Slowakei und Ungarn klagen gegen den EU-Energieplan zum Verbot von russischem Öl und Gas

27. Januar 2026von 3,3 Minuten Lesezeit

Ungarn und die Slowakei werden beim Gerichtshof der Europäischen Union rechtliche Schritte gegen den REPowerEU-Plan einleiten, sobald die Entscheidung offiziell veröffentlicht ist.

Wie berichtet hat der EU-Rat gestern das komplette Verbot des Kaufs von russischen Erdgas und Öl beschlossen. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó warf Brüssel vor, einen rechtlichen Trick anzuwenden, um Maßnahmen durchzusetzen, die eigentlich einstimmig beschlossen werden müssten. „Ungarn wird vor dem Gerichtshof der Europäischen Union Klage einreichen, sobald die Entscheidung zu REPowerEU offiziell veröffentlicht ist. Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um sie für nichtig erklären zu lassen“, erklärte Szijjártó in einer Stellungnahme in den sozialen Medien.

Er argumentierte, dass die Europäische Union eine seiner Meinung nach sanktionierende Maßnahme als handelspolitische Entscheidung tarne, um die Einstimmigkeitsregel unter den Mitgliedstaaten zu umgehen.

„Der REPowerEU-Plan basiert auf einem juristischen Trick, bei dem eine sanktionierende Maßnahme als handelspolitische Entscheidung dargestellt wird, um die Einstimmigkeit zu umgehen“, sagte er. „Dies verstößt völlig gegen die eigenen Regeln der EU. Die Verträge sind eindeutig: Entscheidungen über den Energiemix fallen in die nationale Zuständigkeit.“

Szijjártó sagte, Ungarn lehne jede Maßnahme ab, die es daran hindern würde, russisches Öl und Gas zu importieren, und warnte vor einer höheren Belastung für ungarische Haushalte, was sich auf die entscheidenden Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April auswirken könnte.

„Ungarn den Kauf von Öl und Gas aus Russland zu verbieten, widerspricht unseren nationalen Interessen und würde die Energiekosten für ungarische Familien erheblich erhöhen“, sagte er.

Die Absichten von Ungarn fanden in Bratislava Zustimmung, wo der slowakische Außenminister Juraj Blanar bestätigte, dass auch sein Land sich der Klage anschließen werde.

Laut Agentur TASR erklärte Blanar, Bratislava könne keine Lösungen akzeptieren, die nicht die „tatsächlichen Möglichkeiten und Besonderheiten“ der einzelnen Mitgliedstaaten widerspiegeln.

REPowerEU ist die zentrale Energiestrategie der EU, die nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ins Leben gerufen wurde, mit dem erklärten Ziel, die Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu beenden und gleichzeitig den Übergang zu unzuverlässiger, teurer und umweltschädlicher Solar- und Wind-Energie zu beschleunigen.

Im Rahmen von REPowerEU sollen die Mitgliedstaaten ihre Importe von russischem Öl, Gas und Kohle reduzieren, ihre Energieversorgung durch den Bezug von Brennstoffen aus alternativen Ländern diversifizieren und die Solar und Windenergie erheblich ausbauen. Der Plan sieht außerdem eine schnellere Genehmigung von Wind- und Solarprojekten, verstärkte Energieeffizienzmaßnahmen, den gemeinsamen Einkauf von Gas auf europäischer Ebene und Investitionen in die Energieinfrastruktur wie LNG-Terminals, Pipelines, Stromnetze und Verbindungsleitungen vor.

Die EU-Mitgliedstaaten werden durch die neue Regelung verpflichtet, bis Ende 2025 neue russische Energieverträge zu verbieten und die russischen Importe bis 2027 vollständig einzustellen.

Durch die damit einhergehende weitere Steigerung der Energiekosten werden auch die Lebenshaltungskosten erhöht und die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft in den europäischen Nationen weiter reduziert. Die hauptsächliche Nutznießer dieser Politik sind die USA, ihre Großkonzerne und das Finanzkapital.

Wie hier zu sehen hat ist die Regelung mittlerweile Gesetz geworden.


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4 Kommentare

  1. Jan 27. Januar 2026 um 13:09 Uhr - Antworten

    Das Gericht wird die Klage abweisen, da die Leyen über dem Gericht stehe, wetten? Es gilt ja auch das StGB nicht für sie.

    • 1150 27. Januar 2026 um 13:41 Uhr - Antworten

      @,
      die rechtskräftig verurteilte ezb-lagarde fuhrwerkt ja auch ungestraft weiter ……

    • Jakob 27. Januar 2026 um 14:54 Uhr - Antworten

      Ist zu befürchten ja.
      Trotzdem sind derartige, auf Recht begründete Maßnahmen richtig und wichtig.

      Hätten nur unsere Polit-Darsteller eine ähnliche Courage.

  2. OMS 27. Januar 2026 um 11:21 Uhr - Antworten

    Wer bleibt freiwillig bei einem Verein, welcher sich selber an seine gemachten Regeln nicht hält? Welcher Entscheidungen trifft, welche das Leben im eigenen Land verteuert, Arbeitsplätze kostet und das Geld rasant entwertet? Wer ist so dumm, und schlägt sich mit dem Vorschlaghammer tätlich auf die Stirn und sagt „es hat gar nicht weh getan?“ Wer da noch freiwillig in diesem Verliererverein bleibt, dem ist nicht mehr zu helfen! EU = Europas Untergang, wo Ideologie mehr zählt, als normaler Hausverstand!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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