
Vucic-Vertrauter fordert serbischen BRICS-Beitritt
Serbiens Vize-Premierminister will, dass sein Land statt der EU der BRICS-Gruppe beitritt. In einem Kommentar erklärte er die Gründe.
Auch dieses Jahr dürften weitere Staaten der BRICS-Gruppe beitreten. Seit 2024 hat die Gruppe nicht mehr fünf (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) Mitgliedstaaten, sondern zehn (Ägypten, Äthopien, Iran, VAE,). Mehrere Staaten haben einen Antrag auf Aufnahme gestellt. Im Oktober am Gipfeltreffen wird darüber entschieden. Besonders brisant ist aber die Frage, ob die BRICS Richtung Europa erweitern. Nun fordert der Vize-Premierminister und Vertrauter von Präsident Vucic, Aleksandar Vulin, Serbiens BRICS-Beitritt zu fixieren. Denn anders als die EU würden die BRICS keine politischen Bedingungen auferlegen.
„Keine politischen Bedingungen“
Es wäre eine Richtungsentscheidung, denn damit wäre die EU-Erweiterung um Serbien wohl endgültig gescheitert. Schon letztes Jahr war ein entsprechender Antrag im Parlament eingebracht worden – TKP hatte berichtet. Jetzt ging der Vize-Premier einen Schritt weiter und veröffentlichte in einem Kommentar im serbischen Magazin Politika ein Plädoyer für einen BRICS-Beitritt. Titel: „BRICS ist Hoffnung“. Schon jetzt kooperiert Serbien sehr eng mit China, weshalb ein Beitritt zur Staatengruppe wohl möglich wäre – sofern Serbien den Schritt wirklich wagt. Erst vor wenigen Wochen hatte Präsident Xi Serbien einen Staatsbesuch abgestattet.
Vulin, ein politisches Urgestein, war bis 2024 Geheimdienstchef. Zu dieser Zeit war er auch von den USA sanktioniert worden – wohl auch aufgrund seiner gepflegten Beziehung zu Russland. Erst im Jänner hatte er eine Freundschaftsmedaille aus Moskau erhalten. Seit Mai ist er wieder als einer von mehreren Premierminister-Stellvertretern Teil der serbischen Regierung. Unter anderem war er früher bereits Verteidigungs- und Innenminister.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
In seinem Kommentar lobt Vulin die wirtschaftliche Kraft des Staatenbundes:
Zu Beginn des Jahres 2023 übertrafen die fünf BRICS-Mitglieder gemessen am auf der Grundlage der Kaufkraftparität (KKP) berechneten Bruttoinlandsprodukt (BIP) die G7-Mitglieder und machten etwa 31,5 % des globalen BIP aus.
Zum 1. Januar 2024 wurden sechs weitere BRICS-Mitglieder als Vollmitglied aufgenommen. Dies sind Argentinien, Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. [Anmerkung TKP: Argentinien wurde aufgrund des neuen Präsidenten nicht Mitglied, auch Saudi-Arabien ist noch nicht offiziell beigetreten] BRICS wird zusammen mit den sechs neuen Mitgliedern einen Anteil von etwa 37,3 Prozent des weltweiten BIP und 46 Prozent der Bevölkerung haben. Der Anteil der BRICS-Mitglieder an der weltweiten Ölförderung wird bei rund 43,1 Prozent liegen. Auf dem Gipfel in Brasilien 2014 wurde auch die Entwicklungsbank als BRICS-Reaktion auf den Internationalen Währungsfonds gegründet. Das Kapital der neuen Bank wird auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt.
Dann folgt eine politische Einschätzung der BRICS, wo Vulin auch die Unterschiede zur EU klar herausstreicht – und erklärt, warum er BRICS über die EU bevorzugt (Hervorhebung TKP):
BRICS ist kein Bündnis von Staaten wie die EU, sondern eine Plattform, die ihren Mitgliedern Zugang zum Markt und zu Geld verschafft (daher die Idee, eine einheitliche elektronische Währung zu schaffen, die dem mutwilligen Drucken von Dollars, aber auch der Einführung von Finanzsanktionen der Westmächte, entgegenwirkt). Es ist nicht unwichtig, darauf hinzuweisen, dass BRICS seinen Mitgliedern oder Beitrittskandidaten keine politischen Bedingungen auferlegt. Für die BRICS-Mitgliedschaft ist es nicht notwendig, Gesetze zu verabschieden, die außerhalb der Grenzen des eigenen Landes verfasst wurden. Man muss die staatliche Macht nicht an NGOs abgeben. Man ist nicht nicht verpflichtet, die Flagge der Ukraine auf der eigenen Botschaft zu hissen oder Homo-Ehen zu legalisieren. Für die BRICS-Mitgliedschaft ist es nicht notwendig, Sanktionen gegen irgendjemanden zu verhängen oder die Verwaltung der Außenpolitik Ihres Landes anderen zu überlassen.
Das Ziel dieses Textes besteht nicht darin, die BRICS-Staaten und die EU zu vergleichen oder gegenüberzustellen, sondern zu zeigen, dass es eine Alternative zur EU gibt, von der ich zutiefst glaube, dass sie näher an ihrem Ende als an ihrem Anfang steht, und ich bin ganz besonders davon überzeugt, dass es für Serbien keinen Platz in diesem Verein gibt, selbst wenn es auf die Republik Kosovo verzichtet.
Deshalb wäre Serbien ein verantwortungsloses Land, wenn es die BRICS-Staaten als realistische Alternative zur Politik des bedingungslosen EU-Beitritts nicht prüfen würde. […] BRICS ist Hoffnung, eine Chance für ein Bündnis mit Ländern, die nichts von uns verlangen, uns aber mehr bieten können, als wir verlangen. BRIK bedeutet auf Englisch Ziegel, BRIKS (Plural) Ziegel, auf Serbisch könnte man BRIKS auch als „Serbien unter Freunden“ lesen.
Österreichs Außenpolitik drängt schon länger auf eine Integration des „Westbalkans“, vor allem Serbiens, in die EU. Serbien ist geografisch wichtig für den IMEC, den Wirtschaftskorridor Indien-Nahost-Europa, der von den USA und der EU gewünscht wird, als Konkurrenz zur von China forcierten „Neuen Seidenstrasse“. Der IMEC wird Wunschdenken bleiben, die Einverleibung des Westbalkans rückt in immer weitere Ferne.
Dass schwant auch dem Außenminister Österreichs: „Im Nahen Osten stand eine Wiege der menschlichen Zivilisation. Er könnte heute einen Korridor von Indien nach Europa bilden. Dass die Menschen dort aus der Spirale der Gewalt nicht herauskommen, ist zutiefst bedrückend“ (Interview in der „Tiroler Tageszeitung“, 24/06/2024). Durch die bedingungslose Komplizenschaft mit den Schlächtern von Gaza hat die österreichische Außenpolitik wesentlich dazu beigetragen …
Wir Österreicher haben auch eine Zukunft, nämlich immer mehr Fluchtmöglichkeiten, wohin man es auch mit dem Auto schaffen kann…… Ungarn, Slowakei und nun auch Serbien…
Serbien würde gut daran tun der EU fernzubleiben.
es wird „gemunkelt“ man sei sich unter den selbsternannten EU „Eliten“ einig, Ursula v.d. L das EU Zerstörungswerk zu Ende bringen zu lassen. BZW können wir Schlussfolgern, dass niemand bereit ist, für eine EU Kriegseskalation mit Russland „gerade“ stehen zu wollen, bzw in die Geschichtsbücher geschrieben zu werden.
Wenn es dann noch jemanden gibt, der Geschichtsbücher schreibt bzw solche, die sie in naher Zukunft auch lesen können.
Was interessiert es Irgendjemanden in China, wenn in D ein Kartoffelsack umfällt oder in Paris Baguettes aus dem Regal fallen.
Alles Gute den Serben in der neuen multipolaren Welt. Leider haben wir hier bis auf Weiteres die faschistoide Arschkarte gezogen.
Dort liegt die Zukunft – sofern die Welt den Weltkrieg überlebt. Gerade kam neuer Tagesbericht, mit 2345 ein neuer Tagesrekord – zum dritten oder vierten Mal in den letzten zwei Wochen. Die Russen geben wohl mächtig Gas.
Gestern berichtete ein Rutube-Blogger, dass die Banderas die von den Straßen Entführten mit gebundenen Augen an die Frontlinie fahren – sonst lassen die sich gefangen nehmen und erzählen, was wo steht. Auf diese Weise ging den Banderas gestern wieder mal ein Brigade-Stab verlustig.
Es werden nur die Protagonisten getauscht, es geht dennoch zügig zu der NWO (also eine Weltregierung) von der insbesondere die US Präsidenten vermutlich schon vor Wilson sprachen, lediglich das Machtzentrum verschiebt sich nach China, hier wird schon seit der insbesondere finanziellen Unterstützung Maos daran gefeilt. Im Hintergrund der „Nationen“ ist es immer eine kleine Gruppe, die die Fäden zieht.