „in die Vollen zu gehen“. Happy cadaver!

    1. Glass Steagall Act
      Antworten

      Sie wollten die A-Bombe schon lange zünden, aber ein verantwortlicher amerikanischer General soll das bisher verhindert haben.

  4. Jurgen
    Antworten

    Die Rockefellers lassen grüßen… Öl soll nur in US Dollar gehandelt werden oder es wird abgestellt und eingesackt…

    Schade nur, dass der europäische Versuch sich unabhängig von Öl und Gas zu machen so kläglich umgesetzt und gescheitert wird, weil alle involvierten Unternehmen in alliierter Hand sind…

  5. Glass Steagall Act
    Antworten

    Die Deppen-Politiker im Westen scheinen ihre Kriege zu lieben. Europa liebt seinen Krieg in der Ukraine und bereitet schon den nächsten gegen Russland vor. Die USA und Israel lieben ihre Kriege im Nahen Osten. Alle drei Parteien haben aus den letzten Jahren und vor allem aus den letzten Monaten nichts gelernt! Immer mit dem Kopf durch die Wand, egal was es kostet, egal welche Verluste es bringt, egal welche Folgen daraus entstehen! Die Kriegstaktik richtet sich nach Wahlterminen, die Strategie richtet sich nach rein egoistischen Zielen. Und das Motto heißt überall provozieren, draufhauen, lügen und zerstören! Und sie nennen sich die Führer der freien demokratischen westlichen Welt. Tatsächlich sind es lächerliche Gestalten mit psychopathischen Eigenschaften, die „wir“ als Volksvertreter gewählt haben! Das einzige was sie können ist, das Geld der Bürger zu verschwenden und System gegen die Wand zu fahren!

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