Die Verleumdung einer Wahrheitsvermittlerin, Francesca Albanese

13. Februar 2026von 6,4 Minuten Lesezeit

Früher führende westliche Nationen haben einen Feldzug gegen die UN-Berichterstatterin Francesca Albanese begonnen, mit dem Ziel Völkermord zu normalisieren. Ein verzweifelter Versuch, die Deutungshoheit über die Wahrheit zurück zu erhalten, welche durch die täglich im Internet zu beobachtenden Gräueltaten Israels wegzubrechen droht.

Nach den Sanktionen von Donald Trump gegen oberste Weltgerichte wie den IStGH und den IGH, bis hin zu US-Gesetzen, die mit Krieg drohen, sollten diese es wagen, gegen US-Verbrechen oder die von engsten Verbündeten wie Israel vorzugehen, hat sich nun auch das untergehende Führungstriumvirat mit den geringsten Zustimmungszahlen aller westlichen Gesellschaften, und einige Mitläufer, dem Chor angeschlossen, der versucht, jede Kritik an Menschenrechtsverbrechen Israels zu verhindern.

Und „das Schärfste“ ist, dass Frankreich, Deutschland, Italien und die USA ihre Angriffe auf die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese ihren Rücktritt fordern, begründet mit Äußerungen, die sie nie getätigt hat.

Die Attentäter gegen die Wahrheit

Der US-Botschafter Mike Waltz und der führende Republikaner im Auswärtigen Ausschuss des Senats warfen Albanese vor, Israel als „gemeinsamen Feind der Menschheit“ bezeichnet zu haben. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot ging noch weiter und bezeichnete sie als „politische Aktivistin, die Hass schürt“. Er warf ihr vor, Israel mit dem Dritten Reich verglichen zu haben, und kündigte an, Frankreich werde ihre Abberufung formell auf der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats am 23. Februar 2026 fordern. Er bestand auf ihrem sofortigen Rücktritt. Albanese hat Israel jedoch nie als „gemeinsamen Feind der Menschheit“ bezeichnet. Sie beschrieb das System, das den Völkermord in Palästina ermöglicht, als gemeinsamen Feind der Menschheit. Das Zitat wurde weithin falsch dargestellt.

Französische Beamte kritisierten sie auch dafür, dass sie beim Doha-Forum neben einem Hamas-Führer und dem iranischen Außenminister aufgetreten war. Tatsächlich stand sie jedoch nicht mit diesen Personen auf der Bühne. Paris wirft ihr seit Langem vor, die Anschläge vom 7. Oktober zu „rechtfertigen“, indem sie diese in den Kontext jahrzehntelanger Besatzung einordnete – eine Charakterisierung, die Präsident Emmanuel Macron zuvor als „Schande“ bezeichnet hatte.

Die bewussten Fälschungen

In ihrer Rede beim Al-Jazeera-Forum in Doha (7. Februar 2026, virtuell) sagte sie: „We now see that we as a humanity have a common enemy and the respect of fundamental freedoms is the last peaceful avenue… the common enemy of humanity is THE SYSTEM that has enabled the genocide in Palestine“ [Wir erkennen nun, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben und die Achtung der Grundfreiheiten der letzte friedliche Weg ist… der gemeinsame Feind der Menschheit ist DAS SYSTEM, das den Völkermord in Palästina ermöglicht hat. ](inkl. Finanzkapital, Algorithmen, Waffen). Das Zitat wurde durch gekürzte Videos (z. B. von pro-israelischen Accounts) verfälscht, als ob sie Israel meinte.
Albanese war virtuell zugeschaltet (Video-Rede), nicht physisch auf der Bühne mit Khaled Mashaal (Hamas) oder Abbas Araghchi (Iran). Kritiker sprechen von „in presence of“ oder „appeared alongside“. Paris wirft ihr seit Langem vor, den 7. Oktober zu kontextualisieren, das heißt die in mehreren Urteilen des IGH und Resolutionen der UN verurteilte Besatzung als Ursache zu erwähnen.

Vorreiter Trump-Regierung und die Trittbrettfahrer

Die Trump-Regierung hatte zuvor ihre Absetzung gefordert und Sanktionen gegen sie verhängt, weil sie Israels Verbrechen dokumentiert hatte. Während der deutsche Außenminister Johann Wadephul sich dieser Forderung anschloss und schrieb: „Ich respektiere das UN-System, das auf unabhängigen Berichterstattern beruht. Albanese hat jedoch in der Vergangenheit zahlreiche unangemessene Äußerungen getätigt. Ich verurteile ihre jüngsten Äußerungen zu Israel. Ihre Position ist unhaltbar.

Auch der italienische Außenminister unterstützte ihre Abberufung und erklärte, Albaneses Positionen spiegelten nicht die der italienischen Regierung wider und ihr Verhalten, ihre Äußerungen und Initiativen seien für ihre Position in einer Friedens- und Garantieorganisation wie den Vereinten Nationen unangebracht.

Die Verteidiger

Alle großen Menschenrechtsorganisationen unterstützen Francesca Albanese, teilweise überraschend, da sie damit gegen die oft geübte Politik der Unterstützung der Außenpolitik ihres Landes verstießen.

Amnesty International Frankreich bezeichnete das Vorgehen von Paris als „beschämende Falschdarstellung“ und erklärte: „Nein, Francesca Albanese hat Israel nicht als gemeinsamen Feind der Menschheit bezeichnet … Wir verurteilen diesen Angriff auf die Unabhängigkeit ihres Mandats.“ Die Organisation fügte hinzu, es sei „schockierend“, dass die französische Außenministerin falsche Behauptungen wiederhole, während sie öffentlich den Kampf gegen Desinformation zur Priorität erklärt.

In einem Interview mit L’Humanité antwortete Albanese auf @jnbarrot (auf x):

Jeder macht Fehler, das ist menschlich. Aber wir korrigieren sie“,

und forderte ihn auf, sich zu entschuldigen und seine falschen Aussagen zurückzunehmen.

Die Kritik kommt nicht nur von westlichen Regierungen. „Wir stimmen mit vielem, was sie sagt, nicht überein. Wir würden die Situation nicht so beschreiben, wie sie es tut“, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres. Was die nach wie vor bestehende Beherrschung der UNO-Verwaltung durch die Kolonialmächte bestätigt.

Im Mittelpunkt des Streits steht nun die Frage, ob Francesca Albanese, die eine von der UN gewählte unabhängige UN-Sonderberichterstatterin ist, weiterhin israelische Verbrechen dokumentieren kann, ohne politische Repressalien befürchten zu müssen.

Die rechtliche Einordnung

Die Organisation JURDI, „Jurists pour le Resect du Droit Internationalveröffentlichte am 12. Februar eine mehrseitige Analyse über die Situation unter dem Titel (übersetzt): „JURDI erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Verbreitung falscher Informationen und wirft ihr einen Angriff auf die Unabhängigkeit des UN-Mandats von Francesca Albanese sowie einen Verstoß gegen Frankreichs internationale Verpflichtungen vor.“

Nach einer umfangreichen Begründung der Anzeige heißt es am Ende des Dokumentes:

„JURDI ist der Ansicht, dass Frankreich durch die Aufforderung zum Rücktritt einer UN-Expertin, die völkerrechtlich geschützte Funktionen ausübte, durch die Verbreitung einer offenkundig unzutreffenden Darstellung ihrer Aussagen und durch die gleichzeitige Missachtung seiner eigenen internationalen Verpflichtungen zur Verhütung und Bekämpfung von Völkermord sowie zur justiziellen Zusammenarbeit die Kohärenz, Glaubwürdigkeit und Autorität seines Bekenntnisses zum Völkerrecht und zum Multilateralismus ernsthaft gefährdet.

Darüber hinaus trägt Frankreich dazu bei, Frau Albanese durch die öffentliche Zuschreibung von Aussagen, die sie nicht getätigt hat, insbesondere durch deren Gleichsetzung mit Hassrede und Antisemitismus, einem erhöhten Risiko von Angriffen, Bedrohungen und Druck auszusetzen und damit die Person einer unabhängigen Expertin zu gefährden. Dies ist unvereinbar mit den Verpflichtungen der UN-Mitgliedstaaten, die Sicherheit und Unversehrtheit von Personen in internationaler Funktion zu gewährleisten.“

Fazit

Die Macht der Medien und Politik die Realität in ihrem Sinn zu definieren kommt im Fall des Völkermordes in Gaza an seine Grenzen. Der Rest der Welt schaut ungläubig zu, wie sich die ehemals im „Kampf um Menschenrechte“ führenden Nationen nun die Maske vom Gesicht reißen und zeigen, worum es bei all ihren „Bemühungen um Völkerrecht und Menschenrechte“ in der Vergangenheit in Wirklichkeit ging. Nämlich um Kampf und Kriege gegen nicht genehme Systeme und Gesellschaften gegenüber der eigenen Bevölkerung zu legitimieren. Wer das Buch „Die Auslöschungsdoktrin“ von Dan Steinbock kennt, weiß, dass Israels Vorgehen durchaus koloniale Wurzeln hat.

Bild: Screenshot aus Wikipedia

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7 Kommentare

  1. Jochen Mitschka 13. Februar 2026 um 17:39 Uhr - Antworten

    Ist Abscheu gegenüber diesem System vielleicht ein zu mildes Gefühl?
    Übersetzung von https://x.com/loretecle/status/2022244228579955160:

    Francesca Albanese kann aufgrund der US-Sanktionen kein Bankkonto eröffnen. Nicht einmal in Italien ist ihr das möglich, da die Entscheidungen Washingtons das gesamte globale Finanzsystem beeinflussen. Jeffrey Epstein hingegen hatte keinerlei Probleme, ein Konto bei JP Morgan, der reichsten Bank der Welt, zu eröffnen. Darüber hinaus konnte er enorme Summen ohne Geldwäschekontrollen abheben und Konten auf die Namen junger Frauen eröffnen, ohne dass Bedenken hinsichtlich möglichen Menschenhandels aufkamen. Dies galt teilweise sogar noch, nachdem er bereits erstmals verurteilt worden war.

    Wir müssen über den Fall Epstein sprechen. Nicht als satanistische, kannibalistische und koprophage Verschwörung. Sondern als die ultimative Manifestation der gewalttätigen Macht des Kapitals über Klassen, Geschlechter und Ethnien hinweg. Eine Manifestation, die dank des Finanzsystems existieren kann – desselben Systems, das heute @FranceskAlbs ausschließt. https://valori.it/podcast/epstein-jp-morgan/

  2. UU89 13. Februar 2026 um 16:59 Uhr - Antworten

    Ich habe schon des öfteren Aufmerksamkeit heischende Aussagen dieser Frau gelesen, die mensch durchaus sachlicher formulieren hätte können, um weniger Angriffsfläche den Kritikern zu bieten. Die Polarisierung, die Eskalation auf BEIDEN Seiten, die bringt sicher keinen Frieden und schon gar nicht eine „gerechte Lösung“ mit der alle Menschen gut leben können. Insofern wäre ein „sprachliche Abrüstung“ bei ALLEN politischen Akteuren nicht schlecht … die „Gesellschaft des Spektakels“, der sprachlichen Aufschaukelung, letztlich nur noch ermüdend …

    • Jakob 13. Februar 2026 um 17:07 Uhr - Antworten

      Mutige Äußerungen zu Völkermord, Kindesmisshandlungen und anderen abscheulichen Verbrechen als Aufmerksamkeit heischend zu bezeichnen ist eine bedenkliche Aussage.
      Wie anders als mit starken Worten kann in dieser verlogenen, menschenverachtenden Zeit darauf hingewiesen werden.

  3. Hausmann_Alexander 13. Februar 2026 um 16:45 Uhr - Antworten

    Könnten diejenigen die Francesca Albanese verleumden in den Epstein-Akten (doppelt)geschwärzt sein???

  4. Fritz Madersbacher 13. Februar 2026 um 16:32 Uhr - Antworten

    „Früher führende westliche Nationen haben einen Feldzug gegen die UN-Berichterstatterin Francesca Albanese begonnen, mit dem Ziel Völkermord zu normalisieren“

    Und wer heult mit mit den westlichen Wölfen? Die westlich indoktrinierte, aufgrund von Unfähigkeit zu sinnerfassendem Lesen ihren Vorurteilen ausgelieferte Außenministerin des „neutralen“ Österreich:
    „Auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger warf Albanese auf X vor, Hetze zu verbreiten: „Eine solche Sprache untergräbt die Unparteilichkeit und höchsten Standards, die das Amt einer UN-Vertreterin voraussetzt“
    („Der Standard“, 13/02/2026)

    • 1150 13. Februar 2026 um 16:53 Uhr - Antworten

      @,
      aber bitte, was ist ein meindl/reisinger?

    • Jakob 13. Februar 2026 um 16:56 Uhr - Antworten

      Diese von Schwab Begnadete hat doch null eigene Meinung dafür ein verlässliches Hirnchen für Unterwürfigkeit und vorsauseilendem Gehorsam.

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