Bauernrevolte in Brüssel angekommen

1. Februar 2024von 2,2 Minuten Lesezeit

Während die Staatschefs der EU im Parlamentsgebäude über die Ukraine beraten, proben die Bauern vor dem Gebäude den Aufstand. Die EU gibt aber trotzdem die Milliarden für das Land im Krieg frei. 

Ein Bild, das den aktuellen Zustand der EU wiedergibt: Während die Spitzenpolitik am Sondergipfel zur Ukraine-Frage tagt (und weitere 50 Milliarden Euro freigegeben hat), legen die Bauern die EU-Hauptstadt Brüssel lahm.

Sonneborn über Brüssel

Der EU-Abgeordnete Martin Sonneborn (Die PARTEI) hat am Donnerstagmittag kurz über die aktuelle Situation in Brüssel berichtet. Dabei hat er sich eindeutig mit der Revolte solidarisiert:

„In der Nacht vor dem heutigen EU-Sondergipfel haben Tausende Bauern mit Landwirtschaftsdelegationen aus Frankreich, Belgien, Spanien, Italien und Portugal vor meinem Arbeitsplatz in Brüssel kampiert. Die Stadt steht still, schon 230 Kilometer Stau um 8 Uhr morgens. Gut, dass ich um diese Uhrzeit noch schlafe…

Was die EU betrifft, so stehen Außen- & Innenwelt sichtlich in keinem brauchbaren Verhältnis mehr zueinander: Während draußen über 1300 Traktoren das Europäische Parlament und seinen mittlerweile brennenden Vorplatz blockieren, haben die 27 Staatschefs drinnen den Zorn der Bauern noch nicht einmal auf ihre Tagesordnung gesetzt.

Das hasst der Bauer europaweit: Zu niedrige Einkommen, Inflation, überbordende EU-Bürokratie, Anhäufung unsinniger Normen, Konkurrenzdruck durch Mercosur, explodierende Treibstoffkosten. Zu hohe Bier- und Dönerpreise! Kommt uns bekannt vor…

Die sogenannten einfachen Leute, die Landwirte & Arbeiter, waren schon oft die maßgebliche Triebkraft in der europäischen Geschichte. Während Amtsinhaber, nun ja, eher als etwas „retardierend“ beschrieben sind.

Vive la Bauernrevolution!“

Die Bauern sind dabei um einiges deutlicher und militanter als man es in Deutschland gewohnt ist. So werden Barrikaden in Brand gesetzt, um die Stadt zu blockieren.

Hier noch ein anderer Eindruck aus Brüssel:

Der Protest lässt die Politik-Elite aber (wie erwartet) keinen Millimeter vom Kurs abrücken. Viktor Orban wurde auf seinen Platz verwiesen, einstimmig – und angeführt von Olaf Scholz – hat man weitere Milliarden für die Ukraine beschlossen. Damit wird das Land vor dem Bankrott und dem Zusammenbruch bewahrt. Gleichzeitig wird nach eigener Aufrüstung gerufen, dafür fehlt aber scheinbar ohnehin bereits das Geld.

Die Polizei versucht offenbar viele Bauern außerhalb der Hauptstadt zu halten, trotzdem haben es wohl mehrere Tausend ins das Zentrum der EU geschafft.

Bild Screenshot X Martin Sonneborn


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7 Kommentare

  1. niklant 2. Februar 2024 um 9:34 Uhr - Antworten

    Es wird Zeit, das Geld für die EU gekauften Politiker zu sperren. Dann haben wir auch genug für Bauern. Zudem sollte jegliche zusammenarbeit mit der Schweiz gestoppt werden, weil sie den Urheber dieser Massnahmen gegen die Bauern fördert und Straffrei agieren lässt, dem WEF.

  2. Georg Uttenthaler 1. Februar 2024 um 23:59 Uhr - Antworten

    Die EU ist mittlerweile ein reines Instrument der neoliberalen Globalisten und des Finazkapitals ähnlich wie die WHO, der IWF die NATO und die USA selbst. Sie ist dabei, sich selbst abzuschaffen!!!

    Natürlich geht es steil bergab mit dem Wohlstand seiner Bürger. Die Coronamaßnahmen und Pipelinesprengung, die Sanktionen und die Kriegswirtschaft zielen alle auf die Verarmung und Enteignung der eigenen Bevölkerung zugunsten des herrschenden Finanzkapitals ab.

    Von Souveränität ist da weder bei der EU noch von den einzelnen Staaten etwas zu spüren.
    (Ausnahme vielleicht noch Ungarn). Nicht nur die Souveränität der EU Mitgliedsstaaten wir unterlaufen.

    Massiv bekämpft werden sogar Gemeinschaften wie die Familie und sogar die persönliche Identität jedes Individuum wird massiv angegriffen. Wie das enden wird ist noch offen.
    Ob die Menschen im Westen noch eine Chance haben dagegen aufzustehen ist ungewiss.

    Es ist doch ganz einfach: wohin fließt das Geld? Genau: aus der „EU“ weg. Daher ist es geradezu albern, von einer mächtigen „EU“-Organisation zu phantasieren, die ein eigenes koloniales Projekt verfolgt. Kolonien mit Wohlstandverlust? Etwas ganz Neuartiges…

    Die „EU“ kommt mir vor wie ein minderjähriger Drogendealer, der für seinen großen Bruder die Drecksarbeit verrichten muss. Und von den Gewinnen nichts sieht. Laut meinen Geschichtsstunden ging das mächtigste und modernste Reich seiner Zeit, das Römische, an dieser Eigenschaft zugrunde.

    Mein Eindruck ist, wenn Hirn versulzt und nicht mehr gebraucht wird, beginnt der sichere Abstieg, eingeleitet von grün maxistischen, kriminellen Ideologen, die unfähig sind, etwas zu Ende zu denken…!!!

  3. tenner 1. Februar 2024 um 21:20 Uhr - Antworten

    Möchte wirklich keinem Bauern und Spediteur aus DE auf den Schlips treten.
    Aber – ohne das beweisen zu können, ist nur ein Gefühl von mir (wohne selber im bäuerlichen Umfeld).
    Kann das sein, dass diese Bauernproteste in DE irgendwie von der Regierung unbemerkt gelenkt werden?
    Ist nur ein Störgefühl, aber irgendwie kommt mir das wie eine Sandbox vor. Man lässt etwas „Stress“ im Rahmen zu, und die Energie verpufft.
    Ist aber nur ein Gefühl.
    (wahrscheinlich nur hier in DE).

    • Helmut Berger 2. Februar 2024 um 9:59 Uhr - Antworten

      tenner
      1. Februar 2024 at 21:20Antworten

      Die Bauernproteste werden auch in den anderen Ländern wieder abflauen.
      So wie sie gekommen sind werden sie wieder verschwinden.
      Bald ist ja auch Feldsaison, keine Zeit mehr für Demos.
      Die Regierungen wissen das und sitzen es einfach aus.

  4. Glass Steagall Act 1. Februar 2024 um 20:57 Uhr - Antworten

    Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, die Bauern allein werden nicht ausreichen! Die halben Völker müssen gemeinsam aufstehen! Es geht jeden etwas an worum hier gekämpft wird. Aber wir stehen ja erst am Anfang. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann ist die Freiheit 2030 weg!

    Deswegen sage ich, das wird ein „Dead Reset“ für die Eliten!

  5. Hasdrubal 1. Februar 2024 um 16:00 Uhr - Antworten

    Würde ich davon träumen, dass Bauten der korrupten „EU“ symbolträchtig in Flammen aufgehen, wäre es vermutlich politisch inkorrekt?

    • Glass Steagall Act 1. Februar 2024 um 20:51 Uhr - Antworten

      Ich wäre eher dafür die Politiker zu bestrafen! Die Gebäude wurden schließlich von uns bezahlt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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