Winter-Lockdown in Bergen: Keine Daten, aber One Health (Teil 2)

15. Februar 2026von 16 Minuten Lesezeit

Wie kürzlich berichtet (Teil 1 finden Sie hier) hat die Stadtverwaltung von Bergen eine Rückkehr ins „Home Office“ letzte Woche „empfohlen“. Die als Begründung angeführten Probleme mit der Luftverschmutzung sind dabei nicht durch Belegen gestützt, aber das macht ja nichts: Politiker™ werden Sie manipulieren, bis Sie gehorchen, egal was die Daten oder Ihre eigenen, selbstverständlich trügerischen Augen Ihnen sagen.

Heute gehen wir der Sache etwas genauer auf den Grund, um herauszufinden, woher diese recht plötzlichen Veränderungen kommen: Teilweise wissen wir, dass Bergens Topografie dafür verantwortlich ist (die Stadt ist von sieben Bergen umgeben), was eine besondere Situation schafft, in der sich die Luft unter bestimmten Bedingungen (wenig Niederschlag, kein Wind) kaum bewegt.

Das ist bekannt, seit Jahrzehnten, und dieser Teil wird auch korrekt berichtet (man mag es kaum glauben): Meteorologen nennen dieses Wetterphänomen „Inversionswetterlage„, der sprichwörtliche Volksmund bezeichnet dies als „Hochnebel“. Es ist völlig normal (im Hinblick auf die Funktionsweise der Atmosphäre), und Bergen ist nicht die einzige Stadt, die jemals davon betroffen war.

Die Leit- und Qualitätsmedien werden denn auch berichten, dass „keine Vorschriften“ erlassen wurden, was formal korrekt ist, aber die Formulierung – eine „Empfehlung“ (orig. anbefaling), der „jeder folgen soll“ – ist jedoch zumindest fragwürdig.

Wie dem auch sei, mich hat unter anderem die Frage beschäftigt, woher diese Probleme mit der Luftqualität kommen, wenn doch etwa 50 % der Fahrzeuge in Bergen Elektrofahrzeuge sind. Ich weiß, das ist eine Fangfrage, denn Elektroautos sind im Durchschnitt schwerer als herkömmliche Autos und haben ein höheres Drehmoment. Daher überrascht es mich überhaupt nicht, dass Feinstaubemissionen unter diesen Bedingungen problematisch sind. Aber lesen Sie doch weiter.

Alle nicht-deutschen Inhalte stammen aus meiner Übersetzung und wurden mit Hervorhebungen und [Sarkasmus] versehen.

1. Akt: Informationen zur Luftqualität

Als Erstes habe ich den Link „Gesundheitshinweise der Gemeinde beachten“ in der ursprünglichen Pressemitteilung vom 5./6. Februar 2026 aufgerufen (dieser ist auch im oben verlinkten Artikel übersetzt).

Dadurch gelangte ich auf eine andere Website der Gemeinde, auf der Folgendes stand:

Verschmutzte Luft kann unsere Gesundheit beeinträchtigen. Der Verschmutzungsgrad wird in Schadstoffklassen eingeteilt. Gesundheitshinweise sind mit den verschiedenen Schadstoffklassen verknüpft.

Viele Menschen leiden aufgrund schlechter Luftqualität unter gesundheitlichen Problemen.

Luftverschmutzung

Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon sind die Hauptbestandteile der Luftverschmutzung, die am meisten zu Krankheiten und Todesfällen beitragen.

Autoverkehr und Holzverbrennung sind wichtige Quellen für Feinstaub und Stickstoffdioxid, während Ozon größtenteils über weite Strecken vom Kontinent transportiert wird [diese lästigen „anderen“, die Ozon einschleppen]. Lokale Ozonemissionen tragen nur wenig dazu bei. Mehrere dieser Komponenten rufen die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen hervor und wirken wahrscheinlich zusammen [also, tun sie das oder nicht? Was ist es?]

[Bildunterschrift] Das Bild weist die farbcodierte Schwere der Luftverschmutzung aus: Grün = gute Luftqualität; Gelb = mäßige Luftqualität; Rot = schlechte Luftqualität; Lila = sehr schlechte Luftqualität.

Gesundheitshinweise

Es gibt nationale Gesundheitshinweise zu den verschiedenen Verschmutzungsklassen, die sich an die Allgemeinbevölkerung und an Risikogruppen richten: ältere Menschen, Schwangere, Kinder, Menschen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetiker. Die nationalen Hinweise beschreiben die gesundheitlichen Auswirkungen der verschiedenen Verschmutzungsklassen und geben Empfehlungen zum richtigen Verhalten. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der norwegischen Umweltbehörde [orig. Miljødirektoratet]. [Dort finden Sie auch weitere Informationen zu den oben genannten Luftqualitätskategorien.]

Körperliche Aktivität bei Luftverschmutzung

Aktivitäten im Freien werden für die meisten Menschen empfohlen, außer für Risikogruppen. Wenn Sie besonders anfällig für Luftverschmutzung sind (ältere Menschen, Schwangere, Kinder, Menschen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetiker), können Sie bei Luftverschmutzung Beschwerden oder eine Verschlimmerung Ihrer Symptome verspüren. Wägen Sie daher die Möglichkeiten für körperliche Aktivität im Freien gegen die Notwendigkeit ab, unangenehme Belastungen zu vermeiden. Gesundheitshinweise finden Sie auf der Website der norwegischen Umweltbehörde [komisch, dass es sich tatsächlich um dieselbe Website wie im vorherigen Absatz handelt (ich habe das zweimal überprüft)].

Bei violetter Luftverschmutzung (sehr hohe Luftverschmutzung) wird empfohlen, Aktivitäten und Aufenthalte in stark belasteten Gebieten einzuschränken.

Drei Möglichkeiten zur Überwachung der Luftqualität

  • Aktuelle Luftqualität prüfen
    In der Gemeinde Bergen messen wir die lokale Luftqualität an fünf Standorten. Hier können Sie die Luftqualität in Echtzeit verfolgen. Hier finden Sie die Messergebnisse (via NILU, dem Norwegischen Institut für Luftforschung).
  • Warnungen bei schlechter Luftqualität erhalten
    NILU bietet eine kostenlose App an, die Sie anhand der Daten der Messstationen der letzten Stunde vor schlechter und sehr schlechter Luftqualität warnt. Laden Sie die App herunter.
  • Prüfen Sie die vorhergesagte Luftqualität.
    Die norwegische Umweltbehörde warnt zwei Tage im Voraus vor Luftverschmutzung. Die Vorhersage finden Sie hier: Bergen – vorhergesagte Luftqualität (miljodirektoratet.no) [Haha, das ist gerade die Startseite der Stadt Bergen mit exakt denselben Informationen.]

Wir unterbrechen die Panikmache hier – aus zwei Gründen, die gleich einleuchten werden:

Die oben verlinkten öffentlichen Echtzeitdaten der fünf Messstationen in Bergen zeigen keine besonders gefährlichen Werte (die Warnstufe war fast das ganze letzte Wochenende über grün), wobei die Feinstaubbelastung (PM2,5) gelegentlich den Schwellenwert zwischen grüner und gelber Warnstufe überschreitet.

NACHTRAG: Ich habe dies am Morgen des Montags, den 9. Februar 2026, geschrieben, und siehe da, als ich am späten Nachmittag nachsah, war die Website aktualisiert und wirkt nun ganz anders. Wie dem auch sei, hier ist etwas Kurioses: Es ist jetzt Dienstag, der 10. Februar 2026, etwa 6 Uhr morgens Ortszeit – und das ist die Vorhersage für die darauf folgenden Stunden:

Und so äußerte sich der zuständige Stadtrat am 9. Februar 2026 zur heutigen Feinstaubprognose:

Wetteränderungen werden voraussichtlich erneut zu schlechter Luftqualität beitragen. „Eine herausfordernde Situation ab Dienstag“ [das war der 10. Feb. 2026].

Stadtrat Eivind Nævdal-Bolstad (H) hat tägliche Lagebesprechungen am Morgen eingeführt: „Wir beobachten die Situation genau.“

Und nun zum zweiten Punkt: Historische (sic) Daten von Danmarksplass aus dem letzten Winter (2024/25) – Daten nach dem 19. August 2025 liegen laut Website noch nicht vor – zeigen massive NOx-Spitzen (türkisfarbene Spitzen) über den gesamten Winter hinweg, wobei Rot für NO und Dunkelgrün für NO₂ steht:

Was genau ist denn nun dieses gefährliche Zeug, das da herrumschwirrt und die Stadt Bergen dazu veranlasste, eine „Empfehlung“ für Homeoffice auszusprechen?

Und damit zusammenhängend: Sind diese Gefahrenstufen immer gleich?

Interessanterweise ist genau diese letzte Frage der Schlüssel zum Verständnis der Situation. Kommen Sie mit auf eine spannende Reise in die Tiefen des Kaninchenbaus …

2. Akt: Gesundheitsbehörden änderten die Grenzwerte 2023

Wie schon beim Covid-Chaos und anderen Problemen trägt auch diese Änderung der Luftqualitätsgrenzwerte eindeutig die Handschrift der Gesundheitsbehörden.

Betrachten Sie dazu bitte mein Beweisstück A – eine entsprechende Pressemitteilung des Instituts für Öffentliche Gesundheit (orig. Folkehelseinstituttet) vom 17. November 2023, in der diese Änderung wie folgt erklärt wird (Quelle; archiviert):

2023 überarbeiteten das Norwegische Institut für Öffentliche Gesundheit und die Norwegische Umweltbehörde die Kriterien für die Luftqualität hinsichtlich der Belastung durch Ozon, Kohlenmonoxid (CO), Schwefeldioxid (SO₂), Feinstaub (PM2,5 und PM10) und Stickstoffdioxid (NO₂). Bisher gab es keine Kriterien für die langfristige (saisonale) Belastung durch Ozon und keine Tagesmittelwerte für CO und NO₂.

Die Kriterien für die sehr kurzfristige Exposition gegenüber NO₂ (1 Stunde und 15 Minuten), Ozon (1 Stunde) und CO (8 Stunden, 1 Stunde und 15 Minuten) wurden nicht überarbeitet und sind weiterhin gültig.

Das Norwegische Institut für öffentliche Gesundheit und die Norwegische Umweltbehörde haben die folgenden Luftqualitätskriterien festgelegt [Anm.: uendret = keine Änderung; die vorherigen Grenzwerte finden Sie im Bericht zur Luftqualität 2013 (nur auf Norwegisch verfügbar), vollständige Auflistung in Tabelle A, S. 6].

Interessant ist auch eine zweite Tabelle, die die Exposition gegenüber den folgenden unveränderten Faktoren detailliert auflistet (beachten Sie, dass time = Stunde bedeutet):

Wir lernen also, dass dies lediglich die in der obigen historischen Datensammlung dunkelgrün eingefärbte NO₂-Belastung betrifft.

Im Wesentlichen hat das Institut für öffentliche Gesundheit die folgenden zwei Hauptkategorien geändert:

  • PM2,5-Belastung (Feinstaub), die um ein Drittel reduziert wurde.
  • NO₂ (Stickstoffdioxid): Es gilt nun ein maximaler Tagesgrenzwert, während der vorherige Jahresgrenzwert um zwei Drittel gesenkt wurde.

Nachdem ich mich Ende vorletzte letzter Woche einige Tage lang mit den fünf Luftmessstationen in Bergen beschäftigt habe, möchte ich folgende Schlussfolgerung ziehen: Wären diese beiden Grenzwerte nicht um ein Drittel bzw. zwei Drittel gesenkt worden, wäre kein Luftqualitätsalarm ausgelöst worden.

Das heißt natürlich nicht, dass ich schlechte Luft oder unnötige Belastung durch potenziell schädliche Schadstoffe befürworte.

Aber all das wirft zwei zentrale Fragen auf: Warum diese Änderungen gerade jetzt?

  1. Ich verstehe zwar die Aktualisierung der Zehnjahreswerte, aber das Hauptproblem ist: Wir wissen, dass die Verbreitung von Elektrofahrzeugen seit 2013 zugenommen hat. Es ist daher bemerkenswert, dass die Gesundheitsbeürokraten zugeben, dies spiele in Bezug auf Luftqualität/Verschmutzung keine Rolle (was aber kaum verwunderlich ist, da die norwegische Regierung zugegeben hat, dass sie weder eine Kosten-Nutzen-Analyse noch Daten für ein solches Vorhaben in dieser Angelegenheit hat).
  2. Und dies ist vielleicht die entscheidendere Frage: Woher hat das Institut für Öffentliche Gesundheit die Informationen für die Änderung dieser Kriterien bezogen, mag sich der interessierte Leser fragen?

Nun, dieser letzte Aspekt ist besonders interessant (im chinesischen Sprichwort-Sinne):

Die Überarbeitung der Luftqualitätskriterien ist eine Folge der Überarbeitung der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den klassischen Luftschadstoffen (Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid) im Jahr 2021. Die WHO führte eine systematische Literaturrecherche durch und bewertete die Qualität der Studien. Nur Studien von ausreichend hoher Qualität wurden in die Zusammenfassung aufgenommen. Viele der WHO-Empfehlungen sind niedriger und deutlich strenger als die vorherigen Luftqualitätskriterien.

Das Institut für Öffentliche Gesundheit hat die Grundlage der WHO-Empfehlungen überprüft und auch neue Studien aus nordischen Ländern bewertet, die nach der Überprüfung des Wissensstands durch die WHO veröffentlicht wurden. Die neuen Luftqualitätskriterien entsprechen größtenteils den Empfehlungen der WHO, mit Ausnahme des Tagesgrenzwerts für PM10, der auf dem bisherigen Niveau beibehalten wird und somit strenger ist als die neue WHO-Empfehlung.

Die Luftqualitätskriterien dienen dem Schutz der Gesundheit vor Luftverschmutzung. Sie basieren auf Erkenntnissen über die gesundheitlichen Auswirkungen und sind so niedrig angesetzt, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung diesen Werten ausgesetzt sein kann, ohne negative Folgen zu erfahren.

Oh, seht mal: Die WHO hat eine ganze Reihe von Vorschlägen zur Änderung dieser Grenzwerte gemacht.

Ich schätze, das wird unser nächster Halt sein…

3. Akt: Die „Aktualisierte globale Datenbank der WHO zu Luftqualitätsstandards“

Deren Veröffentlichung erfolgt Ende Februar 2025:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) die aktualisierte Datenbank zu Luftqualitätsstandards 2025 veröffentlicht. Diese Ressource fasst nationale Luftqualitätsstandards für wichtige Schadstoffe und andere luftgetragene Giftstoffe aus Ländern weltweit zusammen. Die Aktualisierung bietet einen Überblick über die globalen Bemühungen zur Umsetzung der WHO-Richtlinien für Luftqualität. Mittlerweile haben 17% mehr Länder Standards für Schadstoffe implementiert, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.

„Die aktualisierte Datenbank der WHO zu Luftqualitätsstandards ist ein wichtiges Instrument, das die globalen Fortschritte bei der Festlegung von Luftreinhaltevorschriften zum Schutz der öffentlichen Gesundheit verdeutlicht“, so Dr. Maria Neira, Direktorin für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit bei der Weltgesundheitsorganisation. „Sie liefert essenzielle Daten für eine evidenzbasierte Politikgestaltung und trägt dazu bei, die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Bevölkerung weltweit zu reduzieren.“

Die WHO-Richtlinien wurden 2021 veröffentlicht, um neue Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu berücksichtigen. Die Richtlinien empfehlen niedrigere Luftqualitätswerte zum Schutz der Bevölkerung und unterstreichen die Notwendigkeit, dass Länder strengere Standards und Maßnahmen zur Minderung der Luftverschmutzung und ihrer damit verbundenen Gesundheitsrisiken umsetzen.

Luftverschmutzung gilt als ein Hauptrisikofaktor für nichtübertragbare Krankheiten [orig. non-communicable diseases, NCDs] und beeinträchtigt nicht nur die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System, sondern auch viele weitere Organe und Systeme.

Es ist an der Zeit, sich für saubere Luft und Gesundheit einzusetzen.

Die Verabschiedung strengerer, gesetzlich verankerter Luftqualitätsstandards ist der erste und wichtigste Schritt, den Länder unternehmen können, um sich im Kampf gegen NCDs und andere gesundheitliche Folgen zu engagieren. Die bevorstehende 2. WHO-Konferenz zu Luftverschmutzung und Gesundheit bietet Ländern die Gelegenheit, sich im Einklang mit dem Aufruf der Gesundheitsgemeinschaft zu Maßnahmen für saubere Luft zur Bekämpfung der Luftverschmutzung zu verpflichten.

Was die wissenschaftliche Meinung zu diesen Änderungen betrifft, so wenden wir uns Yaguang Wei und Joel Schwartz bzw. deren Debattenbeitrag mit dem Titel The updated WHO air quality guidelines are a big step forward but not a complete solution (etwa: „Die aktualisierten WHO-Richtlinien zur Luftqualität sind ein großer Schritt nach vorn, aber keine Komplettlösung“) zu, die 2024 im British Medical Journal erschien:

Zahlreiche Studien haben Feinstaub (PM2,5), einen wichtigen Bestandteil der Luftverschmutzung, als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert.1 In einer bemerkenswerten Aktualisierung im Jahr 2021 – der ersten seit 2005 – verschärfte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Luftqualitätsrichtlinien für PM2,5.23 Die aktualisierten Richtlinien empfehlen einen Jahresmittelwert von maximal 5 µg/m³, deutlich niedriger als der vorherige Grenzwert von 10 µg/m³. Dieser Wert liegt wesentlich unter dem neuen Standard von 9 µg/m³ für die Vereinigten Staaten und auch deutlich unter dem von Großbritannien und Europa festgelegten Grenzwert von 20 µg/m³. Ein kürzlich eingebrachter Vorschlag aus Europa sieht lediglich eine moderate Verschärfung des Standards vor. Diese Aktualisierung ist ein wichtiger Schritt nach vorn, doch es sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Luftverschmutzung zu reduzieren und die Gesundheit zu schützen.

Unsere kürzlich im BMJ (doi:10.1136/bmj-2023-076939)4  veröffentlichte Studie untersuchte die Auswirkungen chronischer PM2,5-Belastung auf das Risiko von Krankenhauseinweisungen aufgrund von sieben wichtigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen ab 65 Jahren in den USA. Die Ergebnisse zeigen die gesundheitlichen Vorteile der Einhaltung von Luftqualitätsrichtlinien [Sollten wir hier die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen in den USA als Basiswert verwenden? Das erscheint unrealistisch, da der Bergen-Lockdown ja auf die werktätigen Altersgruppen abzielt]. Der jährliche PM2,5-Wert in den USA lag im Studienzeitraum durchschnittlich bei 9,7 µg/m³. Würde dieser Wert auf unter 5 µg/m³ gesenkt, schätzen wir einen Rückgang der gesamten Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 23 %. Dieser Nutzen ist bei Herzinsuffizienz am größten, wo eine Reduktion um 38 % möglich ist. Für Menschen, die in den am stärksten belasteten Regionen mit jährlichen PM2,5-Werten über 14 µg/m³ leben, könnte eine Senkung dieser Werte auf unter 5 µg/m³ zu einem Rückgang der gesamten Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 45 % führen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und tragen erheblich zu den Gesundheitskosten bei.5

Unsere Studie zeigt eine klare Chance für Regierungen auf, die gesundheitliche Belastung durch Luftverschmutzung durch entschlossene Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu reduzieren. [Ich wiederhole: Ich wünsche mir saubere Luft – aber um welchen Preis? Massive Gebührensteigerungen? Mehr staatliche Eingriffe?] Obwohl die aktualisierten WHO-Richtlinien zur Luftqualität streng und schwer zu erfüllen sind, erfüllen einige Industrieländer wie Finnland sie bereits, und die potenziellen Vorteile sind beträchtlich und lohnenswert. Doch im Jahr 2022 erfüllten nur sechs Länder – Australien, Estland, Finnland, Grenada, Island und Neuseeland – die Richtlinien. Selbst für diese Länder lassen sich durch fortgesetzte Bemühungen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung zusätzliche Vorteile erzielen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass die Aktualisierung der Richtlinien zur Luftqualität im Jahr 2021 keine Komplettlösung darstellt. Bisherige Erkenntnisse belegen keinen PM2,5-Wert, unterhalb dessen keine negativen Auswirkungen auftreten. Dies deutet darauf hin, dass es keinen sicheren Schwellenwert für die PM2,5-Belastung gibt.6 Daher garantiert die Einhaltung der Luftqualitätsrichtlinien keine gesundheitsschonende Umwelt [was für ein ambitioniertes Ziel! Schließlich endet das Leben bekanntlich mit dem Tod].

Die Gesundheitsrisiken von PM2,5 treten unmittelbar nach der Exposition auf und bestehen über einen längeren Zeitraum fort. Unsere Studie zeigt, dass die kardiovaskulären Risiken von PM2,5 mindestens drei Jahre lang erheblich bleiben und sich in diesem Zeitraum kaum verringern. Aus politischer Sicht wären die Vorteile einer Reduzierung der Luftverschmutzung schnell sichtbar und würden sich über Jahre hinweg weiter verstärken.

Fazit (Teil 2)

So, das war’s. Im Großen und Ganzen ist weniger Luftverschmutzung besser als mehr.

Warum ändern wir eigentlich nicht das Winterwetter an bestimmten Orten, wo Inversionswetterlagen vorkommen?

Oh, Moment mal, das klingt gleichzeitig dumm und gefährlich.

Hier ist eine bessere Idee, mit freundlicher Genehmigung von Politikern™ und Experten™:

  • Lasst uns die Bevölkerung (also diejenigen, die es interessiert) mit Panikmache überhäufen.
  • Sagt allen, sie sollen drinnen bleiben und von zu Hause aus arbeiten™, und erklärt ihnen, dass es sich nicht um einen verordneten Lockdown, sondern um eine Empfehlung™ handelt, der jeder folgen soll (daher keine schlechte Presse, da es ja „keine offiziellen Ausgangssperren“ gibt).
  • Vergesst™ zu erwähnen, dass die schlechte Luftqualität hauptsächlich ein Datenartefakt ist, das durch eine Kälteperiode verursacht wird (die, ob Sie es glauben wollen oder nicht, angeblich im Januar und Februar in nördlichen Breiten vorkommt, wie ich gehört habe) sowie durch eine kürzliche Änderung der Definitionskriterien, inspiriert™ von der WHO.
  • Und erzählt allen, dass, wenn diese Kriterien noch etwas länger bestehen bleiben, massive Gebührenerhöhungen folgen – am 9. Februar 2026 griff der staatliche Rundfunk NRK die in Teil 1 besprochenen regionalen Berichte™ auf und erwähnte eine „Verfünffachung“ der Mautgebühren als eine Maßnahme (als ob höhere Steuern und/oder Gebühren das Wetter ändern würden…), und weitere Maßnahmen™ sollen bald folgen, darunter vermutlich die öffentliche Bloßstellung derer, die zur Arbeit erscheinen.

Nennt mich ruhig einen Zyniker, aber ich kenne diesen Mist schon. Die gleiche Manipulation wurde auch schon bei Hitzewellen angewendet, wie ein Blick auf die Machenschaften des Norwegischen Meteorologischen Instituts – die übrigens etwa zur gleichen Zeit stattfand wie die WHO-inspirierte Revision der Luftqualitätsgrenzwerte – zeigt:

Bis 2021 galt die Definition „drei aufeinanderfolgende Tage mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 28 Grad oder höher“ als Hitzewelle. 2022 wurde diese Definition durch folgende ersetzt:

Eine Hitzewelle gilt als fünf oder mehr aufeinanderfolgende Tage mit einer Höchsttemperatur von 27 Grad oder höher.

Das sagt eben dieselbe Regierungsbehörde, die allen erklärt, was eine Hitzewelle ist. Lesen Sie hier weiter (mit vielen Details, vorerst aber „nur“ auf Englisch).

Während Sie also darüber nachdenken, ob Sie solche Empfehlungen befolgen sollten (ehrlich gesagt ist es mir völlig egal), bedenken Sie einfach, dass Kindergärten und Schulen keinen vergleichbaren Maßnahmen unterliegen.

Wie schon beim Corona-Wahn werden Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Wozu brauchen wir die Weltgesundheitsorganisation?

Bild Marius Vassnes – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=141240480

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge uns auf Telegram und GETTR


Die derzeitige Planung und Praxis des Geoengineering – Verstärkung der Wolkenbildung

Was hat die WHO je für uns getan?



Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge