ID Austria wird für EU-App vorbereitet

5. Januar 2026von 1,9 Minuten Lesezeit

Mit dem neuen Jahr wurde die ID Austria, Österreichs digitale Identitäts-App, verschärft. Biometrische Erkennung wird Pflicht, was das System auf die EU-weite App vorbereitet.

Die ID Austria gibt es ab sofort nur noch mit „Vollfunktion“. Das wird mit erhöhter Sicherheit argumentiert, einfachere Zugangsmöglichkeiten – ohne biometrische Datenerfassung – hat man mit Jahreswechsel 2026 stark eingeschränkt.

Der Schritt, über den wohl nicht alle IDA-Nutzer informiert gewesen sind, soll weitere Tokens (also weitere Ausweise und Funktionen) „möglich“ machen. Außerdem geht es vor allem um die „die Interoperabilität mit der kommenden europäischen Digital Identity Wallet“ – „Die Vollfunktion verknüpft die digitale Identität zweifelsfrei mit einem behördlich registrierten Lichtbildausweis“, schreibt das deutsche Digitalmagazin Born City.

Dort heißt es:

„Mit der neuen Regelung rücken biometrische Sicherheitsmerkmale stärker in den Fokus. Der Zugriff auf digitale Ausweise muss zwingend durch Fingerabdruck oder Gesichtserkennung am Gerät abgesichert sein. Einfache PIN-Codes reichen für die Freigabe sensibler Ausweisdaten nicht mehr aus.

Datenschützer begrüßen diesen Schritt grundsätzlich, da er die Hürden für Identitätsdiebstahl bei verlorenen Smartphones erhöht. Die Daten liegen weiterhin dezentral und verschlüsselt auf dem Gerät des Nutzers.

Die Maßnahme ist im größeren Kontext der europäischen „eIDAS 2.0“-Verordnung zu sehen. Bis Ende 2026 sind alle EU-Staaten verpflichtet, ihren Bürgern eine grenzüberschreitend funktionierende digitale Brieftasche anzubieten.

Österreich nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Während andere Länder wie Deutschland noch an Pilotprojekten feilen, hat Österreich mit der ID Austria bereits ein funktionierendes Ökosystem. Die heutige Verschärfung macht dieses System „EU-ready“. Ziel ist, dass der österreichische digitale Führerschein bald problemlos bei einer Kontrolle in Spanien oder Italien ausgelesen werden kann.

Für Bürger, die noch die alte Handy-Signatur oder eine nicht aufgewertete ID Austria nutzen, bedeutet der heutige Tag einen Aufruf zum Handeln. Die Registrierungsstellen erwarten in den ersten Jännerwochen einen erhöhten Andrang.“

TKP berichtet regelmäßig über die leise und stetige Ausweitung von ID Austria und den EU-Plänen, dass bis 2030 alle EU-Bürger eine EU-App auf ihrem Smartphone haben sollen.

Bild pixabay / geralt

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3 Kommentare

  1. Jan 5. Januar 2026 um 15:12 Uhr - Antworten

    Borncity sieht bereits 4,8 Mio Nutzer in Österreich! Abzüglich der Kinder und Alten dürften das fast alle sein.

    • Gabriele 5. Januar 2026 um 19:01 Uhr - Antworten

      Und eben wurde wieder „versprochen“, es hat NICHTS damit zu tun, dass man uns kontrollieren will, es dient nur unserer „Sicherheit“ und „Freizügigkeit“. Der Hund darf alles fressen, aber nur die vergifteten Knochen, die man ihm in die Schüssel wirft. Sonst bitte hungern… und wer will das schon. Die Kinder erhalten die ID nun bereits bei der Geburt, ansonsten bei der Anmeldung zu Betreuung oder Schule, die Studenten demnächst auch…und Alte im Heim oder Krankenhaus…es ist Schluss mit Lustig. Wer sich weigert, bekommt einfach einen „Erwachsenenvertreter“, weil man als geistig beschränkt eingeordnet werden könnte…
      Bekannt sollte sein, dass sich nun offenbar jeder beliebig an einer fremden Meldeadresse anmelden kann, ohne dass der Betroffene davon etwas erfährt….mit allen „Möglichkeiten“, die das eröffnet. Wunderbare Aussichten – die „Qualitätsmedien“ berichteten über diesen Fall, der schon passiert ist, natürlich nichts.

      • Dorothea 5. Januar 2026 um 21:32 Uhr

        Gabriele@ Erst kürzlich berichtete sogar ORF Kontext von solch einem Fall. Scheinanmeldungen über die ID Austria und diesen „Untermieter“ bekommt man nicht mehr los. Oft erfährt man erst davon, wenn Mahnschreiben für den Eindringling einlangen.

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