
Eigenartige Wahlkampfhilfe: Führende Tierschützerin Österreichs erhält keine Empfehlung von Tierschutzverein
Mit einer Plakat-Aktion macht der Verein gegen Tierfabriken (VGT) Stimmung für ausgewählte Parteien. Wer offensichtlich fehlt, was beim Thema Tierschutz doch etwas überrascht, ist die Liste Madeleine Petrovic (LMP).
Angeblich habe man die Plakate schon Monate vor Beginn des Wahlkampfs drucken lassen, so die Begründung des VGT, der mit dieser Plakat-Aktion aktive Wahlwerbung für SPÖ, Grüne, KPÖ und NEOs macht, die ÖVP und FPÖ für unwählbar erklärt und die LMP gar nicht erst erwähnt.
Dass diese „Begründung“ nicht so ganz zutreffen kann, zeigt ein Besuch der aktuellen VGT-Homepage, auf der am 24.9.2024 eine Presse-Information veröffentlicht wurde, die bereits auch im Webarchiv festgehalten wurde.
Mit den Worten „Tierschutzplakate österreichweit klären auf: Tierschutz ist für FPÖ und ÖVP Fremdwort – Sämtliche Anfragen von Tier- und Naturschutzorganisationen, inklusive VGT, zeigen das gleiche Bild – deshalb gibt es täglich 2 Protestkundgebungen des VGT zur Wahl bei FPÖ-ÖVP Events“ wird dort auf die Plakat-Aktion hingewiesen.
Aber auch in diesem Artikel das gleiche: Es erfolgt ein Verriss von ÖVP und FPÖ, die Liste Madeleine Petrovic wird mit keinem Wort erwähnt.
Und das, obwohl der VGT selbst in dem Artikel auf den eigenen Tierschutz-Wahlcheck vom 19.8. hinweist „Der VGT macht mit einer Plakatkampagne auf die Ergebnisse des Tierschutz-Wahlchecks aufmerksam. ÖVP und FPÖ fallen durch„, bei dem die LMP erwartungsgemäß mit den Grünen im Spitzenfeld rangiert.
Da stellt sich mir die Frage: Wenn der VGT mit den Plakaten auf die Ergebnisse des Tierschutz-Wahlchecks aufmerksam macht, der offensichtlich im August erfolgte, wie können dann bereits vorab Plakate gedruckt worden sein, bei denen die LMP nicht berücksichtigt werden konnte? Im August war die Kandidatur der LMP definitiv bekannt. Sie wurde auch eben diesem Tierschutz-Wahlcheck unterzogen. Da scheinen die zeitlichen Abläufe „nicht ganz“ zu passen. Mir zumindest.
Ich bin neugierig, welche Antwort Herrn Prinz dazu einfällt.
Und Online wäre eine derartige „Korrektur“ bzw. ein entsprechender Hinweis sicher zeitnah möglich gewesen. Daher erscheint mir die Begründung der LMP auf X doch etwas besser nachvollziehbar.
Viele fragen uns, warum wir auf dem Plakat des VGT „vergessen“ wurden, obwohl Madeleine Petrovic die Tierschützerin der Nation ist. Das ist leicht erklärt: Der VGT mag unsere Friedenspolitik nicht. Waffenlieferungen an die Ukraine werden als wichtiger empfunden, als im Tierschutz an einem Strang zu ziehen. Das ist schade, lässt sich aber nicht ändern.
Tierschützerin par excellence
Madeleine Petrovic ist aus dem österreichischen Tierschutz nicht wegzudenken. Sie ist die wohl bekannteste Tierschützerin Österreichs, deren Aktivitäten im Tierschutz Seiten füllen würden. Sie hat ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz vorangetrieben, viele Aktionen und Volksbegehren zu Tierversuchen und Impfungen gemacht und war seit 1990 in der Kommission nach dem Tierversuchsgesetz im Wissenschaftsministerium.
Seit 2008 ist sie Präsidentin des Tierschutzvereins TIERSCHUTZ AUSTRIA, hat diesen aus der Insolvenz geholt und ihn in eine schuldenfreie Struktur überführt, so dass er heute ohne Subventionen und mit über 100 Beschäftigten für Tierschutz sorgen kann.
Ihre Arbeitsweise im Tierschutz, die man auf der Webseite nachlesen kann, macht deutlich, dass sie keine „Heile-Welt“-Tierschützerin ist, sondern mit beiden Beinen in der Realität verankert ist
„Als der Wiener Tierschutzverein 2006/2007 in eine wirtschaftliche Krise schlitterte, konnte ich meine beruflichen Erfahrungen in der Sanierung von Krisen-Betrieben mit meiner tiefen Verbundenheit mit tierischen Lebewesen zusammenbringen. Was mich nach wie vor antreibt, ist meine bedingungslose Liebe zu Tieren. Doch ebenso weiß ich, dass unsere Tiere neben Zuwendung und Empathie natürlich auch gut versorgt werden müssen: durch umsichtige Tierpflegerinnen und Tierpfleger, durch eine gut ausgestattete Ordination, durch die vielen Ehrenamtlichen und ein sparsames Büro, das koordiniert und Spenden sammelt.“
Jemanden mit diesem Background im Tierschutz zu ignorieren, ist eine „interessante“ Vorgehensweise.
Nur ein Symptom für einen zunehmend schmutzigeren Wahlkampf
In der Endphase des österreichischen Wahlkampfes werden die Angriffe allerdings immer schärfer. Der VGT scheint die Existenz von Madeleine Petrovic zu negieren. Das ist unschön. Aber ihre ehemalige Partei wird besonders übergriffig.
Wer Waffenlieferungen ins ukrainische Kriegsgebiet, den Verlust der österreichischen Neutralität, den Beitritt zu Sky Shield oder das massenhafte Sterben in Gaza kritisiert, ist in den Augen der meisten Politiker wahlweise „rechts“ oder „Antisemit“, anders kann ich mir die Zuschreibung der Grünen Klubchefin Sigrid Maurer gegenüber Madeleine Petrovic nicht erklären.
Diese teilte im krone.tv-Talk „heftig aus„. So sei die ehemalige Chefin der Grünen, Madeleine Petrovic „leider in den letzten Jahren komplett abgedriftet“. „Bei den Freiheitlichen tummeln sich die Antisemiten wie nur was. Und leider ist das bei Madeleine Petrovic auch der Fall. Das muss man klar aussprechen.“
Diesen Angriff erlaubt sich die Dame ganz locker, allerdings ohne Ross und Reiter zu benennen. An dieses diffuse „alles Nazi“, „alles Rechte“, „alles Antisemiten“ hat man sich ja seit Beginn der Corona-Pandemie bereits „gewöhnt“. Derartige persönliche Übergriffe gab es bis dato allerdings eher selten und meist nur gegen FPÖ-Vertreter. Offensichtlich scheint der Partei das Wasser bis zum Hals zu stehen durch die unverhoffte Konkurrenz durch die LMP, die immer noch für die traditionellen grünen Werte steht, die bei der Partei der Grünen offensichtlich verloren gegangen sind.
Diesen Umstand kritisierte Peter Weish, Urgestein der Grünen Bewegung Österreichs im Interview bereits ganz deutlich: „Ökologisch, basis-demokratisch, solidarisch und gewaltfrei waren die Grundwerte, zu denen sich Grüne wie Paul Blau, Freda Meissner-Blau, Erich Kitzmüller und viele andere klar bekannt haben. Es war allen ein Anliegen, dass Grüne in der Auseinandersetzung klar erkennbar sein mussten: gewaltlos im Diskurs, menschlich und liebenswürdig im Umgang mit Andersdenkenden, aber sachlich und klar in der Sache – und dadurch wirksam. Es galt immer, das Gegenüber auf Augenhöhe argumentativ zu überzeugen – ohne persönlichen Angriff, ohne Aggression. …. Die Grünen sind nicht mehr das, was sie einmal waren…“
Es bleibt – mir – nur zu hoffen, dass die österreichischen Grünen sich „Beispiel“ an den deutschen Oliv-Grünen nehmen, die in Ostdeutschland auf politische Bedeutungslosigkeit reduziert wurden. In Brandenburg erzielten sie nur 4,1 % der Stimmen und verpassten den Einzug ins Parlament, in Thüringen flogen sie mit 3,2 % raus. Nur in Sachsen zogen sie mit 5,1 % in den Landtag ein. Der Bundesvorstand hat inzwischen Konsequenzen gezogen und seine Ämter niedergelegt.
Auch diesen „herausragenden“ Ergebnissen ist ein übergriffiger Wahlkampf vorausgegangen.
Warten wir es ab!
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Ex-Grüne über die Liste Madeleine Petrovic, Teil 1
Die Unart der Unterstellung, die seit der Pandemie eingerissen ist, sollte zu einer Strafrechtsreform führen; wir könnten damit Deutschkurse für Migrantenkinder finanzieren.
Wer öffentlich behauptet, Person X sei Hitler, ein Schaf, ein Putin-Versteher, ein Schwurbler, ein Mitglied der nicht mehr bestehenden NSDAP usw. und den Wahrheitsbeweis nicht erbringen kann, zahlt automatisch 5000 EUR in die Deutschkurskasse oder setzt 1000 Bäume. Politiker nicht ausgenommen.
Das österreichische Deutsch würde reüssieren!
Vermutlich müsste ich 100.000 Bäume wegen inflationären Gebrauchs des Wortes Schlafschafe setzen. Das wäre es wert! Falls mir nicht noch ein Wahrheitsbeweis einfällt.
Alles Sinnvolle, und mag es noch so gut sein, wird sofort verworfen und denunziert, wenn es von der „falschen Seite“ kommt. Das nennen diese Figuren Demokratie. Muss man mehr sagen, wenn eine sattsam bekannte Grüne Frau Petrowitsch in den Dunstkreis von „Antisemiten“ stellt – wo diese selbst jüdisch-ukrainische Vorfahren hat? Sie hat auch nicht die „korrekte“ Meinung zum Krieg, weil sie Frieden will. Alles wird hier immer absurder und verlogener. Auch im Bereich Tierschutz geht es nicht mehr primär um die Tiere, sondern ganz etwas anderes…
Wäre Putin ein Linker, wären sie bestimmt nicht für Waffenlieferungen, schätze ich mal…ansonsten einfach hin in der Marille. Diese Attribute werden derart inflationär und inhaltsleer verwendet, dass sie schlichtweg für systemkritisch (Frieden, Freiheit und Demokratie) stehen und das ist halt „rechtsextrem“, eine Auszeichnung eigentlich…
„Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde.“ Diesen Spruch wiederholte gerne der Herr aus Braunau, wenn sein Blick auf das Bildnis von Friedrich dem Großen fiel. Ein Tierfreund zu sein, heisst nicht unbedingt, dass man ein Menschenfreund ist.
Abtreibung bis zur Geburt ist für die Tierschützer kein Problem.
In Wahrheit ein viel größeres Problem als für die, die Problematik nicht kennen, falls sie in Wahrheit die Fristenlösung meinen anstatt die „Abtreibung“ durch Geburt?
Ich habe an die immer wieder geforderte Abschaffung der Fristenlösung gedacht, was meines Erachtens nur Abtreibung bis zur Geburt bedeuten kann.
Leider gibt es in Österreich keine einzige politisch relevante Kraft, die sich für den umfänglichen Schutz des Rechts auf Leben für alle Menschen in unserem Land einsetzt. Demnächst ist es ein halbes Jahrhundert, dass ungeborenen Menschen der Schutz ihres Rechts auf Leben genommen wurde. Niemand kann sagen, wie viele Menschen dadurch getötet worden sind. Es geht wohl in die Millionen. Und keinen interessiert es.