Seit 1961 steigen die Tageshöchsttemperaturen nicht jedoch die Tiefsttemperaturen

24. Januar 2025von 3,4 Minuten Lesezeit

Der Klimawandel ist immer und überall und seit dem Ende der letzten kleinen Eiszeit um 1850 wird es wärmer. Die große Frage ist, was die Ursache der Erwärmung ist. Zur Beantwortung muss man messen und beobachten.

Es gibt dafür eine Reihe von Datensätzen über die Entwicklung der Temperaturen. Ziqian Zhong et al haben zwei verschiedene Datennsätze der Jahre 1961 bis 2020 ausgewertet und die Ergebnisse in der Studie „Reversed asymmetric warming of sub-diurnal temperature over land during recent decades“ (Umgekehrte asymmetrische Erwärmung der subdiurnen Temperatur über Land in den letzten Jahrzehnten) in Nature veröffentlicht.

Die Oberflächenlufttemperatur (SAT) ist ein häufig verwendetes Maß für den Klimawandel an Land, da sie den Energieaustausch auf der Erde darstellen kann. Zusätzlich zu den täglichen Durchschnittstemperaturen liefert der Tagestemperaturbereich (DTR), definiert als die Differenz zwischen der täglichen Höchsttemperatur (Tmax) und der täglichen Mindesttemperatur (Tmin), nützliche Informationen über das Klima.

Es wird zunächst darauf hingewiesen, dass es in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen Temperaturrückgang gab, der hauptsächlich die Tageshöchstwerte betraf.

Die Erwärmungsraten von Tmax und Tmin,  also deren Veränderung, an der Erdoberfläche wurden anhand von zwei auf Stationsmessungen basierenden Datensätzen von Berkeley Earth Surface Temperatures (BEST) und der Climatic Research Unit Time-Series Version 4.07 (CRU TS) ausgewertet. Beide Datensätze wurden über die Landmassen gerastert.

„Wie in Abb. 1a, b dargestellt, stiegen die Trends im globalen flächenbezogenen Durchschnitt von Tmax, berechnet mit einem gleitenden 30-Jahres-Fenster, im Zeitraum 1961–2020 schneller an als die von Tmin. Die Erwärmungsrate des globalen Durchschnitts von Tmax erreichte in den letzten Jahrzehnten die Erwärmungsrate von Tmin, wobei der Zeitpunkt des Übertreffens bei BEST früher eintrat als bei CRU TS. Im letzten 30-Jahres-Fenster (1991–2020) weisen beide Datensätze einen leichten (CRU TS-Datensatz) oder deutlich ausgeprägteren (BEST-Datensatz) Anstieg des globalen Durchschnitts von Tmax im Vergleich zu Tmin auf.“

Nochmal zur Erklärung was wir hier sehen. In den beiden Graphen sind die zentralen Mittelwerte von 30-Jahreszeiträumen abgebildet: zum Beispiel für das Jahr 1975 der Temperatur-Mittelwert des Zeitraums von 1961 bis 1990, und für das Jahr 2005 der Temperatur-Mittelwert des Zeitraums von 1991 bis 2020.

Der stärkere Anstieg der Tageshöchsttemperatur gibt einen Hinweis darauf, was für die Erwärmung gesorgt hat, sowie was beim Tmin eben nicht zu einer Erhöhung, sondern zu einer ziemlichen Konstanz geführt hat.

Die Autoren schreiben über das Klimaphänomen der „asymmetrischen Erwärmung im Tagesverlauf“ im Abstract:

„Hier bewerten wir die halbtäglichen Temperaturmuster neu und stellen einen erheblichen Anstieg der Erwärmungsraten der täglichen Höchsttemperaturen (Tmax) fest, während die täglichen Mindesttemperaturen relativ stabil geblieben sind. … Die verstärkte Erwärmung der maximalen Tageshöchsttemperaturen wird auf eine weit verbreitete Verringerung der Wolkendecke zurückgeführt, die zu einer erhöhten Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche geführt hat.“

Über die Verringerung der Wolkendecke, die zu einer erhöhten Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche geführt hat, gibt es natürlich auch Studien, über die wir hier auf TKP berichtet haben. Eine davon hat aus Satellitendaten für den Zeitraum 2000 bis 2024 ermittelt, dass die Wolkenbedeckung kleiner geworden ist und damit mehr Sonnenstrahlung durchgelassen hat.

Die Studie kam zu diesem Schluss:

„Laut CERES-Beobachtungen ist die Albedo des gesamten Himmels der Erde seit 2000 um etwa 0,79 % gesunken, was zu einer Zunahme der Absorption der planetaren Kurzwellenstrahlung um ≈2,7 W/m² führt.“

Die vermehrte Sonnenstrahlung hat also offenbar etwas mit der Erhöhung der Tagestemperatur zu tun. Dass der leicht angestiegene CO2-Gehalt der Luft dabei keine Rolle spielt, geht aus der gleichbleibenden Tiefsttemperatur zurück.

Bild von Markéta Klimešová auf Pixabay

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6 Kommentare

  1. Pfeiffer C 24. Januar 2025 um 14:28 Uhr - Antworten

    …messen und beobachten

    Der mittlerweile hochreaktionäre Radiosender Ö1 ist seit der kürzlich erfolgten „Reform“ zu einem penetranten System-Zwischenverstärker auf Breitbandebene mutiert. Und die nunmehr 100%-ige übertriebene Sprachmelodie der Moderatoren-Denkbetreuung (früher nur Marke Doris Glaser) gibt mir den Rest.

    Artikelanlassbezogen:

    Gestern – Punkt Eins – Thema „Vom Wert der gemeinsamen Wirklichkeit“ – Verbindende Werte und das Versprechen einer offenen und lernenden Gesellschaft.

    Gast: Prof. Dr. Maja Göpel, Transformationsforscherin, Autorin und Rednerin, Leuphana Universität Lüneburg. Moderation: Barbara Zeithammer.

    Die Frau Transformationsforscherin, Autorin und Rednerin fabulierte, als ob wir alle heute noch immer nicht wüssten, dass das leitmedial verbreitete Coronanarrativ, das verbreitete Ukrainekriegsnarrativ, das verbreitete Klimanarrativ ff samt und sonders hintergedankengesteuerte, globale Experimente auf fatale Kosten von uns allen ging/geht:

    Beim Coronapharmaskandal im schlimmsten Fall um die Gesundheit oder gar ums Leben von uns allen.

    Die Frau Transformationsforscherin verteufelte in einem Rundumschlag die alternativen Informationsplattformen und sang das hohe Lied der „freien, demokratischen, soliden“ Altmedien.

    Schließlich gab sie als Beispiel zum Besten, daß Zitat – 99% der Klimaforschung einig seien – daß uns also schon bald alle der Klimateufel holt.

    Und: Individuelle und gefühlte Wahrheiten, Meinungen und Emotionen bestimmen zunehmend die Debatten und immer weniger der sachliche Austausch auf Basis von Argumenten.

    Vielfach geht es um Gewinnen und Verlieren und Schuldzuweisungen. Wird „die Wahrheit“ – die gemeinsame Wirklichkeit auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse – langsam obsolet?

    Ihre, der Frau Transformationsforscherin gemeinsame Wirklichkeit auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse hat eine gewaltige Realitätsdelle: Z.B. ihre „einigen 99% der Klimaforschung“ sind ein billiger, falscher Rechenschmäh – es gibt irgendwo sogar einen TKP-Detailartikel darüber.

    Leidergottes sind die Ö1-Wissenschafts-Elke Ziegler oder die Ö1 Universalwaffe Wolfgang Ritschl nicht bereit, dahingehend persönlich adressierte argumentgestützte, mitteleuropäisch kultiviert formulierte Kritik zu beantworten…

    Achja, zum Finale 2 immergültige Zitate:

    Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit kann von alleine Aufrecht stehen.
    Thomas Jefferson

    Der wiedergekehrte Faschismus sagt nicht: «Ich bin der Faschismus» Nein, er sagt: «Ich bin der >Antifaschismus»
    Fast Ignazio Silone

  2. slowman 24. Januar 2025 um 9:15 Uhr - Antworten

    Die Erwärmungsrate wird abgebildet, nicht die Temperaturen. Pro Dekade nehmen die Temperaturen gemäß den Graphen ca. 0,25 (+/- 0,1) Grad zu. Das gilt für die T-min wie für die T-max.

    Im Artikel wird das ungenau wiedergegeben, z.B. im allerletzten Satz:
    ‚Dass der leicht angestiegene CO2-Gehalt der Luft dabei keine Rolle spielt, geht aus der gleichbleibenden Tiefsttemperatur zurück.‘ [recte: hervor]

    Wahr ist, dass die Graphen anzeigen, dass die mittlere Zunahme der T-max seit ca. 1980 über der mittleren Zunahme der T-min liegt.

    Es ist möglich, aber unwahrscheinlich, dass auf der Basis falscher Dateninterpretation richtige Schlüsse gezogen werden.

    • rudifluegl 26. Januar 2025 um 0:18 Uhr - Antworten

      Hä?
      Da ist doch nur ein Hinweis auf fehlende Strahlungsenergie bei Nacht und dem Wirken der Sonne plus fehlender des CO²???!
      Aber „Back „Radiation“ zur Erdoberfläche gibt es sowieso nicht.

  3. Jan 24. Januar 2025 um 7:35 Uhr - Antworten

    Als Ursache kommen vor allem die Flatulenzen europäischer Politiker in Frage. Dagegen hat Kill Bill eine bei Rindern – angeblich auch in Österreich! – erprobte mRNA-Abhilfe! Stündliches Zwangsspritzen würde das Überkochen der Erde deutlich reduzieren. Nationalrat und Bundestag sollten sich endlich solidarisch zeigen!

  4. therMOnukular 24. Januar 2025 um 7:34 Uhr - Antworten

    Ich wüsste gern, wo die Mess-Stationen standen und wie deren Daten zusammengeführt wurden.

    Könnte nämlich auch sein, dass man die Höchst-Temperaturen in Städten misst, die durch dichtere Verbauung zu immer größeren Backöfen werden, während die Temperaturen auf dem Land wie üblich absinken können, da dort nicht dieser „Wärmespeicher“ (Beton usw) vorhanden ist.

    Wer viel misst, misst viel Mist.

    • Sabine Schoenfelder 24. Januar 2025 um 11:47 Uhr - Antworten

      Noch besser, die globale Durchschnittstemperatur…..😂🤣….eine Lachplatte.
      Ich stelle einfach noch ein paar „neue“ Meßstationen auf, selbstverständlich für eine noch exaktere Berechnung..😂…“on the sunny side of the street“, 👉 und tatatataaaa🎶, steigt ˋse an.🤓👍🏼🥂
      Messungen in einem chaotischen Wettergeschehen mit „Schmetterlingseffekt“ ist nur was für WEFler mit Baerbock-Geist.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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