Fixierte Plastikdeckel erweisen sich als Umweltkiller

12. Mai 2025von 1,8 Minuten Lesezeit

Der „EU-Schwachsinn“ des fixen Deckels sorgte für noch mehr Plastikmüll. Seinen Zweck hat er damit nicht erfüllt – im Gegenteil. An Schwedens Küste werden nun dreimal so viele Deckel wie zuvor gefunden.

Die EU-Verordnung zu fest angebrachten Plastikdeckeln („Tethered Caps“) brachte der Kommission eine Menge Spott und Häme. Eine neue Studie zeigt nun aber, dass sie sogar den gegenteiligen Effekt als erwünscht hatte: In der Praxis hat der fixierte Plastikdeckel zu noch mehr Müll geführt.

Der „EU-Schwachsinn“ des fixen Deckels, dürfte tatsächlich „Schwachsinn“ sein. Konsumenten kritisieren seine unpraktische Handhabung, und seine unangenehme Position beim Trinken. Hersteller kritisierten den „Aktionismus“ der Kommission und die nicht unwesentlichen Kosten. Die Umstellung kostete der Industrie, die in der EU ohnehin angeschlagen ist, mehrere Milliarden Euro.

Der Verschluss-Erlass aus Brüssel ist seit Juli 2024 in der gesamten Union verpflichtend. Die Richtlinie sollte verhindern, dass Deckel getrennt von Flaschen entsorgt werden und in der Natur landen. So die Argumentation der Bürokraten aus Brüssel. Durch die feste Verbindung sollen Deckel zusammen mit der Flasche recycelt werden.

Eine erste Untersuchung aus Schweden kommt aber zum gegenteiligen Ergebnis. Ausgewertet wurde das Müllaufkommen an der schwedischen Westküste: Demnach hat sich in Schweden die Zahl der weggeworfenen Deckel an Stränden seit Einführung der Regel verdreifacht. Waren es davor 46 Deckel pro 100 Meter Strand, kommen nun 144 Verschlüsse auf dieselbe Fläche. Die Menschen dürften die unpraktischen Verschlüsse – so die Vermutung – zuerst abreißen und dann aufgrund ihrer unpraktischen Hantierung vermehrt genervt wegwerfen.

Die EU-Maßnahme war also keine Verbesserung des Umweltschutzes, sondern erweist sich als Umweltkiller. Ein weiteres Beispiel, was realitätsferne Bürokratie-Politik für die Brüssel bekanntlich häufig kritisiert wird, die Probleme nicht löst, sondern verschärft.

Die Frage wird nun sein, ob die Bürokraten ihren Fehler einsehen und die Verordnung zurücknehmen werden. Denn dieser Teil ihrer Strategie gegen Plastikmüll dürfte jedenfalls gescheitert sein. Unmittelbar wird das jedenfalls nicht passieren. Denn evaluiert soll der neue Verschluss erst 2027 werden.


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16 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 13. Mai 2025 um 0:32 Uhr - Antworten

    Statt der Deckel sollte man die Bürokraten aus Brüssel entfernen.

  2. Karsten Mitka 12. Mai 2025 um 19:12 Uhr - Antworten

    Dann bin ich wohl der einzige, den diese Deckel absolut nicht stören und der sie sogar gut findet. Aufgrund von eingeschränkter Feinmotorik und Sensibilität in den Händen flutschen mir Kleinteile oft weg, so auch solche (unbefestigten) Deckel und die rollen dann natürlich oft unter die Couch oder den Küchenschrank. Auch beim trinken stören sie absolut nicht, hier kann man sich schön was einreden. Leute, die die Teile jetzt absichtlich abreißen und in der Umwelt verteilen, sind einfach nur Vollidioten. Abreißen kann die Dinger doch jeder, den sie angeblich stören, ist ja nicht verboten, aber wer sich so massiv über befestigte Deckel aufregt, der hat wohl sonst nichts zu tun im Leben.

    • Gabriele 12. Mai 2025 um 21:03 Uhr - Antworten

      Nein, wir sind zu zweit – siehe unten. :-)
      Dass wir uns mal vertragen, hätte auch keiner gedacht…

      • Karsten Mitka 13. Mai 2025 um 17:24 Uhr

        Ja, manchmal geschehen doch noch Wunder. 😁

  3. local.man 12. Mai 2025 um 18:39 Uhr - Antworten

    Dafür gibt es in der Herrschaftsidiologie nur eine Lösung.

    Kontrolle und Strafen. Die Deckel werden für Zusatzkosten von 25 Milliarden Euro pro Jahr mit Sendern versehen.
    Beim Kauf einer solchen Flasche, muss man zwingend seine Daten angeben, die dann mit den Sendern synchronisiert werden. Wird so ein Deckel dann gefunden, macht das pro Deckel 1500€ Sanktion, direkt über Social Score System eingezogen, das ebenfalls abgewertet wird.

    Lustig oder? Wird nur eine der Dinge sein, die uns alle einholen werden in diesem System..

  4. Ogmios 12. Mai 2025 um 16:29 Uhr - Antworten

    Ich empfehle allen Leuten das Buch „Die Logik des Misslingens“ zu lesen. Auch wenn ich nicht in allen Punkten dem Autor zustimmen kann, wird darin sehr gut aufgezeigt, weswegen wir heutzutage in dieser Situation stecken.

    Daher sage ich auch, dass die ungewählte EU-Komission all ihren angerichteten Schwachsinn und Irrwege, egal welchen, NIEMALS zurücknimmt oder umkehrt. Sie können es einfach nicht, weil sie nicht verstehen, was sie anrichten, so wie alle „studierten“ und möchtegern Führer.

  5. Pet van de Werft 12. Mai 2025 um 12:44 Uhr - Antworten

    Zitat „Hersteller kritisierten den „Aktionismus“ der Kommission und die nicht unwesentlichen Kosten“

    Ist kein Aktionismus sondern typische Politik nach MAO-ISTISCHER Art.

  6. Jan 12. Mai 2025 um 12:44 Uhr - Antworten

    Die EU kann nicht einfach so Verordnungen einführen und wieder zurück nehmen, nur weil sie es unterlassen hat, ihre Entscheidungen auf Tatsachen und Wahrheiten zu gründen.

    Den beschriebenen Effekt hätte man durch einen entsprechenden Test ja erkennen müssen.

    Denn jede Verordnung verursacht Kosten und die EU kann nicht mit massiven Folgekosten per trial and error irrlichtern.

    Natürlich müsste der/die Verantwortliche zurücktreten, das wäre das Mindeste. Stattdessen will man Menschen einsperren, die die Wahrheit sagen!

    Die EU „kann es nicht“ und wir sollten uns von einer solchen Organisation verabschieden.

    Die Investition in falsche Entscheidungen kann – man denke an die Größenordnung der Energiewende – fatal sein und Leben und Chancen mehrerer Generationen schwer mindern. Einer Organisation, die es im Kleinen nicht kann, sollte man auch keine Entscheidungen fürs Große überlassen.

    Wo ist die Fehlerkultur? Es scheint als würden dort grundlegende Managementkenntnisse fehlen.

  7. Glass Steagall Act 12. Mai 2025 um 12:36 Uhr - Antworten

    Zu 98% nehme ich Glasflaschen, da mir allein schon Plastikflaschen wegen ihrer „Ausgasungen“ in die Flüssigkeiten und das abgegebene Mikroplastik suspekt sind!
    Falls ich mal eine kleine Plastikflasche für unterwegs dabei habe, ist der anhängende Plastikdeckel sehr unkomfortabel, vor allem, wenn man die Flasche wieder zudrehen möchte. Die Verkantung durch die einseitige Befestigung des Deckels erfordert deutlich mehr Zeitaufwand beim zudrehen! Wenn man den Deckel von der Flasche abschneidet, schließt es sich wieder besser.

    Anstatt die Plastikflut an sich überall zu stoppen, die die Weltmeere zumüllen, kommt Brüssel mit absolut dämlichen Lösungen! Aber Brüssel ist ja bekannt für eine weltfremde Politik, wo abgehalfterte Globalisten tagsüber spielen dürfen und sich wieder neue Schrecken für ihre „Untertanen“ ausdenken können!

  8. Gabriele 12. Mai 2025 um 12:11 Uhr - Antworten

    In dem Fall würde ich doch von etwas Übertreibung sprechen. Mittlerweile ist der Verschluss insofern verbessert worden, als man die Verbindung nur zu dehnen braucht, dann stört er beim Trinken nicht mehr.
    Vielleicht sind schon auch die Konsument manchmal „ein bisschen dumm“? Und wer etwas einfach wegschmeißt, tut es sowieso – das sind die ganz Dummen.

    • Daisy 12. Mai 2025 um 12:31 Uhr - Antworten

      Nicht alle sind dehnbar, besonders die bei den Milchpackerln usw. ZB beim Paradeisersaft! Das ist ein Genuss, wennst dir den übers Gwand schüttest. Der Nannystaat sollte uns Kleinkindern gleich Trenzbatterln mitgeben, wenn er sowas vorschreibt… Wenn ich anzieh, sind sie ab und dann muss man lange fummeln, dass mans wieder richtig zuschrauben kann.

      Ja, und ich reiß sie ab und werfe sie getrennt weg, was ich früher nie getan habe, aus Protest gegen die Bevormundung und Gängelung. Sie landen aber nicht in der Natur; denn ich bin ja keine Böse, sondern irrtümlich etwa beim Papier, wo mir irrtümlich immer mehr Plastik reinrutscht oder beim Glas, wo ich irrtümlich auch manchmal schimmelige Marmelade entsorge u.Ä. Nicht irrtümlich lasse ich auf Glasgebinden immer den Deckel und die Verschlusskappe dran, denn ich bin ja nicht dumm…:-)

    • oHenri 12. Mai 2025 um 13:01 Uhr - Antworten

      „Vielleicht sind schon auch die Konsument manchmal „ein bisschen dumm“? “
      Genau – man muss also den dummen Menschen die Dinge nur besser erklären – all diese Dinge, die niemand will, niemand braucht, niemandem nützt und nur Kosten und Ärger verursachen.
      Aber zum Glück gibt es dann die Willfährigen, die Intelligenten – die, mit denen man alles machen kann – auch das Dümmste, und welche sich nicht entblöden, dies noch anderen Leuten als gut verkaufen zu wollen.
      Ja so betrachtet weiss man nicht, wer ist die grössere Plage auf dieser Welt: die, welche die Dummen sein sollen, oder die, welche sich gescheit und andere dumm nennen und dabei jeden, auch den dümmsten Blödsinn mitmachen?
      Nach Lesen Ihres Textes tendiere ich zu Zweiterem.

      • Gabriele 12. Mai 2025 um 16:17 Uhr

        Wenn Sie meinen – das kratzt jetzt nicht an meinem Selbstbewusstsein, und ich nenne niemanden gern dumm, aber man könnte dort, wo es geht, wenigstens drauf kommen, oder? Und wenn ich nicht alles und jedes täglich bejammere, bin ich in IHREN Augen dumm. Auch gut. Damit kann ich leben. Normal lässt sich jedes dieser Verschlussstücke dehnen, das mir bis jetzt unterkam. Milch brauche ich seit Jahren keine und angeschüttet habe ich mich früher immer mit den Packerln, die man aufreißen musste. Da war ich besonders „dumm“.

  9. Anna 12. Mai 2025 um 11:20 Uhr - Antworten

    Ich reiße jeden dieser Deckel a, schneide sogar die kleinen Plastikteile noch weg und schmeiße sie bewußt in den Restmüll. Nicht mit mir!
    Ich kaufe auch kein Mineralwasser mehr seit es „Pfand“ auf die Flaschen gibt. Ich lebe in Österreich und wir haben für manche (Glas)Flaschen früher immer Einsatz bezahlt, ja, aber Pfand, nein! Habe mein Soda Syphon wieder aktiviert für den Fall des Falles, ansonsten haben wir in Wien wunderbares Hochquellen Leitungswasser!

  10. fdik 12. Mai 2025 um 11:10 Uhr - Antworten

    YouTube Yann Song King – Einweggetränkeflaschenschraubverschluss …

  11. triple-delta 12. Mai 2025 um 10:47 Uhr - Antworten

    Wer immer noch nicht gemerkt hat, dass jeder Schreibtisch in der EU nur die Aufgabe und das Ziel hat, den größtmöglichen Schaden anzurichten, ist Teil des Problems und nicht der Lösung.

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