Erster Fico-Auftritt nach Attentat

8. Juli 2024von 2,6 Minuten Lesezeit

Bei seiner ersten öffentlichen Rede seit dem versuchten Mordanschlag fordert Fico mehr Friedensanstrengungen und einen „Damm“ gegen progressiv-liberale Ideologien. 

Robert Fico, Premierminister der Slowakei, ist wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Er hat an einem Fest zum nationalen Feiertag vergangene Woche auf der Burg Devin in Bratislava teilgenommen. Dort hielt er seine erste Rede, seit dem gescheiterten Anschlag auf ihn im Mai.

Fico sprach über die zerrüttete Gesellschaft. „Europa und die Slowakei“ seien „noch nie so erschüttert wie heute“ erklärte er und übte Kritik an den Medien. Gegen herrschenden Zeitgeist wünscht er sich eine nationale Anstrengung:

„Wir müssen einen riesigen Damm gegen progressive und liberale Ideologien errichten, die sich wie ein Krebsgeschwür ausbreiten und wahrscheinlich erst vorgestern entstanden sind. Ich möchte nicht, dass die Slowakei zu den Ländern gehört, die eine Karikatur der westlichen Zivilisation darstellen. Das slowakische Volk liebt den Frieden. Wenn wir weiterhin von Ideologien bedroht werden, die sich wie eine Seuche ausbreiten, müssen wir vielleicht einen Konsens zur Änderung der Verfassung suchen, um diesen Damm gegen liberale und fortschrittliche Ideologien noch stärker zu machen.“

Lob für Orban

Gefeiert wurde auf der Burg Devin das Fest zum heiligen Kyrill, liberale Medien nannte es abschätzig eine „Reliquie“. Fico hielt dagegen, dass der Feiertag „nicht nur für die Geschichte der Slowakei, sondern für alle Slawen von Bedeutung“ sei. Er erinnerte an die Kontinuität zwischen der Geschichte Großmährens und der Geschichte der Slowaken. „Lassen wir uns diese Kontinuität bitte nicht nehmen.“

Und so übte sich Fico auch ein klein wenig als Historiker: „Die Menschen, die auf unserem Territorium leben, stammen von denen ab, die vor tausend Jahren hier gelebt haben“, erklärte der Premierminister. „Sie waren keine Brontosaurier, die ausstarben und nach denen die alten Slowaken, die keine Geschichte hatten, aus dem Nichts auftauchten, sie waren unsere Vorfahren“, erklärte er. „Leute, die die Kontinuität zwischen den Slowaken und den Slawen nicht sehen wollen, wissen nicht, was sie mit der Slowakei anfangen sollen“, fügte er hinzu und betont die eigene nationale Identität.

Weiters richtete er auch Worte Richtung Viktor Orban. Er hätte sich dem ungarischen Premierminister auf dem Weg nach Moskau angeschlossen, wenn es seine Gesundheit erlaubt hätte: „Ich möchte meine Bewunderung für den ungarischen Premierminister Viktor Orbán zum Ausdruck bringen, der sowohl nach Kiew als auch nach Moskau gereist ist.“

Denn die Gesellschaft müsse darüber nachdenken, was sie tun könne, um eine Wiederholung des Attentats von Mitte Mai zu verhindern und eine Verschärfung der Spannungen durch den militärischen Konflikt in der Ukraine zu vermeiden. Fico sprach auch von der Notwendigkeit einer Geste, mit der ein Umfeld für fairen politischen Wettbewerb und Zusammenarbeit geschaffen werden könne. Er betonte, dass es nie genug Friedensverhandlungen und -initiativen geben könne.

Bild Screenshot


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10 Kommentare

  1. rudi fluegl 8. Juli 2024 um 17:19 Uhr - Antworten

    Also dürfte die Info über die Uiguren eher der Verachtung der Han Chinesen gegen die Uiguren geschuldet sein!

  2. rudi fluegl 8. Juli 2024 um 17:03 Uhr - Antworten

    Um einer Gesellschaft nicht „Unrecht“ zu tun, habe ich lieber nochmals nachgesehen!
    China hat das Hundefleisch Verbot. Südkorea zieht 2027 nach. Vietnam und Kambodscha hat das noch im Angebot. Zu den Uiguren las ich mal, die werden dafür von den Han Chinesen verachtet. Dazu fand ich aber nichts mehr? Was kaum einer weiß: auch in Deutschland sind Hunde bis vor knapp vier Jahrzehnten in staatlich kontrollierten Schlachthäusern gekeult worden. Erst 1986 wurde das Töten von Hunden und Katzen zwecks Fleischgewinnung gesetzlich verboten.

  3. Christoph 8. Juli 2024 um 16:13 Uhr - Antworten

    Identitätspolitik statt Klassenkampf…

    • Kamil 9. Juli 2024 um 8:04 Uhr - Antworten

      Ihr wollt immer noch nicht verstehen, dass es eine falsche Flagge war!! Fangen Sie an, die Realität zu beobachten. Denn Fico ist der größte Lügner der Welt. Und noch eine Frage. Wann wird der Herr die Wahrheit über die WHO veröffentlichen? Denn Kotlár, der nur schrie, er habe das Pandemieabkommen mit der WHO und dem IHR gekündigt, wurde wegen Lügen verurteilt! Und es ist überhaupt nicht so, dass er über Covid gesagt hat, dass es keine Pandemie sei. Er hat kürzlich ein Geständnis abgelegt. Also mit freundlichen Grüßen und überprüfen Sie die Informationen. Ich habe alles veröffentlicht.

      • Sabine Schönfelder 9. Juli 2024 um 18:38 Uhr

        Was Sie behaupten, sollten Sie belegen können, sonst sind Sie nicht besser als Karl Lauterbach.

  4. Slobodan Covjek 8. Juli 2024 um 11:40 Uhr - Antworten

    Was für ein gewaltiger Unterschied zu unserem nicht vom Volk gewählten, kleinmütigen Kanzler!

  5. Fritz Madersbacher 8. Juli 2024 um 11:37 Uhr - Antworten

    Premierminister Robert Fico macht den Eindruck eines nachdenklichen, eigenständig denkenden Menschen, der nicht – wie so viele europäischen (auch österreichischen) Politiker – eine bloße oberflächliche Marionette westlicher Kriegstreiber ist, auch kein Papagei jenes Sammelsuriums bürgerlicher Vorstellungen, die sich in unseren immer dekadenteren kapitalistischen Gesellschaften (in denen Alles wuchern kann, was Profit bringt) unter dem wohlklingenden Namen „liberale Demokratie“ breitgemacht haben, nicht zum seelischen wie auch materiellen Wohl der Menschen, sondern zu ihrer geistigen Entwaffnung …

  6. Jan 8. Juli 2024 um 8:49 Uhr - Antworten

    Die Slaven, die Vorfahren der Slowaken sind, haben die Eiszeit überlebt und den heutigen Slowaken eine gesunde Genetik mitgegeben.

    Die heutigen Slowaken haben ihr Immunsystem und ihre Keimbahn krankgespritzt, weil das alle so gemacht haben!

    • rudi fluegl 8. Juli 2024 um 16:13 Uhr - Antworten

      Alles was dich nicht umbringt schädigt dich fürs Leben!
      Gelobt sei was hart macht sagte der Knochenkäfer zur Weichteilmade im Sarg aus deutscher Eiche.
      Flink wie Leder, hart wie Kruppstahlsplitter zäh wie der Windhund im uigurischem Wok!

    • andi pi 8. Juli 2024 um 21:41 Uhr - Antworten

      @ Jan
      8. Juli 2024 at 8:49

      wobei die slowaken den rattenfängern von pfizer wenigstens nicht derart zahlreich blind gefolgt sind wie die meisten anderen europäer. es haben sich bereits an der erstspritze „nur“ – je nach quelle – 46% bis 52% beteiligt (der drittniedrigste wert in der EU). an der viertimpfung überhaupt nur mehr rund 1%.

      fico scheint mir im übrigens in europa der einzige regierungschef zu sein, der es in sachen corona-aufarbeitung und WHO-widerstand wirklich ernst meint. milanovic in kroatien wäre theoretisch der zweite, aber er ist kein regierungschef, sondern staatspräsident mit recht wenig tagespolitischen kompetenzen. golob in slowenien ließ wenigstens alle corona-strafen aufheben und rückzahlen. von der neuen niederländischen regierung hätte ich mir in dieser hinsicht viel erwartet, aber im regierungsprogramm ist zu der thematik leider kein einziges wort zu finden. und bei schweden weiß ich seit dem regierungswechsel 2022 auch nicht, ob sich dort im fall des falles ein halbwegs menschenrechtskonformes szenario wie 2020-22 wiederholen würde. aber ich wohne in wien: sollte es hier mit zwangsmasken- u.ä. wahnsinn wieder losgehen: bratislava als potenzieller schutzort wäre nicht weit :-)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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