
Buch Rezension: Gaza, Kolonialismus auf Drogen
Folgt man den Mainstream Medien und den Aussagen der Politiker im Westen, dann hat der Konflikt in Palästina am 7. Oktober 20233 begonnen. Es ist die übliche Geschichtslosigkeit, die nötig ist um Unwahrheiten glaubhaft zu machen. Der berühmte Spruch von Österreich besten Bundeskanzler Bruno Kreisky „Lernen’s Geschichte Herr Redakteur“ trifft gerade auf Palästina zu wie auf kaum einen anderen Konflikt. Und Kreisky kannte als Jude die Geschichte der Region und trat deshalb für die Rechte der Palästinenser und eine Zweistaatenlösung ein.
Umso dringender ist das neue Buch von Jochen Mitschka über Gaza, der auch dankenswerter weise in sechs Bänden zu je etwa 800 Seiten alle Artikel von TKP der Jahre 2o2o bis 2023 herausgegeben hat. Und er füllt genau diese Lücke, die die westliche Propaganda ausnützt um Völkermord, Kriegsverbrechen, Apartheid und den schwelenden Kriegsherd in Westasien aufrecht zu erhalten.
Während sich der Konflikt im Nahen Osten in diesen Tagen auf den Libanon und den Iran auszuweiten droht, erscheint ein Buch über die Entstehungsgeschichte. Der Titel lautet: „Gaza, Kolonialismus auf Drogen – Chronologie eines Völkermordes in Gaza“. Der Autor Jochen Mitschka hat diesen Konflikt vom 7. Oktober an verfolgt und beschreibt in seinem Buch die verschiedenen Phasen, nicht ohne immer wieder auf die für das Verständnis unerlässlichen geschichtlichen Hintergründe einzugehen. Die Chronologie der Ereignisse endet im Juli 2024 mit dem historischen „beratenden Urteil“ des Internationalen Gerichtshofes (IGH) in Den Haag über die Illegalität der israelischen Besatzung, des Apartheidregimes und der Forderung nach Schadenersatzzahlungen durch Israel an die Palästinenser.
Die Beschreibung der Ereignisse beginnt mit dem Angriff der Hamas auf Ziele im besetzten Palästina und Israel, geht dann über in die Erklärung führender Politiker, welche keine andere Interpretation zulassen als die Ankündigung eines Völkermordes, bis hin zur Beschreibung der Massaker und Angriffe Israels auf den Gaza-Streifen mit den unbeschreiblichen Folgen für die Zivilbevölkerung. Auf das Verfahren vor dem IGH, angestrengt durch Südafrika und dutzenden anderer Länder, gegen Israel, wegen dieses Völkermordes wird ausführlich eingegangen, und natürlich auf die Reaktionen.
In einem Kapitel wird auch über den Jemen berichtet, das Land, das versucht, wegen des anhaltenden Völkermordes in Gaza einen Boykott Israels zu organisieren, ähnlich zu dem, welchen Israel seit weit über 10 Jahre über den Gaza-Streifen verhängt hat.
Der IGH und der Sicherheitsrat der UN haben Israel aufgerufen, die Massaker in Gaza zu beenden, während Israel aber unbeeindruckt nun Zelte bombardiert, nachdem die Gebäude bereits zum großen Teil vernichtet waren, und sich Epidemien in den blockierten Gebieten ausbreiten.
Am Ende wird der Beginn eines möglichen Krieges gegen den Libanon beschrieben, über den dann aber in einem folgenden Buch chronologisch berichtet werden wird. Dieser Krieg gegen den Libanon und den Iran hängt eng mit den Massakern in Gaza zusammen, bildet eine untrennbare Einheit. Der Gaza-Konflikt droht sich nun zu einem regionalen Konflikt auszuweiten, der durch die mögliche Unterbrechung von Öllieferungen nach Europa drastische Auswirkungen auch auf Deutschland und Österreich haben könnte.
Das Buch erscheint in fünf Formaten, als Paperback, gebunden, oder als E-Book PDF oder EPUB sowie in Amazon als Kindle-E-Book. Einzelheiten kann man auf der Internetseite des gemeinnützigen Vereins finden, welcher der Herausgeber des Buches ist.
Der Autor, der seit 2022 in Namibia lebt, hat in der Vergangenheit mehrere Bücher über den Nahen Osten übersetzt, selbst geschrieben oder mitverfasst. Nach seinem letzten großen Buch mit über 800 Seiten über den Israel-Palästina-Konflikt wollte er nach eigener Aussage das Thema nicht weiter bearbeiten. Aber durch die ungeheuerlichen Ereignisse in Gaza wurde er dazu bewegt, doch wieder über den Konflikt zu schreiben.
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