
25 Jahre Haft wegen „Misgendern“: EU-Land gibt Asyl
Eine Frauenrechtsaktivistin droht wegen „misgendern“ eines Transpolitikers 25 Jahre Haft in Brasilien. In Europa bekam sie nun politisches Asyl.
Die Frauenrechtlerin Isabella Cêpa ist heftiger politischer Verfolgung ausgesetzt. Gegen die Frau wird quasi seit 2020 ermittelt. Damals hatte sie erstmals einen Beitrag über Erika Hilton – einen Mann der sich selbst als Frau „identifizieren“ will – online veröffentlicht. Hilton wurde damals in die Stadtverwaltung von São Paulo gewählt. Er gewann mit überwältigender Mehrheit, was ihm den Titel der meistgewählten „Frau“ Brasiliens einbrachte.
Hilton wurde zum Symbol der Transbewegung, internationale Medien feierten seinen Sieg als symbolischen Triumph für Transgender-Personen“. Er schaffte es auf die Liste der zehn Personen mit den meisten Stimmen – als einzige „Frau“ auf der Liste. Und erstmals kam Hilton ins Visier von Isabella Cêpa.
„Damals wusste ich noch nicht einmal, wer diese Person war. Ich sah nur eine Schlagzeile auf einer Instagram-Seite, in der gefeiert wurde, dass ‚die Frau mit den meisten Stimmen in São Paulo eine Transfrau ist‘“, sagte Cêpa dem Medium Reduxx in einem Interview im Jahr 2022: „Dann habe ich ein Video mit meinen Followern geteilt, in dem ich sagte, dass ich enttäuscht war, zu hören, dass die meistgewählte Frau in São Paulo – später stellte sich heraus, dass es sich um das ganze Land handelte – ein Mann war.“
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Das war der Beginn der politisch-juristischen Verfolgung der Frauenrechtlerin.
Hilton meldete die Feministin Cêpa bei der Polizei, was zu einer strafrechtlichen Untersuchung führte. Im Januar 2022 musste sie vor der Polizei aussagen. Weitere Hintergründe zum Fall durch das Magazin Reduxx, das die Verfolgung der Feministin schon länger begleitet:
Nach dem Gespräch mit der Polizei blieb Cêpa über weitere Entwicklungen in ihrem Fall bis Juni 2022 im Unklaren, als ein Reporter einer großen brasilianischen Zeitung sie um eine Stellungnahme zu einem Artikel über die Anklage bat. Erst nach der Veröffentlichung des Artikels erfuhr Cêpa, dass sie wegen fünf Fällen von „sozialem Rassismus” angeklagt war. Die Anklage geht auf eine Entscheidung des Obersten Bundesgerichts Brasiliens aus dem Jahr 2019 zurück, in der festgestellt wurde, dass Diskriminierung gegen die „LGBTQ-Gemeinschaft” eine Straftat darstellt und als eine Form von „Rassismus” unter die bestehenden Schutzbestimmungen gegen Rassismus fällt.
Vor der Anklageerhebung hatte die Staatsanwaltschaft Cêpas Beiträge in den sozialen Medien durchforstet, um weitere Äußerungen zu finden, die als „transphob” angesehen werden könnten. Aus dem Zeitungsartikel erfuhr Cêpa, dass ihr für das vermeintliche „Verbrechen” eine Freiheitsstrafe von bis zu 25 Jahren drohte.
Im Juli 2024 wurde Cêpa am Flughafen Salvador Bahia aufgehalten, als sie versuchte, nach Spanien zu reisen, um eine Freundin zu besuchen. Bundesbeamte lösten eine Warnmeldung in Verbindung mit ihrem Reisepass aus und nahmen sie zur weiteren Überprüfung kurzfristig fest. Während des anschließenden Gesprächs stellten die Behörden Berichten zufolge fest, dass ihre Situation die Kriterien für politische Verfolgung erfüllen könnte. Daraufhin kontaktierten sie die Fluggesellschaft, bei der sie gebucht hatte, und wiesen sie an, nicht ohne sie an Bord abzuheben. Ein Beamter begleitete Cêpa dann zum Flugzeug und riet ihr, nicht nach Brasilien zurückzukehren, was den Beginn einer Zeit der Staatenlosigkeit markierte. Im Juni 2025 beantragte Cêpa offiziell den Flüchtlingsstatus.
Jetzt hat Cêpa das zugängliche EU-Asylsystem für sich genutzt. Mit Hilfe der Europäischen Agentur für Asylfragen hat sie erfolgreich politisches Asyl bekommen – damit ist sie die erste brasilianische Staatsbürgerin seit 1985, die diese Anerkennung aufgrund staatlicher Verfolgung erhalten hat. Um Cêpas Privatsphäre zu schützen, wird das Aufnahmeland nicht bekannt gegeben.
MATRIA Brazil, eine Frauenrechtsorganisation, begrüßte die Entscheidung, äußerte jedoch ihre Enttäuschung über die brasilianische Regierung.
Aber der Fall geht weit darüber hinaus. Denn es ist das erste Mal, dass eine staatliche Verfolgung aufgrund der Kritik an der Gender-Ideologie anerkannt wird. Durchaus ironisch, dass dies die EU macht. Man darf der Aktivistin Glück wünschen, dass sie niemals auf die Idee kommt, manche europäische „Trans-Politiker“ zu „misgendern“.
Bild „C.d. Kirven with the Trans Pride Flag while Get Equal flies the Bisexual & Rainbow Pride Flags“ by Bisexual News and Views is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.
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Mensch muss eben in solchen Frage immer das „biologische Geschlecht“ direkt als solches Bezeichnen. Angeklagt zu werden heißt allerdings noch lange nicht, verurteilt zu werden. Ein positives Urteil, das die Anklage zurück weist, wäre schön gewesen, der Weg dazu aber der betroffenen Frau vermutlich nicht zumutbar gewesen.
Guter Journalismus würde bedeuten, auch die brasilianischen Behörden bzw. die brasilianische Botschaft in Wien um Stellung zu bitten. Das gebietet auch der „Ehrenkodex des Pressesrates“.
Wokism ist eine Form des Irrsinns, welche ganze Regierungen befallen kann. Jetzt kann ich die US-Strafzölle gegen Brasilien besser verstehen. Bolsonaro war besser!
Jetzt wird’s paradox. In Deutschland wird dagegen protestiert, dass eine männliche Transfrau nach Ungarn ausgeliefer wird und in Spanien versteckt sich eine biologische Frau vor den Behörden, weil sie eine männliche Transfrau falsch bezeichnet hat.
Diese Person wird nicht ausgeliefert, diese Sitzt in Ungarn wegen Totschlags im Gefängnis (noch nicht Verurteilt).
Ein „kleiner“ Unterschied.
Ist von Deutschland ausgeliefert worden und sitzt jetzt in Ungarn. Gegen diese Auslieferung gibt es Proteste.