Pentagon-Studie: Bio- und Hightech-Krieg voraus

30. Januar 2024von 4,2 Minuten Lesezeit

Eine vom US-Verteidigungsministerium finanzierte Studie gibt tiefe Einblicke in die militärische Planung der kommenden Kriegsführung.

Schon der Titel des neuen Papiers, das von der berüchtigten Rand Corporation kommt und vom Pentagon finanziert ist, könnte deutlicher kaum sein: „Seuchen, Cyborgs und Supersoldaten: Der menschliche Bereich des Krieges“. Aber in der Forschung überlegt man sich keine Szenarien für das Jahr 2050, sondern es geht um den Krieg in diesem Jahrzehnt. Die Kriegsführung verändert sich rasant.

Biokrieg

Etwa das Jahr 2028, in dem „SARS-CoV-3“ im Südchinesischen Meer ausbricht und die US-Pazifikflotte befällt. Man rechnet mit „einer neuen Pandemie“ und plötzlich greift China in Taiwan militärisch ein, denn das Land ist „scheinbar immun“ gegen das neue Virus. So etwa ein Szenario auf Seite acht im 42 Seiten starken Bericht.

Was schreibt der Bericht genau dazu:

„Es mag wie Science-Fiction klingen, aber es ist nicht weit hergeholt. Zwar ist nach wie vor ungeklärt, ob genetische Manipulationen, wie z. B. Gain-of-Function-Forschung oder ein unbeabsichtigtes Leck im Labor, bei der Entstehung von SARS-CoV-2 eine Rolle gespielt haben, doch dank der Fortschritte in der Biotechnologie kann jedes entsprechend geschulte und ausgerüstete Labor problemlos Coronaviren – oder andere Krankheitserreger – produzieren, die der Immunität durch frühere Infektionen oder Impfungen entgehen.“

Man bereitet sich also auf die biologische Kriegsführung vor – und das sagt man ziemlich offen heraus. So geht der Bericht auch der Frage nach, wie Gentechnologie, mRNA-Stoffe, Digitalisierung und Transhumanismus (Gehirn-RFID-Chip) die Kriege in Zukunft verändern. Erschienen ist der Bericht im Januar 2024, der Journalist Lee Fang hat letzte Woche als Erster über die Untersuchung berichtet.

Die Untersuchung sollte ernst genommen werden: „Wir sehen eine komplexe, hochgefährliche Landschaft entstehen, in der künftige Kriege von Menschen geführt werden, die hochentwickelte Maschinen mit ihren Gedanken steuern, und synthetisch erzeugte, genomische Plagen, die die amerikanische militärisch-industrielle Basis lahmlegen“, schreibt die Wissenschaftler im Dienst des US-Empires etwa.

So werden ausführlich die technologischen Fähigkeiten Chinas und der USA in den Bereichen Biotechnologie und Gehirntechnologie analysiert. Er hebt frühere Berichte über die chinesische Forschung an „ethnisch-spezifischen genetischen Waffen“ und „angeblichen Waffen zur Kontrolle des Gehirns“ hervor. Dabei sollte man aber wohl nicht ganz vergessen, dass militärische Forschung von Seiten der USA streng geheim abläuft, man also durchaus annehmen kann, dass es solche Programme auch zuhause gibt. Russland beschuldigt die USA bekanntlich, solche Forschung in der Ukraine durchgeführt zu haben.

Hightech-Spionage

Ein Beispiel über welche Szenarien noch so nachgedacht wird:

So behandelt ein Gedankenspiel die „entfernte Zukunft“, in der ältere Kongressabgeordnete verzweifelt versuchen, ihre Macht zu behalten und deshalb „heimlich hochmoderne Brain-Computer Interface-Geräte installieren“. Diese Geräte, die in diesem Szenario häufig von wohlhabenden Senioren verwendet werden, helfen den Senatoren zunächst dabei, ihre Mobilität und Sprache wiederzuerlangen, nachdem ihre kognitiven Fähigkeiten jahrelang deutlich nachgelassen haben. Wenn die Hirnimplantate jedoch Fehlfunktionen aufweisen, die zu unberechenbarem und streitlustigem Verhalten führen, beginnen ausländische Verbündete, sich von den USA zu distanzieren, was die nationale Sicherheit beeinträchtigt.

So könnten die Schwachstellen solcher kommenden Technologien ausgenutzt werden, „m Angst, Verwirrung oder Wut zu erzeugen.“ Darüber hinaus warnen die Autoren vor der Möglichkeit, dass Regierungsangestellte ihre natürlichen Augenlinsen durch künstliche Linsen ersetzen, die winzige, mit Mikrospeichern verbundene Kameras enthalten. Die kleinen Kameras könnten geheime Informationen sammeln und sie an ausländische Gegner weitergeben.

Die Schlüsse, zu denen der Bericht kommt, sind durchaus bemerkenswert. So behauptet man etwa, dass globale Biowaffenabkommen nicht praktikabel seien, und fordert stattdessen spezifische bilaterale Abkommen, um die Forschung in Biolabors zu regeln. Bilaterale Kooperationen – wie etwa jenes mit China in Wuhan – soll man lösen, es sei denn, die USA und China könnten sich auf ein bilaterales Biowaffen-Kontrollabkommen einigen, was aber als unwahrscheinlich erscheint.

Weiters wird die Aufhebung der COVID-19-Impfpflicht im US-Militär kritisiert- Man fordert etwa den Gesetzgeber auf, dem „Anti-Impf-Populismus“ zu widerstehen, um die militärische Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Zudem fordern die Autoren aber, dass politische Entscheidungsträger auf Sanktionen gegen jede ausländische Organisation drängen sollten, die Biotechnologie missbraucht. Was aber, wenn es die USA selbst sind, die diese Technologien missbrauchen?

Offenbar denkt man in den üblichen Doppelstandards. Denn der Bericht fordert das Pentagon auf, den Einsatz von Gentests zu erwägen, um qualifizierte Rekruten zu finden, und klare Pläne für die Integration von Biowaffen-Kriegsführungsfähigkeiten zu entwickeln, ähnlich wie es in den vergangenen Jahren mit Cyber- und Informationskriegsführungsfähigkeiten geschehen ist. Man könnte also sagen: Nur die USA darf biologische Kriegsführung praktizieren.

Lee Fang hebt die Bedeutung des Berichts noch einmal hervor:

„Regierungsberichte wie dieses Pentagon-Papier geben der Öffentlichkeit einen wichtigen Einblick in die Zukunftspläne des Verteidigungsministeriums und können die Richtung des technologischen Fortschritts und der öffentlichen Politik beeinflussen.“

Bild Titelbild Plagues, Cyborgs, and Supersoldiers

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3 Kommentare

  1. lbrecht torz 31. Januar 2024 um 9:52 Uhr - Antworten

    Auch hier wieder : nichts als Angsmacherei mit den Erzählungen über „Biowaffen“ und „Biokriege“.

    Geschwätz aufgrund von Hörensagen und Lügenmärchen mit dem Ziel, Angst zu verbreiten.

    Mit solchen Artikeln wird das Geschäft der Ausbeuter und Bedrücker betrieben.

    Billy Geitz-Kragen und seine PR-Kohorte für „pandemic preparedness“ lassen grüßen …

  2. therMOnukular 30. Januar 2024 um 13:35 Uhr - Antworten

    Es wird immer schwerer zu erahnen, ob die uns da nur ein paar Knochen hinwerfen, um uns zu verarschen und abzulenken – oder ob die das tatsächlich ernst meinen. Deppad genug wären sie ja….

  3. Veron 30. Januar 2024 um 10:57 Uhr - Antworten

    mRNA-Spritzen um die militärische Einsatzbereitschaft sicherzustellen? Dann ist nur zu wünschen, dass alle anderen Wunschträume genau so Müll sind.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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