
Wenn Systemkritik ins System eingeht Teil 2: Das blaue Wild jagen
Rainer Mausfeld hat die Empörungsbewirtschaftung als wesentliches Instrument der Machterhaltung herausgestellt. Muster der Empörungsbewirtschaftung finden sich allerdings gehäuft auch in Texten, die gegen die Narrative des Systems argumentieren. Der folgende Teil2 des Essays berichtet von der Einarbeitung der Eltern der vermissten Maddie McCann in die Zielscheibenlandschaft der Abartigen und dem Verschwinden von Kapital und Technologie aus dem kritischen Fokus der Dissidenz.
Dass es Charakteren gibt, Personen, die auch schon mit ganz wenig oder noch ohne jedes Kapital in Händen zu destruktiven Handlungen neigen – vor allem, um eben an Kapital zu kommen –, das ist gesetzt, wenngleich nicht unabhängig von der Beschaffenheit einer Gesellschaft und ihren Wertigkeiten. Und dass solche persönlichen Neigungen da, wo sie sich mit besonders viel Kapital verschränken, besonders verheerende Wirkungen erzeugen, versteht sich ebenso. Die operationalen Netzwerke, die beispielsweise eben ein Heiko Schöning rund um die Anplanung eines bakteriellen SuperGAUs aufzeigt, legen es frei: Solche Charakteren gibt es in diesen Machtwerken und dass sie da vorkommen – beispielsweise ein mehrfach Vorbestafter im Bereich Drogen und Waffen als Vizedirektor von Pfizer und Präsident von Novavax –, sagt strukturell etwas über die Netzwerke, sagt etwas über das diese Netzwerke antreibende Kapital und sagt etwas über die Gesellschaft aus, die das „schluckt“.
Doch zur Mehrheit sitzen da keine auffällig kriminellen Charaktere. Es sind Menschen, die über Bildungsgänge, Programme wie das Young Global Leadership (YGL) des WEF, über anerkannte, konventionelle, bürgerliche Strukturen in diese Netzwerke hineingefunden haben. Und die große Masse stützt diese Strukturen über die Art und Weise, wie und wo sie einkauft, Handel treibt, in ihrem Beruf vorankommt, Erfolg anpeilt, Wohnungen vermietet, Schnäppchen jagt, Urlaub bucht, mit den smarten Geräten hantiert, sich mit Bedienungsanleitungen politisch sediert, die Fußball-EM guckt und mit Google sucht.
Das Herausstellen operationaler Netze ist essentiell und unabdingbar. Doch verliert sich die aufklärerische Wirkung, wenn personalisierte Muster die Darstellung prägen und ein Bewusstsein für die eigene Partizipation verhindert wird, indem mit „gut“ und „böse“ beziehungsweise Kategorien des Abartigen gearbeitet wird, wovon sich immer leicht absetzen lässt, erst recht, wenn Bündelungsstrukturen greifen.
Implosion der Erkenntnis in der Moral
Am deutlichsten kommen Empörungsmittel in der Systemkritik dann zum Tragen, wenn das System über Personen, die in Machtstellung sind, gekennzeichnet werden soll. Das Destruktive des Systems wird als das Destruktive von Personen dargestellt. Die Zeichnung dieser geht dabei so weit, dass auch ideologisch zumindest protofaschistische Muster bedient werden, und zwar dann, ich habe es bereits angedeutet, wenn mit dem „Argument“ der Abartigkeit hantiert wird, einer Geschwisterfigur zur Entartung. Die negative Zeichnung von Personen wiederum ist am empörungsträchtigsten, wenn Sexualität mit eine Rolle spielt. Sexualität und Abartigkeit im Verbund: Das ist eine Verschränkung mit Tradition und Verlass, wenn es darum geht, „Feinde“ auszuschalten, und DIE Pädophilen, in der Coronadissidenz auf verschiedenen Kanälen als Feindbild prominent anzutreffen, insofern also kein Zufall.
In der Umkehrung bedeutet das selbstredend nicht, dass keine sexuelle oder sonstwie geartete Gewalt, dass keine Ausbeutung durch die Macht stattfände. Das große Defizit einer personalisierten und auf Empörung angelegten „Kritik“ besteht allerdings darin, dass die Ausbeutung, welcher Art auch immer, aus ihrer systemischen beziehungsweise strukturellen Bedingtheit entfernt und auf „Abartige“ verschoben wird. Das System bleibt untangiert, indem die Erkenntnis, dass die Subjekttilgung grundsätzlich in Kapital und Technologie angelegt ist, in der moralischen Empörung implodiert. Moral – auch in dieser Hinsicht ordnet sich eine solche Kritik dem System ein – fungiert als Richtschnur. Was das heißt, kann man am derzeitigen Berliner Regierungsensemble musterhaft studieren. Michael Andrick, wie bereits erwähnt, bringt es in seinem Buch „Im Moralgefängnis“ auf den Punkt.
Berichte und Beiträge in alternativen Medien mit dem Ziel, Handlungen der Eliten moralisch zu werten, waren und sind zahlreich. Das „Kranke“ des Systems (der Begriff ist bereits ein Problem) wird anhand des „Kranken“ beziehungsweise des „Abartigen“ einzelner Personen herausgestellt. Das ist der schnellste Weg zum „Erfolg“. Wer verteidigt schon einen Epstein? Weil – wie bei jeder Moralisierung – bei dieser Art der „Argumentation“ die Bösen immer die Anderen sind, ist von Anfang an der Blick auf die eigene Partizipation an der Repression verstellt und der Desmet-Faktor aus dem Fokus verschwunden.
Diese erkenntnistheoretische Verstellung und die damit gegebene Verhinderung der Reflexion ist das Ziel des Moralisierens. Es ist einfacher, auf Epstein zu zeigen, schwieriger, sich selbst aus kapitalistischen, ausbeuterischen, denunziatorischen und faschistoiden Mustern herauszuarbeiten, vor allem in Konstellationen, in denen man selbst der Täter ist. Dass dies im Vergleich zu einer Elitentäterschaft – bezogen auf die Auswirkungen – eine kleine Täterschaft sein mag, ändert daran grundsätzlich nichts.
Epstein und Abramović
Im Zusammenhang mit dem Bezug auf Jeffrey Epstein in alternativen Medien entstand nicht selten der Eindruck, es handle sich bei Besagtem um den einzigen Vermögensverwalter der USA, und das, was er verwalte, sei deshalb böse, weil er abartig beziehungsweise pädophil sei. (6,7) Das Geflecht „Epstein“ wurde und wird sodann mit anderen Skandalgeflechten verwoben, am häufigsten mit Pizzagate, und zwar unter dem Aspekt der moralischen Verwerflichkeit beziehungsweise der Abartigkeit dieser Kreise, die überwiegend als „die“ Pädophilen gefasst werden.
Als Paradigma der Generierung eines abartigen Sumpfes über Kontaktschuld fungiert die Künstlerin Marina Abramović. Sie gilt als Superstar der zeitgenössischen Kunst und arbeitet fokussiert im Bereich der Darstellenden und der Performance-Kunst mit thematischem Fokus auf den menschlichen Körper und überschreitet dabei Linien dessen, was als gesittet gilt, zumal sie in einigen ihrer Performances auch mit satanistischer Symbolik hantiert. Weiter ist das Verhältnis zu Gewalt – stets auf Darstellungsebene – ambivalent. Dazu kurz eingeworfen: Auch Pier Paolo Pasolini, der große italienische Filmemacher, Dichter und Kapitalismuskritiker des 20. Jahrhunderts, hat „Sitten“-Linien bewusst überschritten, wobei die Darstellung von Gewalt – beispielsweise in seinem Film „Salo“ – bei ihm in einem Kontext der Gesellschaftskritik steht.
Solches ist bei Abramović nicht gegeben. Ihre Kunst bewegt sich auf der Ebene ästhetischer Plakation, wobei dies meines Erachtens als Zeitphänomen zu sehen ist wie auch das Fehlen von Gesellschafts- und Kapitalkritik generell. Ihre sogenannten Spiritual Cookings, Performances, anlässlich derer geladene Gäste in eine Orgie aus künstlichem Blut eintauchen, eignen sich naturgemäß zur Empörungsbewirtschaftung, erst recht, wenn sich unter den Gästen Personen aus Elitekreisen finden. Abramović werden keine kriminellen Handlungen vorgeworfen und sie ist justizial nicht belangt. Das ist losgelöst von Moral festzuhalten und sagt nichts über die Ethik ihrer Kunst, die selbstredend im Kapitalismus einlagert.
Abramovićs Funktion in der „Systemkritik“ ist die, über die Wertung des „Abartigen“, ihrer Kunst zugeordnet, all die Kreise moralisch zu „kontaminieren“, welche mit dieser Kunst in Verbindung gebracht werden können, sei es als Eigentümer, die Werke hängen oder ausgestellt haben, sei es als Gäste an Performances. Umgekehrt schreiben diese Kreise ihre moralische Verdorbenheit ebenso der Kunst ein. Kontaktschuld in beiden Richtungen. Das Ganze funktioniert erkenntnistheoretisch aufgrund einer Gleichsetzung von Kunst und Wirklichkeit und einer dieser Gleichsetzung vorangestellten Moral, von der „die andere Seite“, die „Bösen“, abfallen.
Art und Abart ist das Grundmuster. Das gilt auch, wenn auf Darstellungsebene stichhaltige (also nicht moralische) Einwände gegen einzelne Kunstwerke oder gar das gesamte Werk Abramovićs vorzubringen wären. Gegen Kunst kann argumentiert werden. Abartigkeit aber ist kein Argument, sondern Bestandteil einer Jagd.
Jagd braucht Zielscheiben
Die Kontaktschuld über Abramović – es geht um die Schuld, einen abartigen Geschmack zu haben, und dieser wiederum gilt als Beleg für die Bereitschaft zu abartigen Handlungen – erfasst weite Kreise, erst recht solche, deren Namen, wie glaubwürdig auch immer belegt, im Zusammenhang mit dem Pizzagate-Geflecht qua Pädophilen-Skandal genannt werden. An dieser Stelle geht es nicht darum, dieses Pizzageflecht auf dessen etwaigen tatsächlichen kriminellen Gehalt zu durchleuchten, es geht darum, wie es für Empörungszwecke eingesetzt wird. Neben den Namen der Clintons tauchen die Brüder Podesta in diesem Geflecht auf (8) und die wiederum haben Bilder von Abramović bei sich zuhause hängen. Das eine „framt“ das andere – wie gesagt in beiden Richtungen. Dabei haben weder Abramović noch ihre Kunst etwas mit operationalen Handlungen rund um Pizzagate oder rund um Epstein zu tun. In der Sache gibt es keinen Bezug. Geht es um Empörungserzeugung, spielt das indes keine Rolle.
Empörung, die greift, schreitet voran zur Jagd, weil sie auf eskalierende limbische Strukturen des Gehirns zielt, nicht auf de-eskalierende rationale. Das Voranschreiten kann unkoordiniert geschehen, kann aber auch institutionalisiert sein und/oder rituelle Formen annehmen, was sich jeder Faschismus gerne zu eigen macht. Damit Empörung zur Jagd wird, muss das zu Jagende als Schema vorliegen. Nur als Schema ist die Schnellidentifikation des „Jagdgegenstandes“ als Feind und also als Zielscheibe möglich, womit hemmende Differenzierungen (Abwägungen, Reflexionen) wegfallen. Die Ent-Individualisierung der Jagdopfer über den schematischen Zugriff ist essentiell für jede moralische Zielrichtung, in Gang gesetzt über Empörungstrigger: DIE Juden, DIE Hexen, DIE Rechten. Deren Ent-Menschlichung wird im Slogan „Menschenrechte statt rechte Menschen“ vollzogen, die Mordaufrufe qua Jagdfanfaren sind naturgemäß schon erfolgt, wozu Hans-Jürgen Bandelt einen äußerst lesenswerten dreiteiligen Essay auf tkp verfasst hat.
Alles, was moralisch abartig kontaminiert ist, wird zum Schema. Das findet so auch in dissidenten Texten. Ausgehend von Epstein, Pizzagate und über Abramovićs Kunst „geframt“, fungieren DIE Pädophilen als Schemata, welche den Jagdeifer wachrütteln. Die Etikettierung – eine wesentliche Komponente einer postrationalen Gesellschaft – ist Basis der Jagd und macht die Jagenden (und also Etikettierenden) allein qua dem „Bösen“ Entgegenstehende und dieses „Böse“ Jagende zu „Guten“. Kurz: Wer jagt, wird dadurch ohne alles Weitere selbst zum Guten. Systemkritik – konkret Kapitalismus- und Machtkritik in ihrer notwendigen Verzahnung – bleibt auch in diesen Epstein-Pizzagate-Abramović-Jagdgründen naturgemäß außen vor. Stattdessen werden ausbeuterische Verhältnisse emotional über das Muster der Abartigkeit sediert.
Als Nebenaspekt bleibt anzumerken, dass durch das Jagen nach der „Abart“ Gewalt- und Lustfantasien sich subtil und sublimiert bedienen und befriedigen lassen. Dies ist ein psychologisch nicht unwesentlicher Faktor, dessen sich jeder Faschismus mit Aufmärschen und Jagdszenen bedient.
Das blaue Wild jagen
Wenn eine Instanz in exekutiver Stellung DIE Rechten jagt, so hat sie Macht. Wenn hingegen in der Dissidenz Jagdszenen eröffnet werden, so fehlt die exekutive Macht. Es bleibt daher in aller Regel bei Worten. Das ist ein Unterschied, der sich schnell ausebnet, ändern Machtverhältnisse. Der damit verhängte, indes bedeutendere Unterschied aber besteht darin: Wenn „die in Berlin“ DIE Rechten jagen, so ist Machterhalt das Motiv. Mögen auch in einigen wenigen Köpfen in diesen Machtkreisen tatsächlich noch „utopische Ideen“ vorherrschen (Wärmepumpen als Heil, Taurus als Friedensgeräte…), so sind diese, eingebettet in Kapitalmacht, längst zu Wahngebilden mutiert und es ist im Kern das Bestreben, die Macht nicht zu verlieren. Das wiederum treibt diese Instanzen dazu, die Haltungen, die sie von oben her eingeben, von unten gegentragen zu lassen. Jagdszenerien und Aufmärsche sind die konkrete Ausgestaltung dieses Musters.
Wenn aber eine Systemkritik auf der Suche nach neuen Gesellschaftsformen in Muster des Systems – Moral, Haltung, Teilung in Gut und Böse, in Art und Abart und darauf gründende Jagdszenen – verfällt, so liegt das vor, was Ingeborg Bachmann mit der Metapher „Das blaue Wild jagen“ gefasst hat (9). „Wild“ und „jagen“, das versteht sich, referieren direkt auf die Jagd, die, geht sie gegen alle Richtungen los, metaphorisch sich alsbald als eine „Wucherung“ erweist, als Karzinom, womit die Verbindung zum Kapital und geopolitisch zu Hegemonie und Imperialismus gegeben ist. Die USA beziehungsweise entsprechende exekutive Instanzen machen seit 100 Jahren nichts anderes, denn Böse als Zielscheiben zu etikettieren, Böse, welche dem Hegemon/Jäger die Daseinsberechtigung als Hegemon/Jäger einschreiben und die er als Hegemon/Jäger notwendigerweise generieren muss qua Bedingung für seine eigene Existenz.
Mit „blau“ tritt allerdings eine zweite und im Rahmen von Systemkritik aus der Dissidenz wesentliche Komponente in Bachmanns „Sprachbild“ hinzu. „Blau“ spielt auf eine bedeutende kulturgeschichtliche Tradition im romantischen Kontext an. Ausgehend von Novalis‘ Blauer Blume im Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ (10) zieht sich das Blaue in verschiedenen Facetten bis tief hinein in David Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ mit dem Songtext „Questions in a World of Blue“ , den Julee Cruise im Nachtclub von Twin Peaks, dem fiktiven Handlungsort, mehr haucht denn singt (11). Das Blaue – holzschnittartig gesprochen – steht für das Utopische im weitesten Sinne, für das der Macht Abgewandte, für die Sehnsucht nach dem Anderen und auch für das Vernebelte, das sich dem Verständnis entzieht. Auch diese Sehnsucht ist eine anthropologische Konstante.
Tragik der Dissidenz
Wenn nun die Utopie selbst in ihrem Vorgehen sich zur Etikettierung von Zielscheiben verdreht, so ist dies natürlich ein tragischer und verheerender Prozess. Ein Prozess, der für die Implosion einer Bewegung steht. Verdreht die Dissidenz ihr eigentliches Ziel, indem sie den Weg in eine angepeilte neue Welt mit zu Schablonen entmenschlichten Abartigen etikettiert, vollzieht sie genau die Jagd, die Bachmann als Metapher in ihrer Erzählung „Unter Mördern und Irren“ aus dem Verhalten von Nachkriegsintellektuellen gewinnt. Intellektuelle, die ihrem Selbstverständnis nach für die Überwindung des Faschismus und eine neue Gesellschaft stehen, in ihrer Rhetorik aber bereits wieder in Jagdfantasien verfallen und damit eben die Utopie selbst als Zielscheibe opfern. Konkret steht hierfür die Gruppe 47, eine sozialdemokratisch-liberal „gesinnte“ Gruppe deutschsprachiger „Intellektueller“, als historische Blaupause, anlässlich deren Treffen im Jahr 1953 Bachmann notierte, sie hätte den Eindruck, unter deutsche Nazis gefallen zu sein (12). Wenn das Verfolgen einer Utopie beziehungsweise eines gesellschaftlichen Neuansatzes selbst zum Jagdanlass wird mit Aufstellen von Schemata qua Zielscheiben („diese“, „jene“, „solche“), dann wird eben das Blaue Wild gejagt, im Grunde aber: die eigene Utopie liquidiert.
Es ist bitter, Systemkritik aus der Coronadissidenz zu lesen und dabei feststellen zu müssen: Es sind die Muster des Systems am Werk. Wenn Dissidenzkritik über Empörungsbewirtschaftung auf Schablonen fokussiert, so verliert sie nicht nur den Pfad der Systemkritik aus den Augen, sondern schreibt sich selbst totalitär-repressiven Mustern der Bündelung und Gegenbündelung und also der Ent-Menschlichung ein. Auch dann, wenn sie dies im Hinblick auf Monströses vollzieht.
DIE Pädophilen gibt es nicht. Wie es nie DIE Abartigen gegeben hat. Dass ein Pier Paolo Pasolini oder gar der romantische Dichter und Philosoph Novalis mit in diese Schublade fielen (13), mag allein schon ein deutlicher Hinweis sein. Es hat nie DIE Juden gegeben, sie wurden gemacht. Es gab nie Hexen. Auch die wurden gemacht. Und wenn die Brüder Podesta – ich komme kurz und exemplarisch noch genauer auf ihre Verwendung im kritischen Diskurs zu sprechen – mit dem Verschwinden von Madeleine McCann (14) zu tun oder Kinder missbraucht haben sollen, so ist die Ausbeutung, die sie mit Kapital betreiben, nicht deswegen verheerender oder weniger verheerend. Sie ist und bleibt verheerend. Das gilt auch, wenn sie mit dem Verschwinden von Maddie McCann nichts zu tun hätten. Und falls sie damit tatsächlich zu tun haben – und der Text, auf den ich in diesem Zusammenhang exemplarisch referiere, legt stichhaltige Indizien vor, die es unbedingt abzuklären gälte, was unterblieben ist (15) – so ist ihre Tat monströs, nicht weil sie pädophil wären oder zu DEN Pädophilen gehören, sondern weil sie Menschen ausgebeutet haben, konkret ein Kind. Das ist monströs, unabhängig davon, ob sie so oder so sind.
Eine solche Erkenntnis beruht auf keinerlei Moralvorstellung, auf keinerlei Empörung, auf keinerlei Etiketten. Man kann mit Goethes Werther ergänzen: Gut und schlecht, diese oder jene oder solche: was soll das alles heißen! In Wirklichkeit heißt es nichts, in der Jagdwirklichkeit alles. Dies herauszustellen, anstatt sich inflationär der schön klingenden Rhetorik der einen Menschheitsfamilie zu bedienen, scheint mir für eine Dissidenz geboten, die sich nicht selbst abräumen möchte.
Drehung ins Monströse
Ein Jagdeifer überschäumt dann vollends, wenn die Wirklichkeit gänzlich auf eine Etikettierungs- und Haltungswirklichkeit reduziert wird, wie das im heutigen Deutschland weitgehend der Fall ist. Das beginnt mit Schablonen wie „Wir sind für Frieden…“, „Wir sind gegen Hass…“ und endet, wenn die ganze Landschaft mit Zielscheiben verstellt ist und alles in die Teilung mündet: Jäger oder Zielscheibe. Eine Teilung, ich werde nicht müde, es zu betonen, die Goethe mit seiner Wertherfigur als erkenntnistheoretische Nullnummer freilegt.
Paradigmatisch vorgeführt innerhalb der Dissidenz wird eine solche Jagdvollendung, wenn im Rahmen der personalisierten Jagd auf die Podestas qua Repräsentanten einer globalen Machtelite – sie hielten sich zur Tatzeit in der Nähe des Ortes in Portugal auf, wo Maddie McCann verschwand – selbst die Eltern des vermissten Mädchen als „pädophil“ etikettiert und mit in die Zielscheibenlandschaft eingebaut werden mittels boulevardesker Elemente, nämlich über „framende“ rote Schuhe, welche die Kinder auf einem Familienausflug getragen haben, und über eine Kontaktschuld zu einem Mann, dem nach dessen Tod Kindsmissbrauch vorgeworfen wurde (16).
Solche Empörungsmittel bleiben Empörungsmittel, unabhängig davon, ob das Verhalten der Eltern zu kritischen Fragen Anlass gibt oder nicht. Aufgrund der bislang vorliegenden Kenntnisse ist eine Mit-Täterschaft der Eltern nicht ausgewiesen, sondern ausschließlich Spekulation. Indes, selbst wenn eine Mittäterschaft gegeben wäre, dürfte sich eine Systemkritik, die Systemkritik sein und nicht in Muster des Systems verfallen will, auf keine Empörungsmittel stützen, für welche Zwecke auch immer. Im konkreten Fall indes entsteht aufgrund des Eifers, die Podestas qua Repräsentanten der Elitenkaste als Abartige vorzuführen, die Situation, dass möglicherweise unschuldige Eltern – fahrlässiges Handeln bewegt sich auf einer anderen Ebene des Diskurses – nicht nur ein Kind verlieren und mit dieser ultimativ-traumatischen Erfahrung leben müssen, sondern dass sie zusätzlich selbst als abartige Täter zur Zielscheibe aufgebaut werden. Allein diese Option auch nur eventualiter in Kauf zu nehmen, verdreht eine Dekonstruktion der Macht selbst ins Monströse.
Eine so weit gehende Jagdkonstruktion habe ich sonst nicht aufgefunden. Zur Mehrheit bleibt es beim Einsatz von Empörungstriggern zur Kennzeichnung der Eliten, deren Handlungen, das soll nicht vergessen sein, in der Tat strukturell und erkenntnistheoretisch gesehen monströs sind. Das angeführte Beispiel aber zeigt, wohin der Empörungseifer führen kann, auch in der Dissidenz und bei Autoren, die begrifflich und strukturell weitgehend präzise analysieren. Das verdeutlich abermals, dass ohne einen Bewusstseinsaufwand niemand – ich nehme mich nicht aus – angesichts dessen, was an Irrsinn in der Welt abgeht, gegen Empörungsbewirtschaftung immun ist. Auch deshalb steht der bereits zitierte, das menschliche Wesen zutiefst treffende Satz in Goethes Werther.
Kapital aus dem Fokus
Was das Ergebnis solcher moralischer Entrüstung betrifft, so ist das schnell gefasst: Das Kapital bleibt unbehelligt. Es sind die Abartigen, es sind diese und jene, welche den gerechten Zorn auf sich ziehen. Die Podestas – optional gesprochen – wären hinter Gitter zu setzen (oder im Rahmen einer Jagd zu erschießen) und der Fall wäre gelöst. In Wirklichkeit gilt: Der Maddie McCann-Fall wäre allenfalls gelöst, nicht aber die Ausbeutung durch Kapital und Technologie. Hier schließt sich der Kreis zum Beginn des Essays.
Es gab von Anfang an Kreise im Coronawiderstand, die keineswegs am Kapitalismus rütteln, sondern gegenteilig die Machtstrukturen rund um Kapital und Technologie noch ungezügelter wirken lassen wollten. Sie beklagten (zu Recht) die Coronarepression und verkannten und verkennen noch immer, dass es die Repression des freien Kapitals ist, was mit Corona durchgeschlagen hat. Für diese Kreise ist die Empörungsbewirtschaftung rund um abartige Eliten ein Geschenk Gottes. Durch die dadurch ausgelösten Personalrochaden werden wieder exekutive Posten frei. Milei hat einen erklommen.
Technologie ebenso
Wenn Kapital von Kritik untangiert bleibt, so bleibt es Technologie in aller Regel ebenso. Zuweilen selbst da, wo Kapitalismuskritik gegeben ist, zumal der Marxismus und seine Spielformen als Ebenso-Materialismen im Wesentlichen keine präzisere Sicht auf Technologie zu entwickeln vermögen als der Kapitalismus. Ganz bestimmt außen vor bleibt Technologiekritik überall da, wo das Kapital nicht angetastet sein will.
Ohne an dieser Stelle im Detail auf die fehlende Technologiekritik in der Dissidenz einzugehen, so sei hier bloß an die vielen YouTube-Kanäle erinnert, auf denen Finanzexperten aus der Dissidenz Bitcoins und andere Kryptowährungen als Anfang einer neuen Unabhängigkeit verkünden. Nun bedeuten abwägende Reflexionen bezüglich Bitcoins et cetera selbstverständlich nicht per se ein Aushebeln von Kritik und ein Zusammengehen mit Kapital. Was aber die Kritik unterläuft, ist das weitgehende Ausblenden der Tatsache, dass die technologischen Verfahren rund um Kryptowährungen aus dem System stammen, wesentlich aus dem militärisch-industriellen Komplex, und allein dadurch eng mit Kapital verschränkt sind. Die Blockchain-Technologie wäre – wie manches – ohne diese Verzahnung mit kapitalistischen Kreisläufen (konkret auch mit CIA-Schaltkreisen) nicht denkbar. Ein kritischer Diskurs müsste darauf blenden. Wer danach in dissidenten Texten sucht, findet wenig. Zuweilen stellt sich vielmehr heraus, dass die alternativen Experten, die andere Geldsysteme oder bestimmte, scheinbar unabhängig machende Investitionsarten preisen, das, was sie preisen, selbst anbieten.
Verschärft gilt eine doch erstaunlich naive und daher sich selbst zersetzende Sicht innerhalb der Dissidenz im Bereich des Digitalismus und damit innerhalb der Technologie, welche die Welt neu im (entleerten) Innersten zusammenhält. Der Philosoph Byung-Chul Han hat in prägnanten Worten die Eigenschaft dieser Technologie auf den Punkt gebracht: die Verschiebung des Diktators ins Innere (17). Der Digitalismus ist per se darauf angelegt, Subjekte zu tilgen und eine totalitär-technoide Gesellschaft zu implementieren, ganz im Sinne der Vorstellungen eines Klaus Schwab. Der Verweis auf die schlechten Hände, der hier zuweilen noch reflexartiger als beim Kapital erfolgt, verdeutlich, dass eine kritische Betrachtung bezüglich der ent-menschlichenden Eigenschaften der digitalen Technologie, deren Ziel es ist, das mentale System des Menschen zu ersetzen, weigehend ausgeblieben ist.
Die KI wiederum ist die Vollendungsfigur. Die mentale Autonomie des menschlichen Subjekts wird mit ihr irreversibel gelöscht. Wenn in einer systemkritischen Diskussionsrunde auf die logistische Frage hin, wie das Problem der Übersetzungen zu lösen sei – vor dem Hintergrund einer angepeilten globalen Zusammenarbeit verschiedener systemkritischer Kanäle beziehungsweise Journalisten –, gesagt wird, die KI werde das lösen, und keiner der Teilnehmer in der hochdotierten Runde immerhin eine kritische Bemerkung hierzu anbringt, beispielsweise darauf verweisend, dass die KI nicht nur irgendeine Erfindung des Systems und also des Kapitals sei, sondern die angepeilte Vollendungsfigur bei der Überführung in eine technoide Welt schlechthin, dann rücken System und Systemkritik an einem gänzlich neuralgischen Punkt zusammen (18). Dass die Rede von guten und schlechten Händen, die Kapital und Technologie in einem Fall gut, im anderen Fall schlecht machen, nicht greift: Wäre nicht genügend Zeit gewesen seit Goethes Werther, das nachzuvollziehen? Kapital und Technologie führen die Zerstörung wesentlich in der Sache mit, und nicht der Hände wegen, in denen sie liegen.
Technologielob – wie die Preisung der KI als Lösung eines Problems – ist nicht an Empörungsbewirtschaftung gebunden. Das Verhältnis der Technologie zur Jagd liegt verdeckt. Allerdings fehlt Technologiekritik meiner Erfahrung nach stets da, wo Empörungsbewirtschaftung betrieben wird. In reaktionären Kreisen der Coronakritik verdreht sich das Muster vollends, indem Technologieskepsis zum Vorreiter des erkenntnistheoretischen SuperGAUs und des totalitären Durchgriffs durch eine feudale Elite wird. So beispielsweise in Strömungen, die sich auf den US-amerikanischen Politaktaktivisten Lyndon LaRouche zurückführen lassen. Im Rahmen der daraus hervorgehenden „Denkmuster“, die in einem fort in „gut“ und „schlecht“ teilen, sind es Kulturmarxisten, hervorgehend aus Ascona-Kommunen der Jahrhundertwende, welche das Übel herbeigeführt haben (19).
Fazit
Personalisierte Kritik fungiert instrumentell als Basis jeder Empörungsbewirtschaftung. Empörung zielt auf Moral. Moral spaltet in Jäger und Zielscheiben. Kapitalkritik bleibt im Rahmen einer solchen Prozedur außen vor. Empörung stützt das Kapital. Blendet man zurück an den Beginn dieses Textes und auf die Skepsis Mausfelds in Bezug auf den emanzipativen Gehalt des Coronawiderstands, damals 2020, so schließt sich der Kreis dahingehend, dass dieses Vorbeizielen am Kapital sich deckt mit einer Einschätzung, die in Corona-kritischen Kreisen immer schon eine kapital- und kapitalismusbejahende Haltung erkannt hat.
Weitgehend Gleiches lässt sich zur Kritik im Hinblick auf Technologie sagen. Die Beschränkung auf Kritik an Kapital in schlechten Händen korrespondiert mit Kritik an Technologie in schlechten Händen. Und damit ist Moral gebucht samt deren Auswirkungen, die Michael Andrick in seinem Buch „Im Moralgefängnis“ ausführt.
Dass Kriterien wie „gut“ und „schlecht“ nicht weit führen, könnte man ohne erkenntnistheoretischen Großaufwand übrigens auch allein aus den Streitereien zwischen Aktivisten des Coronawiderstands erschließen. Und das beginnt nicht erst bei justizialen Kämpfen – im Rahmen derer Coronawiderständige vor jene Justiz ziehen, die sie kurz zuvor als Teil des Problems erkannt haben –, sondern schon beim Verteilen von Gagen aus gemeinsamen Veranstaltungen oder beim Bücherverkauf. Geht es ums Geld – ob Bitcoin oder Euro –, hängt auch in der Dissidenz der Menschheitsfamiliensegen nicht selten schief. Es gibt erhebliche Evidenz, dass Menschen, die „gegen Corona“ waren, die Lage besser durchschaut haben, jedoch keine, dass sie „moralisch“ besser wären. Destruktive, Kriminelle, Gewalttätige gibt es unter ihnen wohl genauso wie unter den Systemlingen und überall. Es scheint mir deshalb an der Zeit, sich schlüssig zu werden, was man möchte: Eine moralische Welt der Guten oder eine Welt, in der Macht stets so weit zersetzt wird, dass genügend Raum zum Leben bleibt.
Wenn Systemkritik ins System eingeht – Teil 1: Empörung bedingt Etiketten und schützt das Kapital
Anmerkungen und Quellen
Für die Gleichzeitigkeit von struktureller Machtkritik und Empörungsbewirtschaftung, welche die Kritik unterläuft, stehen paradigmatisch Heiko Schönings Buch „Angriff aufs Mikrobiom“ (eine ausführliche Rezension findet sich hier.) und Tom-Oliver Regenauers Blogbeitrag „Mord ist ihr Hobby“.
(6) Das Kapital, das alle anderen Geldverschieber ohne „Mädcheninsel“ verwalteten und weiter verwalten, war und ist keine Spur weniger monströs in seiner Eigenschaft des karzinogenen Wucherns als das durch Epstein verwaltete. Allein das schon ging in den Epstein-Berichten unter.
(7) In den Siebzigern und Achtzigern des 20. Jahrhunderts hätte man, was die weiblichen Personen betrifft, die Epstein unter welchen Voraussetzungen auch immer auf „seine Insel“ brachte, nicht von „Mädchen“ gesprochen, sondern von „jungen Frauen“, waren diese in aller Regel doch sechzehn und älter. Es fanden sich keine zwölf- oder achtjährigen Kinder darunter. Das ändert an Ausbeutungsstrukturen grundsätzlich nichts ändert. Die Terminologie ist aber entscheidend, wenn nicht Ausbeutungsverhältnisse an sich, sondern die Generierung der Empörung im Fokus steht. In den Siebzigern hätte man dementsprechend auch nicht von „pädophilen Kreisen“ gesprochen, durchaus allenfalls von Menschenhandel. Die Begriffe „Mädchen“ und „pädophil“ begünstigen die Empörung, die angepeilt ist. Der Begriff „junge Frauen“ hat hierfür weniger Potential. Das sind Details, die etwas über die Teilnahme der Kritik am „Zeitgeist“ und die Intention einer Kritik aussagen.
(8) John Podesta: 23. Stabschef im Weißen Haus während der Präsidentschaft Bill Clintons, Leiter des Teams, das Barack Obamas Präsidentschaft personell vorbereitete, oberster Wahlkampfmanager beim Versuch Hillary Clintons, ins Weiße Haus einzuziehen, Vorsitzender der Denkfabrik „Center for American Progress“ und seit 2022 von Joe Biden ernannter „Senior Advisor to the President for clean Energy Innovation and Implementation“, Tony Podesta: von der Systemquelle Wikipedia als einer der mächtigsten Lobbyisten in Washington bezeichnet.
(9) Unter Mördern und Irren, herausgegeben im Erzählband „Das Dreißigste Jahr“, 1961; In Bachmanns Erzählung sitzen Gruppen um Tische. In einem Wirtshaus. Ein paar Jahre nach dem Krieg. Genau genommen zwei verschiedene Gruppierungen in zwei verschiedenen Räumen. Intellektuelle zum einen, die an die Gruppe 47 erinnern und sich selbst fast schon paradigmatisch als Exempel der Überwindung der NS-Zeit verstehen. Zum anderen Fröntler-Nostalgiker, also sozusagen deren Antipoden. Antifaschisten und Faschisten in räumlicher Nähe, und am Ende des Abends gibt es einen Toten. Das Entscheidende: Der Text lässt Grenzen verschwimmen. Faschistoides schält sich plötzlich da heraus, wo es nicht sein kann. Bei den Intellektuellen eben. In ihren Träumen, ihren Erinnerungen. Mit ihrer Sprache jagen sie das blaue Wild. So fasst Bachmann metaphorisch, was sich einstellt.
(10) Novalis führt in seinem Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ dieses ästhetische Symbol für die Sehnsucht nach dem Nicht-Verwirklichten, dem Anderen ein.
(11) Im Song „Questions in a World of Blue“ aus David Lynchs Serie „Twin Peaks“, das bildlich – bis hin zu kurzen Einblendungen von kahlen Bäumen, die an Caspar David Friedrich erinnern – mit mehreren romantischen Motiven arbeitet, kommt eine in die Popästhetik und den bewussten Kitsch gewendete Variante dieses „Blauen“ vor, wo es als Chiffre für das Unerklärliche und Unverständliche fungiert.
(12) Die Gruppe 47 war der wohl berühmteste lose Zusammenschluss deutschsprachiger Autoren nach dem 2. Weltkrieg, die sich von 1947 bis 1967 in unregelmäßigen Abständen zu Lesungen und Diskussionen trafen. Dem Selbstverständnis seiner Teilnehmer entsprechend stand dieser lose Verbund für einen antifaschistischen, von der Nazizeit klar abgetrennten Neuanfang der deutschen Literatur. Anlässlich eines Treffens im Jahre 1952, an dem sie teilnahm, notierte Bachmann: „Am zweiten Abend wollte ich abreisen, weil ein Gespräch (…) mich denken ließ, ich sei unter deutsche Nazis gefallen“, (vergleiche Klaus Briegleb, Missachtung und Tabu. Eine Streitschrift über die Frage: „Wie antisemitisch war die Gruppe 47?“, Berlin, 2003).
(13) Zu Pasolini und Novalis vergleiche https://www.manova.news/artikel/das-monstrose-umarme und da Fußnote 15 und 16.
(14) Das Systemmedium Wikipedia fasst den „Fall“ des seit 2007 vermissten Mädchens Madeleine („Maddie“) McCann recht detailliert zusammen (https://de.wikipedia.org/wiki/Vermisstenfall_Madeleine_McCann#Verdacht_gegen_die_Eltern), erwähnt aber (naturgemäß) die mögliche Verbindung mit Elitekreisen des US-amerikanischen Machtapparates um die Podesta-Brüder, für die Tom-Oliver Regenauer – siehe Quelle 15 – glaubwürdige Indizien zusammenträgt, nicht.
(15) Tom-Oliver Regenauer führt den Fall Maddie McCann in „Mord ist ihr Hobby“ (https://www.manova.news/artikel/mord-ist-ihr-hobby) auf das Wirken elitärer Kreise zurück, exemplarisch die moralische „Abartigkeit“ der Eliten aufzeigend. Der Text weist sowohl akkurat aufklärerische wie stark auf Empörungsbewirtschaftung setzende Elemente auf. Was den Bezug auf Jeffrey Epstein und Marina Abramović betrifft, ist er allerdings nur einer unter vielen.
(16) Im in Anmerkung 15 erwähnten Text wird die angepeilte Verknüpfung der Eltern des vermissten Mädchens mit der Jagdschublade der „Pädophilen“ über rote Schuhe, ein angebliches Erkennungszeichen, und über eine Kontaktschuld mit einem Neffen Sigmund Freuds, gegen den nach dessen Tod Missbrauchsvorwürfe vorgebracht wurden, hergestellt.
(17) Zur Bedeutung von Byung-Chul Hans Denken für das zivilisatorische Geschehen der vergangenen Jahre vergleiche https://www.manova.news/artikel/lob-der-covidioten, https://www.manova.news/artikel/die-isolierten-selbstausbeuter und https://www.manova.news/artikel/am-nullpunkt-des-geistes.
(18) https://www.manova.news/artikel/die-sintflut-surfer ab ca. 1.14.50; nicht dass mit IT gearbeitet wird, sondern die erkenntnistheoretisch naive Haltung, mit der dies geschieht, ist bemerkenswert.
(19) https://www.manova.news/artikel/reaktionare-rebellen-2; dieser Text wie auch Teil 1 davon (https://www.manova.news/artikel/reaktionare-rebellen) stellen reaktionäre (und damit verbunden kapitalistisch und technizistisch geprägte) Muster in der Coronakritik heraus.
British Cartoon Prints Collection, Public domain, via Wikimedia Commons
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Daniel Sandmann ist promovierter Linguist, Philosoph und Historiker. Für Manova betreut er den Literatur-Salon redaktionell.
. . . und da der Werte Autor ja „direkten“ Kontakt zu MANOVA (ehem. Rubikon) hat, mein Tipp, mal folgendes „arab./afrik.“ SprichWort in die Autoren-RUNDE zu tragen !?! – geht so: – > Für die REICHEN ist das L E B E N ein SPIEL – für NARREN eine KOMÖDIE – für WEISE ein TRAUM und für die ARMEN eine TRAGÖDIE < !!??!! ;-)
P. S.: – ein „gelernter“ Medien-Kaufman, Matthias MÜLLER, hat NUR zwei echte AUGEN-Öffner-ARTIKEL auf o.g. Seite „hinterlassen“ – zur „COVID-PLANdemie“ im Herbst ’20 > „Auf hauchdünnem Eis“ < und zum baldigen „AB-KACKEN“ von „Trans-Atlantis/Pentagonien“ den Titel > „Schmerzvoller Aufprall“ < !?! – (02/24 – so googeln) – SuchFunktion auf „Manova“ läuft leider nicht !?! ;-)
NACHTRAG – und um den WELTEN-Gang (geheim-politisch) seit dem Jahr „1998“ (!!!) relativ „real einordnen“ zu können, mal „meinen“ Post zu > EVENT „2-O-1“ und VOR-Läufer seit „2001“ < unter hiesigem tkp-Artikel > „Sorgten US-Biolabore…“ < (Mai ’23 / so ins Suchfeld) mit „exclusiven“ Hinweisen zu Gemüte führen !?! ;-)))
Gebt diesen Text den Hasen. Obwohl – auch die haben sowas nicht verdient.
Sollte darin irgend eine interessante Aussage enthalten sein, so ist sie gut versteckt. Versucht dieser „Sandmann“ seinem Namen alle Ehre zu machen, oder was soll das?
Noch ein Gedanke zu ,,Abartigkeit“
Die ,,systemische“ Kapitalismuskritik stabilisiert den Kapitalismus, indem sie Ausbeuten und sich ausbeuten lassen als Verhaltensweisen betrachtet, die durch ,,das System“ erzwungen sind, völlig unabhängig von den Individuen, so als ob die überhaupt keinen Entscheidungsspielraum hätten.
Damit werden aber nicht nur alle von ihrer Verantwortung entbunden, sondern die .,,Abartigkeit“! wird für normal erklärt.
Suchtverhalten wie Geldsucht wird damit für normal erklärt.
Unterwürfigkeit auf der anderen Seite wird damit für normal erklärt.
Das ist als ob man sagen würde, es ist nicht ,,abartig“, sondern es ist völlig normal, dass jemand, der schon völlig besoffen ist, sich noch drei Flaschen Schnaps reinkippt, weil ,,das System“ so ist, was kann den der Alkoholsüchtige dafür?! Nöö wenn es Schnaps zu kaufen gibt, dann MUSS er sich besaufen, nööö er kann da gaaar nix dafür, nöö es ist ,,das System“!
Und seine Frau die darunter leidet, die kann ja auch gaaar nix anderes machen als unter dem Säufer zu leiden, nöö die hat keinen seelischen Schaden, wegen dem sie das tut, nöö nö es ist ,,das System“!
Odr kurz: diese ,,systemische“ Kritik ist so, als ob jeder Mensch, dem 1 Mio angeboten wird, dafür töten würde.
@Andreas I.
1. Juli 2024 at 12:47
Der Artikel wollte – so wie ich ihn verstehe – zeigen, dass die Erklärung von „Pandemie“-Inszenierungen, Kriegen etc. durch persönliches Fehlverhalten einzelner Personen, „Oligarchen“ etc. zu einer Ablenkung von den wahren Ursachen, nämlich den Gesetzmäßigkeiten des hoch entwickelten, durch große Monopole gekennzeichneten Kapitalismus, führt. Das ist keine akademische Frage, sondern eine von höchster praktischer Bedeutung, denn es geht ja darum, ob und wie wir uns solcher Widrigkeiten erwehren können …
Hallo,
ja selbstverständlich ist das eine übliche Kapitalverwertungskrise.
Aber Menschen auf allen Seiten, vom Oligarchen bis zur Putzfrau, haben verschiedene Möglichkeiten, wie sie sich zu dieser Kapitalverwertungskrise verhalten.
Mir leuchtet nicht ein, warum eine Personifizierung, z.B. Billy Boy Gates, der ja auch nicht gerade kamerascheu ist und sich daher als Beispiel anbietet, notwendigerweise davon ablenken sollte, dass er aus seinen vielen Milliarden noch mehr Milliarden machen will.
(und dass die anderen Oligarchen das gleiche wollen und er stellvertretend dafür steht).
@Andreas I.
1. Juli 2024 at 21:23
„Mir leuchtet nicht ein, warum eine Personifizierung, z.B. Billy Boy Gates, der …“
Das hat der Autor versucht zu erklären im Teil I:
„Am Ende solcher „Prozeduren“ steht dann – wie ideologisch zumindest von einem Teil der Dissidenz auch gewünscht – nicht die Erkenntnis, dass das Kapital zwingend repressive, totalitäre und ausbeuterische Verhältnisse generiert, sondern dass dies nur der Fall ist, wenn es in „schlechten … Händen“ liegt“
Hört man sich die Reden von Klaus Schwab und seinen Jüngern an, die teilweise schon in unseren Parlamenten ihr Unwesen treiben, findet man sich sogleich in einem Gruselkabinett eiskalter Narzissten wieder, welche die Welt in von ihnen fabrizierten virtuellen Welten nach ihrem Vorbild „leaden“ und „shapen“ wollen.
Nein, lieber Klaus Schwab, Sie und Ihre Young Global Leaders und Global Shapers knallen gerade gegen die Wand der Realität, in der wir empathischen authentischen Menschen leben. Wir werden gewinnen, denn wir sind 99% und wir Kämpfen für unsere Kinder und Enkel. Das zeigt jetzt auch der Aufstieg der „konservativen Achse Orban- Kickl- Babisch“ in der EU.
Es wurde Zeit dass die Bürger aufgewacht sind und endlich Schwab und Konsorten wie Soros, Black Rock hinterfragt. Diese Menschen meinen es nicht gut mit uns. Diese „Davos Bande“ besitzt noch die „Unverfrorenheit“ ihre geisteskranken Ideen in Buchform zu präsentieren. Diese Bücher sind selbstredend für die Gesinnung eines Klaus Schwab und der Eliten, die er kontrolliert. Wacht auf bevor es zu spät ist
Schwab’s Grössenwahn hat das WEF vollständig diskreditiert. Diese Veranstaltung schadet Österreich. Österreich im Sog der Moralisten, Antidemokraten, Globalisten und international operierenden Finanz- und Industrienetzwerken.
Frage: …Gibt es noch genügend Buerger, die den Zerfall und die Verscherbelung unseres Landes stoppen? JA, indem wir diese Gaukler bei den Wahlen stoppen!!! Das erleben wir gerade in Frankreich, wo Macron ein Söldner des WEF bei den Wahlen vom VOLK vernichtet wurde!!!
DIE BLUME DER FREIHEIT
Kornblume, Klee, Wegwarte, Lein
sind als Wildblumenstrauß gar fein.
Durch Dichters Worte wissen wir,
blaue Blumen sind auch Panier.
Zum Symbol wurden sie erhoben,
wenn zwischen Menschen Kämpfe toben,
steh’n blaue Blumen auf der Seite
derer, die in dem wilden Streite
das Recht des Einzelnen erheben,
nach Wissen und Wahrheit zu streben.
Gehört so zur Erkenntnis auch,
bei Wahrheitsfeinden ist es Brauch,
dass die tragen zu ihrem Ruhme
eine eigentlich schöne Blume,
die Blätter grün, die Blüte rot,
war bereits vieler Menschen Tod.
Das sollten wir niemals vergessen,
denen, die heute wie besessen
verleumden wahre Wissensträger,
aufspielen sich als Nazijäger.
Doch ihre Blume, die sie schwenken,
die können sie sich selber schenken,
denn die steht ja seit langem schon
für Zwang und Indoktrination.
Der Geist der Freiheit nur dort weht,
wo die blaue Blume steht.
Richtig, es geht uns weder um Kapital oder Moral, sondern um die Freiheit – flip, flop and fly… Das aber kann nur jemand verstehen, der diese Kraft auch in sich trägt. Weder wollen wir andere beherrschen, noch selbst beherrscht werden. Und wir haben das nicht von der Erziehung, denn wer hätte damit angefangen? Gott?, sondern es ist in uns. Meine Mutter hat immer gesagt: über kurz oder lang, was in einem Menschen drin steckt, kommt immer irgendwann heraus – seine Talente und sein Charakter. Beides ist angeboren. Deswegen haben auch die linken Umerzieher keine Chance. Sie können seelische Krü ppeln, krank Gemachte, erzeugen durch frühkindliche Prägung, aber was in dem Menschen ist, kommt auch hervor – im Falle von schlechter Erziehung auch in Form von starker Rebellion. „Das Leben findet immer einen Weg.“ Wir werden immer ausbrechen! Ihr könnt uns nicht gefangen halten!
vielen dank! kann dieser analyse sehr vieles abgewinnen und würde nur in ganz wenigen nuancen widersprechen.
„Das Kapital bleibt unbehelligt … Personalisierte Kritik fungiert instrumentell als Basis jeder Empörungsbewirtschaftung“
Der Kapitalismus bleibt unbehelligt. Sein „höchstes“, aktuelles Stadium der großen Industrie- und Finanzmonopole, also sein seit ca. 150 Jahren imperialistisches Stadium mit seinen Gesetzmäßigkeiten wird nicht als Ursache für Kriege und zuletzt eine infame „Pandemie“-Inszenierung erkannt. „Personalisierte Kritik“, Wut, Empörung und Rachegelüste „ersetzen“ die Analyse der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge als einzig zielführender Kritik.
Schon Lenin hat das treffend beschrieben: „Der durch die Schrecken des Kapitalismus „wild gewordene“ Kleinbürger ist eine soziale Erscheinung, die ebenso wie der Anarchismus allen kapitalistischen Ländern eigen ist. Die Unbeständigleit dieses Revolutionarismus, seine Unfruchtbarkeit, seine Eigenschaft, schnell in Unterwürfigkeit, Apathie und Phantasterei umzuschlagen, ja sich von dieser oder jener bürgerlichen Modeströmung bis zur „Tollheit“ fortreißen zu lassen – all das ist allgemein bekannt“ (Der „Linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus, 1920)
Er hat auch das „Gegengift“ beschrieben: „Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu suchen. Die Anhänger von Reformen und Verbesserungen werden immer von den Verteidigern des Alten übertölpelt werden, solange sie nicht begreifen, daß sich jede alte Einrichtung, wie sinnlos und faul sie auch erscheinen mag, durch die Kräfte dieser oder jener herrschenden Klassen behauptet. Um aber den Widerstand dieser Klassen zu brechen, gibt es nur ein Mittel: innerhalb der uns umgebenden Gesellschaft selbst Kräfte zu finden, aufzuklären und zum Kampf zu organisieren, die imstande – und infolge ihrer gesellschaftlichen Lage genötigt – sind, die Kraft zu bilden, die das Alte hinwegzufegen und das Neue zu schaffen vermag“ (Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, März 1913)
Hallo,
und nach Lenin kam Stalin. Es heißt, Lenin soll noch selber vor Stalin gewarnt haben, keine Ahnung ob das stimmt, aber es waren die von den Bolschewiki geschaffenen Strukturen, in denen ein Stalin Fuß fassen konnte.
Und sicherlich gab es Wechselwirkungen zwischen der jungen Sowjetunion und den kapitalistischen Staaten, aber wie Stalin an die Macht gekommen ist, das kann man nicht direkt auf ,,das Kapital“ schieben, denn das gab es in der SU nicht.
(Und Stalin alleine wäre auch nichts gewesen ohne die Geheimpolizisten, ohne die Politkommissare…)
Immer nur ,,das Kapital“ als Ursache ist mir zu dünn, denn ,,das Kapital“ macht gar nix, selbst eine Fabrikhalle voller Roboter macht gar nix ohne ihre Programmierer, naja und ein Haufen Geld macht alleine erst recht nix, Menschen machen mit dem Geld was, die Kapitalisten so und die Konsumenten so, ohne dass die Kapitalisten gefüttert werden, können die nicht wachsen. Aber sie werden gefüttert.
Das Problem der von den Menschen abgekoppelten Kritik am Kapital sehe ich darin:
Wenn es eh systemisch ist, dann kann ich auch bei Amazon und Nestle usw. kaufen. Ohne die große Revolution geht ja eh nix. Doch!
Evolution ist das Prinzip, durch das wir entstanden sind bzw. durch das wir uns entwickelt haben.
@Andreas I.
1. Juli 2024 at 12:17
Könnten Sie zusammenfassen, was Sie mit Ihrem Kommentar sagen wollen? Unten lese ich bei Ihnen: „Am Anfang war Erziehung. Es waren die Eltern“. Bei den Eltern waren es auch schon die Eltern, und das Alles hat sich nie im luftleeren Raum, sondern in gesellschaftlichen Zusammenhängen abgespielt, die sich weiterentwickelt haben, von denen die jeweiligen Eltern und Kinder nie unbeeinflußt geblieben sind, unbeeinflußt bleiben konnten. Das Sein bestimmt das Bewußtsein (aber auch umgekehrt), wir fallen nicht vom Himmel …
„Es heißt, Lenin soll noch selber vor Stalin gewarnt haben,…“
Im Testament (mehrere Briefe Lenins) schreibt Lenin, dass Stalin zu grob und launisch sei für die Position eines Generalsekretärs. Er sollte aus dieser Position entfernt werden. Außerdem gibt es einen handgeschriebenen Brief, in dem Lenin eine Entschuldigung von Stalin verlangt, weil er Lenins Frau beleidigt habe. Lenin hatte nach mehreren Schlaganfällen versucht, seine Mitarbeiter vor dem unmäßigen Ehrgeiz Stalins zu warnen.
(Chruschtschow erinnert sich)
An Fritz Madersbacher Hallo,
,,Bei den Eltern waren es auch schon die Eltern, und das Alles hat sich nie im luftleeren Raum, sondern in gesellschaftlichen Zusammenhängen abgespielt“
Und wenn die dysfunktionale Erziehung immer wieder von Generation zu Generation weitergegeben wird, dann werden die Gesellschaften immer wieder die gleichen und das hat wieder die Rückkopplung auf die Eltern … , dann ändert sich nie was.
Die Weitergabe der Erziehung müsste unterbrochen werden.
Ob nun das Sein das Bewusstsein bestimmt und/oder umgekehrt, das Sein eines Kindes in den ersten vier Jahren ist kaum vom Sein der Eltern zu trennen. Und wenn wir schon bei den berühmten Sprüchen sind:
Die Familie ist die kleinste Einheit der Gesellschaft.
Also wenn man die Gesellschaft verändern will, was läge näher als in der kleinsten Einheit der Gesellschaft anzufangen? Oder jedenfalls im unmittelbaren Umfeld …
Mein Punkt ist, dass ökonomische Analyse ja schön und gut ist, aber wenn alle die Welt ökonomisch verändern wollen, aber niemand sich selbst ändern will, wie soll das gehen?!
Das Ökonomische ist m.E. Symptom und das Seelische die Ursache. (Ja es hat selbstverständlich Wechselwirkungen…)
p.s.: Genau am Punkt Bewusstsein haben sich doch die Kommunisten hundert Jahre lang die Zähne ausgebissen.
Das Sein bestimmt das Bewusstsein.
Ja aber wenn das Sein auf Materielles reduziert wird – ,,das System“ als ausschließlich ökonomisch determiniert – dann wird ein großer Teil des Seins gar nicht erfasst, also ein großer Teil dessen, was das Bewusstsein bestimmt, wird nicht erfasst.
Naja und dann ändert sich auch herzlich wenig am Bewusstsein.
@Andreas I.
1. Juli 2024 at 16:18
Von all dem war im Artikel (der lang genug war) nicht die Rede. Wenn wir das Alles hier erörtern wollten, kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste, zu Adam und Eva …
@I.B.
1. Juli 2024 at 15:42
Ich will Ihnen nicht das Vertrauen in diese Überlieferungen schmälern, auch nicht jenes in Chruschtschows Rechtfertigungen des eigenen Handelns, aber diese (im Westen breit ausgewalzten) Erzählungen erklären halt sehr wenig den Verlauf der geschichtlichen Ereignisse und ihre Lehren für uns …
@Andreas I.
1. Juli 2024 at 16:18
„Mein Punkt ist, dass ökonomische Analyse ja schön und gut ist, aber wenn alle die Welt ökonomisch verändern wollen, aber niemand sich selbst ändern will, wie soll das gehen?!“
Da haben Sie wirklich einen äußerst wichtigen Punkt …
@Fritz Madersbacher
1. Juli 2024 at 19:29
Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass alles, was Chruschtschow erzählt, die alleinige Wahrheit und völlig ungeschönt sei, was ihn selbst anbelangt. Das Buch allerdings wurde von Edward Crankshaw kommentiert und er bestätigt, was ich oben geschrieben habe. Es war auch nicht meine Absicht, den Verlauf der geschichtlichen Ereignisse und ihre Lehren für uns zu erklären. Ich habe lediglich auf Andreas I. („…Es heißt, Lenin soll noch selber vor Stalin gewarnt haben, keine Ahnung ob das stimmt,…) geantwortet.
Elfenpeingetümmel in merkwürdigen Faultürmen geschniegelten Kunstelfengebeins.
Der Schändavater des Kaisers läßt wieder mal nackt grüßen, aber sowas von.
Hallo,
,,Das große Defizit einer personalisierten und auf Empörung angelegten „Kritik“ besteht allerdings darin, dass die Ausbeutung, welcher Art auch immer, aus ihrer systemischen beziehungsweise strukturellen Bedingtheit entfernt und auf „Abartige“ verschoben wird.“
Das große Defizit einer auf systemische beziehungsweise strukturelle Bedingtheit angelegten „Kritik“ besteht darin, dass eigentlich was überhaupt ,,kritisiert“ wird?!
Man kann ewig über Noten und Takte und Schrittfolgen debattieren, über ,,das System“, aber es gibt keinen Tango ohne die Tänzer. Es gibt kein Gesellschaftssystem ohne Menschen.
Jedes System ist die Summe der Menschen, aus denen es besteht.
Selbstverständlich gibt es die Leute, die ein Feindbild zum Abreagieren brauchen.
Aber kann man das überhaupt als ,,Kritik“ zählen, oder ist es eben, was es ist: emotionales Abreagieren?
Wenn letzteres, dann ist Kritik an der ,,Kritik“ gegenstandslos.
Zu Ausbeutung gehören immer mindestens zwei (Seiten), einer der ausbeutet und einer, der sich ausbeuten lässt. Es lässt sich also nicht von der ,,Abartigkeit“ trennen, denn gäbe es keine Menschen im System, die ausbeuten, und keine Menschen im System, die sich ausbeuten lassen, dann wäre es ein anderes System.
Der Witz ist nur; wenn man oberflächlich bei ,,Abartigkeit“ bleibt, tja dann bleibt es zwangsläufig bei der beschriebenen (verpuffenden) Empörung, rein emotional. Wenn man in die psychologische Tiefe geht (vgl Miller und Maaz), dann wird konkret, wo und wie die Defizite liegen, d.h. darin liegt der Schlüssel, wie es funktioniert bzw. was wie dysfunktional ist, dass einer ausbeutet und einer sich ausbeuten lässt.
,,Das System bleibt untangiert, indem die Erkenntnis, dass die Subjekttilgung grundsätzlich in Kapital und Technologie angelegt ist““
Die Subjekttilgung ist in der Erziehung angelegt, wenn dier Eltern das Kind formen (zu ihrem Objekt machen), anstatt das Kind sich entwickeln zu lassen (als Subjekt zu achten).
Und das Entscheidende bei diesem Zum-Objekt-Machen von Kindern passiert in den ersten vier Lebensjahren, also sämtliche ,,Systemkritik“ bezüglich Schule usw. ist an der Stelle auch gegenstandslos. Es sind die Eltern.
Und ja, die Eltern leben in einem System, aber was die Eltern in den ersten vier Jahren mit ihren Kindern machen, findet weitestgehend im Privaten statt. Wenn die Mehrheit von ihren Eltern zu Objekten gemacht wurde, dann ist die Gesellschaft, die von diesen Menschen mehrheitlich dominiert wird, dementsprechend.
Es sind die Menschen, aus denen das System besteht.
,,Moral“
… hat was jetzt genau mit alledem zu tun?!
Wenn die Sicht noch nicht genug vom Nebel einer menschenlosen Systemkonstruktion verhangen ist, kann man zur Not noch in den moralischen Morast waten, bis man zusätzlich zum Nebel auch noch völlig im Schlamm feststeckt.
Am Anfang war Erziehung. Es waren die Eltern.
Also bei einem selber die eigenen Eltern.
Wer das verarbeitet hat, kann klarer blicken.
Denn wer es nicht verarbeitet hat, der merkt nicht, wenn er projiziert und ob auf Personen oder auf ein ,,System“ projiziert wird … beides ist Projektion.
Aber Projektion ist an sich nichts schlechtes, denn sie ist der Schlüssel dazu, was projiziert wird, also der Schlüssel zu den verdrängten Traumatisierungen. Man muss es nur wissen, dann kann man damit arbeiten.
„Wenn die Mehrheit von ihren Eltern zu Objekten gemacht wurde, dann ist die Gesellschaft, die von diesen Menschen mehrheitlich dominiert wird, dementsprechend.
Es sind die Menschen, aus denen das System besteht.“
Schade, dass Sie vmag so weit weg sind. Ich hätte gewiss viel Spaß und Freude daran, mal ausführlich mit Ihnen (persönlich) zu plaudern. ;))
Ich würde dann noch eins „draufsetzen“ und behaupten, dass Faschismus seinen Ursprung nie im Politischen hat, sondern immer im Psychischen.
Jetzt müsste nur noch entdeckt werden, warum sich der Eine aus erfahrenem Leid bewusst so verhält, dieses Leid keinem anderen zuzufügen (da man selbst erlebt hat, wie destruktiv das in einem wirkt) und warum sich der Andere dazu entschließt, dieses Leid aus Rache allen anderen „heimzuzahlen“. Gäbe es nur Erstere unter den Menschen, dann gäbe es keinen Faschismus und dgl.
Hallo,
dazu schrieb Alice Miller (wenn man mit Hans Joachim Maaz was anfangen kann, liegt man da richtig), es ist ein Unterschied:
entweder ob ein Kind alleine solchen (mindestens seelisch missbrauchenden) Eltern ausgesetzt ist, denn dann darf es die seelischen Verletzungen gar nicht spüren, es muss alles vollständig verdrängen und genau das ist das größte Problem
oder ob noch andere Bezugspersonen da sind, in deren Gegenwart das Kind z.B. (wenn es von den Eltern verletzt wurde) weinen darf oder wütend auf die Eltern sein darf. Dann muss das Kind nicht vollständig verdrängen, es kann es zumindest teilweise verarbeiten.
Denn von den eigenen Eltern seelisch verletzt zu werden ist grausam, aber das schlimmste ist, wenn das verdrängt werden muss, das macht die destruktiven Spätfolgen, wenn aus dem kleinen gequälten Kind Josef und aus dem kleinen gequälten Kind Adolf dann die großen Diktatoren Stalin und Hitler werden.
Naja und bei deren Mitläufern genauso …
Obiges könnte übrigens gerade bei der heutigen Vereinzelung der Menschen ein zunehmendes Problem sein; viele Einzelkinder, Großeltern nur am Wochenende …
Ja, das ist sicher ein zentraler Punkt – aber nicht die ganze Antwort. Da gibt es noch mehr, was aber noch im Dunkeln liegt….. Wäre es die ganze Antwort, dann wäre das Problem lösbar bzw gelöst. Durch Social Media kommen Menschen immer jünger in die Möglichkeit, sich mit Leidensgenossen auszutauschen (bzw deren Mobbing zu beobachten etc). Überspitzt gesagt müssten sie dadurch automatisch geheilt sein bis zur Volljährigkeit (Sie verstehen sicher was ich meine). Aber auch schon im Kindergarten (ab 2 Jahre) kann man als Kind die notwendigen Beobachtungen machen – oder eben nicht. Durch modernes Leben werden Kinder sogar heute mehr und früher dem Umfeld (und damit neuen Interpretations-Optionen und Beispielen) ausgesetzt, als es noch zu Zeiten der Hausfrau & Mutter war.
Die entscheidende Frage ist amS: wie und warum beurteilt das Kind die Verletzung entweder als Unrecht oder als gerechte Bestrafung für das eigene (Fehl-)Verhalten? Das kann per se nur etwas mit Selbst-Bewusstsein zu tun haben – aber woher das genau kommt und warum es sich so oder so entwickelt……;)) AmS weiß man bislang nicht einmal, wann genau sich diese Frage entscheidet – geschweige denn wodurch.
BTW kann man diese Trennlinie auch bei anderen Spezies wie zB Hunden beobachten….
Höchstes Niveau, dringend notwendig.
Diagnose:
Intelligenzbewirtschaftung in Luce völliger Intelligenzzerlotterung expressivst klitternster Fundamentaldadaistik ostentierender Intelligenzbestialitätsexplosionistik selbstverstetigt selbstübermäßigender Lallie reinster Ausprägung.
„…..Die Ent-Individualisierung der Jagdopfer über den schematischen Zugriff ist essentiell für jede moralische Zielrichtung, in Gang gesetzt über Empörungstrigger: DIE Juden, DIE Hexen, DIE Rechten…..!
Wie wahr. In Essen haben „Aktivisten“ überall Pickerl hinterlassen. Auf diesen ist ein Seil mit Galgen-Schlinge zu sehen und der Text „Wenn ihr sie nicht verbietet, knüpfen wir sie auf“.
Und apropos „Trigger“ – lang ist es ja nicht her, vlt. kann sich wer erinnern. ;))
Die Schaustellung als widersprüchlicher Köder des Parasitären
Zur Schau gestellt herabkommunizierte Kunst offensichtlichst moralischer Befehlskettenexplosionen dient zur Camouflage sowie als Einfallstor zur verinnerlichten Zustimmungsbereitschaft zu grenzenlosester Bestialität reinster Herrschaft Gnaden.
Auch dient prächtige Schaustellung von Künsten aller Art gleichzeitig der Generalanfütterung zum vorauseilendsten Kadavergehorsam gegenüber dem Hegemon.
Es ist bloß die herabbefohlene Einladung, getarnt als Honigfalle, in den Illusionshimmel extremster Verhaftetheit ewiger Gefangenschaft in Dunkelhaftlabyrinthe des Totalsten Stockholm-Syndroms aller Zeiten – Nicht mehr und nicht weniger.
Grundlegende Begriffsbestimmungen:
Herrschaft = Gewalt über Lebewesen und/oder Gegenstände;
Gewalt = angewendete Kraft zur Erreichung eines Ziels, (jur. Definition);
Macht = Möglichkeit von Gewaltanwendung = Kontrolle
Ethik, Moral und Recht ist historisch angewandte Herrschaftstechnik als Hausordnungsgebarung Staatlich organisierter Gewaltdispositur von allärtlicher Hegemonie, sowie interessensbedienend erfolgreiche Methode gehorsamster Selbstzensur und erweist sich als scheelste sowie kurzfristigst wirkende Beruhigungspille des sich jederzeit ändern könnenden Bauchgefühls des/der gemeingering Subalternen, jedoch mit nachhaltigster Wirkung zu Gunsten des/der Gewaltigen inkl. dessen/deren waltender Funktionselitaria.
Ende der Durchsage.