Größte Kündigungswelle in Amazon-Geschichte

28. Oktober 2025von 1,9 Minuten Lesezeit

Ganz wie vom WEF vorhergesagt: Die Konzerne strukturieren um, bauen Tausende Stellen ab und investieren stattdessen in KI. Amazon streicht in den USA 14.000 Jobs, vor allem im Bereich der  Amazon Web Services (AWS) Server – die erst kürzlich für einen Internet-Blackout gesorgt hatten.

Es ist eine historische Kündigungswelle bei einem der größten Konzerne der Welt: Amazon baut mit einem Schlag rund 14.000 Stellen in Verwaltung und Technik ab. Die Entlassungen betreffen etwa vier Prozent der weltweit 350.000 Mitarbeiter. Vor allem ist der „Cloud-Bereich“ Amazon Web Services (AWS) betroffen. Dieser war erst kürzlich in den Schlagzeilen geraten, weil er für ein Internetblackout gesorgt hatte.

Der „Umstrukturierung“ zur „Effizienzsteigerung“ wie die Kündigungswelle im betriebswirtschaftlichen Jargon heißt, ist Teil einer langfristigen Strategie, meldet man in einem Blog-Post. Diese Strategie bespricht man vor allem beim WEF in Davos seit Jahren: Die „vierte industrielle Revolution“, bringt Automatisierung und Robotik, was die Arbeiter an vielen Plätzen ersetzen soll. Und in diesem Prozess ist man mittendrin.

Amazon-CEO Andy Jassy bezeichnet generative KI als die transformative Technologie seit dem Internet. Sie ermögliche schnellere Innovationen, erfordere aber in manchen Bereichen weniger Personal, heißt es da.

Die Kündigungswelle ist aber auch eine Folge von Coivd-19, berichtet CNBC. Amazon war einer der großen Lockdowngewinner durch den gezwungenen Boom im Onlinehandel und Cloud-Computing. Nun, mit über 1,54 Millionen Mitarbeitern weltweit – hauptsächlich in Lagern – wird „verschlankt“:

Bereits zwischen 2022 und 2023 wurden 27.000 Jobs gestrichen, und weitere Kürzungen sind für das kommende Jahr geplant. Gleichzeitig investiert Amazon in diesem Jahr 100 Milliarden Dollar in KI-Entwicklung, um sich Konkurrenten wie Microsoft oder Google um die Vormacht zu duellieren.

Der Riesenkonzern spiegelt dabei nur einen Trend wider: Viele Unternehmen in Tech, Banken, Automobil und Einzelhandel nutzen KI, um Arbeiter zu entlassen.  Firmen wie Palantir, Salesforce oder JPMorgan Chase berichten von Umsatzwachstum bei sinkenden Mitarbeiterzahlen. Auch Amazon wird wissen, was es tut – in strategischen Bereichen werde man aber weiter Menschen einstellen, „um Wachstum zu sichern“, verspricht man.

Bild „Amazon – official opening“ by Scottish Government is licensed under CC BY-NC 2.0.

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7 Kommentare

  1. cwsuisse 29. Oktober 2025 um 6:21 Uhr - Antworten

    Es wird nicht erklärt wie genau KI Amazon die Freisetzung von 14.000 Mitarbeitern möglich macht. Die Auswirkungen der KI auf die Arbeitsplätze bleiben damit intransparent.

  2. local.man 28. Oktober 2025 um 16:10 Uhr - Antworten

    In einem klugen System, ist jeder Tausch bei Jobs, die man eh nicht machen will, gegen Technik ein Grund zum Feiern, wenn die Werte verteilt werden würden und die Menschen das tun könnten was ihnen mehr gefällt und trotzdem läuft der Laden. Oder man die restlichen Menschen mit den frei gewordenen Arbeitskräften entlasten würde und wir alle eben die 5h pro Woche uns für unsere Freiheit und Abgesichertheit einsetzen. Wer mehr machen will, oder forschen will den ganzen Tag, steht im frei, aber der Zwang fällt weg, juhu…

    In diesem System-Modell ist es das Abschieben in die Armut und die Verwertungsmaschine der Arbeitslosensysteme, tue alles für nichts, du böser Mensch.
    Wenige, und es sind eh immer dieselben Kreise, gewinnen und zwar nicht nur Geld, weil Geld nur noch ein Kontrollmittel geworden ist, sondern darüber immer mehr Macht und fangen an, diese Macht, Privilegien usw. gegen den Rest zu „schützen“, machen die Regeln, erzeugen die Dystopie und sagen jedem irgendwann was er zu tun und zu lassen hat und machst du nicht mit, dann kommen die NPC oder bald die Drohnen und Roboter und buchten dich ein, oder man schliesst einen eben aus allem aus. Weil ohne biometrische Daten und digitalem Zugangsrecht, ist eben nichts…
    Du bekommst es nicht direkt verboten, aber du kannst es eben nicht mehr machen, um es mal mit Habecks Worten auszudrücken, was am Ende aufs gleiche rausläuft..

    Zuschauen ist keine Option, die Regeln dieses System müssen gebrochen und mal alles auf den Tisch und neu gedacht werden… Wer wird das tun? Die jetzigen Gewinner spielen lieber Krieg gegen jeden der dies versucht. Die scheiden also aus..
    Bleiben also nur noch alle anderen übrig, sprich die 8 Milliarden, weil es keine Helden gibt, die landen eher schnell in einer Selbstvermordung, oder ähnliches..

  3. Glass Steagall Act 28. Oktober 2025 um 15:26 Uhr - Antworten

    Das ist sozusagen der Anfang vom „Segen“ der KI. Im Prinzip wurde alles vor Jahren genauso angekündigt. Ich finde, wenn KI den Arbeitsplatz des Menschen ersetzt, soll KI auch die Produkte kaufen … basta!

  4. Sabine Schoenfelder 28. Oktober 2025 um 15:23 Uhr - Antworten

    ……und irgendwann wird man feststellen, daß 350 Tausend Chinesen, gut organisiert und planvoll eingesetzt doch wesentlich effizienter und bewußter arbeiten als KI gesteuerte Metall- oder Plastikhaufen…. 😂
    Außerdem, wo liegt der intellektuelle Unterschied zwischen einem Menschen aus dem heutigen Bildungsnotstand und einem KI-Roboter ?? Schätze, da gibt es keinen mehr.
    Der Mensch ist schon DA, und der Roboter muß CO2-trächtig gebaut und ständig CO2-abhängig „bestromt“ werden..😳
    Das ist profitgeiermäßig verständlich. Amazon spart Personalkosten und der Staat „spendiert“ das Bürgergeld, aber die CO2-Bilanz ist verheerend, gerade bei Amazon, liebe Heuchler…..😁👎🏽 Aber dafür gibt es CO2-Steuer.
    …ach so, die zahlen ja wir….WIR ZAHLEN und das CO2 löst sich auf….oder wie ?? 🤓🖕

    • Jan 28. Oktober 2025 um 15:48 Uhr - Antworten

      Das ist richtig! Der wirtschatliche Vorteil von KI und Robitik entsteht durch die Steuerpolitik des Staates. Hier gibt es haarsträubende Fehlanreize.

      Mit den Ressourcen ist es aber auch so eine Sache. Wenn dreitausend Arbeitnehmer aus dem Umland täglich eine Stunde zur Arbeit pendelt und zurück, ist es vielleicht umweltverträglicher, die Roboter einfach in der Halle stehen zu lassen?

    • Sabine Schoenfelder 28. Oktober 2025 um 18:47 Uhr - Antworten

      „Wenn dreitausend Arbeitnehmer aus dem Umland täglich eine Stunde zur Arbeit pendelt und zurück, ist es vielleicht umweltverträglicher, die Roboter einfach in der Halle stehen zu lassen?“
      A) Brauchen wir keine CO2-Reduktion, weil wir ohne CO2 weder ruhig atmen noch leben können. CO2 ist auch nicht für die Klimaerwärmung verantwortlich, weil es 1.) keine Klimaerwärmung im Sinne der Hysteriker gibt, und 2.)CO2 auch garantiert nicht die Ursache w ä r e. Schnee im Oktober..😂
      Ich argumentiere im Sinne des erfundenen Narrativs, das die Initiatoren selbst Lüge strafen.
      B) Müssen Roboter und Maschinen gewartet und versorgt werden, was ebenfalls Energie kostet. Sie sind nicht flexibel einsetzbar wie Menschen und gemessen, lieber Jan, an den FAHRTKOSTEN und Materialien, die Amazon für jeden gekauften PUPS an Papier, Pappe und Benzin generiert, sind die Fahrtkosten der Angestellten Pille-Palle. Wollen wir
      C) nicht die Energie vergessen, die SUCHE, BESTELLUNG und BEZAHLUNG im NETZ an
      Stromkapazität verlangen….Liebes….

  5. Hausmann_Alexander 28. Oktober 2025 um 14:40 Uhr - Antworten

    Amazon hat weltweit ca 1,55 Millionen Mitarbeiter:

    Aus dem obigen Text:

    „Die Entlassungen betreffen etwa vier Prozent der weltweit 350.000 Mitarbeiter. Vor allem ist der „Cloud-Bereich“ Amazon Web Services (AWS) betroffen.“

    350.000 Mitarbeiter muss sich also auf AWS beziehen.

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