Die Mär vom natürlichen Tod

26. März 2025von 2,8 Minuten Lesezeit

Außer in Kriegszeiten sterben Menschen vorzugsweise einen natürlichen Tod. Alles andere käme einem Aufstand gegen die Handlungsmächtigen gleich. Das gilt bis heute.

Wer an Masern erkrankt ist und stirbt soll immer den Masern zum Opfer gefallen sein. Wer einen Herzinfarkt nach modRNA-Spritzen erleidet, hatte eben eine verstopfte Herzkranzarterie, was schon immer vorkam. Lagen aber zwischen Wohlbefinden und Tod nicht nur eine Krankheit, sondern auch Behandlungen, wer entscheidet dann die Kausalität?

Der französische Theaterdichter Moliére (1622-73) hatte die Frage für sich bereits vor 350 Jahren geklärt: „Niemand solle sagen dieser Mensch da starb an einem Fieber oder einem Katarrh, sondern er starb an vier Ärzten und zwei Apothekern.“i Nach seinem vorzeitigen Tod auf der Bühne konnte er dann allerdings nicht mehr verhindern, dass man ihm eine Tuberkulose als Todesursache bescheinigte. Die von Moliére ausführlich geschilderten ärztlichen Grausamkeiten für sein Leiden unterschlägt man seither.

So sollte es dann bis in unsere Tage bleiben. Wenn ein Kind an der von den Medien herbeigeredeten Masern-Epidemie in Texas aktuell gestorben sein soll, dann hätten eben die Masern den Tod verursacht. Tatsächlich konnte nach meinem Kenntnisstand überhaupt noch kein Todesfall beweisend auf Masern zurückgeführt werden. Die wenigen Einzelfälle offenbarten bei der konkreten Nachprüfung immer andere Ursachen wie z.B. Impfungen.

Das Kind in Texas hatte – wenn überhaupt – jedenfalls die Masern längst überstanden und litt an einer Lungenentzündung anderer Ursache.ii Wenn der Tod unter Antibiotika und bei Beatmung eintrat, sind zunächst diese Maßnahmen als verdächtig für den Tod anzusehen. Jede Beatmung produziert eine Entzündung der Atemwege! Für alle Antibiotika sind schwerste „Nebenwirkungen“ bereits in den Beipackzetteln aufgelistet.

Erst wenn man hierzulande realisieren wird, dass Behandlungen gefährlicher als Krankheiten sind, ist ein rationaler Umgang mit Medizin in Sicht. Eine Meta-Analyse von Cochrane hatte im Jahr 2022 gezeigt, dass nur knapp 6% von 1567 untersuchten Standardbehandlungen einen Nutzen hatten, aber in 38% der Fälle Schäden auftraten iii Der Schaden/Nutzen-Quotient liegt als bei etwa 7:1. Was nur dann zutrifft, wenn die nützlichen Behandlungen ausschließlich bei den „richtigen“ Kranken erfolgen würden. Stimmt schon die Diagnose nicht – was immer häufiger der Fall ist -, dann wird auch eine bei richtiger Indikation nützliche Behandlung zu einer unsinnigen Maßnahme, die nur schaden kann!

Referenzen:

i Moliere JB: L’Amour Medicin. S.; zitiert nach: Winkle S: Geißeln der Menschheit. Kulturgeschichte der Seuchen. S. 1030; Artemis & Winkler; Düsseldorf/Zürich 1997

iii Howick J et al.: Most Healthcare Interventions teste in Cochrane reviews are not effective according to high quality evidence: a systematic review. J Clin Epidemiol 2022; 148:160-9

Bild von Herbert II Timtim auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht. Darunter „Hauptsache Panik. Eine neuer Blick auf Pandemien in Europa“, „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“ und „Hauptsache krank?


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3 Kommentare

  1. Jurgen 26. März 2025 um 22:33 Uhr - Antworten

    Deswegen nehme ich bei heftigeren Fällen von krank immer kolloidales Silberwasser, ein Antibiotikum gegen das keine Resistenzen entstehen können aufgrund der Wirkungsweise. Und weil es so extrem billig selbst herzustellen ist, nicht mal 2 Cent pro Woche Anwendung…

  2. triple-delta 26. März 2025 um 8:23 Uhr - Antworten

    Der Kollege schrammt ganz knapp an einer richtigen Diagnose vorbei. Das ist aber verständlich, muss er doch seine Analyse aus seinem Erfahrungsschatz bestreiten und diese besteht eben nur aus Medizin im Kapitalismus. Damit kann er als tiefe Ursache der Mißstände im Gesundheitswesen und damit der Art und Weise wie Menschen behandelt werden, den Kapitalismus, nicht erkennen. Der Kapitalismus neoliberaler Prägung besteht darin, alle Bereiche der Gesellschaft der Profitgenerierung zu unterwerfen, auch den Gesundheitsbereich. Damit kann hier keinerlei Humanismus mehr vorhanden sein.

    • Patient Null 26. März 2025 um 8:47 Uhr - Antworten

      Mit Merz bekommen wir davon jetzt nochmal eine Extra Portion ab. Noch mehr Geld für noch weniger Heilung.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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