Ukraine zwischen Übergabe von Bodenschätzen sowie Infrastruktur an USA und EU-Beitritt

31. März 2025von 3,8 Minuten Lesezeit

Trump merkt, dass er mit seinen Vorstellungen über die Beilegung des Konflikts in der Ukraine nicht voran kommt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde von Trump beschuldigt, sich aus dem jüngsten Abkommen über natürliche Ressourcen mit den USA zurückzuziehen, wie aus einem Bericht von Reuters vom 30. März hervorgeht.

Selenskyj war bereits beschuldigt worden, die erste Version des von den USA im Februar vorgelegten Abkommensvorschlags verwässert zu haben. Nach den Verhandlungen wurden einige der Bedingungen, die den USA die größte Kontrolle über die natürlichen Ressourcen der Ukraine einräumten, gestrichen. Wie die Financial Times am 27. März berichtete, haben die USA kürzlich einen neuen Vorschlag vorgelegt.

Diese neue Version beschreibt einen gemeinsamen Investitionsfonds mit einem Vorstand, der aus drei von den USA und zwei von der Ukraine ernannten Mitgliedern besteht, wodurch die USA die Kontrolle über die Mineralien in der Region erhalten würden. Weiter soll dieser Fonds auch die gesamte wichtige Infrastruktur der Ukraine übernehmen. Die Ukraine wird damit praktisch zur US-Kolonie, was Trump offenbar auch mit Grönland und Gaza anstrebt.

Darüber hinaus hätten die USA Anspruch auf den gesamten Gewinn zuzüglich einer jährlichen Rendite von vier Prozent, bis die der Ukraine gewährte Militär- und Finanzhilfe vollständig zurückgezahlt ist, berichtete Bloomberg.

Wenn man bedenkt, dass die USA schon 2004 versuchten ein US-treues Regime durch einen Putsch einzusetzen und das 2014 auch erreichten, sind diese Ansinnen seltsam.

Am 13. Mai 2014 erschien in The Guardian ein Kommentar zu den Entwicklungen in der Ukraine mit dem Titel In der Ukraine, ziehen uns die USA in einen Krieg mit Russland hinein

Hier Auszüge aus dem Text:

Die Rolle Washingtons in der Ukraine und seine Unterstützung für die Neonazis des Regimes hat enorme Auswirkungen auf den Rest der Welt.

Warum tolerieren wir die Gefahr eines weiteren Weltkriegs in unserem Namen? Warum lassen wir Lügen zu, die dieses Risiko rechtfertigen? Das Ausmaß unserer Indoktrination, schrieb Harold Pinter, ist ein „brillanter, sogar witziger, höchst erfolgreicher Akt der Hypnose“, als ob die Wahrheit „nie stattgefunden hätte, selbst während sie stattfand“.

Mehr dazu hier.

Ukraine und die EU

„Die Verfassung der Ukraine macht deutlich, dass unser Kurs in Richtung EU geht“, sagte Selenskyj am 28. März gegenüber Reportern.

„Nichts, was den Beitritt der Ukraine zur EU gefährden könnte, kann akzeptiert werden“, sagte er, nachdem die Europäische Kommission angekündigt hatte, das Abkommen auf seine Vereinbarkeit mit den Wettbewerbs- und Binnenmarktregeln der EU und damit mit dem Beitrittsgesuch der Ukraine zu prüfen.

„Es wurde die Meinung vertreten, dass ein solches Abkommen aus der Perspektive der Beziehungen zwischen der Ukraine und der EU und insbesondere im Hinblick auf die Beitrittsverhandlungen geprüft werden müsste“, sagte die Chefsprcherin der Europäischen Kommission am 28. März während eines Briefings vor Journalisten.

Sie fügte hinzu, dass der Ukraine Rechtshilfe angeboten würde, wenn sie diese anfordere.

Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA und Russland Gespräche über gemeinsame seltene Erdmetalle aufgenommen haben, nur wenige Tage nachdem Trump in einem Gespräch mit Reportern von NBC sagte, er sei „sehr wütend“ und „sauer“ auf Wladimir Putin.

Der russische Präsident hatte die Glaubwürdigkeit der Führung Selenskyjs kritisiert, die laut Trump „nicht in die richtige Richtung geht“.

Trump  hatte Anfang März eine Welle von Zöllen und kürzlich „sekundäre Sanktionen“ angekündigt hat, die Putins Öleinnahmen für den Krieg in der Ukraine einschränken könnten. Gestern Sonntag hat Trump nebst den Vorwürfen gegen Russland wieder die sekundären Sanktionen gegen andere Länder bekräftigt. Offenbar hat er dabei insbesondere Länder wie China oder Indien im Visier.

China, das sich den internationalen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen hat, versucht derzeit, diese nicht zu brechen, um sekundären Angriffen zu entgehen. Einige chinesische Banken haben das Geschäft mit russischen Firmen reduziert, da sie einen Ausschluss aus dem globalen Bankensystem befürchten, wie The Guardian berichtet.

Der chinesische Außenminister wird sich am 1. April in Moskau mit seinem russischen Amtskollegen treffen.

Das und die Vorgänge in Europa mit der Eliminierung von Präsidentschaftskandidaten, die gegen Krieg sind  – Rumänien, Frankreich, Polen  … – lassen befürchten, dass nicht nur die EU-Kommission und Länder in Europa, sondern auch die USA statt Frieden eine Ausweitung der Krieg anstreben.


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10 Kommentare

  1. Jurgen 1. April 2025 um 18:26 Uhr - Antworten

    Die Zionisten Show geht weiter, die Ukrainer selbst haben dabei ganz und gar nichts zu vermelden, nur an der Front zu sterben…

  2. Varus 1. April 2025 um 17:10 Uhr - Antworten

    Zitat heute im Bösen Medium: „… „Entweder Sie unterzeichnen das Abkommen oder wir stellen alles ein“ – diese im Oval Office des Weißen Hauses gesprochenen Worte Trumps hallen in Selenskijs Ohren wie ein Refrain wider. …“ – Sollte der Aprilscherz-Trump nicht aufhören, sich lächerlich zu machen und alles einstellen? Er mag als Devise „sucht Euch anderen Trottel“ haben – wenn aber der bisherige weiter liefert?

  3. Patient Null 31. März 2025 um 22:28 Uhr - Antworten

    Am 13. Mai 2014 erschien in The Guardian ein Kommentar zu den Entwicklungen in der Ukraine mit dem Titel In der Ukraine, ziehen uns die USA in einen Krieg mit Russland hinein

    2014 konnte man den Guardian auch noch lesen.

    Der Bericht heute zb über Le Pen spricht Bände. Man hat mit dem Geld für Assistenten, Assistenten bezahlt. Allerdings „müssen direkt in Straßburgs Parlamentsangelegenheiten tätig sein“. Das mag so sein, nur wer kontrolliert die Assistenten die in Brüssel sitzen was die den ganzen Tag machen, niemand.

    Der eigentliche Skandal dem chancenreichsten Bewerber für den Posten des franz. Staatspräsidenten mal eben das passive Wahlrecht zu entziehen, fällt unter den Tisch.

  4. Fritz Madersbacher 31. März 2025 um 20:07 Uhr - Antworten

    „Das und die Vorgänge in Europa … lassen befürchten, dass nicht nur die EU-Kommission und Länder in Europa, sondern auch die USA statt Frieden eine Ausweitung der Krieg anstreben“

    Der Stellvertreterkrieg in der Ukraine ist eine Blamage des westlichen Imperialismus vor der ganzen Welt, die er nicht auf sich sitzen lassen will/kann, ohne seine Hegemonie einzubüßen. Aber seine diversen Protagonisten sind ihrem wütenden Starrsinn zum Trotz nicht in der Lage, das Ruder noch einmal herumzureißen. Die zeitgenössischen Krösusse haben den Halys überschritten und sind dabei, ein Imperium zu zerstören – das eigene. Aber, wie schreibt der Autor des heutigen Artikels „Europas Idiotie schlägt ins Dunkle um“ so richtig:
    „Wenn nötig, werden sie auf spektakuläre Aktionen unter falscher Flagge zurückgreifen, um eine weitere Massenpsychose zu erzeugen und uns dazu zu bringen, ihren Kriegen zuzustimmen und bereit zu sein, in ihnen zu kämpfen. Aber wir erziehen unsere Kinder nicht dazu, in ihren Kriegen zu töten und zu sterben, sondern dazu, ihr Leben in Sicherheit, Wohlstand und Freiheit zu leben“
    Und es sind nicht nur die Marionetten auf der politischen Bühne, die in die Schranken gewiesen werden müssen, es sind letztlich „die Mächte des Finanzkapitalismus“, wie Lenin schon vor über 100 Jahren analysiert hat („Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, veröffentlicht 1917) …

  5. Varus 31. März 2025 um 19:18 Uhr - Antworten

    Darüber hinaus hätten die USA Anspruch auf den gesamten Gewinn zuzüglich einer jährlichen Rendite von vier Prozent, bis die der Ukraine gewährte Militär- und Finanzhilfe vollständig zurückgezahlt ist

    Schnorrlensky meint, die Banderas hätten keine Schulden bei den USA – damit kriegt Trump gar nichts. Er sollte lieber auf Colonel McGregor hören: „ „Selenskyj muss weg“ – Oberst Douglas Macgregor fordert Wende in der Ukraine-Politik“. Und natürlich – aus dem Weltkrieg für die Woke Weltherrschaft wirklich aussteigen, sofort und komplett.

  6. Andreas I. 31. März 2025 um 17:54 Uhr - Antworten

    Hallo,
    USA will Frieden! Doch doch! Wirklich!
    Frieden zu den Bedingungen des Imperiums USA. :-))

    • OMS 1. April 2025 um 7:20 Uhr - Antworten

      Wie viele Friedensverträge haben die USA mit den indigenen Völkern in Amerika geschlossen? Wo sind jetzt diese Indigenen? Jeder, der sich mit den USA ins Bett legt, darf sich nicht wundern, wenn er am nächsten Morgen einen Dolch im Rücken stecken hat. Die USA sind kein Wohltäter, sondern das Übel dieser Welt, welche keinen Frieden gebrauchen können, weil Kapitalismus es so verlangt. Die USA könnten die Hälfte ihrer Militärausgaben einsparen und würden immer noch mehr als China und Russland zusammen ausgeben. Daran erkennt man was die USA will! Krieg, Krieg und nochmals Krieg ! Und immer möglichst weit weg vom eigenen Land. Trump spricht es deutlich aus: „Mache was ich will, ich bestimme den Deal, teilen wir den Gewinn, oder Bomben machen dich hin!“

  7. Stunning Greenhorn 31. März 2025 um 17:27 Uhr - Antworten

    Ein für die Einzige Weltmacht vorteilhafter Deal. Drei Jahre Stellvertreterkrieg gegen Russland ohne eigene Soldaten, bei dem altes Kriegsmaterial verheizt und neues erprobt wird. Millionen Flüchtlinge belasten die Gesellschaften der europäischen Gastgeberländer. Die NATO wird angesichts der russischen Wehrhaftigkeit erweitert und die Mitgliedsstaaten bis an die Zähne aufgerüstet. Die in jeder Hinsicht auf Jahrzehnte ruinierte Ukraine wird um die Bodenschätze betrogen, die zum alleinigen Vorteil der Einzigen Weltmacht abgebaut, verwertet und verkauft werden dürfen. Die Europäische Union übernimmt durch Aufnahme der Ukraine sämtliche Kosten und Verantwortung, wobei der Einfluss bei der Einzigen Weltmacht verbleibt, wodurch Wirtschaft und Wohlstand der Alten Welt abermals nachlassen. Gelingt es diesem oder dem nächsten Präsidenten Amerikas Europa in den Großen Krieg gegen Russland zu hetzen, ist Europa auf Jahrzehnte nicht in der Lage, den USA (beim Krieg gegen China) etwas am Zeug zu flicken und steht langfristig als desinfizierter und neukonstruierbarer Brückenkopf nach amerikanischem Wunsch zur Verfügung. Auf dem Weg dorthin wird jeder gefallene europäische Staat in eine technokratisch-transhumanistische Zelle umgebaut, die schließlich zu einem Superstaat zusammengeschlossen wird. Auf dem Weg dorthin sind kleinere Notfälle wie Pandemie, Wasserknappheit oder Internetangriffe bei Bedarf an der Tagesordnung. Leck mich am Huf! Was ist nur aus unserer Welt geworden?

    • Jurgen 1. April 2025 um 18:54 Uhr - Antworten

      Ami go home, sog I

  8. triple-delta 31. März 2025 um 16:43 Uhr - Antworten

    Auch wenn zwischendurch der POTUS gewechselt hat: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. “ (Albert Einstein)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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