Die Volkswagen-Krise: Wer gewinnt, wer verliert?

18. Januar 2025von 6 Minuten Lesezeit

Die Aktionäre bekamen in den letzten Jahren erhebliche Dividenden, das Geld fehlt jetzt, die Beschäftigten müssen daher einen Reallohnrückgang in Kauf nehmen.

Die Krise bei Volkswagen bleibt in den Schlagzeilen. Laut einem Medienbericht vom 15.1. soll es bei den Beschäftigten von VW Lohnkürzungen geben, wenn sich die Krise weiter zuspitzt.1 Oder werden vielleicht – laut Berliner Zeitung am 16.1. – gar VW-Werke von Chinesen aufgekauft?2

Im Dezember hatten sich die IG Metall und das Management von Volkswagen darauf geeinigt, dass es 2025 keine Lohn- und Gehalterhöhungen geben würde. Im Gegenzug werde es aber auch keine Werksschließungen geben. Bis 2030 sollen demnach 35.000 Jobs wegfallen. Das entspricht gut 5% der konzernweit etwa 684.000 Beschäftigten 2023.3 Aber es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben.4

Dividendenzahlungen von VW

Angesichts der ausbleibenden Lohnerhöhung 2025 oder der eventuell gar kommenden Lohnkürzungen bei weiterer Zuspitzung der Krise soll nun ein Blick auf die Dividendenzahlungen in der jüngeren Vergangenheit geworfen werden.

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In den letzten vier Jahren, 2020 bis 2023 wurden insgesamt 24,707 Milliarden Dividenden ausgeschüttet (inklusive einer Sonderdividende 2023 von 9,6 Milliarden Euro).5 Im Durchschnitt der letzten vier Jahre beschäftigte der VW-Konzern etwa 673.500 Mitarbeiter. Die Lohn- und Gehaltssumme betrug in diesen vier Jahren ungefähr 45,2 Milliarden Euro jährlich, der durchschnittliche Jahreslohn pro Beschäftigten etwa 67.200 Euro.6

Teilt man die durchschnittlichen jährlichen Dividendenzahlungen der letzten vier Jahre (6,175 Mrd. Euro) durch die Zahl der durchschnittlichen Beschäftigten (673.500), erhält man etwa 9.170 Euro pro Jahr pro Mitarbeiter. Anders ausgedrückt: wäre die Dividende an diejenigen gezahlt worden, die arbeiten, statt an die Aktionäre, die meist sehr weit weg wohnen und das Unternehmen selten oder nie betreten, hätte jeder Beschäftigte jedes Jahr 9.170 Euro oder 13,6% mehr verdient. Allen arbeitenden Menschen bei VW wurden in den letzten vier Jahren jedes Jahr etwa 9.170 Euro bzw. 13% vom Lohn abgezogen, um ihn an die Aktionäre zu überweisen.

Dieses Geld – insgesamt knapp 25 Milliarden Euro – fehlt jetzt. Dividenden verlassen das Unternehmen und stehen nicht mehr als Reserve oder für Investitionszwecke zur Verfügung. Dafür müssen die Beschäftigten jetzt den Gürtel enger schnallen und auf eine Lohnerhöhung verzichten, weil es VW schlecht geht.

Wer bekommt die Dividenden? Wem gehört VW?

Damit stellt sich die Frage: Wer bekam eigentlich die knapp 25 Milliarden Euro Dividendenzahlungen in den letzten vier Jahren? Die Aktionäre. Wer sind die Aktionäre? Die Aktionärsstruktur bei VW sieht folgendermaßen aus:7 31,9% Porsche Automobil Holding SE, 20% institutionelle Anleger Ausland, Qatar Holding 10%, Land Niedersachsen 11,8%, Privataktionäre/ Weitere 24,1%, institutionelle Anleger Inland 2,3%. Da die Dividendenzahlungen für Stamm- bzw. Vorzugsaktien in den letzten vier Jahren praktisch identisch waren, braucht man hier also kaum zu unterscheiden.

Nehmen wir zur Illustration den größten, einflussreichsten und daher wichtigsten Hauptaktionär, die Porsche Automobil Holding SE. Sie besitzt 31,9% aller Aktien des Volkswagen-Konzerns. Da sie aber einen Großteil der Vorzugsaktien innehat, hat die Holding 53,3% der Stimmrechte bei Volkswagen. Das Land Niedersachsen hat 20% der Stimmrechte, Qatar Holding 17%.

Wem gehört die Porsche Automobil Holding SE?

Wem gehört die Porsche Automobil Holding SE? Laut Geschäftsbericht 20238 gehören 50% aller Aktien den Familien Porsche und Piech, und zwar alle Stammaktien, die allein stimmberechtigt sind. Die beiden Familien haben also das alleinige Sagen bei der Porsche Holding und sie erhalten normalerweise 50% aller Dividenden.

An die Porsche Holding flossen in den letzten vier Jahren von VW etwa 7,9 Milliarden Euro Dividenden (ca. 31,9% der 24,707 Milliarden Euro Dividendenzahlungen). Davon die Hälfte, also gut 3,9 Milliarden Euro gingen letztlich an die beiden in Österreich wohnenden Familien Porsche und Piech.

Von 2020 bis 2023 wurden also den etwa 673.000 Beschäftigten bei Volkswagen im Durchschnitt jedes Jahr etwa 9.170 Euro oder 13% vom Lohn abgezogen, um den beiden Familien Porsche und Piech 3,9 Milliarden Euro zukommen zu lassen, sowie den übrigen, normalerweise sehr wohlhabenden Aktionären9 20,8 Milliarden Euro Dividenden auszuzahlen (Ausnahme Land Niedersachsen, die davon knapp drei Milliarden bekamen).

Für 2025 ist geplant, eine Dividende auf Vorzugsaktien in Höhe von 9,06 Euro, dasselbe wie für 2024, auszuschütten.10 Das wären etwa 1,868 Milliarden Euro. Die Vorzugsaktionäre brauchen also nicht auf ihre erwerbslosen, Nicht-Arbeits- oder leistungslosen Einkommen zu verzichten. Die Beschäftigten hingegen bekommen trotz anziehender Inflation (in Deutschland im Dezember 2024 2,6%)11 keine Lohnerhöhung, verdienen somit real weniger als im Vorjahr.

Fazit

VW gehört von den Stimmrechten her zu 53,1% der Porsche Automobil Holding. Die Holding gehört von den Stimmrechten her zu 100% den beiden Familien Porsche und Piech. Die beiden Familien Porsche und Piech sind daher die wahren Chefs von Volkswagen. Sie haben das Sagen, sie haben die absolute Mehrheit auf der Hauptversammlung von VW.12

Von der Kapitalseite her gehören der Porsche Automobil Holding 31,9% aller Aktien von VW. Sie bekommt daher in der Regel knapp ein Drittel aller VW-Dividenden. Die Porsche Holding gehört von der Kapitalseite her zu 50% den beiden in Österreich wohnenden Familien Porsche und Piech. Die beiden Familien bekamen daher in den letzten vier Jahren knapp 16% aller VW-Dividendenzahlungen. Das waren etwa 3,9 Milliarden Euro.

Von 2020 bis 2023 wurden den etwa 673.000 Beschäftigten bei Volkswagen im Durchschnitt jedes Jahr etwa 9.170 Euro oder 13% vom Lohn abgezogen, um den beiden Familien Porsche und Piech 3,9 Milliarden Euro und den übrigen, in der Regel sehr wohlhabenden Aktionären (Ausnahme Land Niedersachsen, die davon knapp drei Milliarden bekamen) etwa 20,8 Milliarden Euro zukommen zu lassen.

Das Geld fehlt jetzt im Unternehmen. Daher müssen die Beschäftigten nun auf Lohnerhöhungen verzichten, einen Reallohnrückgang auf sich nehmen und den Gürtel ein wenig enger schnallen.

Ist das gerecht? Macht das ökonomisch Sinn? Wollen wir das wirklich?

Referenzen

2 Berliner Zeitung 16.1.2025: Brisant: Chinesen wollen VW-Werke in Dresden und Osnabrück kuufen – jetzt reagiert Volkswagen: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/brisant-chinesen-wollen-vw-werke-in-dresden-und-osnabr%C3%BCck-kaufen-jetzt-reagiert-volkswagen/ar-AA1xklmK?ocid=BingNewsSerp

5 Eigene Berechnungen, Geschäftsbericht VW 2023

6 Eigene Berechnungen, Geschäftsberichte VW 2023 und 2021

7 Geschäftsbericht VW 2023, Aktionärsstruktur zum 31.12.2023

9 Vgl. Kreiß, Christian, Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019) oder Das Ende des Wirtschaftswachstums (2023), die Bücher können komplett kostenlos hier als pdf heruntergelden werden: https://menschengerechtewirtschaft.de/

12 Allerdings hat das Land Niedersachsen eine Sperrminoriät durch das sog. VW-Gesetz und kann damit bestimmte Grundsatzentscheidungen verhindern: https://de.wikipedia.org/wiki/VW-Gesetz

Bild von Wild Pixar auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Homepage: http://www.menschengerechtewirtschaft.de

Aktuellestes Buch: Das Ende des Wirtschaftswachstums – Die ökonomischen und sozialen Folgen mangelnder Ethik und Moral,


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17 Kommentare

  1. Andreas I. 19. Januar 2025 um 18:55 Uhr - Antworten

    Hallo,
    wenn bei 70 % Wahlbeteiligung 90 % liberale Parteien wählen, so wie bei der letzten Bundestagswahl 2021, dann ist es zumindest noch eine knappe Mehrheit, die das so will.

    Und es hängt zusammen mit Erbschaft.
    Bei Großvater Ferdinand könnte man noch argumentieren, dass er ein fähiger Ingenieur war (auch wenn selbst der fähigste Ingenieur nicht ohne gekaufte Arbeitskraft Profit generieren könnte, aber immerhin war er ein fähiger Ingenieur, also er hat immerhin intellektuelle Leistung erbracht).
    Bräzlich, aber mit dem goldenen im Mund geboren worden zu sein und dann zu schmarotzen; da gibts nichts zu diskutieren.

  2. Sabine Schoenfelder 19. Januar 2025 um 17:49 Uhr - Antworten

    „ Es kann nur bei ewigem Wachstum existieren, welches auf einem endlichen Planeten nicht möglich ist.“
    Bei Ihnen kriegˋ ich noch mal Schuppen, vom vielen Kopfschütteln. 😮‍💨
    Wachstum heißt auch Verbesserung und ENTWICKLUNG, Liebes.
    ..auf einem endlichen Planeten….😂…. es wächst A L L E S täglich….immerzu.
    Machen Sie mal wieder Urlaub. 🤕
    Energie geht nie verloren. Sie wandelt sich.

    • Der Zivilist 19. Januar 2025 um 18:02 Uhr - Antworten

      Ja, der Fortschritt und so.

      Für eine bessere Luft mußte man seinen Diesel verschrotten. Um evtl einen neuen zu kaufen, dessen Motor sich zuerst nur durch einen neuen Zylinderkopf unterschied, später durch einen neuen Zylinderkopf + Elektronik, aber das Auto mußte man dann wegen der Abgas- Trixereien verschrotten (bzw nach Polen verkaufen)

      Wie Gaga ist das denn ?

      Als der T-34 1940 rauskam, war er hoch modern, aber nicht ausgereift. Mit einem wunderschönen V12 Alu Diesel, der mit leichten Variationen bis heute verbaut wird. Erst für den Armata wurde ein neuer Motor konstruiert, den hat man aber in der Ukr nie gesehen.

  3. Der Zivilist 19. Januar 2025 um 17:07 Uhr - Antworten

    VW, was stellen die denn so her ?

    Autos, typische Nutzung 10.000 km p.a. bei einer realistischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h, ergibt eine Nutzung zwischen 2 – 3 %. Vor den Sanktionen des Westens gegen sich selbst hat ein westliches Medium Pobeda (Sieg) als effizienteste Fluggesellschaft festgestellt, Nutzung der Flugzeuge (737) knapp über 50%.

    Sollte man solche Produkte, wie sie VW herstellt, nicht überhaupt verbieten? Ist es nicht überhaupt ein Volk von Psychopathen, dessen Ökonomie von solchen Produkten abhängt? OK, bei einer Zahnbürste ist eine solch geringe Nutzung akzeptabel, aber die meisten Autos stehen dann ja 97% auf öffentlichem Straßenland rum, welches Flora & Fauna & Kindern gewidmet sein könnte.

    Mit einem Bruchteil der Ressourcen, die am Straßenrand stehen, könnte man schöne kleine selbst fahrende Busse bauen, die im 5 Minutentakt die Straße entlangrollen und per App bis zum Ziel buchbar sind, bauen !

    • Sabine Schoenfelder 19. Januar 2025 um 17:53 Uhr - Antworten

      Wie wäre es mit einem Gulag. Endlich mal garantierte Arbeitsplätze !😂
      Auch die Kanalisation…völlig pervers, wohlstandsgeleitet und überflüssig…
      Mit einer Pinkel-App anmelden, an der Kloake, hin mit dem Bus, erledigen ….besser laufen…regt den Darm an, wenn man schon mal unterwegs ist…🤣✌️🤌🎶

  4. Antermoya 18. Januar 2025 um 21:04 Uhr - Antworten

    Niedersachsen als Schuldigen für die Misere zu bezeichnen, greift zu kurz.
    Niedersachsen war zwar von Anfang an als eigentlich recht stiller Aktionär und Profiteur dabei, aber aufgrund der Grösse seines Anteils sicher kein entscheidender Lenker, höchstens mal als Bremser bemerkbar.
    Die Verseuchung der Unternehmen durch den Wokismus wurde über den Bund befohlen.
    Die Familien Porsche und Piech stehen in ihren Machtverhältnissen zusammen mit gewissen anderen Wirtschaftsführern über den nationalen Regierungen, gehören so also zur wahren Lenkerclique (im Schatten).
    Welches Spiel sie mit Volkswagen spielen, kann hier sicher keiner auflösen.

  5. Daisy 18. Januar 2025 um 18:52 Uhr - Antworten

    Das VW Management wurde auch woke eingefärbt. Das ist de facto ein Staatsbetrieb. Dort sitzen überall die Parteigänger, die Roten, die Schwarzen, die Grünen… In solche Betrieben ist niemand zuständig, keiner kündbar, niemand da. Wenn man spart, dann immer nur unten bei denen, die noch wirklich was arbeiten, damit die Führungsebene weiterhin Gewinne machen und faul sein kann. Und man spart beim Kundenservice. Das ist zB auch bei der Post AG so oder bei den ÖBB. Nach der Privatisierung hat man zuerst die denkmalgeschützten Bahnhöfe verfallen lassen, dann primitive Ersatzhütten hingestellt zum unterstellen, ohne Schalter, ohne Klo, ohne Heizung. Was war das nett, als ich als Kind im mollig warmen Wartezimmer auf den Zug gewartet habe, alles gepflegt vom Bahnhofswärter und seiner Familie. Die Privatisierung der Infrastruktur habe ich immer abgelehnt. Wenn es um die Grundversorgung der Bürger geht, sollte man nicht unbedingt auf Wirtschaftlichkeit achten, wohl aber natürlich die oberen Etagen besser kontrxllieren, dass sie sich nicht so bereichern. Da kommen halt immer die ausrangierten Parteiheinis hin, die nichts gelernt haben, oder nach Brüssel. Aber in den echten Staatsbetrieben hat man wenigstens nicht unten bei den Mitarbeitern und beim Kunden gespart. Die privatisierten Betriebe erhalten ja auch jede Menge Subventionen. Das sind alles Missstände, die ich, wenn ich was zu sagen hätte, sofort abschaffen würde…;-)

    Die hohen Energiekosten in Deutschland und woke Projekte wie das E-Auto ruinieren die dt. Industrie. „Everything woke turns to shit“ (Trump).

    Was VW betrifft, so interessieren sich bereits die Chinesen dafür. Und ich nehme an die gutenen Techniker und Facharbeiter sind ohnehin schon im Pensionsalter…also geht der Konzern so oder so den Bach runter.

    Von VW wird nur das Emblem übrig bleiben.

    • Varus 19. Januar 2025 um 4:57 Uhr - Antworten

      Was VW betrifft, so interessieren sich bereits die Chinesen dafür.

      Besser für Chinesen arbeiten als gar nicht arbeiten – sofern man überhaupt arbeiten will. In Buntschland schafft das „Bürgergeld“ eine Alternative dazu – wozu überhaupt arbeiten und CO2 erzeugen, wenn man einfach „Bürgergeld“ ohne viele Fragen beziehen kann? Die Woke Obrigkeit hat sicherlich nicht durchdacht, was passiert, wenn alle es genauso machen wollen?

      • Daisy 19. Januar 2025 um 8:04 Uhr

        Ja, wozu mehr tun, wenn man nicht mehr bekommt und einem die anderen sogar vorhalten, ein Streber zu sein? Auch das ist die menschliche Natur. Ohne Lob und Anerkennung arbeitet man nicht so gerne und dieser Sinn steckt auch in dem Wort „Lohn“. Woher das Geld kommt, kann man auch leicht beantworten. Es kann gedruckt werden, es liegt auf der Bank, man muss es den Reichen wegnehmen usw.

        Manchen Grün:innen dämmert es schon, dass ihre Klimapolitik zu keinem Wachstum mehr führen kann (für K-isten ist das sowieso Txufelszeug). Sie versprechen daher „grünes Schrumpfen“. Man kann nicht die gesamte Volkswirtschaft mit Solar- und Windenergie betreiben – also auch die Industrie, den Verkehr und die Heizungen. Solange man Atomstrom von den Nachbarländern kauft, vielleicht, aber bald werden die Sparguthaben der Bürger aufgebraucht sein, die Reichen abgehauen und der Staat kriegt keinen Kredit mehr. Freilich, da gibt es noch genug, was man verkaufen könnte, um die Rechnungen zu bezahlen. Aber ob dann nicht auch der letzte 2-Neuronen-Michel schon ausgewandert ist?

        Wozu ich da oben „gutenen“ geschrieben habe, weiß ich nicht… :-)
        Ich hatte nie ein dt. Auto, aber sie galten immer als besonders langlebig und robust. Sogar am Gebrauchtwagenmarkt erzielten alte VWs noch gute Preise. „Made in Germany“ als eine Art Gütesiegel ist auch Geschichte. Die Michel:innen wählen immer noch die Grün:innen und Merz, der verspricht, die Energiewende weiterzuführen. Aber ich habe gehört, BlackRock will Merz abstoßen, denn mit Trump endet der Wokeismus. So wie ich aber die Deutschen einschätze, werden sie noch lange das Klima retten wollen, bis zur Selbstaufgabe, die Braven…

    • Andreas I. 19. Januar 2025 um 20:24 Uhr - Antworten

      Hallo,
      faszinierend!

      Im Artikel ist aufgeführt:
      ,,Die Aktionärsstruktur bei VW sieht folgendermaßen aus: 7 31,9% Porsche Automobil Holding SE, 20% institutionelle Anleger Ausland, Qatar Holding 10%, Land Niedersachsen 11,8%…“
      Wobei die 7 eine Quellenangabe ist.
      Und:
      ,,die Porsche Automobil Holding SE. Sie besitzt 31,9% aller Aktien des Volkswagen-Konzerns. Da sie aber einen Großteil der Vorzugsaktien innehat, hat die Holding 53,3% der Stimmrechte bei Volkswagen. Das Land Niedersachsen hat 20% der Stimmrechte“

      Und es gibt Leute, die sind der Meinung:
      ,,Das ist de facto ein Staatsbetrieb“

      Das ist einfach nur faszinierend.

  6. Varus 18. Januar 2025 um 15:25 Uhr - Antworten

    Daher müssen die Beschäftigten nun auf Lohnerhöhungen verzichten, einen Reallohnrückgang auf sich nehmen und den Gürtel ein wenig enger schnallen. … Wollen wir das wirklich?

    Die Industrie geht vorwiegend durch Klimagedöns unter, wofür in Niedersachsen gerne gestimmt wird – Hannover insbesondere gilt als extrem Woke Stadt. Östlich der Elbe ist etwas besser. Statistisch haben also um 80% der VW-Beschäftigenden:innen für Verarmung gestimmt und diese ausdrücklich gewollt.

  7. Sabine Schoenfelder 18. Januar 2025 um 13:16 Uhr - Antworten

    „ Die Volkswagen-Krise: Wer gewinnt, wer verliert?“
    Überall, wo der Staat seine Finger im Spiel hat, GEHT ES DEN BACH RUNTER.😖
    „VW gehört von den Stimmrechten her zu 53,1% der Porsche Automobil Holding.“
    Wenn der Staat sich mit Steuergeldern in die Autoindustrie einkauft, erwarte ich eine dementsprechende Interessenvertretung desselben, und ich stelle die spannende Frage, wozu existieren GEWERKSCHAFTEN.
    Wenn diese Parameter marktwirtschaftlicher Ausprägung versagen, aus persönlicher Bereicherungsmotivation, muß man hier nicht gleich das Hohelied des bösen Kapitalismus anstimmen.
    Die Löhne bei VW sind überdurchschnittlich hoch. 2023/ 24 gab es Lohnerhöhungen um 5,2 und 3,3%.
    Weiß nicht, was sich der Autor da zusammenrechnet.
    Der Impuls das E-Auto mit aller Macht durchzusetzen und damit die Branche niederzuringen e n t st a m m t der Politik ‼️

  8. Pfeiffer C 18. Januar 2025 um 12:41 Uhr - Antworten

    In den letzten vier Jahren, 2020 bis 2023 wurden insgesamt 24,707 Milliarden Dividenden ausgeschüttet (inklusive einer Sonderdividende 2023 von 9,6 Milliarden Euro).

    Deutscher Vermögenshintergrund:

    Aktuelle Meldung des deutschen Tagesspiegels: Über neun Billionen Euro – Private Haushalte in Deutschland sind so reich wie nie“. Die Grundlage dafür war eine Meldung der Bundesbank, nach der das Geldvermögen deutscher Privathaushalte im dritten Quartal 2024 um 197 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorquartal gestiegen sei.

    Die wichtigste Information zur Bewertung dieser Aussagen wird jedoch in den meisten Berichten unterschlagen, obwohl die Bundesbank sie erwähnt. In Deutschland halten nämlich „die vermögendsten 10 Prozent der Haushalte mehr als 70 Prozent des Nettogeldvermögens, während die vermögensärmere Hälfte aller Haushalte über weniger als 1 Prozent verfügt.“

    Und:

    Erinnerung an Peter Hartz( mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet), nach ihm wurden die als Hartz-Konzept bekannten Arbeitsmarktreformen (verbessere, die große sozialdemokratisch/grüne Umverteilungsoperation von unten nach oben) der frühen 2000er Jahre benannt.

    Gegen Hartz (Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG) wurden in der VW-Korruptionsaffäre (2005) Veruntreung von Firmengeldern = Strafverfahren wegen Untreue als VW-Vorstand in 44 Fällen eröffnet. Am 17. Januar 2007 gestand Hartz in der auf zwei Verhandlungstage angesetzten Gerichtsverhandlung alle 44 Anklagepunkte ein. Der Gesamtschaden dieser Affäre beträgt 2,6 Millionen Euro.

    Die Strafe: Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen à 1600 Euro (insgesamt also 576.000 €. Im Rahmen der Strafzumessung wurde das volle Geständnis strafmildernd berücksichtigt. Auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen konnte, aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses, verzichtet werden.

    Erinnerung an Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von der Volkswagen AG, bei der Porsche Automobil Holding SE, bei der Audi AG.

    Stichwort Strafverfahren im VW-Abgasskandal: (= Milliardenstrafzahlungen) Ende September 2024 sagte das Landgericht angesetzte Termine „aus gesundheitlichen Gründen des Angeklagten“ ab und ordnete ein ärztliches Gutachten an. Der Strafprozess gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn wurde aus gesundheitlichen Gründen bis auf weiteres ausgesetzt.

    Sowas kommt von sowas her (© W.Kempowski) – und hier, der Wahlspruch des fast ausgestorbenen Seiler-Handwerks:

    Die kleinen Gauner hängt man auf, die großen lässt man laufen, wär´ umgekehrt der Weltenlauf, würd´ ich mehr Strick verkaufen.

  9. Glass Steagall Act 18. Januar 2025 um 12:10 Uhr - Antworten

    Dieses Modell nennt sich freie Marktwirtschaft oder Kapitalismus in Reinkultur! Viele müssen arbeiten, um einige wenige reich zu machen. Man findet das in allen großen börsennotierten Unternehmen! Denn darum geht es vor allem den Inhabern, wenn sie an die Börse gehen, sie stocken ihr Vermögen um viele Millionen und Milliarden auf, welches die Mitarbeiter in den nächsten Jahrzehnten erarbeiten müssen! Lahmt das Unternehmen, müssen die Arbeiter gehen, aber das Vermögen bleibt bei den Eigentümern!

    Henry Ford der Erste hat das bereits vor über 100 Jahren beschrieben:
    „Wenn die Menschen das Finanz- und Wirtschaftssystem verstehen würden, würden sie noch heute auf die Barrikaden gehen!“

    • Sabine Schoenfelder 18. Januar 2025 um 13:31 Uhr - Antworten

      Es gibt psychologische Untersuchungen, die sich mit menschlichem NEID beschäftigen. Frage : Stimmen Sie zu bei dem Vorschlag Ihres Chefs, Sie erhalten 200 Euro mehr Lohn, Ihr Kollege erhält 500.
      Hier stimmen noch 70 % zu.
      Nächster Vorschlag : Sie erhalten 500 Euro mehr, Ihr Kollege 2500.
      Hier stimmt nur noch eine verschwindend geringe Minderheit zu…..
      Der böse Kapitalist stellt auch Arbeitsplätze zur Verfügung, sorgt für Produktivität, Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Konkurrenz belebt das Geschäft und der Unternehmer trägt Risiko und den Druck des Selbstständigen.
      Natürlich gehört Expansion, Monopolisierung und Akkumulation des Kapitals in ein strenges Reglement verpackt, das Machtbeeinflussung, Lobbyismus, und irrwitzige Kapitalanhäufungen verhindert.
      Alles über 3 Milliarden Besitz i n s g e s a m t, fließt in allgemein kulturelle und naturerhaltende Maßnahmen, mein einfacher Vorschlag. 😁👍🏼
      Was wäre die WELT schön ‼️

      • Glass Steagall Act 18. Januar 2025 um 17:32 Uhr

        Es gibt noch zwei weitere Gründe, warum dieses System auf Zerstörung ausgelegt ist: 1. Es kann nur bei ewigem Wachstum existieren, welches auf einem endlichen Planeten nicht möglich ist und 2. Der Zins-und Zinseszinseffekt funktioniert auf Dauer nur, wenn immer mehr Menschen dafür arbeiten. Da aber auch hier ein ewiges Wachstum nicht möglich ist, sind Zusammenbrüche automatisch vorprogrammiert!

        Die Reichen und Mächtigen wissen das, aber sie lassen den Rest der Bevölkerung im Glauben, dass sie das auch erreichen können. Dass es nicht funktioniert, sieht man daran, dass sich der Reichtum immer mehr auf immer weniger Menschen konzentriert! Hier offenbart sich der Fehler im System!

    • Andreas I. 19. Januar 2025 um 19:10 Uhr - Antworten

      An Glass Steagall Act Hallo,
      und das fände ich alles nicht schlimm. Wenn sich Leute sagen, naja X % Ausbeutung iss okay, dafür habe ich regelmäßiges Einkommen und …
      Aber dann doch bitte ehrlich und nicht diese verlogene Aufregung, wenn sie gefeuert werden! Das Unternehmen gehört nicht ihnen, sie sind Lohnabhängige, der Zweck des Unternehmens ist maximaler Gewinn für die Eigentümer. Wer da in ,,guten Zeiten“ anheuert und sich dann in ,,schlechten Zeiten“ wundert und entrüstet, der hat irgendwas einfach nicht kapiert.

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